DVD INA „Lise et Laura“, „Une petite fille dans les tournesols“ und weitere Filme

Une petite fille dans les tournesols (1984)

„Dreh dich um, Marelle !“ In einer Höhle im Gers scheint die Suche von Marelle (Claude Jade) nach ihrem verschwundenen Mann ihr Ende zu finden. Sie begibt sich hier in ein Totenreich wie dem von Orpheus und Eurydike. Auf ihrer Suche erfährt sie, dass sie nicht die einzige ist, die Trauer zu bewältigen hat.  „Une petite fille dans les tournesols“ ist seit einigen Tagen beim Institut National d’Audiovisuel (I.N.A.) als DVD erhältlich. Bernard Fériés Film um Schmerz und Hoffnung erhielt 1985 den Prix de la Société des auteurs.

Claude Jade in „Une petite fille dans les tournesols“ (1984)

Auch „Lise et Laura“ (1982) gibt es dort seit kurzem als DVD. Claude Jade spielt eine Doppelrolle auf zwei Zeitebenen: zur Zeit des Zweiten Weltkriegs die sanfte Lise und in der Gegenwart die emanzipierte Lektorin Laura, die Lises Witwer (Michel Auclair) begegnet.

Claude Jade mit Bernard Malaterre und Michel Auclair als „Lise et Laura“

Neben diesen beiden Neuerscheinungen gibt es dort auch weitere Filme mit Claude Jade :

Da wäre zum einen Claude Jade als Helena in Jean-Christophe Avertys Shakespeare-Verfilmung „Le songe d’une nuit d’été“ (1969), ein gefeiertes TV-Ereignis, das Anfang der 70er Jahre auch wiederholt als „Ein Sommernachtstraum“ im deutschen Fernsehen lief.

Claude Jade in „Une songe d’une nuit d’été“

In der Miniserie „Mauregard“ verlobt sich die mittellose Waise Françoise (Claude Jade) im Jahr 1885 heimlich mit dem adligen Maxence (Richard Leduc) . François Truffaut, der ihr damals sagte „Mit deinen großen Augen könntest du allein die ‚zwei Waisen‘ spielen“, erschien 1968 am Drehort und machte ihr wie Maxence seiner Françoise einen Heiratsantrag.

Claude Jade und Richard Leduc in „Mauregard“

Beim I.N.A. gibt es auch Claude Jade in der Titelrolle von „Sheherazade“. Claude Jade konnte den Fernsehfilm bei seiner Erstausstrahlung zum Jahresende 1971 nicht sehen, da sie gerade mit Bernard in Rio Samba tanzte.

Pierre Michaël und Claude Jade in „Sheherazade“

Weiterhin gibt es die Machiavelli-Verfilmung „La Mandragore“ (1973): Der in die verheiratete Lucrezia (Claude Jade) verliebte Callimaco (Paul Barge) kann seine Angebetete mit der List um die Liebeswurzel Mandragola gewinnen.

Angelo Bardi und Claude Jade in „La Mandragore“

Aus der Reihe „Au théâtre ce soir“ gibt es mit Claude Jade zwei Theaterverfilmungen: In Jacques Devals „Il y a longtemps que je t’aime“ in einer Inszenierung von Raymond Gérôme finden Clarisse (Claude Jade) und Seemann Sixte (Jean Barney) in einem Antiquitätenladen zueinander. Und in „Volpone“, einer Adaption des Ben-Johnson-Stücks von Stefan Zweig und Jules Romains, gerät Claude Jade als Colomba in eine Intrige von Erbschleichern. In der Inszenierung von Claude Jades Stammregisseur Jean Meyer sind Jean Le Poulain, Francis Huster, Jacques Marin und Geneviève Fontanel mit von der Partie.

Au théâtre ce soir: Il y a longtemps que je t’aime, Volpone

Eine weitere populäre Fernsehreihe war „Un comédien lit un auteur“: in „Une histoire d’amour en Provence: Claude Jade lit Madame de Sévigné“ liest sie im Château Grignan aus dem literarischen Schatz der Briefe der berühmten Marquise.

Als Heldin des Horrorfilms „Le collectionneur de cerveaux“ kommt sie den Machenschaften des Grafen Saint Germain auf die Spur. In deutscher Synchronfassung ist der Film als „Schach dem Roboter“ bereits bei Pidax erhältlich.

Claude Jade als Heldin des Horrorfilms „Le colletionneur de cerveaux“

In „Fou comme François“ wird die Ehe von François (Michel Creton) und Luce (Claude Jade) durch den Ausstieg des Mannes in die Arbeitslosigkeit belastet.

Claude Jade und Michel Creton in „Fou comme François / L’Internement“

Im Angebot der I.N.A. sind auch zwei weitere Fernsehfilme, die bereits auf DVD erschienen sind:

Pierre Vernier und Claude Jade in „Eugénie Grandet“

In Jean-Daniel Verhaeghes Balzac-Verfilmung „Eugénie Grandet“  wollen Lucienne des Grassins (Claude Jade) und ihr Bankiersgatte (Pierre Vernier) ihren Sohn mit der Tochter (Alexandra London) eines reichen Geizhalses (Jean Carmet) verheiraten.

Im Fernsehkrimi „L’amie d’enfance“ aus der Reihe „Commissaire Moulin“ ist sie als „Die Freundin aus der Kindheit“ die Titelheldin: Isabelle Mencier (Claude Jade) hat eine Romanze mit Kommissar Jean-Paul Moulin (Yves Rénier) und unterstützt ihm bei der Jagd auf einen Mörder.

Yves Rénier und Claude Jade in „L’amie d’enfance“ aus der Reihe „Commissaire Moulin“

Die Suche nach einem Mörder beschäftigt auch Briefträger René (Alain Claessens) und dessen Freundin, die Lehrerin Solange (Claude Jade), im Krimi „La grotte aux loups“: In der titelgebenden Wolfshöhle hatte René zwei Leichen entdeckt, die kurz darauf verschwunden sind. Und nur Solange glaubt ihm.

Alain Claessens und Claude Jade in „La grotte aux loups“

Diese Fernsehfilme mit Claude Jade sind auf der Seite des Institut National d’Audiovisuel erhältlich. (Stand Oktober 2018)

1: Mauregard, Le songe d'une nuit d'été, Shéhérazade, La Mandragore, Il y a longtemps que je t'aime 2: Le collectionneur de cerveaux, Volpone, Une histoire d'amour en Provence - Claude Jade lit Madame de Sévigné, Fouc omme François, Commissaire Moulin: L'amie d'enfance, La grotte aux loups, Lise et Laura, Une petite fille dans les tournesols, Eugénie Grandet

 

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Venantino Venantini 1930 – 2018

Nach einem erfolgversprechenden Start mit dem Problemfilm „Die nackte Odyssee“ wurde Venantino Venantini 1961 ein hoffnungsvoller Nachwuchsschauspieler des italienischen Kinos der 1960er Jahre. Er hatte in Paris an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris Malerei studiert und finanzierte sich seine Ausbildung mit Komparserien. In Frankreich erhält er auch seine besten Rollen. Als Pascal war Venantino Venantini einer der „Tontons flingueurs“ in Georges Lautners Krimikomödie „Mein Onkel, der Gangster“ (1963) mit Lino Ventura, Bernard Blier, Claude Rich, Sabine Sinjen und Robert Dalban. Lautner engagiert den hochgewachsenen jungen Mann mit starkem Sexappeal erneut: als Greg zwischen Mireille Darc und Françoise Prévost in „Galia“ (1965).

Siebenmal wurde Venantini von Lautner besetzt. Carol Reed gab ihm die Nebenrolle des Paris de Grassis in „Michelangelo – Inferno und Ekstase“ (1965) und er etablierte sich in harten Italowestern („Bandidos“) und Komödien (als stotternder Gangster Mickey in Gérard Ourys „Scharfe Sachen für Monsieur“).
1973 entsteht, beeinflusst von einem realen Skandal, der Krimi „Number One“. Gianni Buffardi sammelt eine kleine Schar bekannter Schauspieler, darunter Venantino Venantini, Claude Jade, Paolo Malco, Renzo Montagnani und Christea Avram, für einen konfusen Film um Gemälderaub und Menschenhandel.

Claude Jade ermittelt undercover im Umfeld des titelgebenden Nachtclubs auch gegen Venantino Venantini, für dessen Rolle der Playboy Paolo Vassallo reales Vorbild war. Für Claude Jade keine erfreulichen Dreharbeiten, die ihr ein Pseudoagent vermittelt hatte. Buffardi blieb ihr ihre Gage schuldig. Ob Venantino Ventini sein Geld erhielt, ist nicht bekannt.

Venantino Venantini, Claude Jade, Chris Avram und Gianni Buffardi bei Dreharbeiten zu „Number One“

Eine seiner schönsten späteren Rollen war 2008 eine Verbeugung vor seinem Pascal in „Les Tontons flingeurs“ in Samuel Benchetrits „J’ai rêvé toujours d’être un gangster“, nun mit Jean Rochefort, Laurent Terzieff, Jean-Pierre Kalfon und Roger Dumas als „papys flingueurs“. Am 8. Oktober 2016, Claude Jade wäre 70 geworden, verstarb  Venantino Venantini im Alter von 88 Jahren.

Berlin: Alfred-Hitchcock-Reihe im Kino Babylon OV „Topaz“

Seit nunmehr 19 Jahren läuft in den Kinos der Director’s Cut von Alfred Hitchcocks „Topaz“.
Mit 19 Jahren, 1968 noch minderjährig, unterzeichnete Claude Jade ihren Vertrag mit Universal. Um weiter in Frankreich zu arbeiten, lehnte sie damals den exklusiven Sieben-Jahres-Vertrag ab und hatte ihren ersten Drehtag an ihrem zwanzigsten Geburtstag. Ein exzellentes Geschenk.

Claude Jade an ihrem 20. Geburtstag mit Alfred Hitchcock

Was in Deutschland im Fernsehen und auf deutscher DVD noch immer nicht möglich ist: Im Berliner Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz ist zur Zeit die 142minütige von Hitchcock favorisierte Version zu sehen.

Topaz Alfred Hitchcock Director's Cut Deutschland Berlin Kino Babylon Hitchcock-Retrospektive Hitchcock-Reihe Claude Jade Rosa-Luxemburg-Platz Juli 2018

Neben anderen Werken, siehe Link zum Kino, wird „Topaz“ (Topas) zu folgenden Terminen gezeigt: am Sonntag, 1. Juli 2018, um 20 Uhr,  am Sonntag, 8. Juli, um 22:45 und am Mittwoch, 11. Juli, um 17 Uhr.


Die um etwa 17 Minuten längere Version mit zusätzlichen alternativen Enden bereichert die komplexe Geschichte  um die Erpressung der Kuzenovs durch die CIA, einen Einblick in Nicoles Résistance-Vergangenheit, einen witzigen Kommentar Michèle Picards zu den Kubanern unter den UN-Delegierten, eine feixende Juanita, einen Versöhnungsversuch Michèles zwischen ihren Eltern und ein Cocktail bei Andrés Freund Jacques Granville.

Michel Piccoli, Claude Jade, Frederick Stafford und Dany Robin in Alfred Hitchcocks „Topaz“

Mehr zum Director’s Cut hier
und ein ausführlicher Artikel zum Film hier.

Gabriel Gascon 1927 – 2018

Gabriel Gascon, Claude Jade und Paul Barge in „Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo“

Vor 50 Jahren war er in „Sous le signe de Monte Cristo“ Claude Jades Filmvater; nun  ist der kanadische Schauspieler Gabriel Gascon im Alter von 91 Jahren am 30. Mai in seiner Geburststadt Montréal gestorben. Gabriel Gascon wurde in seiner Heimat vor allem mit der kanadischen Fernsehserie „Les belles histoires des pays d’en-haut“ bekannt, in der er von 1956 bis 1965 den Alexis Labranche spielte.

Paul Barge, Claude Jade, Pierre Brasseur und Gabriel Gascon in „Sous le signe de Monte-Cristo“

Wie in Claude Jades Kindheit wurde auch sein Wunsch, Schauspieler zu werden, von den Eltern unterstützt. Über seinen älteren Bruder Jean Gascon kam Gabriel an das Théâtre du Nouveau monde, wo er mit seinem Bruder unter anderem in Molières „Arzt wider Willen“ spielte (links im Bild mit Monique Joly).

Doch bald wird im Québec zu klein. Er geht nach seinem Ausstieg aus der TV-Serie nach Frankreich.
Dort spielt er 1968 den Filmvater von Claude Jade in André Hunebelles „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo).

Louis (Gabriel Gascon) und seine Tochter Linda (Claude Jade) werden von Bertuccio (Paul Le Person) und Edmond Dantès (Paul Barge) gerettet.

Geld zählen vor der großen Schatzsuche. rechts im Bild: Gabriel Gascon

Claude Jade und Gabriel Gascon in „Sous le signe de Monte-Cristo“ (1968)

Gabriel Gascon vor 50 Jahren in den Armen Claude Jades

Das familiäre Idyll der Männer um Claude Jade als Linda – Paul Barge, Pierre Brasseur und Paul Le Person –  währt nicht lange. Seine Rolle als Lindas Vater Louis endet im ersten Drittel des Films: Bei der Befreiung seiner Filmtochter aus den Händen von Verbrechern kommt er ums Leben. Zuvor nimmt er Edmond Dantès (Paul Barge) das Versprechen ab, Linda niemals zu verlassen.

Gabriel Gascon auf dem italienischen Filmplakat zu „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Montecristo ’70)

Nach einigen weiteren Filmen, so in René Allios „Les Camisards“ und Alain Corneaus „Lohn der Giganten“, kehrt Gabriel Gascon in den 80er Jahren nach Kanada zurück. Seinen letzten Film dreht er 2012 mit „Mars et Avril“; in jenem Jahr dreht seine Nichte Sylvie Groulx die intime Doku über ihren Onkel, „La passion selon Gabriel“.

Bruno Pradal

„Mon ami, mon presque frère“ nennt Claude Jade Bruno Pradal in ihren Memoiren „Baisers envolés“.

Bruno Pradal und Claude Jade in "Une petite fille dans les tournesols"

Bruno Pradal und Claude Jade in „Une petite fille dans les tournesols“

Heute vor 26 Jahren, am 19. Mai 1992, starb der Schauspieler bei einem Autounfall. Seit dessen Filmruhm als Partner Annie Girardots in „Mourir d’aimer“ (Aus Liebe sterben) kennen sich Claude und der in Marokko aufgewachsene  Bruno von den „Wochen des französischen Films“.

Bruno Pradal mit Annie Girardot in „Aus Liebe sterben“

1978 lieh Bruno ihr seine Stimme, als Claude Jades Athene sich in „Ulysse est revenu“ in einen bärtigen Hirten verwandelte. Ihren ersten gemeinsam Film drehten sie 1983: „Une petite fille dans les tournesols“ (Ein kleines Mädchen in den Sonnenblumen).

Bruno Pradal Claude Jade "Une petite fille dans les tournesols" film 1984

Bruno Pradal und Claude Jade als Ehepaar Daniel und Marelle

Bruno Pradal hat nur wenige Auftritte als verstorbener Mann der Heldin Marelle. Bernard Fériés Drama um Trauerbewältigung führt Claude Jade in die Orpheus-Sage: Hier ist es Eurydice, die sich nicht umdrehen darf, so sehr der Tote sie auch darum anfleht.

Bruno Pradal Claude Jade "Une petite fille dans les tournesols" film 1984

Szenen mit Claude Jade und Bruno Pradal aus „Une petite fille dans les tournesols“

Etwa zur gleichen Zeit erhielt Claude Jade einen Brief von François Truffaut: „Ich habe begonnen, die andere Seite des Spiegels zu betreten; nicht im Sinne von Alice im Wunderland – vielmehr im Sinne des Orpheus in den Filmen von Cocteau… Madame la Mort reichte mir die Hand“.

Bruno Pradal und Claude Jade in „Une petite fille dans les tournesols“

Der poetische Film um Trauer und Schmerz entstand im Gers, nahe den Pyrenäen, wo Claude 1974 gemeinsam mit Ehemann Bernard und Bruno Pradal zu Jacques Chancels „Rallye des Gaves“ eingeladen war.

Zwischen den Dreharbeiten zu „Une petite fille dans les tournesols“ und dessen TV-Premiere im Dezember 1984 ist es Bruno Pradals Frau Joëlle, die Claude Jade am Morgen des 22. Oktober 1984 in Nicosia anruft und Claude im fernen Zypern vom Tod François Truffauts erfährt.

Bruno Pradal und Claude Jade

1988 ist Claude Jade in Catherine Decours‘ Stück „Regulus 93“ die berühmte Marquise Marie-Renée de Bonchamps, die von Pierre Haudaudine (Bruno Pradal) vor der Hinrichtung gerettet wird. Die Befreiung der Marquise durch Haudaudine in den Tagen der letzten Vorstellungen ist auch die Befreiung Claude Jades von ihrem jahrelangen Stalker. Er konnte endlich verhaftet werden.

Über den Terror, den auch Bruno Pradal miterlebte, als der Stalker an einen Journalisten von Europe 1 meldete, Claude und Bruno seien tot in ihren Hotelzimmern aufgefunden worden, demnächst mehr in diesem Blog.

Bruno Pradal, Yann Pradal

Mit seinem Tod hinterließ Bruno Pradal auch seine zwei Kinder aus der Ehe mit Joëlle, Tochter Lucie und Sohn Yann Pradal, der ebenfalls Schauspieler wurde.

Claude Jade: „Bruno Pradal, mon ami, mon presque frère“

Die letzte gemeinsame Arbeit von Claude Jade und Bruno Pradal ist ein Fernsehfilm von Stéphane Bertin aus der Reihe „Histoires d’amour“. Sein Titel: „L’éternité devant soi“.

1968 – im Smartphone von François Truffaut

„1968 – das Jahr, in dem alles begann“
Wie würde man die Ereignisse von 1968 auf einem Smartphone und seinen Apps verfolgen?
INA und Libération präsentieren das Mobiltelefon von François Truffaut.

1968 war das Jahr der „Geraubten Küsse“, aber auch des Kampfes um die Cinémathèque, des Abbruch des Festivals von Cannes und die Zeit der Heiratspläne von François Truffaut und der 16 Jahre jüngeren Claude Jade. Der achtminütige Kurzfilm „1968 raconté en version mobile – François Truffaut“ ist der zweite Beitrag einer Reihe von Mikhail Zygar, Karen Shainyan und Timur Bekmambetov, in Partnerschaft mit Libération und der INA. Die Erzählerstimme: Vincent Collet.
Hier Screenshots des Mobiltelefons von François Truffaut aus diesem Film.

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Beteiligt sind Henri Langlois, Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, Jean-Luc Godard, die Eltern von Claude (Marcelle und Marcel Jorré), Charles de Gaulle, Julio Cortazar, Mick Jagger, Evgueni Evtouchenko, Paul Newman, Albert Duchenne, François Mitterrand, Petitionsunterzeichner von Alfred Hitchcock über Charles Chaplin bis Akira Kurosawa.

Link zum Kurzfilm  „1968 raconté en version mobile – François Truffaut“

 

Это 1968 год! молодой французский режиссер Франсуа Трюффо оказывается в эпицентре восстания кинозвезд. Клод Жад françois Truffaut, Claude Jade
weiterer Link zur russischen Version:
Это 1968 год!  Франсуа Трюффо

Henri Langlois : Victoire ! Tu es l’homme qui a sauvé la Cinémathèque ! Le festival de Cannes annulé en signe de solidarité. Oui, j’aime votre fille et je voudrais l’épouser. Le meilleur film de l’année 1968, il era acclamé par tout le monde, sauf par Godard. Claude Jade, Marcel Jorré, Marcelle Jorré Baisers volés, Révolte, Mai 1968, Mai 68, Cannes Festival. François Truffaut, Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, Mick Jagger, Evgueni Evtouchenko, Jean-Luc Godard, les parents de Claude, Henri Langlois, Charles de Gaulle, Julio Cortazar, Paul Newman, Albert Duchenne, François Mitterrand Voix off : Vincent Collet

Prandino L’altro Visconti

Filmbuch und Biographie: „Prandino – L’altro Visconti“ (2018) von Corrado Colombo mit Mario Gerosa; auf dem Cover Corrado Colombo mit Eriprando „Prandino“ Visconti (1932 – 1995)

„Prandino – L’altro Visconti“. Bereits der Titel von Corrado Colombos Buch nennt den übermächtigen Schatten des berühmten Onkels Luchino Visconti über der Karriere des Regisseurs Eriprando „Prandino“ Visconti.
Als sein Film „Una spirale di nebbia“ unter dem unglücklichen Titel „Caresses bourgeoises“ in den Pariser Kinos startete, war der Familienname auf dem Plakat weitaus größer als der Vorname. Eriprando Visconti, dessen erster Film „Una storia Milanese“ bereits den Kritikerpreis bei den Filmfestspielen von Venedig 1962 erhalten hatte, stand immer im Schatten des Onkels.

Eriprando „Prandino“ Visconti und Claude Jade

Claude Jade hatte „Prandino“, so der Kosename des Regisseurs Eriprando Visconti, als einen freundlichen und charmanten Mann in Erinnerung. Doch eben auch François Truffauts Urteil über Viscontis Arbeit, als dieser den Film 1978 in einem Kino an den Champs Elysées gesehen hatte.

Martine Brochard, Carole Chavet, Claude Jade, Eleonora Giorgi; Flavio Bucci, Marc Porel, Duilio del Prete, Stefano Satta Flores

Corrado Colombo, ein enger Mitarbeiter des 1995 verstorbenen Regisseurs, hat am Donnerstag sein Buch vorgestellt. Zur der feierlichen Präsentation liefen die Filmmusiken von Ivan Vandor („Una spirale di nebbia“) und John Lewis („Eine Mailänder Geschichte“), Trailer und Filmausschnitte. Neben Filmritiker Gino Buscaglia und Journalisten waren auch Eriprando Viscontis Kinder anwesend: Conte Edoardo „Dardo“ di Modrone und Ortensia. Im Film waren Dardo und Ortensia Neffe und Nichte der von Claude Jade gespielten Maria Teresa.

Corrado Colombo zwischen Prandino Viscontis Kindern Ortensia und Dardo (Conte Edoardo di Modrone); rechts: Ortensia und Dardo 1977 mit Claude Jade in „Una spirale di nebbia“

Eigentlich wären die beiden ihre Filmkinder geworden. Claude war zuerst für die Rolle der bei der Jagd getöteten Valeria vorgesehen. Doch dann erkannte Prandino Visconti ihre große Fähigkeit zu Traurigkeit und Melancholie. So erhielt sie die Rolle der Identifikationsfigur des Romans von Michele Prisco, die am Ende als einzige der Nebelspirale entkommt.
Demnächst mehr zu diesem Buch von Corrado Colombo und dem Film.

Geneviève Fontanel 1936 – 2018

In zwei Stücken begegnen sich Claude Jade und Geneviève Fontanel auf der Bühne: 1978 als unschuldige Colomba und als durchtriebene Canina im Venedig der Renaissance in „Volpone“ und 1988 als Gefangene und als Frau des Kerkermeisters zur Zeit der Französischen Revolution in „Regulus 93 ou la véritable histoire du citoyen Haudaudine“.


In François Truffauts „Der Mann, der die Frauen liebte“ war Geneviève Fontanel als Hélène so herausragend, dass sie 1978 für den César als beste weibliche Nebendarstellerin nominiert wurde.

Am Samstag ist die großartige Schauspielerin gestorben.

Mehr zu Geneviève Fontanel finden Sie hier: Geneviève Fontanel 80 

Geneviève Fontanel und Claude Jade in „Regulus 93“ (1988)

Jean-Pierre Léaud-Retrospektive im Filmmuseum Düsseldorf

Mit 14 Filmen präsentiert das Filmmuseum Düsseldorf vom 4. bis zum 30. März die Reihe „Jean-Pierre Léaud – Der sanfte Rebell“.

Jean-Pierre Léaud - geboren 1944 in Paris als Sohn einer Schauspielerin und eines Drehbuchautors - konnte sich bereits als Kind beim Casting für Francois Truffauts ersten Spielfilm "Sie küssten und sie schlugen ihn" (1959) für die Titelrolle des Antoine Doinel durchsetzen. So begann eine der fruchtbarsten und wichtigsten Kooperationen in der Filmgeschichte. Zusammen mit der Schauspielerin Claude Jade, eine weitere Entdeckung Truffauts, waren sie als das Paar Antoine und Christine Zentrum einer ganzen Reihe von insgesamt zwanzig Jahren umspannenden Filmen. Ihre Figuren sind naiv und neunmalklug, doch während Christine mit der Zeit reifer wird, bleibt Antoine auch als Erwachsener ein Kind. Ein ewiger Jüngling, zart, bisweilen scheu und immer den Schalk im Nacken. Der Zyklus zeigt ihn als Kind, als Jugendlichen, schließlich als Ehemann und Familienvater. In Filmen wie "Geraubte Küsse" (1968), "Tisch und Bett" (1970) oder "Liebe auf der Flucht"(1979) hangelt er sich von Job zu Job oder verstrickt sich in chaotische Liebesgeschichten. Auf das von ihm fabrizierte Chaos reagiert er nur mit einem lakonischen Lächeln und einem lässigen Schulterzucken. Les 400 coups, Baisers voles, Domicile conjugal, L'Amour en fuite

Jeden Sonntag wird ein Film aus François Truffauts Antoine-Doinel-Zyklus gezeigt. Und somit laufen an drei Sonntagen, jeweils um 15 Uhr auch die Filme der Antoine-und-Christine-Saga. Am 11. März macht „Baisers volés“ (Geraubte Küsse) den Anfang, am 18. März läuft „Domicile conjugal“ (Tisch und Bett / Das Ehedomizil) und am 25. März „L’amour en fuite“ (Liebe auf der Flucht).

Der Focus schreibt:
„Mit insgesamt 14 Filmen widmet sich das Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4, dem vielseitigen und sechs Jahrzehnte umspannenden Werk von Jean-Pierre Léaud. Der Schauspieler und die Ikone des französischen Autorenkinos wurde zusammen mit François Truffaut und als dessen Alter Ego Antoine Doinel zum Aushängeschild der Nouvelle Vague. Léaud repräsentierte das Lebensgefühl der französischen Jugend in den 1950er- und 1960er-Jahren. Am Sonntag, 4. März, startet die Filmreihe im Filmmuseum um 15 Uhr. Bis zum 30. März können sich Interessierte die Filme zum Großteil im Original mit Untertitel anschauen.

Mit dem Antoine-Doinel-Zyklus zeigt das Filmmuseum die vier Langfilme und einen Kurzfilm Truffauts mit Léaud als chaotisch-charmanten und träumerischen Lebenskünstler. Weitere Filme von Aki Kaurismäki, Jerzy Skolimowski, Bernardo Bertolucci, Bertrand Bonello und Jean-Luc Godard sowie sein aktueller Film, „Der Tod von Ludwig IXV“ von Albert Serra, runden die Reihe ab.
Jean-Pierre Léaud – geboren 1944 in Paris als Sohn einer Schauspielerin und eines Drehbuchautors – konnte sich bereits als Kind beim Casting für Francois Truffauts ersten Spielfilm „Sie küssten und sie schlugen ihn“ (1959) für die Titelrolle des Antoine Doinel durchsetzen.

So begann eine der fruchtbarsten und wichtigsten Kooperationen in der Filmgeschichte. Zusammen mit der Schauspielerin Claude Jade, eine weitere Entdeckung Truffauts, waren sie als das Paar Antoine und Christine Zentrum einer ganzen Reihe von insgesamt zwanzig Jahren umspannenden Filmen. [ Anm.: natürlich sind es für Antoine und Christine etwa zehn Jahre ]

Ihre Figuren sind naiv und neunmalklug, doch während Christine mit der Zeit reifer wird, bleibt Antoine auch als Erwachsener ein Kind. Ein ewiger Jüngling, zart, bisweilen scheu und immer den Schalk im Nacken.

Der Zyklus zeigt ihn als Kind, als Jugendlichen, schließlich als Ehemann und Familienvater. In Filmen wie „Geraubte Küsse“ (1968), „Tisch und Bett“ (1970) oder „Liebe auf der Flucht“ (1979) hangelt er sich von Job zu Job oder verstrickt sich in chaotische Liebesgeschichten.  Auf das von ihm fabrizierte Chaos reagiert er nur mit einem lakonischen Lächeln und einem lässigen Schulterzucken.

Ab Mitte der 1960er-Jahre beginnt Léaud, sich von Antoine Doinel zu emanzipieren. Seine Figuren – so zum Beispiel in „Masculin, féminin“ (1966) oder „I hired a contract killer“ (1992) – werden abstrakter, sein schüchternes Wesen bleibt ihm jedoch erhalten. Erst Jahre später wendet er sich gänzlich anderen Rollen zu und dreht letztlich mit fast allen Größen des europäischen Kinos.

2016 erhält Jean-Pierre Léaud die Goldene Palme für sein Lebenswerk

Im Jahr 2000 erhielt er einen Ehren-César und 2016 wurde ihm die Goldene Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes als Ehrenpreis für sein Lebenswerk verliehen.“

Link zur gesamten Léaud-Werkschau im „Black Box“-Kino
Link zum ersten gemeinsamen Film Geraubte Küsse (Baisers volés)

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