Venantino Venantini 1930 – 2018

Nach einem erfolgversprechenden Start mit dem Problemfilm „Die nackte Odyssee“ wurde Venantino Venantini 1961 ein hoffnungsvoller Nachwuchsschauspieler des italienischen Kinos der 1960er Jahre. Er hatte in Paris an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris Malerei studiert und finanzierte sich seine Ausbildung mit Komparserien. In Frankreich erhält er auch seine besten Rollen. Als Pascal war Venantino Venantini einer der „Tontons flingueurs“ in Georges Lautners Krimikomödie „Mein Onkel, der Gangster“ (1963) mit Lino Ventura, Bernard Blier, Claude Rich, Sabine Sinjen und Robert Dalban. Lautner engagiert den hochgewachsenen jungen Mann mit starkem Sexappeal erneut: als Greg zwischen Mireille Darc und Françoise Prévost in „Galia“ (1965).

Siebenmal wurde Venantini von Lautner besetzt. Carol Reed gab ihm die Nebenrolle des Paris de Grassis in „Michelangelo – Inferno und Ekstase“ (1965) und er etablierte sich in harten Italowestern („Bandidos“) und Komödien (als stotternder Gangster Mickey in Gérard Ourys „Scharfe Sachen für Monsieur“).
1973 entsteht, beeinflusst von einem realen Skandal, der Krimi „Number One“. Gianni Buffardi sammelt eine kleine Schar bekannter Schauspieler, darunter Venantino Venantini, Claude Jade, Paolo Malco, Renzo Montagnani und Christea Avram, für einen konfusen Film um Gemälderaub und Menschenhandel.

Claude Jade ermittelt undercover im Umfeld des titelgebenden Nachtclubs auch gegen Venantino Venantini, für dessen Rolle der Playboy Paolo Vassallo reales Vorbild war. Für Claude Jade keine erfreulichen Dreharbeiten, die ihr ein Pseudoagent vermittelt hatte. Buffardi blieb ihr ihre Gage schuldig. Ob Venantino Ventini sein Geld erhielt, ist nicht bekannt.

Venantino Venantini, Claude Jade, Chris Avram und Gianni Buffardi bei Dreharbeiten zu „Number One“

Eine seiner schönsten späteren Rollen war 2008 eine Verbeugung vor seinem Pascal in „Les Tontons flingeurs“ in Samuel Benchetrits „J’ai rêvé toujours d’être un gangster“, nun mit Jean Rochefort, Laurent Terzieff, Jean-Pierre Kalfon und Roger Dumas als „papys flingueurs“. Am 8. Oktober 2016, Claude Jade wäre 70 geworden, verstarb  Venantino Venantini im Alter von 88 Jahren.

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