Bernard Coste 74

Claude Jades Ehemann Bernard Coste wird heute 74. Sie lernt ihn ein halbes Jahr nach der Trennung vom Schauspieler Michel Duchaussoy in Brasilien kennen, wo sie ihn vorerst mit einem Käse, einem Munster, zu verführen versucht.

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Claude Jade und Jean-Pierre Cassel präsentieren "Das Schiff auf der Wiese" in Brasilien.

Claude Jade und Jean-Pierre Cassel präsentieren „Das Schiff auf der Wiese“ 1971 in Brasilien.

Im September 1971 reist das „Schiff auf der Wiese“ nicht zu den Osterinseln, wie die drei Filmhelden es wollten, doch immerhin bis nach Brasilien, wo Claude Jade und Jean-Pierre Cassel den Film in São Paulo und in Rio de Janeiro als „O Barco na Relva“ präsentieren. Unter diesem Titel wird der Film im Dezember in Brasilien starten. Ebenfalls dabei: Jean-Paul Rappeneau mit seinem neuen Film „Les Mariés de l’an II“, den er ohne das inzwischen getrennte Liebespaar Claude Jade und Michel Duchaussoy gedreht hatte. Sie sollten ein temperamentvolles und inzestuöses Geschwisterpaar als Kontrast zu Marlène Jobert und Jean-Paul Belmondo spielen. Letztlich wählte Rappeneau Laura Antonelli, damals Belmondos Lebensgefährtin, und Sami Frey.

les mariés de l'an II Das Ex-Paar Claude Jade und Michel Duchaussoy (oben links) sollte ein inzestuöses Geschwisterpaar spielen.

Das Ex-Paar Claude Jade und Michel Duchaussoy (oben links) sollte ein inzestuöses Geschwisterpaar spielen.

bernard1_claude Jade avionClaude hatte sich auf der letzten Brasilienreise mit Amy Courvoisier, dem Unifrance-Repräsentanten in Lateinamerika, angefreundet. In seinem Umfeld gibt es einen sympathischen jungen Kulturattaché, den sie nun näher kennenlernen soll. Vor ihrem Abflug nach Sao Paulo erinnert sich sich an Courvoisiers Bemerkung, es gäbe in Brasilien keinen guten französischen Käse. Also besorgt sie am Flughafen Orly Munster und Baguettes, die sie in zwei großen Taschen als Mitbringsel verstaut. Eine Tasche für Amy Courvoisier und eine für seinen Freund, den Kulturattaché. Claude hat dabei ignoriert, dass die beiden in Rio leben und deshalb wie sie in São Paulo im Hotel wohnen. Es ist heiß und die Zimmer verfügen nicht über Kühlschränke. Dem Munster bekommt das tropische Klima nicht und er endet im Mülleimer. So verführt Claude, die das französische Kino in Lateinamerika repräsentiert, ihren künftigen Mann.

Bernard Coste und Claude Jade

Bernard Coste und Claude Jade

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Claude Jade in der Sonne

"Shéhérazade"

„Shéhérazade“

Acht Tage nach Claudes Abreise trifft dieser Attaché, Bernard Coste, in Paris ein und ist fest entschlossen, die junge Dame nicht durch die Finger gleiten zu lassen. Vor sechs Monaten von Michel Duchaussoy verlassen, ist sie alleinstehend. Bernard bleibt einen Monat in Paris. Sie stellt ihn ihren Eltern vor und in Vézelay wandeln beide auf den Spuren von Benjamin und Manette. Während der folgenden sieben Wochen, die Bernard in Brasilien verbringt, ist er ihr nah: Er schreibt ihr fast täglich. Zu dieser Zeit beginnen die Dreharbeiten zu „Sheherazade“. Die Ausstrahlung des Films, in dem sie auch drei Lieder aus der Feder Jacques Datins singt, kann sie nicht sehen, da sie gerade Bernard in Brasilien besucht: „France Soir“ schreibt zum Jahreswechsel, dass Claude Jade in Rio Samba tanzt.

bernard_rio-claude jade rio brasilia

bernard coste claude jade imageIn São Paulo begleitet Bernard sie zur Premiere von „O barco na relva“, dann reisen sie nach Brasilia und nach Rio de Janeiro, wo sie den 31. Dezember gemeinsam verbringen. Sie reist durch Brasilien, fühlt sich wohl in seiner Gegenwart und leidet ein wenig darunter, dass ihre große Liebe am anderen Ende der Welt zurückbleiben muss. Sie muss ihn im Januar für zwei andere Bernards verlassen, Bernard Le Coq und Bernard Fresson, ihre Filmpartner in „Les feux de la Chandeleur“. Im Februar kommt Bernard nach Dijon, wo sie sich verloben.
Sie berichtet auch François Truffaut davon. Er schreibt ihr:
„Dienstag, den 22. März 72. Meine kleine Claude, ich danke dir für deinen Brief vom Sonntag. Ja, wir werden uns bei meiner Rückkehr so um den 15. April sehen; deine Nachricht von deiner Verlobungen begeisterte mich nicht, du solltest dieses Vorhaben in Zweifel ziehen. Du bist ungeduldig in deiner Absicht, zu heiraten, um eine Frau zu werden; meine Idee ist, dass du dich bemühen solltest, erst eine Frau zu werden und danach zu heiraten, voilà. In neun von zehn Fällen in der Geschichte des Paares ist jene eine Beziehung des Kräftemessens; das sollte zwar nicht so sein, ist aber nichts anderes als das und unter diesem Gesichtspunkt eines Kräftemessens kannst du momentan noch nicht die Gewinnerin sein (und ich füge hinzu, dass sogar die Gewinnerrolle undankbar ist.)   Das, was ich dir da sage, bringt nichts, strikt gar nichts, denn wenn man das Verlangen hat, die Sachen zu machen, ganz stark und ohne Bedenken, wird man gegen jede Argumentation daran festhalten. Dies losgeworden, wünsche ich dir das Glück und einen wirklichen Erfolg im Leben zu zweit, dann im familiären, etc. […] ich umarme dich liebevoll, meine kleine Claude, françois.“

bernard_claude jade-costeAm 14. Dezember 1972 heiraten Claude und Bernard. Die Braut trägt ein kurzes Kleid von Lanvin. Sie essen im „Coupe-Chou“, das der Schauspieler Christian Azzopardi, ihr Partner in „Le crime de la rue de Chantilly“ , gerade eröffnet hat. Die Hochzeitsnacht wird alles andere als konventionell eingeläutet. Sie folgen einer Einladung zur Premiere des neuen Films von Bertolucci, dessen Titel nichts über sein Sujet verrät. Es ist der Film mit der Butter, „Der letzte Tango in Paris“!
François Truffaut sendet den frisch Vermählten ein Lied. Im ersten Teil schildert er die Liebe zum Botschaftsattaché in Brasilien, für den zweiten verwendet er bisherige Filmtitel Claudes.

bernard IMG_3269 mariage claude jade bernard coste 1972„A rio lui a souri la chance
CLAUDE JADE
A découvert les embrassades
Au théâtre de la maison de France
Et de brasilia à bahia
De samba en batida
Elle affirme en chantant
en amour il n’est pas de grade
l’important c’est d’avoir… trente ans
un jeune homme attaché d’embassade
vaut bien mieux je le prétends
qu’un ministre ventripotent.”

“tel l’oncle Benjamin
BERNARD C.
A trouvé son oiseau rare
Et le prenant par la main
Lui a volé des Baisers
Aux feux de la chandeleur
l’étau s’est refermé
sur le songe d’une nuit d’été
devant le témoin ils ont signé
le bateau l’herbe a quitté
pour les mener au domicile conjugal
leur home sweet home tropical.”

Neben Truffaut und Jean-Paul Rappeneau („… Ich bin auch besonders glücklich, da ich fühle, den Schutzgott gespielt zu haben, der eure Begegnung gesegnet hat…“) gratuliert auch Alfred Hitchcock: „Dear Claude, my warmest congratulations on your marriage, the notification of which has just reached me. Please try and be as faithful to your husband as you can. Sincerely, Hitch.”

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72 und 90

Heute ist der Geburtstag zweier Filmpartner Claude Jades, die zudem zwei acteurs fétiches von François Truffaut waren.

JEAN-PIERRE LÉAUD

art domicile conjugal claude jade jean pierre leaudJean-Pierre Léaud, der vor sechs Tagen die Palme d’or d’honneur für sein Lebenswerk erhielt und dessen Karriere untrennbar mit der von Claude Jade verbunden ist, wird heute 72.
Über einen Zeitraum von zehn Jahren waren Léaud und Claude Jade das Paar Antoine und Christine in Truffauts Filmzyklus: „Geraubte Küsse“, „Tisch und Bett“ und „Liebe auf der Flucht“. In einem Streit eröffnet Antoine Christine: „Ach noch etwas: ich habs furchtbar eilig. Ich möchte bald alt werden, damit ich mit höchstens fünf Stunden Schlaf pro Nacht auskomme.“ Herzlichen Glückwunsch zum 72.

leaudday jean pierre leaud claude jade

CHARLES DENNER

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dennerdennerCharles Denner wäre heute 90 Jahre alt geworden.
Der am 10. September 1995 verstorbene Schauspieler wurde neben seinem Frauenmörder in Chabrols „Landru“ vor allem mit drei Truffaut-Filmen berühmt, in denen er jeweils sterben musste: in „Die Braut trug schwarz“ wird er als Maler Fergus von einem Pfeil durchbohrt, den sein Modell (Jeanne Moreau) abschießt; in „Ein schönes Mädchen wie ich“ stürzt er sich auf den Vorschlag der Titelheldin Camille als katholischer Rattenbekämpfer Arthur von einem Turm zu Tode und als „Der Mann, der der Frauen liebte“ reißt sein Infusionsschlauch, als er sich aus einem Krankenbett vorbeugt, um einen Blick auf die Beine einer Krankenschwester zu werfen.

1971 dachte François Truffaut daran, Claude Jade die Rolle der Männermörderin Camille in „Ein schönes Mädchen wie ich“ zu geben. Er schrieb damals an seinen Co-Autor Jean-Loup Dabadie: „Ich halte die kleine Jade im Auge, sage ihr aber noch nichts, denn ich glaube, sie ist doch etwas zu jung.“ Truffaut besetzte später die zehn Jahre ältere Bernadette Lafont, die nun Charles Denner ins Verderben stürzte.

Claude Jade erschien Truffaut zu jung und er gab die Rolle Bernadette Lafont

Claude Jade erschien Truffaut „etwas zu jung“ und er gab die Rolle der zehn Jahre älteren Bernadette Lafont

So arbeiteten die beiden Truffaut-Stars Claude Jade und Charles Denner zehn Jahre später nur ein einziges Mal zusammen respektive gegeneinander: als gegnerische Anwälte im Gerichtssaal von Pierre Schoendoerffers „L’honneur d’un capitaine“ .

charles denner et claude jade l honneur d un capitaine 1982

Bernard Fresson 85

les baisers volés aux feux de la chandeleur: Claude Jade, Bernard Fresson

les baisers volés aux feux de la chandeleur: Claude Jade, Bernard Fresson

fressonfresson claude jade bernard fresson„Ich habe keine Lust auf diesen Marc Chandois oder Champois“, nörgelt die renitente Laura, als sie Marc Champenois vorgestellt werden soll, dem Parteifreund ihrer Mutter. Sie haben keinen guten Start, der Provinzlehrer Marc Champenois (Bernard Fresson) und die Medizinstudentin Laura Boursault (Claude Jade), die aus Paris ins winterliche Jura zu ihrer Mutter (Annie Girardot) angereist ist.
Doch schon bald wird aus ihnen, die leidenschaftlich über Politik diskutieren, ein Paar. Ihre Liebe ermutigt Mamouchka, Lauras Vater (Jean Rochefort) zurückzuerobern…

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Mamouchka (Annie Girardot) stellt Laura (Claude Jade) Marc (Bernard Fresson) vor.

Bernard Fresson, Gabriella Boccardo, Bernard Le Coq und Claude Jade

Bernard Fresson, Gabriella Boccardo, Bernard Le Coq und Claude Jade

Claude Jade und Bernard Fresson in "les feux de la Chandeleur" (Kerzenlicht)

Claude Jade und Bernard Fresson in „les feux de la Chandeleur“ (Kerzenlicht)

fresson_bernard claude jade 1972Für „Les feux de la Chandeleur“ lässt Claude Jade 1972 ihre neue Liebe, Bernard Coste, im warmen Rio de Janeiro zurück, um mit zwei anderen Bernards, Bernard Le Coq und Bernard Fresson, im kalten Jura zu drehen. Ein Teil der Besetzung hat seine Familie dabei; Girardot ihre neunjährige Tochter Guilia, der Regisseur Serge Korber seine Frau Marie-Claire und einen Sohn in Giulias Alter und Jean Rochefort wird von seiner polnischen Frau und seinen Kindern begleitet. Girardots Ehemann Renato Salvatori, der für einige Tage aus Rom anreist, lässt sich nicht anmerken, dass Annie und Bernard Fresson seit einiger Zeit eine Affaire haben.

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fresson bernard claude jade annie girardot feux de la chandeleur

Während sich im Film Laura und Marc verloben, kommt Bernard Coste im Februar nach Frankreich. Er und Claude feiern in Dijon ihre Verlobung, nur Claudes Eltern sind anwesend. Als Claude Jade und Bernard Fresson sich in Cannes als Filmverlobte präsentieren, ist „Les feux de la Chandeleur“ Frankreichs offizieller Beitrag im Wettbewerb, geht jedoch leer aus. Immerhin lobt das deutsche Filmlexikon: „Ein sensibel inszeniertes Ehedrama, psychologisch überzeugend ausgelotet und exzellent gespielt.“ Wiederentdeckt werden kann der Film, der in Deutschland zuletzt 1976 im DDR-Fernsehen als „Kerzenlicht“ lief, inzwischen auf DVD, die vor einigen Jahren in Frankreich in der Reihe „Les Classiques Français“ erschien.

Bernard Fresson, Bernard Le Coq, Gabriella Boccardo, Annie Girardot, Claude Jade

„Les feux de la Chandeleur“ war 1972 Frankreichs offizieller Beitrag in Cannes

Bernard Fresson, Gabriella Boccardo, Jean Rochefort, Claude Jade

Bernard Fresson, Gabriella Boccardo, Jean Rochefort, Claude Jade

Heute wäre Bernard Fresson, der am 20. Oktober 2002 in Orsay starb, 85 Jahre geworden.

Claude Jade, Bernard Fresson

Pierre Vernier 85

vernier pierre beau2Das Dictionnaire du cinéma lobt Pierre Vernier mit der Kurzbeschreibung „Le type d’acteur sûr et de qualité“.
Heute wird er 85.
Pierre Vernier debütierte 1950 in Yves Roberts Inszenierung von „Poof“ am Théâtre Edouard VII; 17 Jahre bevor Claude Jade dort als Schülerin Jean-Laurent Cochets auftrat.
Vernier wurde noch im selben Jahr von Chabrol für das Kino entdeckt, drehte seitdem mit Molinaro, Lelouch, Granier-Deferre, La Patellière und Ozon, doch berühmt wurde der hochgewachsene Mann mit dem liebevollen Blick aus großen Augen 1963 durch die TV-Serie „Rocambole“.

Claude Jade und Pierre Vernier in "Eugénie Grandet" (1994)

Claude Jade und Pierre Vernier in „Eugénie Grandet“ (1994)

vernier pierre claude jade eugenie grandet soir3aDas Fernsehen bot ihm auch 2009 einen seiner besten Erfolge: für die Darstellung des Charles de Gaulle in „Adieu de Gaulle, adieu“ erhält Vernier auf dem Festival von Luchon den Preis als bester Schauspieler. Im Kino nur selten in Hauptrollen zu sehen, etwa neben Jean Gabin und Liselotte Pulver in „Le jardinier d’Argenteuil“, sind es exzellente Nebenrollen, die ihn auszeichnen, so in Alain Resnais‘ „Stavisky“ und in Joseph Loseys „Mr Klein“.
Eine exzellente Ensemblerolle ist auch sein Monsieur des Grassins, den er in Jean-Daniel Verhaeghes „Eugénie Grandet“ spielt. Als Bankier von Saumur unterstützt er die Manöver seiner Frau Lucienne (Claude Jade), den gemeinsamen Sohn mit der Tochter des reichen Geizhalses Grandet (Jean Carmet in seiner letzten Rolle) zu verheiraten.

vernier pierre claude jade olivier delor eugenie grandet 1993

vernier pierre claude jade jean carmet alexandra london eugenie grandet

vernier pierre alexandra london claude jade olivier delor

vernier pierre jade claude eugenie grandet

vernier pierre vernier claude jade
Pierre Vernier und Claude Jade geben eine köstliche Interpretation des Paares aus Balzacs berühmtem Roman. Zwar gönnt ihnen die Laufzeit des Films nicht die weiteren Intrigen, die Balzac dem Paar Des Grassins in seiner „Menschlichen Komödie“ zuschrieb, doch die Ränke der beiden sind in dem mehrfach ausgezeichneten Film ein schauspielerischer Genuss.

vernier balzac eugenie grandet claude jade pierre vernier

Bon Anniversaire, Pierre Vernier.

vernier rocambole pierre vernier

10. Todestag des Schauspielers Claude Pieplu

pieplu_claude portraitHeute vor zehn Jahren starb der französische Schauspieler Claude Piéplu.

Berühmt wurde er vor allem mit seiner Stimme: er sprach im Fernsehen die Abenteuer der Shadoks.
Seine Durchschnittsfranzosen im Film haben zumeist etwas Beunruhigendes an sich; es sei denn man entledigt sich ihrer, wie es Michel Piccoli und Stéphane Audran in Claude Chabrols „Blutige Hochzeit“ mit seinem Kleinstadtbürgermeister tun.
In Erinnerung bleiben neben seinen Auftritten als Oberst in Luis Buñuels „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“  und als Kommissar in „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ auch zwei Filme mit Claude Jade.

pieplu claude claude jade pretres interdits 1973

Mit Claude Jade drehte er „Prêtres interdits“ (Der Abbé und die Liebe) und „Le Pion“ (Ein Pauker zum Verlieben). Sein Abbé Ancély in Denys de La Patellières „Prêtres interdits“ ist 1973 eine seiner besten Filmrollen: er versucht, Claude Jade ihre Liebe zum Priester Robert Hossein auszureden und kehrt dann ebenfalls der Kirche den Rücken.

pieplu claude claude jade pretres interdits 1973 film

Bei der Trauerfeier zu Ehren Piéplus in der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption nannte Claude Jade ihn einen „Bildhauer der Worte“.

Anna Gaylor 84

Anna Gaylor, Serienmutter für Claude Jade und deren vier Fernsehschwestern in Jean Dewevers „Les oiseaux rares“, wurde heute 84.

Claude Jade und Anna Gaylor in der Serie "les oiseaux rares"

Claude Jade und Anna Gaylor in der Serie „les oiseaux rares“

Die Absolventin des Conservatoire national supérieur d’art dramatique startete eine Karriere im angelsächsischen Kino, so als Partnerin Stephen Boyds in „Seven Thunders“ und neben Patrick McGoohan in „Gnadenloser Dschungel“.

Anna Gaylor in Stephen Boyd in "Seven Thunders" und mit Patrick McGoohan in "Nor the Moon by Night"

Anna Gaylor mit Stephen Boyd („Seven Thunders“) und mit Patrick McGoohan („Nor the Moon by Night“)

Anna Gaylor und Charles Denner in Alain Jessuas "La vie à l'envers" (1964)

Anna Gaylor und Charles Denner in Alain Jessuas „La vie à l’envers“ (1964)

gaylor8a anna gaylor claude jadeIn Frankreich mit der Hauptrolle neben Jean Sorel im Eifersuchtskrimi „Bittere Frucht der Liebe“ ebenfalls etabliert, arbeitet Anna Gaylor häufig unter der Regie ihres Ehemanns Alain Jessua. Dessen Drama „Das umgekehrte Leben“ wird 1964 ihr wichtigster Film. In der Folgezeit in Nebenrollen engagiert, etwa als Fabienne Guyons Mutter in Jacques Demys „Ein Zimmer in der Stadt“, dreht sie über 12o Filme für Kino und Fernsehen, zuletzt 2015 neben Sandrine Kiberlain in „Encore heureux“.

Claude Jade mit ihren Serieneltern Anna Gaylor und Guy Saint Jean

Claude Jade mit ihren Serieneltern Anna Gaylor und Guy Saint Jean

Große Popularität verdankt Anna Gaylor der 1967 gedrehten und 1969 ausgestrahlten Fernsehserie „Les oiseaux rares“, in der sie als Florence Massonneau die Mutter von fünf Töchtern spielte. Einer der seltenen Vögel, die flügge werden und für Turbulenzen in der Villa der Massonneaus sorgen, ist Sylvie, gespielt von Claude Jade. Ob es der Kauf eines Pferdes ist oder die Unterbringung desselben im Wohnzimmer: Maman muss ihr gegen den unnachgiebigen Papa (Guy Saint-Jean) beistehen. Und in der letzten der 60 Folgen darf Anna Gaylor als Mutter des Quintetts verkünden, dass sie erneut schwanger ist.

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Herzlichen Glückwunsch, Anna Gaylor.

Edouard Molinaro 88

Jacques Brel, Claude Jade und Doudou Molinaro

Jacques Brel, Claude Jade und Édouard „Doudou“ Molinaro (1928-2013)

Vor 88 Jahren wurde Édouard Molinaro geboren. Für einen seiner schönsten Filme engagierte er vor genau 45 Jahren die Neuentdeckung des Kinos, die „kleine Verlobte des französischen Films“. Doch Claude Jade lehnte die Rolle der Arabelle in „Mein Onkel Benjamin“ ab; die aus dem Kloster heimgekehrte Arzttochter erschien ihr zu brav. Sie insistierte auf die Rolle der Manette, für die Molinaro eine neue Lollobrigida im Sinne von „Fanfan la tulipe“ vor Augen hatte. Trotz oder mittels dieser Diktion wurde Manette eine ihrer besten Rollen.

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Lyne Chardonnet übernahm für Édouard Molinaro die von Claude Jade abgelehnte Rolle der Arabelle

les décolletés de Lyne et Claude

les décolletés de Lyne et Claude

Doch am Set verweigerte Claude Nacktszenen. „Claude Jade war schüchtern, sehr sehr schüchtern“, erinnerte sich Molinaro noch 2013, als er kurz vor seinem Tod die Blu-ray des Films kommentierte: „Aber es passte letztendlich zu ihrer Rolle der Verweigerin“. Claude behielt Recht, denn die Nacktheit wäre unmotiviert gewesen und sie behielt das Handtuch, das bei einer Umarmung zu Boden gleiten sollte, fest verknotet über ihrem Busen. In einer weiteren Szene trägt Claude Jade eine fast transparente Bluse. Hector de Pont-Cassé und dessen Freund Guillaume starren auf Manettes Dekolleté. Für ein Insert auf eine unter der Bluse durchscheinende Brustwarze besteht Claude Jade auf ein Double – und Molinaro engagiert ein Mannequin.

Édouard Molinaro, Claude Jade, Mon oncle Benjamin, Mein Onkel Benjamin

Édouard Molinaro und Claude Jade am Set zu „Mon oncle Benjamin“ (Mein Onkel Benjamin, 1969)

Nach dem großen Erfolg von „Mon oncle Benjamin“ wollte Molinaro erneut mit Claude Jade drehen, doch die Rolle in „Les aveux les plus doux“ lehnte sie ab, da es wieder eine Nacktszene gab. Claude Jade zu jener Zeit: „Es ist mir bereits passiert, dass ich interessante Rollen ablehnte, weil es da Szenen dieser gewissen Art gab. Ich denke, dass es Mädchen gibt, die das nicht geniert. Dann nimmt man halt sie.“

Claude Jade, Édouard Molinaro, Lyne Chardonnet und Jacques Brel

Claude Jade, Édouard Molinaro, Lyne Chardonnet und Jacques Brel

Viel zu jung starben die Darsteller Jean-Pierre Lamy (1945-1970), Lyne Chardonnet (1943-1980), Jacques Brel (1929-1978) und Claude Jade (1948-2006), Schauspieler eines Films, der nach wie vor eine Ode an das Leben ist.

Link zu Mein Onkel Benjamin

Palme d’or d’honneur 2016 für Jean-Pierre Leaud

Bei den 69. Filmfestspielen von Cannes wird der Schauspieler Jean-Pierre Léaud am 22. Mai 2016 die Ehrenpalme, die Palme d’or d’honneur, für sein Lebenswerk erhalten. Dies gab heute die Festivalleitung bekannt.

Jean-Pierre Léaud recevra la Palme d'or d'honneur au Festival de Cannes 2016; La Palme d'or d'honneur de la 69e édition du Festival de Cannes sera décernée au comédien Jean-Pierre Léaud, incarnation de la Nouvelle Vague et interprète fétiche de François Truffaut, Claude Jade sa partenaire dans trois films

In drei der wichtigsten Filme Jean-Pierre Léauds war Claude Jade zwischen 1968 und 1979 als Christine Darbon die Partnerin seines legendären Antoine Doinel: « Baisers volés », « Domicile conjugal » und « L’amour en fuite ».

Palme d'or d'honneur Cannes 2016 Jean-Pierre Léaud Claude Jade Antoine Doinel Domicile conjugal Francois Truffaut