40. Todestag Lyne Chardonnet

Lyne Chardonnet, Édouard Molinaro und Claude Jade 1969

Im Kino der ausgehenden 1960er Jahre war Lyne Chardonnet in Nebenrollen die junge Unschuldige. Ihre größte Rolle war jene, die Claude Jade für  „Mein Onkel Benjamin“ abgelehnt hatte: die der aus dem Kloster heimgekehrten Arzttochter Arabelle. Claude Jade wollte die Rolle der Manette und erhielt sie auch. In Tilliers Roman sind beide Frauen etwa gleichwertig, doch Molinaro hatte die beiden Figuren entscheidend verändert: die kränkliche Arabelle, die im Roman – und auch in den weiteren Verfilmungen – stirbt, wird hier am Ende mit ihrem Verehrer Hector de Pont-Cassé (Bernard Alane) glücklich, während Manette mit ihrem Benjamin (Jacques Brel) in die Verbannung und in ein gemeinsames Glück ohne Trauschein geht.

Zwei Debütantinnen in  „Allô Police“ Lyne Chardonnet mit Claude Ruben in „L’affaire est dans le sac“ und Claude Jade mit Guy Tréjan und Claude Ruben in „Retour à l’envoyeur“

Lyne Chardonnet wurde am Conservatoire national supérieur d’art dramatique ausgebildet und startete 1965 ihre Fernsehkarriere mit einer „La vie de Bohème“-Experiment in der Reihe „Miroir à rois faces“. Wie Claude Jade hatte sie eine Gastrolle in der 1966 und 1967 gedrehten Krimiserie „Allo Police“.

Lyne Chardonnet mit Louis de Funès in „Le Tatoué“, mit Gérard Lartigau und Claude Piéplu in „Clérembard“, mit Claude Jade und Édouard Molinaro, mit Roger Hanin in „Bruno, das Sonntagskind“, in „Graf Yoster gibt sich die Ehre“ und mit Guy Bedos in „L’Oeuf“

1966 debütierte sie in Alain Resnais‘ „Der Krieg ist vorbei“ mit einem kurzen Auftritt und hatte 1968 eine kleine Rolle als Catherine Deneuves Schwester in „Mayerling“. Größere Nebenrollen spielte sie dann als Louis de Funès‘ Tochter in „Le Tatoué – Balduin, das Nachtgespenst“ und neben Roger Hanin in „Bruno, das Sonntagskind“. Yves Robert besetzt sie für „Clérembard“ und in „L’Oeuf“ spielt sie neben Guy Bedos.

Claude Jade, Édouard Molinaro, Lyne Chardonnet und Jacques Brel

Die Arabelle in „Mein Onkel Benjamin“ wurde die größte wichtigste Rolle ihrer Kinokarriere. Bei Molinaro hatte sie später kleine Auftritte als Krankenschwester in „Die Herren Dracula“ und als Stewardess in „Der Antiquitätenjäger“. Auch bei Jacques Demy („Lady Oscar“) und Jacques Deray („Drei Männer müssen sterben“) hat sie nur Kurzauftritte, die ihrem Talent nicht gerecht werden. Im Fernsehen folgten größere Rollen, so in der Serie „Die Leute von Magador“ (1972 ) als Freundin von Marie-José Nat und in „Le Roi Muguet“ (1979) von Claude Jades Cousin Guy Jorré. Im deutschen Fernsehen war sie neben „Die Leute von Magador“ auch als Rena in der Folge „Vier Herren spielen Poker“ in der deutsch-französischen Serie „Graf Yoster gibt sich die Ehre“ zu erleben.

„Mon oncle Benjamin“

„Mon oncle Benjamin“

Lyne Chardonnet, die im Fernsehen schöne Rollen hatte, so auch von Èdouard Molinaro in der Serie „Claudine“, und am Theater unter der Regie von Jean Le Poulain, Robert Hossein und Roger Hanin spielte, starb 1980 im Alter von 37 Jahren Leberkrebs.
Ihr Mann Jacques Portal schuf 2003 mit dem Film „“Quand je vois le soleil“ über eine unheilbar kranke Tänzerin eine Hommage an die bescheidene und talentierte Schauspielerin Lyne Chardonnet.

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