Lise et Laura

LISE ET LAURA
Frankreich 1982  Regie: Henri Helman Buch: Henri Helman, Etienne Bolo, Jean Barral, Jean-Michel Baquey  Kamera: Bernard Malaisy  Schnitt: Marie-Claude Mourier Musik: Michel Philippe-Gérard  Chanson „Lise ou Laura“, Text von Marie Casanova, gesungen von Emilie Bonnet  Ton: Jean Mins Regie-Assistenz: Marie-Noelle Lebez Kameraführung: Camille Le Quellec Kostüme: Tatiana Begarini  Maske: Dominique Renoult  Frisuren: Pascale Paqueton Produktionsleitung: Marcel Glo Prod.: FR3  EA: 26.03.1982
Darsteller: Claude Jade (Lise / Laura), Michel Auclair (Frédéric), Bernard Malaterre (Frédéric jung), Érik Colin (Christian), Sebastien Kéran (der Nachbar), Nicole Chanu (die Überlebende), Jeannette Granval (Marthe Scouarnec), Robert Angebault (Comte Dautin), Nicole Bermin (Comtesse Dautin), Christian Delangre (Lauras Ex-Mann), Jean Boissery (Lauras dritter Liebhaber), Guy Perrot (Lauras zweiter Liebhaber), Gérard Pollet (Lauras erster Liebhaber), Didier Gorneau (der Barmann)  u.a.

Claude Jade spielt in ihrer Doppelrolle zwei Frauen in verschiedenen Epochen. Im heutigen Dinard erinnert Laura, eine emanzipierte Lektorin, den Mittsiebziger Frédéric an seine 1942 von der Gestapo verschleppte Frau Lise. 1938 begann die Liebe der beiden. Durch Lises Tagebücher erfährt Laura von deren Träumen, die sie ihrer Ehe unterordnete, bis sie ein Dossier zur Résistance brachte.

Lise (Claude Jade) und Frédéric (Bernard Malaterre) 1938 am Strand von Dinard. Laura  (Claude Jade) und Frédéric (Michel Auclair) 1982 am selben Ort.

Zwei Frauen, die sich erstaunlich ähneln und doch grundverschieden sind, spielt Claude Jade in Henri Helmans Film „Lise et Laura“. Es ist ihre zweite Doppelrolle nach „Le Choix“; in Helmans Film leben die Frauen zu verschiedenen Zeiten.
1982. Im Grand Hotel in Dinard verbringt Lektorin Laura einige Tage mit ihrem Freund Christian (Érik Colin). Laura hat Sex mit ihrem Begleiter, tröstet ihn kurz wegen seines Versagens und nimmt sich dann ein neues Manuskript vor.
Einige Zimmer weiter stellt der Mittsiebziger Frédéric Dautin (Michel Auclair) auf seinem Nachttisch die Fotografie einer Doppelgängerin Lauras ab: Lise. Das Foto zeigt die Achtzehnjährige im Jahr 1938.

Der Liebhaber (Erik Colin) versagt, Laura (Claude Jade) blättert im neuen Manuskript. Das passt ihm gar nicht.

Frédéric (Michel Auclair) ekennt in Laura (Claude Jade, am Tisch mit Erik Colin) das Ebenbild seiner Frau Lise.

Im Restaurant wird Laura von Frédéric bemerkt, der von ihrer Ähnlichkeit mit Lise erstaunt ist. In der Bar sucht er den Kontakt zu Laura, um ihr ein Foto von Lise zu zeigen. Gerade als Frédéric sich vorstellt, taucht Christian in der Bar auf und Laura entschuldigt sich bei dem Fremden.

An der Bar betrachtet Frédéric das Foto, das er an Lises zwanzigstem Geburtstag aufgenommen hatte.  Diese Rückblende zum Auspusten der Geburtstagskerzen endet im Qualm der erloschenen Kerzen. Das Bild wird von einem Donnern überlagert, es verrutscht und in einem bombardierten Haus, das zur Bühne wird, erklärt ein Nachbar, dass er Zeuge von Lises Verhaftung durch die Gestapo wurde.

Nun wechseln elegante Rückblenden in ungewöhnlichen Perspektiven zu Lise zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Manchmal taucht Lise auch in der Gegenwart auf, als ein Traumbild Frédérics in einem geschlossenen Café oder im Spiegel seines Hotelzimmers.
Auch bei Gesprächen mit Laura erscheint im Film plötzlich in Gegenschnitten Lise; am selben Ort, über vierzig Jahre zuvor.

 

 

 

 

Die Rückblenden zeigen die erste Begegnung Lises mit Frédéric (nun Bernard Malaterre) am Strand von Dinard und springen vor zur Ehe der jungen Frau des Aristokraten und Mutter eines Sohnes, die allein für die kleine Familie da ist.

Dabei bricht Henri Helman immer wieder die lineare Erzählweise: beginnend mit Lises Überbringen eines Dossiers zur Résistance in einer Druckerei und ihrer Verhaftung springt er zurück zur Ehe der beiden.  Er verzögert den Sprung zur ersten Begegnung und zur Zeit, bevor Lise ihren späteren Mann traf; als es ihr größter Wunsch war, nach dem Baccalauréat an die wissenschaftliche Hochschule von Rennes zu gehen.
Claude Jade spielt mit 33 Jahren die 18jährige Lise als ein bescheidenes Mädchen, das es nicht wagt, aufzubegehren. Als Lise an der Hochschule angenommen wird, verbietet ihr Frédérics Mutter die Ausbildung.

In „Der Abbé und die Liebe“ (Prêtres interdits) dessen Geschichte 1936 beginnt, hatte sie mit Mitte Zwanzig ebenfalls eine 18jährige gespielt. Doch ihre Françoise in dem Résistance-und Zölibatsdrama besteht „wider alle Heucheleien“, so der Slogan des Filmplakats, auf ihre Liebe gegen das Zölibat. Lise trägt das gleiche rosa Béret wie Françoise. Anders als ihrer Zeitgenossin fehlt ihr die Kühnheit zur Emanzipation.

Laura liest später im Tagebuch:
„19. Juli 1938. An diesem Morgen habe ich den Brief aus Rennes erhalten. Es ist geschafft. Ich bin endlich an der Hochschule eingeschrieben. Maman weinte, weil ich sie verlassen würde. Doch Papa beruhigt sie, dass Rennes ja nicht am anderen Ende der Welt sei.“

Zugleich öffnet Frédéric dem bildungshungrigen Mädchen eine neue Welt, sie lesen bei Cidre die Autoren André Breton, Louis Aragaon, Paul Élouard. Doch Frédéric studiert in Paris und ist nur an den Wochenenden in Dinard.
So ist sie allein, als die Comtesse die Verlobte ihres Sohnes zu sich zitiert.

Als Lise zweimal mit „Oui, madame“ antwortet, wird sie zurechtgewiesen: „Lise! Reden Sie doch nicht wie eine Dienerin.“ Frédérics Mutter (Nicole Bermin) wolle nur ihr Bestes, als sie Lise davon in Kenntnis setzt, dass sie nicht an die Hochschule gehen werde.

Mit Frédérics Eltern im Garten des Grand Hotel: Lises Unsicherheit bei Tisch amüsiert den Grafen (Robert Angebaud). Die Gräfin (Nicole Bermin) ist pikiert.

Lises Geschichte ist berührend, die Bescheidenheit der jungen Frau, ihre kindliche Lebensfreude und ihre Hilflosigkeit bei Enttäuschungen ist von Claude Jade ergreifend gespielt.

Eine Szene, die hätte komisch und lächerlich geraten können, gewinnt durch Claude Jades Sensibilität für ihre Lise an tiefer Traurigkeit.

Bei einem Essen im Grand Hotel mit Freunden von Frédérics Eltern isst Lise erstmals Austern. Henri Helman inszeniert den Lapsus so hoch, dass sie nach kurzem Zögern aus der neben dem Teller stehenden Fingerschale trinkt. Claude Jade spielt es aus Lises Unsicherheit so beiläufig und scheinbar unmotiviert, dass  die Demütigung durch die anderen Tischgäste ihre Wirkung erreicht.

Laura und Frédéric finden 42 Jahre später im Fernsehzimmer des selben Hotels zueinander, wo gerade ein Stück aus der Reihe „Au théâtre ce soir“ läuft, in der Claude Jade selbst in zwei Inszenierungen gespielt hatte. Hier läuft „La traité d’Auteuil“ mit Pierre Arditi.

Laura berichtet aus ihrem Leben. Claude Jade erinnert in der kühlen Eleganz an Catherine Deneuve, mit der sie in ihren ersten Karrierejahren oft verglichen – und sogar verwechselt – wurde.

Jetzt reicht es Laura. Sie wird Ehemann François (Christian Delangre) und das Ehedomizil verlassen.

Die Rückblenden in Lauras Ehe- und Liebesleben beginnen mit einem comichaften Flashback. Ein rasanter Streit zwischen Laura und Ehemann François (Christian Delangre) erklärt das Ende der Ehe.

Claude Jade, Jean Boissery, Guy Perrot, Gérard Pollet, Lise et LauraSie  lässt die Familie sausen, um sich gelangweilt ihren drei folgenden Liebhabern (in den Fotos von links oben: Gérard Pollet, Guy Perrot, Jean Boissery) hinzugeben.
Auch hier ist die Montage vorzüglich, denn sie muss dazu nicht das Bett verlassen, in dem sich die Herren von ihr verabschieden. Einer nach dem anderen ist ihr gleichgültig.

Berufliche Beziehungen sind für Laura  kein Tabu und ihre Liebhaber findet sie auch im Verlag. Der zweite Bettgefährte ist ein Kollege (Guy Perrot), der ihr den dritten ankündigt: den jungen Autoren Martin (Jean Boissery).

Der  stellt einen Roman in Tagebuchform vor, in dem ein junger Mann sich in eine junge Frau verliebt. Schund, erkennt Laura, doch sie fragt ihn, ob sein Manuskript autobiographisch sei. Martin bejaht, Laura lächelt und Martin liegt in ihrem Bett.

Regisseur Henri Helman bei Dreharbeiten mit Claude Jade und Jean Boissery

Henri Helman, Claude JadeDie Szenen mit Lauras Ex-Mann und ihren Liebhabern sind die einzigen komischen des Films. Dabei ist der bekannteste Film von Henri Helman eine schräge Komödie. In „Where Is Parsifal ?“ (Die Himmelsmaschine, 1983), investieren Exzentriker (Orson Welles, Peter Lawford, Erik Estrada und Donald Pleasence) in eine Erfindung des Hypochonders Parsifal Katzenellenbogen (Tony Curtis). 1977 gab Henri Helman sein Kinodebüt mit „Le coeur froid“, inszenierte für die Reihe „Un comédien lit un auteur“, in der auch Claude Jade auftrat und arbeitet seit 1984 fürs Fernsehen. Sein bevorzugter Star ist Claude Jades „Home sweet Home“-Partner Jacques Perrin (1995: „Le coeur étincelant“, 2007: „Le piano oublié“, 2011: „Louis XIV, le pouvoir fracassé“, 2014: „Richelieu, le pourpre et le sang“).

Laura ermutigt Frédéric mit ihrer Offenheit und er beginnt, ihr Dinard zu zeigen.

Bei einem Spaziergang an jenem Strand, an dem sich Lise und Frédéric 1938 kennenlernten, verdichten sich die Schnitte zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Laura und Lise, in einer „montage sophistiqué“. Als Laura ihn nach den Namen der einzelnen Inseln vor Dinard fragt, taucht vor Frédéric Lise auf, die ihm lachend die Antwort nennt.

Die Erinnerung führt in ein Flashback, in dem Lise erstmals Frédéric mit in ihre Wohnung nimmt. Der anfänglichen Schüchternheit weiß sie mit dem Reiben eines Apfels an ihrem Kleid zu entgehen.


Das Montageprinzip schickt Laura nun an jenen Ort und erst durch die Begegnung mit der betagten Marthe Scouarnec (Jeannette Granval) erfährt sie von ihrer Ähnlichkeit mit Lise. Die alte Dame ruft erstaunt, dass Laura Lise wie ein Zwilling gleicht. „Ich wusste nicht, dass Sie eine Tochter haben“ – „Ich auch nicht“, antwortet Frédéric. Als er sich auf der Fähre zu erklären versucht, entgegnet Laura nur knapp „Es lohnt sich nicht.“ In diesem Film stimmt – nur im Falle von Laura – am ehesten die falsche Beschreibung in Hans-Werner Asmus‘ Starlexikon als „besonderes Kennzeichen“ für Claude Jade: „kühl und blond“.

Auf dem Höhepunkt der Konfrontation der Frau von heute mit ihrem Ebenbild von damals lässt die kurze Bekanntschaft erkalten.
„Lise et Laura“ verknüpft ähnlich dem zeitgleich entstandenen Vermächtnis Romy Schneiders, „La passante de Sans-souci“, das Schicksal zweier Frauen verschiedener Epochen und die Vergangenheit des Zweiten Weltkriegs mit der Gegenwart. Bei Helman gibt es keine Kolportage wie in Rouffios Film. Helmans Film widmet sich vor allem dem feministischen Aspekt seiner Geschichte und ist in der subtilen Zeichnung seiner beiden Hauptfiguren Lise und Laura ein Frauenfilm. Lises Witwer kann hier Lauras Vertrauen nur zurückgewinnen, als er ihr über einen Boten Lises Tagebuch zukommen lässt.

Aus dem Tagebuch erfährt Laura von Lises Hoffung auf die Hochschule und den Verzicht zugunsten der Ehe mit Frédéric.

Laura liest von Lises Freude auf das Studium, dem Verzicht darauf und von ihrer  Schwangerschaft im Haus der Familie ihres Mannes, der in Paris studiert.

Claude Jade mit Robert Angebault in Henri Helmans „Lise et Laura“

Claude Jade als Lise und Bernard Malaterre als Frédéric in „Lise und Laura“

Lise widmet sich nach der Geburt des Sohnes im Sommer 1940 allein der Familie und Frédéric will sie vor den Schrecken der Welt beschützen.  Er ahnt nicht, dass Lise dieses Dasein nicht genügt.

Doch Lise entgeht nicht, dass ihr Mann heimlich für die Résistance arbeitet. Da er ihr davon nichts erzählt, hört sie im Juni 1942 vom Schlafzimmer aus heimlich die Nachrichten, denen er nachts im Radio lauscht. Und Lise lässt ihn im Glauben, sie bekäme von seiner Arbeit nichts mit.
Und als ein Dossier zur Druckerei gebracht werden soll, übernimmt sie gern.

Hatte sie sich bisher um das Kind gekümmert und ihren Mann nicht auf seine Aktivitäten angesprochen, ändert ein Anruf alles. Frédéric bittet sie, ein Dossier zu bringen. Und Lise weiß, worauf sie sich einlässt.
Sie liest das Dokument, gibt ihrem Sohn einen Kuss und bindet ihm ihr Medaillon um. Ein Abschied.

Bevor Lise (Claude Jade) das Dossier wegbringt, verabschiedet sie sich von ihrem Kind.

Erneut erscheint die Rückblende, die auf Zeugenaussagen basiert, dass Lise von der Gestapo verhaftet wurde. Eine andere Zeugin sprach von Deportation.
Laura hat nun Lise kennengelernt.
Sie wird mit dem, was sie aus dem Tagebuch weiß, Lises Witwer begegnen.

Laura sucht Frédéric auf, der ihr erklärt, dass Lise als vermisste Person gilt und nie offiziell für tot erklärkt wurde.
Er nahm immer an, Lise sei in einem Krankenhaus gelandet oder habe eine Amnesie erlitten.

Doch vielleicht, so zeigt eine Rückblende, wurde Lise direkt auf der Flucht von der Gestapo auf dem Platz vor der Druckerei erschossen.
Laura weiß eines, das sie Frédéric mit Sicherheit sagen kann: Lise wusste, was sie riskierte.

Glauben Sie heute immer noch, dass Lise nichts von Ihren Aktivitäten wusste?

Michel Auclair (1922-1988)  spielte in seinen Anfängen 1945 am Théâtre de l’Atelier als Alioscha in „Die Brüder Karamasov“ unter der Regie von André Barsaq, der später auch Claude Jade an jenem Haus für „Les oiseaux de lune“ inszenierte.
Im Französischen Nachkriegsfilm ist Michel Auclair oft der romantische Liebhaber, so  in Henri-Georges Clouzots Adaption von „Manon (Lescaut)“ in die Nachriegszeit. Später folgten dubiose Rollen wie der Villefort in einer ebenfalls in die Nachkriegszeit und die Gegenwart modernisierten Literaturverfilmung: in „Gejagt wie Monte Christo“ stellte Claude Jade dem von Auclair gespielten Schurken 1968 eine raffinierte Falle. Nach „Lise und Laura“  schreibt Claude Jade: „Ich hatte Michel, diesen subtilen Schauspieler, seit meinen Anfängen nicht wiedergesehen und ich schätzte erneut und noch mehr die Qualität seines Spiels“.

Bernard Malaterre (*1967) ist eine Idealbesetzung des jungen Frédéric, denn seine Ähnlichkeit mit dem jungen Michel Auclair ist erstaunlich. Nach Besuch der Kurse bei René Simon debütiert er 1969 am Theater. Dort spielt er unter anderem den Camille Desmoulins in Büchners „Dantons Tod“ und neben Danielle Darrieux und Georges Géret in Aymés „Lucienne et le boucher“. Denys de La Patellière („Der Abbé und die Liebe“) gibt ihm 1977 die Rolle des Jérôme in der Miniserie „Un juge, un flic“. Popularität bringt ihm 1984 zudem eine Hauptrolle in einer weiteren Miniserie: Pierre Barraste in „La Terre et le Moulin“. Im Kino spielt er ein Jahr vor „Lise et Laura“ ebenfalls eine Rückblenden-Figur: Roger Pierres Vater in Resnais‘ „Mein Onkel aus Amerika“. 

Erik Colin (1947-2013) gab nach seinen Anfängen in den Pariser Café-théâtres als Umberto neben Rosy Varte in „Madame Filoumé“ (1970) sein Fernsehdebüt. Auf seinen Titelhelden in „Der Fremde“ (Le Provocateur, 1973) folgen Jean-Christophe Avertys „Le péril bleu“, der Erotikfilm „Goodbye Emmanuelle“ und Robert Lamoureux‘ Possen „Wo bitte ist die 7. Kompanie geblieben?“ und „Hurra, die 7. Kompanie ist wieder da“. Lamoureux holt ihn nach Lyon an das Théâtre des Célestins, wo er 1980 in „Le Charlatan“ spielt;  Claude Jade ist dort in der selben Spielzeit die Junia in „Britannicus“. Ebenfalls 1980 spielt er die Hauptrolle in Patrick Schulmanns Körpertausch-Komödie „Gib mir meine Haut zurück“. Neben seinen Film- und TV-Rollen war Erik Colin auch Synchronsprecher, u.a. als Seestern Patrick Star in „SpongeBob“.

 

Die Kritik bescheinigt dem Film neben dem guten Spiel von Claude Jade und Michel Auclair eine raffinierte Montage, die so hoch entwickelt ist, dass Vergangenheit und Gegenwart, Wirklichkeit und Tagtraum „kaum zu unterscheiden sind, was den Zuschauer allerdings etwas verwirren könnte“.
Im Interview mit Philippe Poiraud für die Sendung Rennes Soir lächelt sie beim Vorstellen ihrer Figuren sehr, als sie erklärt, dass Laura die Familie dem Beruf unterordnet.

In den drei Jahren in Moskau verbindet sie die Welten von Arbeit und vom Familienleben mit Ehemann und Sohn Pierre in der Sowjetunion. Ihre Popularität war 1979 mit „Die Insel der 30 Tode“ (L’île aux trente cercueils) stark im Aufwind. Dass sie nun seit Frühjahr 1979 in Moskau lebte, tat ihrer Karriere keinen großen Abbruch: kurz vor der Abreise drehte sie mit Francis Perrin ein Special und dann folgten nach einer Nebenrolle in „Au bout du chemin“ ausschließlich Hauptrollen in neun weiteren Filmen:
Neben „Lise et Laura“ die in einem Doppelmord ermittelnde Solange in „La grotte aux loups“, als Claire Mallois erneut die Film-Ehefrau von Michel Creton in „Treize“, die depressive Gisèle in „Nous ne l’avons pas assez aimée“, die Isabelle in der „Kommissar Moulin“-Folge „Die Freundin aus der Kindheit“, die Evelyn Droste in der deutschen Vicki-Baum-Verfilmung „Rendezvous in Paris“, die von Schülern eingesperrte Philosophielehrerin in „Le bahut va craquer“ und die sowjetischen Filme „Teheran 43“ und „Lenin in Paris“, bevor sie  1982 nach Zypern zieht (siehe Abschnitt Clochemerle bei „L’honneur d’un capitaine“). Doch im Oktober 1981, wenn sie in französischen Fernsehsendungen – wie zum Interview zu „Lise et Laura“ – zu Gast ist, wird sie verabscheidet mit „Bon voyage à Moscou“.