Berlin: Alfred-Hitchcock-Reihe im Kino Babylon OV „Topaz“

Seit nunmehr 19 Jahren läuft in den Kinos der Director’s Cut von Alfred Hitchcocks „Topaz“.
Mit 19 Jahren, 1968 noch minderjährig, unterzeichnete Claude Jade ihren Vertrag mit Universal. Um weiter in Frankreich zu arbeiten, lehnte sie damals den exklusiven Sieben-Jahres-Vertrag ab und hatte ihren ersten Drehtag an ihrem zwanzigsten Geburtstag. Ein exzellentes Geschenk.

Claude Jade an ihrem 20. Geburtstag mit Alfred Hitchcock

Was in Deutschland im Fernsehen und auf deutscher DVD noch immer nicht möglich ist: Im Berliner Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz ist zur Zeit die 142minütige von Hitchcock favorisierte Version zu sehen.

Topaz Alfred Hitchcock Director's Cut Deutschland Berlin Kino Babylon Hitchcock-Retrospektive Hitchcock-Reihe Claude Jade Rosa-Luxemburg-Platz Juli 2018

Neben anderen Werken, siehe Link zum Kino, wird „Topaz“ (Topas) zu folgenden Terminen gezeigt: am Sonntag, 1. Juli 2018, um 20 Uhr,  am Sonntag, 8. Juli, um 22:45 und am Mittwoch, 11. Juli, um 17 Uhr.


Die um etwa 17 Minuten längere Version mit zusätzlichen alternativen Enden bereichert die komplexe Geschichte  um die Erpressung der Kuzenovs durch die CIA, einen Einblick in Nicoles Résistance-Vergangenheit, einen witzigen Kommentar Michèle Picards zu den Kubanern unter den UN-Delegierten, eine feixende Juanita, einen Versöhnungsversuch Michèles zwischen ihren Eltern und ein Cocktail bei Andrés Freund Jacques Granville.

Michel Piccoli, Claude Jade, Frederick Stafford und Dany Robin in Alfred Hitchcocks „Topaz“

Mehr zum Director’s Cut hier
und ein ausführlicher Artikel zum Film hier.

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Gabriel Gascon 1927 – 2018

Gabriel Gascon, Claude Jade und Paul Barge in „Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo“

Vor 50 Jahren war er in „Sous le signe de Monte Cristo“ Claude Jades Filmvater; nun  ist der kanadische Schauspieler Gabriel Gascon im Alter von 91 Jahren am 30. Mai in seiner Geburststadt Montréal gestorben. Gabriel Gascon wurde in seiner Heimat vor allem mit der kanadischen Fernsehserie „Les belles histoires des pays d’en-haut“ bekannt, in der er von 1956 bis 1965 den Alexis Labranche spielte.

Paul Barge, Claude Jade, Pierre Brasseur und Gabriel Gascon in „Sous le signe de Monte-Cristo“

Wie in Claude Jades Kindheit wurde auch sein Wunsch, Schauspieler zu werden, von den Eltern unterstützt. Über seinen älteren Bruder Jean Gascon kam Gabriel an das Théâtre du Nouveau monde, wo er mit seinem Bruder unter anderem in Molières „Arzt wider Willen“ spielte (links im Bild mit Monique Joly).

Doch bald wird im Québec zu klein. Er geht nach seinem Ausstieg aus der TV-Serie nach Frankreich.
Dort spielt er 1968 den Filmvater von Claude Jade in André Hunebelles „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo).

Louis (Gabriel Gascon) und seine Tochter Linda (Claude Jade) werden von Bertuccio (Paul Le Person) und Edmond Dantès (Paul Barge) gerettet.

Geld zählen vor der großen Schatzsuche. rechts im Bild: Gabriel Gascon

Claude Jade und Gabriel Gascon in „Sous le signe de Monte-Cristo“ (1968)

Gabriel Gascon vor 50 Jahren in den Armen Claude Jades

Das familiäre Idyll der Männer um Claude Jade als Linda – Paul Barge, Pierre Brasseur und Paul Le Person –  währt nicht lange. Seine Rolle als Lindas Vater Louis endet im ersten Drittel des Films: Bei der Befreiung seiner Filmtochter aus den Händen von Verbrechern kommt er ums Leben. Zuvor nimmt er Edmond Dantès (Paul Barge) das Versprechen ab, Linda niemals zu verlassen.

Gabriel Gascon auf dem italienischen Filmplakat zu „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Montecristo ’70)

Nach einigen weiteren Filmen, so in René Allios „Les Camisards“ und Alain Corneaus „Lohn der Giganten“, kehrt Gabriel Gascon in den 80er Jahren nach Kanada zurück. Seinen letzten Film dreht er 2012 mit „Mars et Avril“; in jenem Jahr dreht seine Nichte Sylvie Groulx die intime Doku über ihren Onkel, „La passion selon Gabriel“.