„Home sweet Home“ im Kino

Am 13. April 2019 läuft Benoît Lamys „Home sweet Home“ (La fête à Jules) in Le Chambon-sur-Lignon in der Auvergne im Kino. Die Vorstellung beginnt um 14.45

„Wenn Sie Ihr Mousse nicht essen, verbiete ich Ihnen, die Plätze zu verlassen!“

„Home sweet Home“ schildert die Revolte in einem Brüsseler Altersheim. Vier Jahre nach dem Pariser Mai schickt der 27jährige Lamy die Alten auf die Barrikaden. Das Erstlingswerk zeigt in Verbindung von Sozialkritik und Komödie den Kampf für die Freiheit und das Recht auf Würde. Nach der Revolte wird die Despotin (Ann Petersen) fortgeschickt und das alte System wird durch ein demokratisches ersetzt. Michel Baudours Kamera bleibt immer nah an den Figuren, an jedem einzelnen Detail der Gesichter, jeder Falte, an jedem Lächeln.
Koproduzent Jacques Perrin, der neben Claude Jade als Pflegerin Claire den Sozialhelfer Jacques spielt:
„Es gibt keine schwierigen Themen. Wenn wir es schaffen, für sie die richtige Form zu finden, werden alle Filme für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt sein“.
„Home sweet Home“ erhielt insgesamt 14 internationale Auszeichnungen.

Hier der Link zum Kino:
https://www.leprogres.fr/pour-sortir/loisirs/Cinema/Diffusions-exceptionnelles/Auvergne/Haute-loire/Le-chambon-sur-lignon/2019/04/13/La-fete-a-jules

Hier der Link zum Film „Home sweet Home“ (Trautes Heim)

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Doppelrolle Lise und Laura

Seit heute in der Filmographie: Claude Jade in ihrer zweiten Doppelrolle nach „Le choix“. In „Lise et Laura“ spielt sie zwei gegensätzliche Frauen zu verschiedenen Zeiten.  Als Lise lernt sie 1938 den Aristokraten Frédéric (Bernard Malaterre) kennen und ordnet ihr Leben der Familie unter, bis sie 1942 von  der Gestapo ermordet wird. 1982 begegnet die emanzipierte Lektorin Laura dem Witwer Frédéric (nun Michel Auclair) und liest Lises Tagebücher.
Hier der Link zu Henri Helmans Film „Lise et Laura“

Le Pion – eine optimistische Fabel

Als Claude Jade das Drehbuch zu „Le Pion“ (Ein Pauker zum Verlieben) erhält, findet sie es lustig und charmant. Die Geschichte um einen Aushilfslehrer (Henri Guybet), der heimlich einen Roman schreibt und von seiner angebeteten Kollegin, dem Schulzensor und dem Literaturzirkel der Stadt belächelt wird, ist sicher naiv.
Auch dass er seine wahre Liebe (Claude Jade), seine verwitwete Nachbarin und Mutter eines seiner Schüler, erst spät erkennt, gehört zum Muster des kleinen Films. Das Menuett der 7. Klaviersinfonie von Beethoven hilft den beiden schüchternen Helden ein wenig.
Seit heute in der Filmographie: „Le Pion“.

Der Stalker

René Féret und Claude in „L’homme qui n’était pas là“

1985 dreht Claude Jade mit René Féret den Thriller „L’homme qui n’était pas là“. Ein Kameraoperateur des Teams wird  zum Stalker Claude Jades. Anonyme Briefe, Verfolgungen, Beschimpfungen und nächtlicher Telefonterror folgen. Es gibt Mitte der 80er Jahre kein Gesetz gegen Stalking und der Mann setzt sein Spiel fort. Erst im Herbst 1988, als Claude Jade mit Bruno Pradal in Nantes am Theater in „Regulus 93“ spielt und der Stalker eine makabre Meldung an Europe 1 durchgibt, kann er schließlich verhafet werden.

L'homme qui n'était pas là (1985), Regulus 93 (1988)

L’homme qui n’était pas là (1985), Regulus 93 ou La véritable histoire du citoyen Haudaudine (1988)

Mehr zu René Férets Film und dem Stalker hier: „L’homme qui n’était pas là“.

 

DVD INA „Lise et Laura“, „Une petite fille dans les tournesols“ und weitere Filme

Une petite fille dans les tournesols (1984)

„Dreh dich um, Marelle !“ In einer Höhle im Gers scheint die Suche von Marelle (Claude Jade) nach ihrem verschwundenen Mann ihr Ende zu finden. Sie begibt sich hier in ein Totenreich wie dem von Orpheus und Eurydike. Auf ihrer Suche erfährt sie, dass sie nicht die einzige ist, die Trauer zu bewältigen hat.  „Une petite fille dans les tournesols“ ist seit einigen Tagen beim Institut National d’Audiovisuel (I.N.A.) als DVD erhältlich. Bernard Fériés Film um Schmerz und Hoffnung erhielt 1985 den Prix de la Société des auteurs.

Claude Jade in „Une petite fille dans les tournesols“ (1984)

Auch „Lise et Laura“ (1982) gibt es dort seit kurzem als DVD. Claude Jade spielt eine Doppelrolle auf zwei Zeitebenen: zur Zeit des Zweiten Weltkriegs die sanfte Lise und in der Gegenwart die emanzipierte Lektorin Laura, die Lises Witwer (Michel Auclair) begegnet.

Claude Jade mit Bernard Malaterre und Michel Auclair als „Lise et Laura“

Neben diesen beiden Neuerscheinungen gibt es dort auch weitere Filme mit Claude Jade :

Da wäre zum einen Claude Jade als Helena in Jean-Christophe Avertys Shakespeare-Verfilmung „Le songe d’une nuit d’été“ (1969), ein gefeiertes TV-Ereignis, das Anfang der 70er Jahre auch wiederholt als „Ein Sommernachtstraum“ im deutschen Fernsehen lief.

Claude Jade in „Une songe d’une nuit d’été“

In der Miniserie „Mauregard“ verlobt sich die mittellose Waise Françoise (Claude Jade) im Jahr 1885 heimlich mit dem adligen Maxence (Richard Leduc) . François Truffaut, der ihr damals sagte „Mit deinen großen Augen könntest du allein die ‚zwei Waisen‘ spielen“, erschien 1968 am Drehort und machte ihr wie Maxence seiner Françoise einen Heiratsantrag.

Claude Jade und Richard Leduc in „Mauregard“

Beim I.N.A. gibt es auch Claude Jade in der Titelrolle von „Sheherazade“. Claude Jade konnte den Fernsehfilm bei seiner Erstausstrahlung zum Jahresende 1971 nicht sehen, da sie gerade mit Bernard in Rio Samba tanzte.

Pierre Michaël und Claude Jade in „Sheherazade“

Weiterhin gibt es die Machiavelli-Verfilmung „La Mandragore“ (1973): Der in die verheiratete Lucrezia (Claude Jade) verliebte Callimaco (Paul Barge) kann seine Angebetete mit der List um die Liebeswurzel Mandragola gewinnen.

Angelo Bardi und Claude Jade in „La Mandragore“

Aus der Reihe „Au théâtre ce soir“ gibt es mit Claude Jade zwei Theaterverfilmungen: In Jacques Devals „Il y a longtemps que je t’aime“ in einer Inszenierung von Raymond Gérôme finden Clarisse (Claude Jade) und Seemann Sixte (Jean Barney) in einem Antiquitätenladen zueinander. Und in „Volpone“, einer Adaption des Ben-Johnson-Stücks von Stefan Zweig und Jules Romains, gerät Claude Jade als Colomba in eine Intrige von Erbschleichern. In der Inszenierung von Claude Jades Stammregisseur Jean Meyer sind Jean Le Poulain, Francis Huster, Jacques Marin und Geneviève Fontanel mit von der Partie.

Au théâtre ce soir: Il y a longtemps que je t’aime, Volpone

Eine weitere populäre Fernsehreihe war „Un comédien lit un auteur“: in „Une histoire d’amour en Provence: Claude Jade lit Madame de Sévigné“ liest sie im Château Grignan aus dem literarischen Schatz der Briefe der berühmten Marquise.

Als Heldin des Horrorfilms „Le collectionneur de cerveaux“ kommt sie den Machenschaften des Grafen Saint Germain auf die Spur. In deutscher Synchronfassung ist der Film als „Schach dem Roboter“ bereits bei Pidax erhältlich.

Claude Jade als Heldin des Horrorfilms „Le colletionneur de cerveaux“

In „Fou comme François“ wird die Ehe von François (Michel Creton) und Luce (Claude Jade) durch den Ausstieg des Mannes in die Arbeitslosigkeit belastet.

Claude Jade und Michel Creton in „Fou comme François / L’Internement“

Im Angebot der I.N.A. sind auch zwei weitere Fernsehfilme, die bereits auf DVD erschienen sind:

Pierre Vernier und Claude Jade in „Eugénie Grandet“

In Jean-Daniel Verhaeghes Balzac-Verfilmung „Eugénie Grandet“  wollen Lucienne des Grassins (Claude Jade) und ihr Bankiersgatte (Pierre Vernier) ihren Sohn mit der Tochter (Alexandra London) eines reichen Geizhalses (Jean Carmet) verheiraten.

Im Fernsehkrimi „L’amie d’enfance“ aus der Reihe „Commissaire Moulin“ ist sie als „Die Freundin aus der Kindheit“ die Titelheldin: Isabelle Mencier (Claude Jade) hat eine Romanze mit Kommissar Jean-Paul Moulin (Yves Rénier) und unterstützt ihm bei der Jagd auf einen Mörder.

Yves Rénier und Claude Jade in „L’amie d’enfance“ aus der Reihe „Commissaire Moulin“

Die Suche nach einem Mörder beschäftigt auch Briefträger René (Alain Claessens) und dessen Freundin, die Lehrerin Solange (Claude Jade), im Krimi „La grotte aux loups“: In der titelgebenden Wolfshöhle hatte René zwei Leichen entdeckt, die kurz darauf verschwunden sind. Und nur Solange glaubt ihm.

Alain Claessens und Claude Jade in „La grotte aux loups“

Diese Fernsehfilme mit Claude Jade sind auf der Seite des Institut National d’Audiovisuel erhältlich. (Stand Oktober 2018)

1: Mauregard, Le songe d'une nuit d'été, Shéhérazade, La Mandragore, Il y a longtemps que je t'aime 2: Le collectionneur de cerveaux, Volpone, Une histoire d'amour en Provence - Claude Jade lit Madame de Sévigné, Fouc omme François, Commissaire Moulin: L'amie d'enfance, La grotte aux loups, Lise et Laura, Une petite fille dans les tournesols, Eugénie Grandet

 

Venantino Venantini 1930 – 2018

Nach einem erfolgversprechenden Start mit dem Problemfilm „Die nackte Odyssee“ wurde Venantino Venantini 1961 ein hoffnungsvoller Nachwuchsschauspieler des italienischen Kinos der 1960er Jahre. Er hatte in Paris an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris Malerei studiert und finanzierte sich seine Ausbildung mit Komparserien. In Frankreich erhält er auch seine besten Rollen. Als Pascal war Venantino Venantini einer der „Tontons flingueurs“ in Georges Lautners Krimikomödie „Mein Onkel, der Gangster“ (1963) mit Lino Ventura, Bernard Blier, Claude Rich, Sabine Sinjen und Robert Dalban. Lautner engagiert den hochgewachsenen jungen Mann mit starkem Sexappeal erneut: als Greg zwischen Mireille Darc und Françoise Prévost in „Galia“ (1965).

Siebenmal wurde Venantini von Lautner besetzt. Carol Reed gab ihm die Nebenrolle des Paris de Grassis in „Michelangelo – Inferno und Ekstase“ (1965) und er etablierte sich in harten Italowestern („Bandidos“) und Komödien (als stotternder Gangster Mickey in Gérard Ourys „Scharfe Sachen für Monsieur“).
1973 entsteht, beeinflusst von einem realen Skandal, der Krimi „Number One“. Gianni Buffardi sammelt eine kleine Schar bekannter Schauspieler, darunter Venantino Venantini, Claude Jade, Paolo Malco, Renzo Montagnani und Christea Avram, für einen konfusen Film um Gemälderaub und Menschenhandel.

Claude Jade ermittelt undercover im Umfeld des titelgebenden Nachtclubs auch gegen Venantino Venantini, für dessen Rolle der Playboy Paolo Vassallo reales Vorbild war. Für Claude Jade keine erfreulichen Dreharbeiten, die ihr ein Pseudoagent vermittelt hatte. Buffardi blieb ihr ihre Gage schuldig. Ob Venantino Ventini sein Geld erhielt, ist nicht bekannt.

Venantino Venantini, Claude Jade, Chris Avram und Gianni Buffardi bei Dreharbeiten zu „Number One“

Eine seiner schönsten späteren Rollen war 2008 eine Verbeugung vor seinem Pascal in „Les Tontons flingeurs“ in Samuel Benchetrits „J’ai rêvé toujours d’être un gangster“, nun mit Jean Rochefort, Laurent Terzieff, Jean-Pierre Kalfon und Roger Dumas als „papys flingueurs“. Am 8. Oktober 2016, Claude Jade wäre 70 geworden, verstarb  Venantino Venantini im Alter von 88 Jahren.

Berlin: Alfred-Hitchcock-Reihe im Kino Babylon OV „Topaz“

Seit nunmehr 19 Jahren läuft in den Kinos der Director’s Cut von Alfred Hitchcocks „Topaz“.
Mit 19 Jahren, 1968 noch minderjährig, unterzeichnete Claude Jade ihren Vertrag mit Universal. Um weiter in Frankreich zu arbeiten, lehnte sie damals den exklusiven Sieben-Jahres-Vertrag ab und hatte ihren ersten Drehtag an ihrem zwanzigsten Geburtstag. Ein exzellentes Geschenk.

Claude Jade an ihrem 20. Geburtstag mit Alfred Hitchcock

Was in Deutschland im Fernsehen und auf deutscher DVD noch immer nicht möglich ist: Im Berliner Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz ist zur Zeit die 142minütige von Hitchcock favorisierte Version zu sehen.

Topaz Alfred Hitchcock Director's Cut Deutschland Berlin Kino Babylon Hitchcock-Retrospektive Hitchcock-Reihe Claude Jade Rosa-Luxemburg-Platz Juli 2018

Neben anderen Werken, siehe Link zum Kino, wird „Topaz“ (Topas) zu folgenden Terminen gezeigt: am Sonntag, 1. Juli 2018, um 20 Uhr,  am Sonntag, 8. Juli, um 22:45 und am Mittwoch, 11. Juli, um 17 Uhr.


Die um etwa 17 Minuten längere Version mit zusätzlichen alternativen Enden bereichert die komplexe Geschichte  um die Erpressung der Kuzenovs durch die CIA, einen Einblick in Nicoles Résistance-Vergangenheit, einen witzigen Kommentar Michèle Picards zu den Kubanern unter den UN-Delegierten, eine feixende Juanita, einen Versöhnungsversuch Michèles zwischen ihren Eltern und ein Cocktail bei Andrés Freund Jacques Granville.

Michel Piccoli, Claude Jade, Frederick Stafford und Dany Robin in Alfred Hitchcocks „Topaz“

Mehr zum Director’s Cut hier
und ein ausführlicher Artikel zum Film hier.

Gabriel Gascon 1927 – 2018

Gabriel Gascon, Claude Jade und Paul Barge in „Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo“

Vor 50 Jahren war er in „Sous le signe de Monte Cristo“ Claude Jades Filmvater; nun  ist der kanadische Schauspieler Gabriel Gascon im Alter von 91 Jahren am 30. Mai in seiner Geburststadt Montréal gestorben. Gabriel Gascon wurde in seiner Heimat vor allem mit der kanadischen Fernsehserie „Les belles histoires des pays d’en-haut“ bekannt, in der er von 1956 bis 1965 den Alexis Labranche spielte.

Paul Barge, Claude Jade, Pierre Brasseur und Gabriel Gascon in „Sous le signe de Monte-Cristo“

Wie in Claude Jades Kindheit wurde auch sein Wunsch, Schauspieler zu werden, von den Eltern unterstützt. Über seinen älteren Bruder Jean Gascon kam Gabriel an das Théâtre du Nouveau monde, wo er mit seinem Bruder unter anderem in Molières „Arzt wider Willen“ spielte (links im Bild mit Monique Joly).

Doch bald wird im Québec zu klein. Er geht nach seinem Ausstieg aus der TV-Serie nach Frankreich.
Dort spielt er 1968 den Filmvater von Claude Jade in André Hunebelles „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo).

Louis (Gabriel Gascon) und seine Tochter Linda (Claude Jade) werden von Bertuccio (Paul Le Person) und Edmond Dantès (Paul Barge) gerettet.

Geld zählen vor der großen Schatzsuche. rechts im Bild: Gabriel Gascon

Claude Jade und Gabriel Gascon in „Sous le signe de Monte-Cristo“ (1968)

Gabriel Gascon vor 50 Jahren in den Armen Claude Jades

Das familiäre Idyll der Männer um Claude Jade als Linda – Paul Barge, Pierre Brasseur und Paul Le Person –  währt nicht lange. Seine Rolle als Lindas Vater Louis endet im ersten Drittel des Films: Bei der Befreiung seiner Filmtochter aus den Händen von Verbrechern kommt er ums Leben. Zuvor nimmt er Edmond Dantès (Paul Barge) das Versprechen ab, Linda niemals zu verlassen.

Gabriel Gascon auf dem italienischen Filmplakat zu „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Montecristo ’70)

Nach einigen weiteren Filmen, so in René Allios „Les Camisards“ und Alain Corneaus „Lohn der Giganten“, kehrt Gabriel Gascon in den 80er Jahren nach Kanada zurück. Seinen letzten Film dreht er 2012 mit „Mars et Avril“; in jenem Jahr dreht seine Nichte Sylvie Groulx die intime Doku über ihren Onkel, „La passion selon Gabriel“.

Bruno Pradal

„Mon ami, mon presque frère“ nennt Claude Jade Bruno Pradal in ihren Memoiren „Baisers envolés“.

Bruno Pradal und Claude Jade in "Une petite fille dans les tournesols"

Bruno Pradal und Claude Jade in „Une petite fille dans les tournesols“

Heute vor 26 Jahren, am 19. Mai 1992, starb der Schauspieler bei einem Autounfall. Seit dessen Filmruhm als Partner Annie Girardots in „Mourir d’aimer“ (Aus Liebe sterben) kennen sich Claude und der in Marokko aufgewachsene  Bruno von den „Wochen des französischen Films“.

Bruno Pradal mit Annie Girardot in „Aus Liebe sterben“

1978 lieh Bruno ihr seine Stimme, als Claude Jades Athene sich in „Ulysse est revenu“ in einen bärtigen Hirten verwandelte. Ihren ersten gemeinsam Film drehten sie 1983: „Une petite fille dans les tournesols“ (Ein kleines Mädchen in den Sonnenblumen).

Bruno Pradal Claude Jade "Une petite fille dans les tournesols" film 1984

Bruno Pradal und Claude Jade als Ehepaar Daniel und Marelle

Bruno Pradal hat nur wenige Auftritte als verstorbener Mann der Heldin Marelle. Bernard Fériés Drama um Trauerbewältigung führt Claude Jade in die Orpheus-Sage: Hier ist es Eurydice, die sich nicht umdrehen darf, so sehr der Tote sie auch darum anfleht.

Bruno Pradal Claude Jade "Une petite fille dans les tournesols" film 1984

Szenen mit Claude Jade und Bruno Pradal aus „Une petite fille dans les tournesols“

Etwa zur gleichen Zeit erhielt Claude Jade einen Brief von François Truffaut: „Ich habe begonnen, die andere Seite des Spiegels zu betreten; nicht im Sinne von Alice im Wunderland – vielmehr im Sinne des Orpheus in den Filmen von Cocteau… Madame la Mort reichte mir die Hand“.

Bruno Pradal und Claude Jade in „Une petite fille dans les tournesols“

Der poetische Film um Trauer und Schmerz entstand im Gers, nahe den Pyrenäen, wo Claude 1974 gemeinsam mit Ehemann Bernard und Bruno Pradal zu Jacques Chancels „Rallye des Gaves“ eingeladen war.

Zwischen den Dreharbeiten zu „Une petite fille dans les tournesols“ und dessen TV-Premiere im Dezember 1984 ist es Bruno Pradals Frau Joëlle, die Claude Jade am Morgen des 22. Oktober 1984 in Nicosia anruft und Claude im fernen Zypern vom Tod François Truffauts erfährt.

Bruno Pradal und Claude Jade

1988 ist Claude Jade in Catherine Decours‘ Stück „Regulus 93“ die berühmte Marquise Marie-Renée de Bonchamps, die von Pierre Haudaudine (Bruno Pradal) vor der Hinrichtung gerettet wird. Die Befreiung der Marquise durch Haudaudine in den Tagen der letzten Vorstellungen ist auch die Befreiung Claude Jades von ihrem jahrelangen Stalker. Er konnte endlich verhaftet werden.

Über den Terror, den auch Bruno Pradal miterlebte, als der Stalker an einen Journalisten von Europe 1 meldete, Claude und Bruno seien tot in ihren Hotelzimmern aufgefunden worden, demnächst mehr in diesem Blog.

Bruno Pradal, Yann Pradal

Mit seinem Tod hinterließ Bruno Pradal auch seine zwei Kinder aus der Ehe mit Joëlle, Tochter Lucie und Sohn Yann Pradal, der ebenfalls Schauspieler wurde.

Claude Jade: „Bruno Pradal, mon ami, mon presque frère“

Die letzte gemeinsame Arbeit von Claude Jade und Bruno Pradal ist ein Fernsehfilm von Stéphane Bertin aus der Reihe „Histoires d’amour“. Sein Titel: „L’éternité devant soi“.