Lenin in Paris

Lenin_in_Paris_film_Yutkevich_Claude_JadeLenin in Paris
Ленин в Париже / Lenin w Parishe / Lénine à Paris
UdSSR 1980/81  Regie: Sergej Jutkewitsch, Drehbuch: Jewgenij Gabrilowitsch, Sergej Jutkewitsch  Kamera: Nikolai Nemoljajew Montage: L. Knjasewa, E. Galkina Musik: Grigori Frid, Dirigent: Emin Chatschaturjan Ausstattung: Ljudmila Kusakowa, Kostüm: S. Baschlikowa, 1. Regieassistent: Alexander Pogosjan, Produktionsleitung: Erik Waisberg. Produktion: Mosfilm. Länge: 106 Min.
D: Juri Kajurow (Lenin), Claude Jade (Inès Armand), Wladimir Antonik (Trofimow), Walentina Swetlowa (Nadeshda Krupskaja), Boris Iwanow (Shitomirski), Pawel Kadotschnikow (Paul Lafargue), Antonina Maksimowa (Laura Lafargue), Albert Filosow (Anarchist), Galina Beljajewa (Studentin), Sergej Posharski (Montéhus), Jelena Korenewa (Sängerin), Anatoli Adoskin (Agitator), Vitali Schapowalow (Seemann) , Sergej Prochanow (Hoteldiener), Wladimir Anisko, Oleg Below, Anatoli Golik, Oleg Fedorow, Anatoli Igolin, Igor Schpagin, Leonid Trutnew, Grigori Malikow, Nikolai Malikow,  Anatoli Nemow, W. Gonscharow, M. Kislow, J. Mauclair, P. Préjean  u.a.
Deutsche Erstausstrahlung: 22.4.1982 DDR II

Paris 1911. Im Vorort Longjumeau hat Lenin gemeinsam mit Inès Armand die erste bloschewistische Parteischule gegründet. Der junge Arbeiter Alexander Trofimow kommt nach Paris, um Lenin zu treffen. In dessen Wohnung begegnet er Inès Armand und verliebt sich in sie.  Zur gleichen Zeit wählen in Draveil der Sozialist Paul Lafargue und seine Frau Laura den Freitod. In seinem wissenschaftlich-utopischen Film verknüpft Sergej Jutkewitsch historische Ereignisse verschiedener Epochen zu einer Collage.

Claude_Jade_Lenin_in_ParisBeim Festival des russischen Films in Honfleur im November 2009 laufen vier Filme als Beispiele russischer Filme mit französischen Stars: „Syuzhet dlya nebolshogo rasskaza“ mit Marina Vlady, „Navodneniye“ mit Isabelle Huppert, „Zavist bogov“ mit Gérard Depardieu und „Lenin v Parizhe“ mit Claude Jade.

Der russische Altmeister Sergej Jutkewitsch erfährt, dass Claude Jade, die gerade „Teheran 43“ dreht hat, in Moskau lebt und möchte sie für seinen Film „Lenin v Parizhe“ (Lenin in Paris) engagieren. Neben der Truffaut-Trilogie kennt er sie auch aus Avertys „Sommernachtstraum“. Jutkewitsch, der bereits Marina Vlady für „Sujet für eine Kurzgeschichte“ 1969 in Moskauer Ateliers geholt hatte, spricht in seinem harten russischen Akzent perfekt französisch. In seiner Wohnung, wo Claude Jade ihm das erste Mal begegnet, hängen Werke von Léger, Picasso und Cocteau. Jutkewitsch, der mit beträchtlicher Stilsicherheit Filmgeschichte schrieb und wiederholt den Regiepreis von Cannes erhalten hat, bietet ihr die Rolle der Inès Armand an.

Lenin_in_Paris_Claude_Jade_Inessa_ArmandJene „Inessa“, eine in Moskau aufgewachsene Französin, die nach politischen Aktivitäten 1909 in die Verbannung geschickt wurde und von dort nach Paris floh, war die langjährige Geliebte Lenins und bereitete mit ihm die Oktoberrevolution vor. „Lenin in Paris“ schildert die erste Begegnung der beiden. Bevor sie die Rolle annimmt, bespricht sich Claude Jade mit dem französischen Botschafter in Moskau. War Hitchcocks „Topaz“ ein Film mit antisowjetischer Tendenz, stand jetzt ein Film an, der dem Begründer der Sowjetunion ein Denkmal setzt. Ehemann Bernards Bemerkung, dass sie nun in einem Lenin-Film spiele und deshalb „an allen Krippen esse“ und „ihre Weste umdrehe“, entgegnet sie, dass sie es sich als Schauspielerin nicht ausgesucht habe, hinter dem eisernen Vorhang zu leben. Seine Exzellenz der Botschafter, der Jutkewitsch kennt und bewundert, hat keinen Einwand gegen den Film und ihre Mitarbeit daran. Truffaut sendet ihr zu jenem Zeitpunkt ein Buch über sich aus der Reihe „L’Age d’homme“ mit der Widmung: „Für die köstliche Madame Doinel, Botschafterin des Charmes im Land des Messers zwischen den Zähnen. Mit all meiner Zuneigung, françois.“  Später wird ihr auch Jutkewitsch ein ihm gewidmetes Buch aus der selben Reihe senden und ihr schreiben: „Für eine sehr große Schauspielerin, Claude Jade, mit Bewunderung, sehr freundschaftlich Sergej Jutkewitsch. Paris-Moskau 1980“.

Inessa Armand (Claude Jade) und Sascha Trofimov (Vladimir Antonik)

Inessa Armand (Claude Jade) und Sascha Trofimov (Vladimir Antonik)

In Jutkewitschs Film ist Inès Armand nicht die Geliebte Lenins – diesem Kapitel widmet sich erst zehn Jahre später Damiano Damianis „Der Zug“, in dem Ben Kingsley und Dominique Sanda das Paar spielen. Die Zensoren lehnten Jutkewitschs Entwurf ab, denn die Liebe Lenins und Inessas durfte zu jener Zeit nicht gezeigt werden: Der große Revolutionsführer als Ehebrecher!
Der Leitfaden des Films gehört der aufkeimenden Liebe zwischen Inès Armand und dem jungen Bolschewiken Alexander  Trofimov (Wladimir Antonik). Inessa aber, eine erfahrene Kämpferin der Revolution, verzichtet auf Trofimov und bringt ihn zurück auf den Weg der proletarischen Askese, in der er schließlich beim Aufstand von Kronstadt fällt.

Lenin_in_Paris_Vladimir_Antonik_Claude_JadeHotel_Lenin_in_Paris_Claude_JadeBereits zu Beginn ist der junge Arbeiter hingerissen von Inessa, die er in Lenins Wohnung in der rue Marie-Rose antrifft, wo er hoffte, dem Revolutionär zu begegnen. Der schüchterne Trofimov wird von Inessas Offenheit und Elan überrumpelt. Mit so einem Hut könne er sich in Paris, wo zaristische Agenten unterwegs sind, nicht sehen lassen.
attentat_Lenin_in_Paris_Vladimir_Antonik_Claude_JadeNachdem sie in Windeseile Lenins Post sortiert hat, bittet sie ihn freundlich doch bestimmt, sie zu einem Hutverkäufer zu begleiten. Das Paris in den Mosfilmstudios, das Claude Jade und Wladimir Antonik nun durchschreiten, ist mit von Jean Cocteau designten Plakaten der Ballettruppe Diaghilevs ausgekleidet.
Inessa schwärmt von Lucien Guitry in Edmond Rostands neuem Stück „Chanteclair“, für dessen Premiere gerade Plakate durch die Straßen getragen werden. In dieses Idyll fallen Schüsse. Inessa und Trofimow sehen Männer in schwarz mit Geldkoffern aus einer Bank fliehen und ihre Verfolger niederschießen. Was Trofimov für Revolutionäre hält, sind nach Inessas Erklärung Anarchisten aus dem Kreise der Bonnot-Bande.

Lenin_in_Paris_Claude_JadeIn einer anrührenden Szene unterrichtet Inessa am Montmartre den jungen Mann in Französisch: le pain=chleb (Brot), lapin=krolik (Hase)… Während sie ein Zuckerstück zwischen die Finger nimmt und „le sucre“ als „sachar“ (Zucker)  übesetzt, denkt Trofimov daran, ein Gedicht auf  Inessa zu schreiben. Dass sie in Paris geboren wurde, nach dem Tod des Vaters mit einer Tante nach Moskau ging, dort den Fabrikantensohn Armand heiratete und sich dann in dessen jüngeren Bruder verliebte, interessiert ihn weitaus mehr als ihre Reden über Ilyin, wie sie Lenin zärtlich nennt. Als er noch mehr über ihr Privatleben wissen will, unterbricht sie ihn und fährt fort mit dem Französischunterricht. Claude Jade spielt die Inessa hier mit großem Enthusiasmus, der erst bricht, als Trofimov zuviel von ihrem Leben wissen will. Hier gelang Jutkewitsch eine feine Finte gegen die Zensoren.

Dianthus_Lenin_in_Paris_Claude_JadeAls eine alte Frau an den Tisch humpelt, um Nelken zu verkaufen, kramt Trofimov nach seinem Francs, doch Inessa kommt ihm zuvor. Trofimov schätzt das Alter der Blumenverkäuferin auf hundert, doch Inessa weiß es besser: „Du liegst falsch, Mademoiselle Mireille ist ist nicht älter als fünfzig.“ Inessa entführt ihn in die Jugend der Mademoiselle, als diese 1871 in der Pariser Kommune kämpfte und seit einem Schuss durch die Versailles-Soldaten hinkt; bei Jutkewitsch reisen die Figuren unentwegt durch die Zeit.
Dass nur eine einzige der sonst roten Nelken, die Mireille verkauft, eine weiße Blüte hat, darf  auch als Reminiszenz an den von Sergej Jutkewitsch bewunderten „Domicile conjugal“ angenommen werden, in dem zu Doinels Verwunderung immer eine einzige der rot eingefärbten Nelken ihre ursprüngliche Farbe behält.

Ines_Armand_Inessa_Claude_Jade_Lenin_in_ParisTrofimov, der zuvor mit Lenin das Wachsfigurenmuseum besucht hatte und von all den neuen Eindrücken überanstrengt ist, erleidet einen Schwächeanfall. Nach der zärtlichen Kühlung seiner Stirn mit einem feuchten Taschentuch bringt Inessa ihn in sein Hotelzimmer und sitzt fürsorglich an seinem Bett, und wenn sie durch das geöffnete Fenster die Sonne in sein Krankenzimmer lässt, ist der junge Bolschewik erneut verzaubert von ihrer Anmut. Ihr Anblick ist für ihn „erfrischend wie das Wasser, dass sie mir reichte und so strahlend wie die Sonne, die sie hereinließ“. Doch die angebetete Revolutionärin sieht sich als seine Lehrerin, die ihn in den Theorien Lenins unterrichtet. Was den anderen Exilrussen die Parteischule im Pariser Vorort Longjumeau, ist für Sascha Trofimov sein Krankenlager im Hotel „Mimi“.

Trofimow: “Inessa fühlte sich in diesem Cabaret wohl wie ein Fisch im Wasser”. Claude Jade, Wladimir Antonik, hinten: Juri Kajurow und Walentina Swetlowa

Trofimow: “Inessa fühlte sich in diesem Cabaret wohl wie ein Fisch im Wasser”. Claude Jade, Wladimir Antonik, hinten: Juri Kajurow und Walentina Swetlowa

Claude Jade, Vladimir Antonik, Valentina Svetlova

Claude Jade, Vladimir Antonik, Valentina Svetlova

Auch um seine kulturelle Bildung bestrebt, nimmt Inessa ihn mit in ein Theater an der Avenue de Clichy, an dem der Chansonnier Gaston Montéhus auftritt.  Inessa übersetzt die Lieder und stimmt gemeinsam mit Lenin und Nadeshda Krupskaja enthusiastisch in Monthéhus Chanson „La Gloire au 17ème“ ein, dabei unentwegt wechselnd in das Dolmetschen der Zeilen des Liedes für Sascha Trofimov.

An einem Novembermorgen nach einer unruhigen Nacht, in der Trofimow seinen eigenen Tod bei der Stürmung von Kronstadt vorausgeträumt hat, öffnet Inessa  vertraut die Fensterläden und ruft ihn erstmals sanft bei seinem Vornamen: „Sascha“. Inessa berichtet ihm vom gemeinsamen Selbstmord des Sozialisten-Paares Paul und Laura Lafargue und nimmt ihn mit zu deren von 15.000 Menschen begleiteten Beisetzung auf dem Père Lachaise, wo Lenin eine von ihr ins Französische übersetzte Rede hält.

Place_du_Tertre_Claude_Jade_Ines_Armand_Lenin_in_ParisGegen Ende des Films sitzen Inessa und Sascha erneut vor dem kleinen Café an der Place du Tertre.  Die Bäume haben ihre Blätter verloren und in der Abenddämmerung fragt Inessa ihren Schüler, weshalb er so still sei. Er empört sich kleinlaut, das sei er nicht. Als sie ihn bittet, über Politik zu reden, hört er sich plötzlich selbst laut die Worte auf Französisch sagen, die ihm im Russischen so schwierig erscheinen:  „Je vous aime…“   Es sprudelt aus ihm heraus: „Ja, ja, ich liebe Sie. Ich kann ohne Sie nicht mehr leben! Ich weiß, es ist schwer, dies jetzt zu sagen, bevor ich gehe. Ach, zum Teufel, wir werden uns in Russland wiedersehen, werden wir? Und wir werden heiraten, werden wir?“  Inessa, von der vor dem Geständnis ein Scherenschnitt angefertigt wurde, ist außer Stande, diese Liebe zu erwidern, erhebt sich erschüttert. Die schmerzliche Einsicht auf Claude Jades Halbprofil, umweht von den Federn eines Hutes wie von Herbstlaub und von der sehnsuchtsvollen Musik Grigori Frids, bietet den Zensoren zum Trotz die betörende Anziehungskraft Inessas auf Lenins „Stellvertreter“. Und zurück bleibt auf dem Tisch am Montmartre der Scherenschnitt Inessas.

Sergei Yutkevich Claude Jade Lenin in Paris

Sergej Jutkwitsch bei Dreharbeiten mit Claude Jade: “eine sehr große Schauspielerin”

An der Sacré-Coeur reden sie ein letztes Mal. „Hören Sie, Sascha, als Lehrerin bin ich froh über die Fortschritte, die Sie in Französisch gemacht haben. Aber lassen Sie uns vergessen, was Sie gesagt haben. Wir werden unsere Gedanken über unsere Gefühle setzen.“ Als er protestiert, er sei nicht nur Kämpfer sondern auch Mensch und verliebt, unterbricht sie ihn: sie würden im Kampf für ihre Idee Freunde brauchen und deshalb Freunde bleiben.  In einer Einblendung verrät eine Tafel, dass sie sich nie wiedersehen. Jutkewitsch lässt seinen fiktiven Helden im Kugelhagel sterben, ein halbes Jahr nach dem Tod der realen und erst 46jährigen Inès Armand, die sich bei einem Aufenthalt im Kaukasus an der Cholera infiziert hatte.

Sergei_Yutkevich_Lenin_in_Paris_Claude_Jade_Vladimir_Antonik„Lenin in Paris“ ist kein reiner Historienfilm. Er verknüpft in ästhetischem Eklektizismus und in experimenteller Vielfalt Vergangenheit und Gegenwart als poetische Zeitreise. Inessa führt in die Jugend der  Nelkenverkäuferin, Lehrer und Schüler von Longjumeau begegnen den Kommunarden der Französischen Revolution und im nächsten Augenblick streiten sie mit heutigen Linksextremisten, die T-Shirts und Jeans tragen. Sergej Jutkewitsch, der Stilmittel des Stummfilms, der Collage, der Dokumentation, des Grand Guignol und des Slapstick verwendet,  nennt sein Werk einen „wissenschaftlich-utopischen Film“, dem auf dem Filmfest in Venedig ein Sonderpreis verliehen wird. Der amerikanische Dokumentarfilmer Carlton Moss: „Noch nie zuvor habe ich einen Film gesehen, in dem dokumentarische Genauigkeit so wie hier mit künstlerischem Elan und dem genauen Gefühl für Maß und Rhythmus verschmilzt.“

Für Wladimir Antonik bleibt Trofimov die wichtigste Filmrolle seiner Karriere. Später ist er die Synchronstimme von Arnold Schwarzenegger und von Pierce Brosnan als James-Bond.

Für Wladimir Antonik bleibt Trofimov die wichtigste Filmrolle seiner Karriere. Später ist er die Synchronstimme von Arnold Schwarzenegger und von Pierce Brosnan als James-Bond.

Die Dreharbeiten erinnern Claude Jade in ihrem Aufwand an „Topaz“ und die Mosfilm-Studios an die der Universal. Auch wenn die Stoffe ihrer Kostüme von schlechter Qualität sind, eine Art Nylon, wie sie im Westen wohl zuletzt in den 50er Jahren verwendet wurde, schneidert die Kostümbildnerin schöne Roben und superbe Hüte. In Moskau wird das Paris des Jahres 1911 nachgestaltet: Die Place du Tertre im Studio weist Fenster in russischem Stil und die Fassade eines Restaurants orthographische Fehler auf. Auch wenn es bei Mosfilm an Komfort mangelt, wird auf die gleiche Weise gearbeitet wie bei der amerikanischen Universal.
Für „Lenin in Paris“ zahlt sich der Russischunterricht, den sie in Moskau nimmt, aus. Für „Teheran 43“ wurde sie noch von Natalja Fatejewa synchronisiert. In Jutkewitschs Film spricht Claude Jade ihre Rolle auf französisch und russisch, wobei ihr die Melodie des Russischen zugänglicher ist als die des Japanischen in „Kita no misaki“.

Claude Jade 1981

Claude Jade 1981

Sergej Jutkewitsch schildert gegenüber „Iskusstvo Kino“ die Herangehensweise seiner Hauptdarstellerin an ihre Rolle: „Mit großer Ernsthaftigkeit und Leidenschaft las Claude Jade, ohne die russische Sprache zu beherrschen, alles über den Charakter ihrer Rolle. Sie besitzt die seltene Gabe der ,Erregbarkeit’, wie sie dem Theatermann Meyerhold zu eigen war.“  Das Ergebnis dieser Arbeitsweise würdigt Nina Tumanova in „Sowjetskij Ekran“ im November 1981 und greift dabei subtil die Zensur an: „Zum ersten Mal widmet sich nun ein Spielfilm der wichtigen Persönlichkeit Inessa Armands. Die französische Schauspielerin Claude Jade vermittelt und vereint in ihrer feinsinnigen Darstellung ihre Unmittelbarkeit, ihren Einklang mit der Natur, die Lebendigkeit des Geistes und das Temperament, die Breite ihrer Bildung und ihre Einstellung. Dennoch wünschte man ihrem Charakter noch weitaus mehr Umfang.“

Moscou_1980_Claude_JadeFür Verwunderung sorgt bei Claude Jade der erste Regie-Assistent Sascha, der seit Beginn für ihr Wohlbefinden zuständig und in seinem Tchaika ihr Chauffeur ist. Als sie das Team zu einer Feier in ihrer Moskauer Wohnung einlädt, müssen sich die etwa vierzig Gäste kontrollieren und identifizieren lassen. Auf Claude Jades Frage, ob das denn nötig sei, bedauert Sacha: „Es tut mir leid, ich befolge nur meine Order.“  Sie erkennt erst an diesem Abend seine wahre Rolle: Sascha musste Oberst des KGB sein. Die Gäste geben ihr zu verstehen, dass sie in seiner Anwesenheit nicht offen reden könnten, da er alle überwachte. An diesem Abend schenkt ihr Valentina Svetlova, die im Film die Krupskaja spielt, eine kleine Brosche mit dem Antlitz Christus’. Eine verstohlene Geste ohne Worte, ein wenig Freiheit im Land der Messer zwischen den Zähnen.

Einige Sequenzen aus „Lenin in Paris“ (Ленин в Париже) sind von 39:53 bis 41:19 in der Collage Claude Jade  58 ans 58 minutes zu sehen.

Lenin in Paris

Ленин в Париже, фильм (1981) режиссёр: Сергей Юткевич. В ролях: Юрий Каюров (Ленин), Клод Жад (Инесса Арманд), Владимир Антоник (Трофимов), Валентина Светлова (Крупская). / Lenin in Paris, 1981 directed by Sergei Yutkevich. Starring: Yuri Kayurov, Claude Jade, Vladimir Antonik, Valentina Svetlova.

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