Topaz – Alfred Hitchcock

Frederick Stafford, Claude Jade und Michel Subor in Alfred Hitchcocks "Topas"

Frederick Stafford, Claude Jade und Michel Subor in Alfred Hitchcocks „Topas“

Topaz_trailer_Frederick_Stafford_Claude_Jade_Alfred_HitchcockTOPAZ / Topas
USA 1968/69 Regie: Alfred Hitchcock, Buch: Samuel Taylor, nach dem Roman von Leon Uris, Kamera: Jack Hildyard, Schnitt: William H. Ziegler, Musik: Maurice Jarre, Kostüme: Edith Head, Pierre Balmain, Bauten: Henry Bumstead, Produktion: Universal
Frederick Stafford (André), Dany Robin (Nicole), Karin Dor (Juanita), John Vernon (Rico Parra), Claude Jade (Michèle Picard), Michel Subor (François Picard), Michel Piccoli (Jacques Granville), Philippe Noiret (Henri Jarré), John Forsythe (Michael Nordstrom), Roscoe Lee Browne (Philippe Dubois), Per Axel Arosenius (Kuzenov), Sonja Kolthoff (Mrs Kuzenov), Tina Hedström (Tamara Kuzenov), John van Dreelen (Claude Martin), Don Randolph (Luis Uribe), Anna Navarro (Carlotta Mendoza), Lewis Charles (Pablo Mendoza), Carlos Rivas (Hernandez), Roberto Contreras (Muñoz),  John Roper (Thomas), George Skaff (René d’Arcy), Roger Til (Chabrier), Sandor Szabo (Redon) u.v.a Länge: 143 Min.

Alfred Hitchcock Topaz Claude Jade Frederick Stafford

"Claude Jade has something of Grace Kelly-Joan Fontaine about her"

„Claude Jade has something of Grace Kelly-Joan Fontaine about her“

[…]   Erst 23 Jahre später wird Claude im Nachlass ihrer Mutter einen Brief von François finden, in dem er sich und und die Gründe für den Bruch erklärt, dass Claude sein Rettungsanker werden sollte inmitten seiner Liebe zu dominaten Frauen.
Es mag zu dieser Zeit wie eine Entschuldigung wirken, dass François Truffaut nun Fotos von Claude Jade an Alfred Hitchcock schickt und Tonbandaufzeichnungen, auf denen sie Passagen aus Lewis Carrolls „Alice in Wonderland“ spricht. Hitchcock sucht gerade eine junge französische Schauspielerin für seinen neuen Film „Topas“. Truffaut schreibt am 4. Juli 1968: „Über Helen Scott müssten Sie inzwischen Photos und Tonbandaufnahmen von Claude Jade bekommen haben, einer jungen Dame von zwanzig Jahren, der Heldin des Films ‚Stolen Kisses’, den ich inzwischen gedreht habe; sie ist acht Jahre jünger als Catherine Deneuve, gehört ganz gewiss in die Kategorie Grace Kelly/Joan Fontaine und scheint mir nach allem, was ich bis jetzt über den Roman ‚Topaz’ weiß, für eine der Rollen sehr geeignet zu sein.“

Claude_Jade_and_Alfred_Hitchcock „Die Zitatmethode zieht sich durch alle Truffaut-Filme“, schreibt der italienische Filmkritiker Massimo Marcelli, „so auch der Einsatz einer Schauspielerin aufgrund der Ähnlichkeit mit einer anderen. Claude Jade erinnert an Grace Kelly, die Hitchcock-Heldin par excellence; und um den Kreis der Zitatübergreifungen zu schließen: der Meister des Films scheint an dieser Anspielung Gefallen zu haben, denn er nimmt sie in ‚Topas’ wieder auf.“ Alfred Hitchcock reagiert auf  François Truffauts Vorschlag und trifft sich im Sommer 1968 erstmals mit Claude Jade. Im Plaza Athénée spricht er mit ihr über den Roman „Topaz“ von Leon Uris, den er zu verfilmen plant. Sie reden über die französische Küche und Claude Jade gibt ihm das Rezept für ein Mandel-Soufflé. Hitchcock findet ihren Akzent „sehr britisch“ und der feine Gourmet observiert sie während seiner Ausführungen. „Ich habe ihm noch gesagt, mir hätte ‚Der Fremde im Zug‘ gefallen und das war’s“, erinnert sie sich an das erste Treffen. Truffaut zeigt seinem Freund Hitchcock erste Muster seines Films mit Claude Jade und zwei Tage später ist sie besetzt. Claude Jade wird in „Topaz“ (Topas) die frisch verheiratete Agententochter Michèle Picard spielen.

Alfred_Hitchcock_and_Claude_Jade_Topaz_TopasDie Produktionsfirma „Universal“ diskutiert mit ihr den Sieben-Jahres-Vertrag. Claude lehnt ihn ab, da sie nicht an Hollywood gebunden sein will. Als Französin will sie auch weiterhin in ihrer Sprache arbeiten und in ihrer Heimat spielen. So wird ihr ein nichtexklusiver Vertrag angeboten, der sie für einen Film pro Jahr verpflichtet. „Mit Hitchcock zu drehen, ist ein großes, großes Glück“, wird sie später Kevin Thomas von der „L A Times“ sagen: „Doch ich möchte zurück zum Theater in der nächsten Saison.“ Die minderjährige Claude lässt ihre Eltern signieren. Am Tag der Unterzeichnung gibt „Universal“  ein Essen im „Le Doyen“. Als sie dort die Toilette aufsucht und fünf Minuten später ihren Ring vermisst, den François Truffaut ihr zur Verlobung geschenkt hatte, wirkt der Verlust wie ein Zeichen. Als Truffaut später davon erfährt, kauft er ihr das gleiche Exemplar nochmals.

alfred-hitchcock-claude-jade-set-topaz-1969Im August wird Claude Jade von „Universal“ nach London eingeladen. Das Studio plant eine Verfilmung des Lebens von Anne Boleyn, Frau Heinrich VIII. „Anne of Thousand Days“ soll unter der Regie Charles Jarrotts ein prächtiger Kostümfilm und Claude Jade in der Titelrolle Partnerin Richard Burtons werden. Die Britin Olivia Hussey aus Zeffirellis „Romeo und Julia“ und Hollywood-Star Faye Dunaway waren bereits für die Rolle im Gespräch.
Ein Rolls-Royce soll Claude von Heathrow zu Burtons Palast in Dorchester, wo dieser mit Liz Taylor lebt, bringen. Doch ein Telegramm Richard Burtons verschiebt plötzlich das Treffen. Er erklärt darin, dass sein älterer Bruder schwer erkrankt sei und er sie in etwa fünfzehn Tagen in Paris besuchen werde. Sie fliegt zurück, wartet ohne Ehrgeiz ab und das Treffen bleibt aus. Letztlich ist es die Kanadierin Geneviève Bujold, ebenfalls bei „Universal“ unter Vertrag, die Burtons Partnerin wird und für die Rolle eine Oscar-Nominierung erhält.

Claude Jade PR-Photo Universal 1968

Claude Jade PR-Photo Universal 1968

Ende August kehrt Claude Jade für die Wiederaufnahme von „Henri IV“ ans Théâtre Moderne zurück. Luce Garcia-Ville, die sich sehr über das Engagement bei Hitchcock freut, bittet sie, das Theater nicht zu vernachlässigen. Sie spielt die Frida noch einige Male, bevor sie die Rolle an Catherine Salviat, ebenfalls eine Schülerin Cochets, abgibt. Am 4. September erlebt „Baisers volés“ seine Premiere in der Cinémathèque, die Photographen umlagern Claude Jade. Henri Langlois, dem der Film gewidmet ist, macht Truffaut einen Vorschlag. Er sähe das junge Paar gerne in einer Fortsetzung: „Verheiraten Sie Jean-Pierre Léaud und Claude Jade!“ Der Film bricht Zuschauerrekorde und erringt zahlreiche nationale und internationale Preise: Den Prix Louis Delluc, den Prix Méliès, den Grand Prix du Cinéma Français, den Prize of the British Film Institute, den Golden Globe, eine Oscar-Nominierung… und die Journalisten bezeichnen Claude Jade als neue Hoffnung des französischen Kinos.

Claude Jade, John Forsythe, Alfred Hitchcock, Frederick Stafford, Dany Robin

Claude Jade, John Forsythe, Alfred Hitchcock, Frederick Stafford, Dany Robin

Der 8. Oktober 1968 ist Claude Jades zwanzigster Geburtstag – und ihr erster Drehtag mit dem „Master of Suspense“. Hitchcock hat für die rund zehn gleichgewichtigen Hauptrollen ein internationales Ensemble engagiert: In der zentralen Rolle als Agent und Familienvater André Devereaux agiert der Tscheche Frederick Stafford, bisher als französische James-Bond-Version „OSS 117“ bekannt. Dany Robin, Star des französischen Unterhaltungskinos der 50er, spielt dessen Frau Nicole, Godards „kleiner Soldat“ Michel Subor beider Schwiegersohn, den Journalisten François Picard. Gegenspieler als „Topas“-Spione sind Michel Piccoli und Philippe Noiret; weiterhin der Kanadier John Vernon als kubanischer Diplomat, die Deutsche Karin Dor als dessen verräterische Geliebte und der Amerikaner John Forsythe als CIA-Mann Nordstrom. Als russische Überläuferfamilie besetzt er die schwedischen Schauspieler Per-Axel Arosenius, Tina Hedström und Sonja Kolthoff. Dem Durchschnittsamerikaner, der keine europäischen Filme sieht, ist John Forsythe, der bei Hitchcock bereits 1955 in „The Trouble with Harry“ gespielt hatte, das einzige vertraute Gesicht.

Frederick Stafford und Claude Jade in "Topas"

Frederick Stafford und Claude Jade in „Topas“

Die Kritik geht später mit dem Mangel an Hollywood-Stars und der etwas steifen Ausstrahlung des Zentralhelden Frederick Stafford hart ins Gericht. Vincent Canby nennt ihn in der New York Times gar „John Stafford“ und bescheinigt ihm „das Flair eines gut gekleideten Verkäufers von Elektrogeräten“. Doch Staffords André Devereaux soll genau das ein: ein von den ihn überrollenden Ereignissen überforderter Geheimdienst-Beamter, der die gefährlichen Aktionen den anderen überlässt: einem Blumenhändler in Harlem, der kubanischen Geliebten und deren Hausangestellten und schließlich seinem Schwiegersohn. Dass er mit seiner Tochter an den Ort eines Verbrechens eilt und sie ebenfalls in Gefahr bringt, lässt ihn als Familienvater nachlässig erscheinen, doch es unterstreicht Hitchcocks eigenes Bild dieses Agenten: Devereaux ist kein Held!

Dany Robin, Claude Jade, Frederick Stafford, Michel Subor

Dany Robin, Claude Jade, Frederick Stafford, Michel Subor

Die für europäische Maßstäbe hochkarätige Besetzung agiert in einer ausufernden Story mit vielen Handlungsfäden: 1962 gelingt einem hochrangigen Russen die Flucht in den Westen. Die Amerikaner verlangen eine Gegenleistung und der Russe führt sie auf die Spur des für Moskau arbeitenden französischen Spionageringes „Topas“. CIA-Mann Nordstrom informiert seinen Kollegen André Devereaux, verlangt jedoch eine Gegenleistung. Um mehr über „Topas“ zu erfahren, soll er für die Amis auf Kuba spionieren, wo Devereaux eine Ex-Geliebte hat. Gerade jetzt verbringt Devereaux’ Tochter Michèle ihre Flitterwochen in New York. Devereaux vernachlässigt seine Familie und verlässt sie für einen gefährlichen Trip nach Kuba. Andrés kubanische Geliebte Juanita, die mit dem Castro-Gefolgsmann Rico Parra liiert ist, hilft ihm. Doch sie wird verraten und ermordet.

Michel Piccoli, Claude Jade, Frederick Stafford, Dany Robin

Michel Piccoli, Claude Jade, Frederick Stafford, Dany Robin

Nach dem Intermezzo auf Kuba gerät André in Bedrängnis und soll sich vor der französischen Regierung für seine Arbeit für die Amerikaner verantworten. Der einzige Ausweg ist die Enttarnung von Topas. Andrés Frau Nicole hat vom Seitensprung ihres Gatten erfahren und zieht sich zurück. Michèle begleitet André in Paris zu einem früheren Résistance-Kameraden, Jacques Granville, der in auffälligem Luxus lebt und zudem gern etwas mit Nicole hätte. So wirft sich die betrogene Madame in dessen tröstende Arme. Michèles Mann, der Journalist François Picard, soll seinen Schwiegervater unterstützen, einen Spion zu überführen und kommt dabei fast ums Leben. Letzten Endes ist es Nicole, die ihren Liebhaber verrät und damit „Topas“ enttarnt.

Claude_Jade_in_Topaz_Hitchcock

Claude_Jade_and_Frederick_Stafford_in_TopazDie Rolle der Michèle erlebt im Film eine drastische Veränderung. Im Roman ist die in Washington lebende Michèle mit dem vertrottelten Snob Tucker Brown III verlobt. Sie ist von seinem Mangel an Bildung und Geschmack gelangweilt und löst die Verlobung. Sie reist nach New York und später nach Paris, wo sie  gegen den Willen ihres Vaters  eine Affäre mit dem unbequemen Journalisten François Picard, beginnt. Dieser  legt sich mit der französischen Regierung an, entlarvt  deren Spione  und  wird  ermordet;  Michèle flieht mit am Ende ihrer Mutter über Spanien nach Südamerika.
Sollte Truffaut all dies über den Roman gewusst haben, wäre die Michèle eine Rolle von starkem Potential gewesen. Ein verwöhntes, doch kluges Mädchen mit zwei Hunden als Accessoires: dem parfümierten Zwergpudel Robespierre und dem traurig blickenden Jagdhund Picasso, das dem goldenen Käfig entflieht, Verantwortung übernimmt und darüber erwachsener wird als es ihre Eltern sind.

Topaz_Cocktail_Claude_Jade_Dany_Robin_Alfred_HitchcockDer Film spart Tucker Brown III aus und beginnt mit der Hochzeitsreise von Michèle und François nach New York, wo der Journalist seinem Schwiegervater kleine Gefälligkeiten erweist. Michèle reagiert auf den Besuch des CIA-Mannes Nordstrom in ihrer Suite im St. Regis irritiert und besorgt, ignoriert jedoch die weitere Bedrohung. Später versucht die sorgenvolle Michèle in Paris, die Ehe ihrer Eltern zu retten und bringt ihren Vater zu einer Party: „Du weißt, Mutter wird da sein. Wirst du mit ihr sprechen?“ „Sie hat mich verlassen, nicht ich sie“, schmollt der gekränkte Agentenpapa. Auch Maman bleibt störrisch: „He’s in terrible trouble“, bettelt die Tochter, doch ihr beleidigtes Mamilein kann „nichts für ihn tun“.

Gegen Ende des Films gewinnt ihr Part an Bedeutung und verliert an Naivität: Sie eilt mit ihrem Vater in die Wohnung eines Spions, entdeckt dort einen Toten, bangt um das Leben ihres tapferen Mannes, weint sich bei ihrer Mutter aus und versorgt später den verletzt heimkehrenden François.

Claude_Jade_as_Michele_in_Topaz_Hitchcock Francois_wounded_Hitchcock_Claude_Jade_Michel_Subor_TopazClaude Jades Michèle ist eine „co-starring“-Hauptrolle, die in der vielfach verflochtenen Personenkonstellation zu passiv angelegt ist. 2013 diskutieren Jason Bovberg und James W. Powell in Blovbergs Hitchcock-Blog über Michèle, die „hot little number“ (Blovberg) des Films. Powell hatte erwartet, dass sich Michèle vielleicht als Kopf von Topas entpuppen würde. Er hätte zudem Gefallen daran gefunden, wenn ihr Mann wie im Roman gestorben wäre, zumal der Film dann 30 Minuten länger geworden wäre und sich die Familiendynamik turbulenter entwickelt hätte.

Zu Beginn ein fröhliches Mädchen, erlebt die Figur der Michèle mit dem Schauplatzwechsel von Kuba nach Paris immerhin einen klaren Bruch. „Claude Jade, who was so lovely in ‚Stolen Kisses’ and who here plays Stafford’s worried daughter, and Dany Robin as Stafford’s worried wife, frown quite a lot.”, nörgelt Vincent Canby für die New York Times über das Rollenprofil des Mutter-Tochter-Gespanns. Immerhin bringen Claude Jade und Dany Robin laut Hitchcock “etwas Glamour” in den Film.

Claude_Jade_et_Alfred_Hitchcock

Hitchcock erklärt gegenüber dem Magazin „Look“: „Claude Jade ist eine ruhige junge Dame, doch für ihr Benehmen auf dem Rücksitz eines Taxis könnte ich keine Garantie übernehmen.“  Während mit Hitchcock die Phantasie durchgeht, wird Leonard Gross in seinem Bericht in „Look“ eine andere Qualität entdecken: „Claude Jades große Szene in Hitchcocks Film zeigt eine schon vergessen geglaubte feminine Zartheit; beim ersten Anblick einer Leiche schwankt sie, die Hand am Herzen.“ In der heutigen Zeit gäbe es zu viele Models im Film. Mädchen wie Claude Jade, welche die Sehnsucht nach einer anderen Zeit weckten, seien rar. Leonard Gross prophezeit: „Dieses Mädchen hat eine Zukunft.“ Und Kevin Thomas von der „Los Angeles Times“ nennt sie in seinem Portrait „eine erfrischend aufrichtige junge Frau, die sich sowohl der Vorteile als auch der Gefahren eines Starts an der Spitze bewusst ist.“

stade_charlety_topaz_hitchcock_claude_jade_dany_robin Claude_Jade_Dany_Robin_Poster_Topaz_HitchcockIhr erster Drehtag an ihrem 20. Geburtstag ist das  Finale, das in der Endfassung herausgeschnitten und erst 1999 als alternatives Ende zu sehen sein wird. Es ist ein Duell zwischen Stafford und Piccoli im Stade Charléty, bei dem letzterer von einem Scharfschützen aus dem Hinterhalt erschossen wird. „A Duel?“, fragt Michèle in der vorangehenden Szene erschrocken ihren Vater, „How idiotic“, kommentiert François das Vorhaben. Das Testpublikum – selbst eher aus Idioten bestehend – kann ein Duell nicht nachvollziehen und pflichtet  François bei, so dass Hitchcock ein neues Ende drehen muss. In der ersten Version beobachten Claude Jade und Dany Robin vor dem Stadion die Vorbereitungen zum Duell; am Ende schließen die Frauen den Helden des Films in die Arme. Für Claude Jade zeigen sich an diesem Tag die Unterschiede zwischen einer französischen und einer amerikanischen Produktion. Für „Topas“ sind etwa hundert Beteiligte im Stadion. Nebenan dreht gleichzeitig Michel Deville „Bye bye Barbara“ – mit zehn Leuten!

A duel? How idiotic! Dem Testpublikum missfiel das von Hitchcock favorisierte Ende.

A duel? How idiotic! Dem Testpublikum missfiel das von Hitchcock favorisierte Ende.

taxi_Topaz_Alfred_Hitchcock_Claude_Jade rue_Claude_Jade_Topaz_Alfred_HitchcockBevor es nach Hollywood geht, dreht Claude Jade drei Wochen lang in Paris für die Außenaufnahmen. Eine Schlüsselszene des Films inszeniert Hitchcock in einem Haus an der avenue Hoche 13. Frederick Stafford und Claude Jade stürzen nachts eilig aus einem Taxi und rennen in den Hof eines  Hauses, hasten die Treppen hinauf  zur Wohnung des Spions Jarré… Schnitt!

Frederick_Stafford_and_Claude_Jade_Topaz_HitchcockDie Szene in der Wohnung wird erst einige Wochen später in Los Angeles im Studio gedreht. Hitchcock erklärt Claude Jade, dass sie aus einem Fenster des Appartements in den Hof schauen und dort auf einem Autodach eine Leiche entdecken wird – in der Annahme, der Tote sei François, der Jarré kurz zuvor in Andrés Auftrag verhört hat. Hitchcock dreht aus dem Fenster eine Subjektive auf den Leichnam. Dann eilen Frederick Stafford und Claude Jade das Treppenhaus hinunter in den Hof und finden dort den toten Jarré (Philippe Noiret). Von François fehlt jede Spur…

Philippe_Noiret_dead_Frederick_Stafford_Claude_Jade_Topaz_Hitchcock

Orly_Topaz_Frederick_Stafford_Michel_Subor_Claude_Jade_HitchcockWeitere Szenen werden in Paris gedreht, so eine in der Avenue Foch, in die Michèle ihren Vater bringt, um dort die zerstrittenen Eltern zusammenzuführen. Für die Fahrt vom Flughafen zur Avenue Foch dreht Hitchcock eine seiner berüchtigten Rückprojektionen. Es ist eine Fahrt im Cabrio, bei der die ernsthaft besorgte Michèle ihrem Vater zuredet, sich mit ihrer Mutter zu versöhnen. Windmaschinen im Studio bringen Claude Jades Haar in Schwung, dahinter rauschen Aufnahmen von Paris.

Paris_Topaz_Alfred_HitchcockNur die Ankunft von Claude Jade und Frederick Stafford vor dem Haus wird in Paris gedreht. Das Eintreten in die Villa  verschiebt Hitchcock für spätere Aufnahmen in den Universal-Studios. Alle ausstehenden Szenen dreht Hitchcock in Hollywood und New York. Auf Postkarten schreibt Claude: „Je suis à L.A. Youpi !“  Die mit acht Oscars prämierte Kostümbildnerin Edith Head übernimmt für Claude Jade, die für die ersten Szenen extra für sie entworfene Luxusroben von Pierre Balmain trägt, die Kreation weiterer Kleider.

Claude_Jade_Edith_Head_TopazClaude_Jade_Edith_HeadDie 70jährige Modezarin Edith Head, als Kostümbildnerin die berühmteste und erfolgreichste Vertreterin ihres Berufsstandes, übernimmt für Claude Jade unter anderem das feine weiße Kleid, das Michèle im New Yorker Colony Club trägt und dessen Kragen am Kinn kitzelt. Nebenher widmet sich die  Head auch dem Part der Fremdenführerin.
In einem kleinen elektrischen Auto, ähnlich einem Golf-Wagen, erkundet Claude Jade als Beifahrerin Edith Heads die gigantischen Studios. Sie trifft auf Cowboys und Pferde und passiert Norman Bates’ Anwesen aus Hitchcocks „Psycho“. Und sie lernt ein Mannequin kennen, ihr Lichtdouble für „Topas“ und für – ausbleibende – weitere Filme.

Michel Subor, Claude Jade und Dany Robin im Colony Club New York

Michel Subor, Claude Jade und Dany Robin im Colony Club New York

Während Claude Jade im Essex House am Central Park wohnt, steigt Michèle ganz in der Nähe im St. Regis ab.

Während Claude Jade im Essex House am Central Park wohnt, steigt Michèle ganz in der Nähe im St. Regis ab.

The St. Regis New York is a Forbes five-star, AAA five-diamond luxury hotel in Manhattan

The St. Regis New York is a Forbes five-star, AAA five-diamond luxury hotel in Manhattan

Claude_Jade_Dany_Robin_reading_Script_Topaz Claude_Jade_and_Dany_RobinIn Hollywood bewohnt sie eine Luxuswohnung im Valley, in New York eine Suite im Essex House am Central Park. Dort flaniert sie mit Dany Robin an der Fifth Avenue, geht mit ihr in Musicals und in die Metropolitan Opera. Hitchcock, der ihr die Karten für die „Met“ besorgt, sie zum Essen einlädt und ihr selbst die Getränke mixt, erweist sich als Gourmet. Als sie ihn in seinem Haus in Bel-Air besucht und bei dieser Gelegenheit seine Frau Alma und die beiden Terrier Black und White kennen lernt, ist sie von seinem immensen Weinkeller beeindruckt.

Airport_Topaz_Alfred_Hitchcock_Subor_Claude_Jade_Stafford_Robin

Cubans_Topaz_Claude_Jade_Michel_Subor_Alfed_Hitchcock_1969In New York dreht sie unter anderem jene Szene, in der Alfred Hitchcock seinen obligatorischen Kurzauftritt absolviert. Bevor Michèle auf dem aufwendig nachgestalteten Flughafen La Guardia ihre Eltern begrüßt, wird Hitchcock in einem Rollstuhl durchs Bild geschoben, aus dem er plötzlich aufsteht, um einem Mann die Hand zu schütteln. Claude Jades Michèle hat hier ihren ersten Auftritt, wird für ihre Frisur von den Eltern gelobt; ihr Gatte ob des Vorschlags, sie zu abzuschneiden getadelt. (Das übernimmt später – aus Versehen – Star-Hairdresser Nellie Manley)
Michèles Freude auf fünf Tage New York ist nach den ersten Minuten voller grauer Männer von erfrischender Naivität, denn alles ist „marvelous“: das Hotel, der Job ihres Mannes bei der UNO, seine Skizzen von den Delegierten. Michèle gibt zudem einen ironischen Kommentar zum weiteren Verlauf der Handlung, die sich der Kuba-Krise widmet. In ihrer Vorfreude auf den Besuch der UNO und auf die vielen Repräsentanten schwärmt sie: „Oh, I love the Cubans. They are so wild !”

Michel Le Royer, Claude Jade und Jean-Claude Dauphin im Elysée Club

Michel Le Royer, Claude Jade und Jean-Claude Dauphin im Elysée Club

Während eines dreiwöchigen Aufenthaltes in Paris – sie dreht parallel die Miniserie „Mauregard“, in der auch Michel Subor eine Rolle übernommen hat –  trifft sie sich mit ihrem ehemaligen Lehrer Jean-Laurent Cochet und lernt einen seiner neuen Schüler kennen, der gerade an der Seite von Ulla Jacobsson und Philippe Noiret die Titelrolle in Bernard Toublanc-Michels Film „Adolphe“ Film spielt: Jean-Claude Dauphin.
Er ist der Sohn des Schauspielerpaares Claude Dauphin und Maria Mauban. Die beiden verstehen sich gut, Claude Jade findet ihn „intelligent und drollig“. Sie beginnen eine Romanze und wirken mit ihrem klaren Teint und der zierlichen Figur wie Bruder und Schwester. Beide werden kurz nach „Topas“ ein Liebespaar spielen: In „Le témoin – Der Zeuge“ verlässt Claude ihren Jean-Claude – vorübergehend – für einen sie faszinierenden Mordverdächtigen.

Topaz_2_Claude_Jade_Alfred_Hitchcock_Michele_PicardAuf der zweiten Reise nach Amerika, kurz vor Weihnachten, darf die 21jährige Annie Jorré die minderjährige Claude als „Anstandsdame“ für zweieinhalb Monate nach Amerika begleiten. Die beiden bewohnen nun eine Suite am Sunset Boulevard. Claude muss an ihren Drehtagen bereits Before Sunrise ins Studio. In Bruno Villiens Buch „Hitchcock“ erinnert sie sich an die aufwändige Hollywood-Prozedur der Maquillage: „Jeden Morgen um sechs Uhr wurde ich mit einer Limousine abgeholt.  Ich verbrachte dann zwei Stunden in der Maske, bis ich aussah wie eine echte Amerikanerin mit falschen Wimpern.“ Kevin Thomas von der „Los Angeles Times“ fällt das nicht auf, als er vom Set berichtet: „Plötzlich erscheint Miss Jade in einem schlichten beigen Kleid. Ihr exquisiter Teint erfordert überhaupt kein Make-up!“

Claude_Jade_and_Michel_Subor_in_Topaz_Alfred_HitchcockIhre Coiffeuse Nellie Manley, eine ältere Dame von 73 Jahren, die auch mehrfach Marlene Dietrich frisiert hat und oft davon berichtet, verwandelt den Pferdeschwanz, der in Paris bei „Carita“ in Schwung gebracht wurde, mit Brenneisen und Lack von einem „queue-de-cheval“ in einen „queue-de-cochon“, den Claude schrecklich findet. Manleys Frisuren etwa in „Vertigo“ oder „Breakfast at Tiffany’s“ sind legendär, doch der Unfall mit Claude Jades Pferdeschwanz in „Topas“ ist auch nicht zu übersehen: Zwischen der Entdeckung des Toten und der anschließenden Ankunft bei ihrer Mutter hat ihre Haarlänge deutlich eingebüßt.
Dennoch mag sie die Frisörin; Dany Robin hat weniger für sie übrig, denn Nellie Manley fertigt für die Kurzhaarige jene scheußlichen Perücken,  die  sie den  ganzen  Film  über wie eine Puppe aussehen lassen.

End_of_Topaz_Hitchcock_Stafford_Claude_Jade_Dany_RobinDie Dreharbeiten sind zäh. Hatte Claude Jade bei Truffaut täglich vier Minuten im Kasten, stellt Hitchcock am Tag höchstens eine Minute fertig. Lange Wartezeiten, während ein Lichtdouble in den Scheinwerfern steht. Besonders merkwürdig empfindet Claude Jade die dauernde Anwesenheit eines amerikanischen Kameramannes, der vom Studio dafür bezahlt wird, nichts zu tun. Der Grund: Hitchcock hat für „Topas“ einen englischen Kameramann, Jack Hildyard, verpflichtet. Das Syndikat schreibt jedoch die Anwesenheit eines Amerikaners vor!

Dem Journalisten Henri Rode sagt sie: „Hollywood erscheint mir eher zeremoniell; es gibt hier überhaupt nicht die freundschaftliche Atmosphäre, der man an den Pariser Sets und bei Truffaut im Besonderen begegnet. Improvisationen haben hier die störende Bedeutung unliebsamer Unterbrechungen.“

Claude_Jade_Alfred_Hitchcock_AmisVon Rode befragt, ob Hitchcock seine Schauspieler quäle, sagt sie: „Seinem Ruf nach wusste ich, dass Hitch ein außergewöhnlicher Mann ist [sie sagt nicht ,ein Typ‘]. Er ist natürlich sehr anspruchsvoll, aber er weiß auch genau, was er von den Schauspielern will und besonders von den von ihnen dargestellten Charakteren. Nein, er quält seine Schauspieler nicht.  Aber man hat sehr wenig Freiheit mit ihm. Allerdings akzeptiert er den ,ersten Wurf’, wenn er in seinem Sinne gelingt. Er ist wirklich der Meister. Am Set kann man eine Fliege hören. Sogar der erste Assistent zittert, wenn er das Wort an ihn richtet. Die französischen Schauspieler, die mit diesen Konventionen nicht übereinkommen, waren mit ihm schließlich direkter. Ich glaube, dass es Hitchcock amüsiert, mit den Amerikanern ein wenig seine Nummer zu machen.“

Die Drehpausen mit dem Meister sind amüsant wie die Limericks Hitchcocks. Er findet Gefallen daran, der Zwanzigjährigen anzügliche Dichtungen wie folgende vorzutragen:

“There was a young Lady of Hongar,
Who had an affair with a congar.
How is it like?
It’s like a man,
But just a little longer.”

Oder jene

Alfred_Hitchcock_Claude_Jade_Robin_Topaz“There was a young Lady called Flynn,
Who thought fornication a sin;
But when she was tight
She thought it’s all right,
So everyone filled her with gin”

 Dabei schaut er ihr fest in die Augen – nur um ihre Reaktion zu sehen. Wenn er mit ihr in einem Fahrstuhl steht und andere Leute hinzusteigen, bereitet es ihm Spaß, plötzlich gruselige Geschichten zu erzählen. Er genießt es auch, „Grace Kellys Nachfolgerin“ für Pressefotos in die Hand zu beißen.
„Sie hat noch nicht so viele Erfahrungen, aber sie ist immer bezaubernd“, äußerst  sich Hitchcock gegenüber Kevin Thomas von der Los Angeles Times.

Claude_Jade_Topaz_Rear_Window_Alfred_Hitchcock

Dany_Robin_and_Claude_Jade_in_Topaz_Alfred_HitchcockFür die Szene, in der sich die weinende Michèle beim Blick aus Jarrés Fenster so sehr um ihren verschwundenen Mann sorgt, dass sie nicht nur fast ohnmächtig wird sondern sich beinahe übergibt, empfiehlt Hitchcock der „Unerfahrenen“ eine rein technische Lösung: Sie soll Eiswürfel im Mund schmelzen lassen. War bisher Truffauts Sensibilität Garant für ihre Leistungsfähigkeit, so erweist sich Hitchcock als purer Techniker. Claude Jade erinnert sich später in dem Buch „Frenchie goes to Hollywood“, dass sie in in der Ausführung der technischen Anweisung blockiert war und die Szene zehn Jahre später hätte besser spielen können.

Claude_Jade_crying_Topaz_Alfred_Hitchcock

What_you_mean_not_bleeding_Topaz_Hitchcock_Claude_Jade_Michel_Subor

Stars_Hitchcock_Claude_Jade_Michel_Subor_Topaz

Topaz_Frederick_Stafford_Claude_Jade_Alfred_Hitchcock_movieAls Claude Jade zur Premiere des Universal-Films „Isadora“ eingeladen wird, sucht ihr das Studio einen Begleiter aus, Shelly Novack, einen Football-Spieler, der gerade mit einer Episodenrolle in der TV-Serie „The Outsider“ seine Schauspielkarriere begonnen hatte. Zwei Tage später erfährt sie  aus dem „Hollywood Reporter“, dass sie und Novack ein Paar seien. So lächerlich diese Meldung auch erscheint: Claude Jade erfährt, dass in Hollywood Leute dafür zahlen oder bezahlt werden, um „in der Öffentlichkeit zu sein“ und findet dieses Gehabe abstoßend.

 robes_Pierre_Balmain_Claude_Jade_Topaz_Hitchcock

Salon_Claude_Jade_Frederick_Stafford_Topaz_HitchcockWenn sie mit Dany Robin ausgeht, nimmt Claude Jade ein wenig die Stelle ihrer 18jährigen Tochter Frédérique ein, die der Schauspielerin zur Zeit etwas fehlt. Dany Robin befindet sich gerade in Scheidung mit Kollege Georges Marchal (der Buñuel-Star wird zehn Jahre später Claude Jades Vater in „Die Insel der dreißig Tode“ spielen). Als ein Kellner in einem Restaurant Claude Jades Ausweis verlangt und der Zwanzigjährigen den Cocos-Cocktail verweigert, darf sie hinter dessen Rücken den ihrer Kollegin probieren. Anderen „Verführungen“ Hollywoods widersteht sie. In einem Interview für Cinémonde mit Henri Rode nach ihren Erfahrungen mit den Lastern Hollywoods befragt, gibt sie eine Antwort, der Rode „eine reine und direkte Seele, die sich nicht als juveniler Zensor von Schwächen aufspielt“ attestiert: „Ich muss sagen, dass man am Sunset Boulevard einer Vielzahl exzentrischer Leute begegnet. Ich fühlte, dass die Droge bei ihnen eine wichtige Stelle einnahm, eine mir fremde Sache… Als ich mit Dany Robin der Einladung eines Herrn gefolgt bin, hat er uns – ganz natürlich – von seinen Marihuana-Zigaretten angeboten. Ich habe nicht akzeptiert, das ist alles!“

Claude_Jade_and_Dany_Robin_Topaz_Hitchcock

Dany Robin und Claude unternehmen mit Annie, Dany Robins Sohn Robin und Omar Sharifs Sohn Tarek einen Neujahrsausflug in Sharifs Villa, wo sie mit Sharif, Barbara Parkins, Jacques Demy, Agnès Varda, Michel Legrand, Dany Saval, Maurice Jarre, Philippe Noiret, Monique Chaumette, Michel Subor, Frederick Stafford und Marianne Hold feiern. Die Feten mit den „Erwachsenen“ begeistern Claude ebenso wie die Frisur, die Nellie Manley ihrer Schwester spendiert. Ein schönes Souvenir für die beiden Jorré-Schwestern aus Dijon.

Claude Jade wird nicht nach Hollywood zurückkehren. Das finanzielle Desaster der Universal, die 7000 Mitarbeiter entlassen wird, annuliert die nichtexklusiven Kontrakte seiner Jungstars. Neben Claude Jade betrifft diese Vertragskündigung unter anderem auch Joanna Shimkus, Tina Aumont und Katharine Ross, die Heldin aus der „Reifeprüfung“.
Stafford_Frederick_Topaz_Claude_Jade_HitchcockFür Dany Robin bleibt „Topas“ der letzte Film. Claude Jade wird kurz darauf von ihrer Filmmutter nach  London eingeladen, wo Robin am 23. November den Produzenten und Agenten Michael Sullivan heiratet. Robin und Sullivan sterben 1995 bei einem Wohnungsbrand in Paris.  Ihren Filmvater Frederick Stafford trifft Claude Jade 1973 beim Dreh zum Krimi „La ragazza di via Condotti“ wieder: Als Fotografin Tiffany unterstützt sie ihn bei einer Mordermittlung und erinnert in ihrer unerfüllten Liebe zu Staffords Privatdetektiv Sandro ein wenig an eine ältere „co-starring“-Hitchcock-Heldin, Barbara Bel Geddes‘ Midge in „Vertigo“.

Grand_Hotel_Claude_Jade_Grace_Kelly_Alfred_Hitchcock_BlondeHollywood_Claude_Jade_Topaz_Alfred_HitchcockZurück in Europa, wird sie nach Monaco eingeladen, wo sie Grace Kelly alias Fürstin Grace Patricia Rainier trifft und ihr im Beisein der Presse ein „Bonjour d’Alfred“ ausrichtet.

Claude Jade verbringt hernach einige Tage im Fürstentum. Das bunte italienische Drecksblatt „Grand Hotel“ titelt  mit dem Bild „Grace gedemütigt“, auf dem la Principessa missgünstig die Augenbrauen hinaufschraubt und giftig auf die junge „Thronfolgerin“ Claude Jade blickt.

Das Blatt erfindet eine erwünschte Rückkehr der Fürstin auf die Leinwand, doch Hitchcock habe eine jüngere bevorzugt, die seinem einstigen Star verblüffend ähnelte. So sehr, dass „Grand Hotel“ eine stolze Claude Jade mit törichtem  Prinzessinnendutt auf den Titel bringt. Der Unsinn gipfelt darin, dass Grace Kelly nach dieser Besetzung bestimmt nicht mehr zum Kino zurückkehren werde.

Ein Schundblatt erklärt Claude Jade als Grund für Grace Kellys Rücktritt vom Filmgeschäft. Auf anderen bunten Seiten zoffen sich Jackie Onassis und Maria Callas.

Ein Schundblatt erklärt Claude Jade als Grund für Grace Kellys Rücktritt vom Filmgeschäft. Auf anderen bunten Seiten zoffen sich Jackie Onassis und Maria Callas.

Claude reist weiter nach Australien, wo sie „Baisers volés“ präsentiert.  Von dieser Reise bleibt ihr zur Erinnerung auch ein Brief Alfred Hitchcocks: „Dear Claude, …did you jump into a kangaroo’s pouch and have a ride around the city? If you did, you must have had a very bumpy ride. Love, Hitch”.

Anhang: Artikel in „Look“ und „Los Angeles Times“

Look_Article_Claude_Jade_Alfred_Hitchcock

calendar_los_angeles_times_Claude_Jade_Alfred_Hitchcock_topaz

Francaise_a_Hollywood_Claude_Jade_Topaz_Etau_Hitchcock

Topaz_Alfred_Hitchcock_Poster_Frederick_Stafford_Dany_Robin_Claude_Jade_Karin_Dor

Claude Jade und Frederick Stafford in Alfred Hitchcocks "Topas"

Claude Jade und Frederick Stafford in Alfred Hitchcocks „Topas“

2 Kommentare zu “Topaz – Alfred Hitchcock

  1. Pingback: Topaz mit Link in Filmographie | Claude Jade

  2. Vielen Dank lieber Verfasser für die zahlreichen Informationen. Für meine wissenschaftliche Arbeit im Bachelor Studiengang der Medienwissenschaften,Braunschweig/ San Diego USA, würde ich mich sehr gerne auf Ihre Aussagen beziehen. Wer verbirgt sich hier als Autor? Besten Dank und freundliche Grüße, Paula Gauss

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s