Émile Schneider – 143. Geburtstag

Heute jährt sich der Geburtstag des Malers Émile Schneider, Claude Jades Großvater, zum 143. Mal.

Emile Schneider, peintre illustre Alsace Strasbourg Claude Jade musee Haguenau

Émile_Schneider-1890 image

Émile Schneider, der Vater von Claudes Mutter Marcelle, wurde am 20. Januar 1874 in Illkirchen-Graffenstaden geboren, studierte bei Léon Hornecker, an der Kunsthochschule von Strasbourg und sieben Jahre an der Akademie der Schönen Künste in München.
Émile Schneider, eine der führenden Persönlichkeiten der „Elsässer Schule“, ist vor allem durch ein Album mit zwanzig Lithographien unter dem Titel „Menschen bei uns und anderswo“ bekannt und engagiert sich in der „Revue alsacienne illustrée“, die sich der deutschen Vorherrschaft verweigert.
Seine impressionistischen Bilder sind geprägt von einem intimen Charakter, sie reflektieren eine warme, familiäre Atmosphäre, widmen sich dem öffentlichen Leben mit Theaterausflügen und Konzerten.

Emile Schneider

Émile Schneider gründet die Künstlergruppe Saint Nicolas und wird später Professor und zeitweise auch Direktor der Kunsthochschule von Strasbourg.

emile schneider fahrplan

Émile Schneider (peintre)Er lernt Marguerite Berst kennen, eine Schülerin der Pianistin Blanche Selva. Marguerite, die gerade den ersten Preis des Musik-Konservatoriums in Brüssel erhalten hat, musiziert viel mit Émile. Marguerite ist unkonventionell und reist vorerst allein nach Südafrika, wo sie als Au pair englischen Kindern Klavierunterricht gibt. Sie verbringt dort drei Jahre und berichtet Émile amüsiert, dass die Hausangestellten ihre Zahnpasta essen und ihr Eau de Cologne trinken.
Nach der Afrikareise heiraten sie. 1909 wird Sohn Guy geboren, vier Jahre später bekommt er eine Schwester. Sie soll Cécile genannt werden, doch in Strasbourg wird in jenen Jahren die deutsche Version des Namens verlangt. Dem Klang einer Tzétzilia ziehen die Schneiders einen melodiöseren Namen vor: Marcelle. Die kleine Marcelle sitzt in ihrer Kindheit auf dem Schoß von Albert Schweitzer, wenn dieser mit ihren Eltern Kammermusik betreibt. Weitere Gäste der musischen Schneiders sind der Geiger Marcel Raynal und der Pianist Alfred Cortot.
Als Marcelle noch keine 16 Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter. Von der Trauer gebrochen, gibt ihr Vater seinen Vorsitz der Künstler des Elsass auf. Marcelle Schneider wird später Englischlehrerin, heiratet den Englischlehrer Marcel Jorré und verlässt als Madame Jorré im Oktober 1948 die Klinik von Dijon, um die kleine Claude mitzubringen in die rue de la Toison-d’Or, in der die Bilder von Émile Schneider das Elsass in der Bourgogne sind: Émiles Gemälde über einer Kindheit, die sich als „gut behütet“ beschreiben lässt.

Émile Schneiders Tochter Marcelle mit Ehemann Marcel Jorré und den Töchtern Claude (links) und Annie

Émile Schneiders Tochter Marcelle mit Ehemann Marcel Jorré und den Töchtern Claude (links) und Annie

Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, L'amour en fuite, Francois TruffautIn Malereikursen eifert Claude als Kind dem Großvater nach. Mit  den kreisrunden Nasen nimmt sie eher den Stil von Hergé auf; „freilich ohne dessen Talent“, wie Claude Jade später amüsiert gesteht.

Einer malenden Claude Jade begegnen die Kinogänger lediglich in François Truffauts letztem Doinel-Film „Liebe auf der Flucht“ (Foto links mit Jean-Pierre Léaud), in dem sie als Christine Doinel Illustratorin wird.

Émile Schneiders Enkelin Claude Jade malend im Truffaut-Film "Liebe auf der Flucht"

Émile Schneiders Enkelin Claude Jade malend im Truffaut-Film „Liebe auf der Flucht“

1988 kann Claude Jade wegen der Aufführungen von "Regulus 93" die Strasbourger Ausstellung nicht besuchen. Claude Jade, Bruno Pradal "Regulus 93" nantes, piece de Catherine Decours

Wegen des Theaterstücks „Regulus 93“ kann Claude 1988 die Strasbourger Ausstellung nicht besuchen.

1988, Claude Jade spielt in Nantes mit Bruno Pradal in der Uraufführung des Stückes „Regulus 93“, präsentiert Strasbourg eine Ausstellung der Werke von Émile Schneider; es ist die erste seit einem halben Jahrhundert. Claude Jade kann sie wegen ihrer eigenen Vorstellungen nicht besuchen.

Claude Jade mit Pia Wendling vom Museum Haguenau 1999 in der Sendung "Tempo"

Claude Jade mit Pia Wendling vom Museum Haguenau 1999 in der Sendung „Tempo“

Im Mai 1999 folgt in Haguenau erneut eine große Émile-Schneider-Ausstellung: Claude Jade berichtet am 29. Mai 1999 auf France3 in Christian Hahns „Tempo“ über die Kunst ihres Großvaters und wie sehr es sie bewegt, jene Bilder, mit denen sie aufwuchs, in einer so superben Ausstellung sehen zu können.

Claude Jade, Émile Schneider, Exposition à Haguenau

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