Rom 1973

neuer Link in der Filmographie: Number One und La ragazza di via Condotti

Nach der Hochzeit und einem Skiurlaub fliegt Claude Jades Ehemann Bernard zurück zu seinem Posten nach Brasilien und sie selbst nach Italien: Durch die Vermittlung eines dubiosen Pseudo-Agenten dreht Claude Jade Anfang 1973 – zwischen „Home Sweet Home“ (Trautes Heim) und „Prêtres interdits“ (Der Abbé und die Liebe) – zwei Filme in Rom.

Venantino Venantini, Claude Jade, Chris Avram und Gianni Buffardi im Nachtclub „Number One“

Bei der Arbeit zum ersten, Gianni Buffardis „Number One“, fragt sie sich, was sie darin verloren hat und behält Regisseur Buffardi, einen Kumpel des Agenten, als Gauner in Erinnerung.
Der zweite, „La ragazza di via Condotti“, in dem sie unter der Regie des freundlichen Spaniers Germán Lorente vier Jahre nach Hitchcocks „Topas“ erneut mit Frederick Stafford spielte, war „glücklicherweise nicht ganz so schlimm“.

Claude Jade und Frederick Stafford in "La ragazza di via Condotti"

Claude Jade und Frederick Stafford in „La ragazza di via Condotti“

Nach Abschluss der Dreharbeiten verlässt sie Rom – wie ihre Filmrolle Tiffany – in Richtung Südamerika.

Artikel zu beiden Filmen hier:
„Number One“ und „La ragazza di via Condotti“ .

Jean-Christophe Averty 1928 – 2017

„Nach Jean-Christophe Averty können Show-Sendungen nicht mehr sein, was sie vor ihm waren. Er hat ihren Rhythmus verändert und die Ansprüche gehoben.“ (François Mauriac).
Der berühmte Téléaste Jean-Christophe Averty, der mit Surrealismus und Poesie das Fernsehen revolutionierte, ist heute im Alter von 88 Jahren verstorben.
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averty_2017-jean-christophe-averty-portrait11969, in jenem Jahr, in dem er den Grimme-Preis erhielt, erschuf der Pionier der Videokunst eine außergewöhnliche TV-Inszenierung: Shakespeares „Sommernachtstraum“.
Vor der Blue Screen Avertys agierten Claude Jade, Christine Delaroche, Jean-Claude Drouot…
Le Monde erklärt den TV-Film zum „chef-d’œuvre“ und France Soir spricht von einem epochemachenden Datum und einer Revolution in der Geschichte der Regie.
Hier → Averty 88 erinnert der Blog an den großen Künstler Averty.

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Statt Musikvideos für France Gall, Françoise Hardy, Gainsbourg, Bécaud, Hallyday ein Film mit Schauspielern

Statt Musikvideos für France Gall, Françoise Hardy, Gainsbourg, Bécaud, Hallyday und Dalida ein Film: Averty dreht 1969 mit Claude Jade, Marie Versini und Christine Delaroche „Ein Sommernachtstraum“

Lien: Jean-Christophe AVERTY

Emmanuelle Riva

Emmanuelle Riva und Claude Jade 1971

Emmanuelle Riva und Claude Jade 1971

Emmanuelle Riva in "Hiroshima mon amour" (1959) und "Liebe" (2012)

Emmanuelle Riva 1959 in „Hiroshima mon amour“ und 2012 in „Liebe“

riva-emmanuelle-couleur-actriceDiskretion und Bescheidenheit zeichneten die Schauspielerin Emmanuelle Riva aus, die gestern im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Wie Claude Jade war sie trotz ihrer Popularität und ihrer beständigen Bedeutung für die Nouvelle Vague nie ein Glamourstar.
Ihre Krebserkrankung hielt Riva geheim, wie es auch Claude Jade tat, als sie noch in voller Schönheit – 58 Jahre jung – in ihrer letzten Rolle auf der Bühne stand. Beide hatten am Ende ihres Lebens Pläne für neue Rollen.
In ihren Anfängen hatten beide die Camille in Alfred de Mussets „On ne badine pas avec l’amour“ erarbeitet: Claude mit 18 in der Klasse von Jean-Laurent Cochet, Emmanuelle mit 26 Jahren beim Vorsprechen an der Schauspielschule, wo sie von Claudes späterem Stammregisseur Jean Meyer unterrichtet wurde.
Der Musset-Titel „Mit der Liebe spaßt man nicht“ steht für die zwei wichtigsten Filme in Emmanuelle Rivas Karriere: „Hiroshima mon amour“ von Alain Resnais und „Amour“ (Liebe) von Michael Haneke.

Zwei Musen der Nouvelle Vague

Zwei Musen der Nouvelle Vague: Emmanuelle Riva und Claude Jade

riva-emmanuelle-portraitEmmanuelle Rivas Schauspielkarriere begann mit 29. Sie war 32, als sie von Resnais für „Hiroshima mon amour“ entdeckt wurde. Riva erfüllte die Rolle der Schauspielerin, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan dreht und deren Liebe zu einem japanischen Ingenieur von Kriegserfahrungen überschattet wird, mit Leben und Trauer. Riva wird unsterblich als jene Frau, die von der Erinnerung an ihre Liebe zu einem deutschen Besatzungssoldaten (Bernard Fresson) eingeholt wird – und an die Schande, als sie nach dessen Tod in Nevers als Kollaborateurin kahlgeschoren wird. Sie: „Hiroshima, das bist du.“ Er: „Und du bist Nevers. Nevers in Frankreich.“
Sie wurde weltweit für ihre Leistung gefeiert und blieb schwierigen Rollen in humanistischen Filmen verbunden. Die „Thérèse Desqueyroux“ in Georges Franjus gleichnamigem Film brachte ihr 1962 den Coppa Volpi in Venedig, doch Emmanuelle Riva betrat nie den Mainstream, erhielt im Kino nur noch Nebenrollen und drehte seit Beginn der 70er Jahre fast ausschließlich für das Fernsehen.

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Nach einer späten Nebenrolle als senile Mutter in Kieślowskis „Drei Farben: Blau“ gab ihr Michael Haneke 2012 die weibliche Hauptrolle der sterbenden Frau von Jean-Louis Trintignant in „Liebe“ (Amour). Für ihre Anne, die am Ende mit dem Kissen erstickt wird, erhielt sie neben dem César, dem Europäischen Filmpreis, dem British Academy Film Award und weiteren Auszeichnungen eine Oscar-Nominierung.  Sie ist damit die älteste Schauspielerin, die je für diesen Preis nominiert wurde. Claude Jade hatte davon geträumt, einmal „une vieille dame, ‚indigne‘ de préférence“ zu spielen. Dieser Traum hat sich für Emmanuelle Riva erfüllt. Und sie hinterlässt zwei unsentimentale Manifeste an die Liebe.

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Wie unsentimental auch ihre Gedichte sind und ihre Interpretation, zeigte Emmanuelle Riva im April 1971, als sie zusammen mit Claude Jade Stargast in Philippe Bouvards Fernsehsendung „Samedi Soir“ war. Hier zum Samstagabend als kleine Hommage an Emmanuelle Riva ein Ausschnitt aus der Sendung mit zwei gefeierten Schauspielerinnen, deren Tugenden neben großem Talent Diskretion und Bescheidenheit waren.

 

Henri Guybet 80

Gestern wurde Henri Guybet 80.

Henri Guybet mit Louis de Funès in "Les aventures de Rabbi Jacob", mit Miou-Miou und Bernard Menez in "Pas de problème" und mit Claude Jade in "Le Pion"

Henri Guybet in „Les aventures de Rabbi Jacob“, „Pas de problème“ und „Le Pion“

1968 gründet Henri Guybet mit Coluche, Romain Bouteille, Patrick Dewaere und Miou-Miou das Café de la gare. Mit der Rolle des jüdischen Chauffeurs Salomon in „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ wird er 1973 im Kino bekannt und festigt seine Karriere mit „Pas de problème“.
In „Le Pion“ (Ein Pauker zum Verlieben) spielte er 1978 seine einzige Hauptrolle, die zudem auch seine einzige romantische ist. Von der verwitweten Mutter eines Schülers ermutigt, seinen Roman zu veröffentlichen, wird der belächelte Aushilfslehrer unter Pseudonym zur Berühmtheit. Und am Ende landet Bertrand (Guybet) in den Armen der ebenso schüchternen Dominique (Claude Jade).

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Dix ans

10e Anniversaire de décès de Claude JADE
(8 octobre 1948 – 1 décembre 2006)
„Claude Jade était l’incarnation de l’élégance, de la simplicité et du charme à la française.“ (Renaud Donnedieu de Vabres, ministre de la Culture)
La petite fiancée du cinéma français tournait avec Truffaut, Hitchcock, Sergueï Ioutkhevitch … „C’est finalement pas mal pour une jeune provinciale qui ne rêvait que de théâtre !“

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extraits de sa filmo en 58 minutes

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Gérard Barray 85

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barray_gerard04Gérard Barray war in den 60er Jahren Frauenliebling in etlichen Mantel- und Degen-Filmen. Seine Rollen: d’Artagnan, Robert Surcouf, Jean de Pardaillan und Scaramouche. Selten als Schuft besetzt, zeigen ihn auch die vier Actionkrimis, die er dreht, ebenfalls als Helden. 1969 bricht er mit „Der Zeuge“ erstmals mit seinem Image: als Museumsdirektor mit dunklem Geheimnis zieht er eine junge Mordzeugin (Claude Jade) in seinen Bann. Cinémonde verspricht: „Mit Gérard Barray und Claude Jade hat Anne Walter in ihrem ersten Film ein Paar vereint, das man nicht so schnell vergessen wird“.

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Die dem französischen Publikum gelieferte Vorabkritik erfüllt sich leider nicht: „Le témoin“ läuft zwar in belgischen Kinos, in der DDR wird der Film 1973 als „Der Zeuge“ ausgestrahlt, doch in Frankreich wird er erst zehn Jahre später gezeigt, im Fernsehen. Und die Autorin und Regisseurin Anne Walter erscheint aus gesundheitlichen Gründen nicht am Set.

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Mehr über „Le témoin“ mit Gérard Barray und Claude Jade hier: DER ZEUGE