Darry Cowl 91

bahut-va-craquer-affiche-1981-claude-jade-michel-galabru-darry-cowl-dany-carrelDarry Cowl, der heute 91 geworden wäre, drehte 1981 mit Claude Jade die Komödie „Le bahut va craquer“.
Darry Cowl trat nach der Schauspielschule in Pariser Cabarets auf, wo er 1955 für das Kino entdeckt wurde.
Ein Jahr später war er Brigitte Bardots Bruder im Lustspiel „En effeuillant la marguerite“ (Das Gänseblümchen wird entblättert), ein Museumswärter, der sein Schwesterchen zu einem Striptease-Wettbewerb begleitet.
1957 wurde Darry Cowl mit der Hauptrolle in der Humoreske „Le Triporteur“ (Anton, der Querschläger), die sich über den Fußballrummel lustig macht, schlagartig berühmt.

cowl triporteur

Darry Cowl spielte fast ausnahmslos in Komödien. Neben gelungenen Filmen wie „Radieschen von unten“  entstanden auch schlichte Militärklamotten wie „Oh lala, die kleinen Blonden sind da“ und  „Das Schlitzohr der ersten Kompanie“. 2001 mit dem Ehren-César für sein Lebenswerk ausgezeichnet, erhielt er 2004 den César für die beste Nebenrolle als neugierige Madame Foin in Alain Resnais‘ Filmmusical „Pas sur la bouche“. Darry Cowl starb am 14. Februar 2006. Die von seiner Witwe und François Rollin betreute Gesellschaft „Vive Darry“ verleiht jährlich einen nach ihm benannten Schauspielpreis, den prix Darry Cowl.

bahut va craquer 1981 darry cowl claude jade

bahut va craquer claude jade darry cowl fanny bastien meunierIn Michel Nervals „Le bahut va craquer“ sorgt der Verweis einer schwangeren Schülerin (Fanny Bastien) für einen Aufstand. Die unnachgiebige Philosophielehrerin (Claude Jade), der beflissene Mathelehrer (Darry Cowl) und der cholerische Direktor (Michel Galabru) werden von revoltierenden Schülern eingesperrt. Und die Geiseln zoffen sich auch untereinander, bis der Arrest Wirkung zeigt.
Darry Cowl und Claude Jade hatten bereits 1975 in der Komödie „Trop c’est trop“ gespielt, allerdings nicht in gemeinsamen Szenen: Erst als die von Claude Jade und ihren beiden Gefährtinnen bedrängten Junggesellen gemeinsam Selbstmord begangen haben, landen sie bei Darry Cowl – hier als wuschelköpfiger Luzifer höchstpersönlich.

galabru_michel_Claude_Jade_Darry_Cowl_bahut va craquer„Le bahut va craquer“ fiel für Claude Jade in die Zeit ihrer Moskauer Jahre. Regisseur Michel Nerval hatte bereits sein Debüt „Les Borsalini“ mit Darry Cowl gedreht und ihn erneut engagiert. Claude Jade verkörpere für ihn bisher die zarte junge Frau aus dem 16. Arrondissement und er habe ihr eine Gegenbesetzung geben wollen.

Claude Jade, Michel Galabru und Darry Cowl in "Le bahut va craquer"

Claude Jade, Michel Galabru und Darry Cowl in „Le bahut va craquer“

„Es ist für mich das erste Mal, dass ich einem absoluten Komikerfilm spiele“, erklärt Claude Jade im April 1981 in „Jeudi Cinema“ Gastgeber Pierre Tchernia und freut sich über ihre neue Erfahrung, mit den im Komikerfach etablierten Kollegen Michel Galabru und Darry Cowl gearbeitet zu haben: „Und das ist ein gewaltiger Unterschied nach einem Film wie ,Lenin in Paris‘.“ Und zudem eine gute Unterrichtsstunde, wie der kurze Ausschnitt mit Darry Cowl, Claude Jade und Michel Galabru zeigt.

 

 

Advertisements

Michel Galabru 93

Michel Galabru wird heute 93 Jahre.

galabru_michel_Claude_Jade_bahut va craquer

Michel Galabru Claude Jade Le bahut va craquer Von 1950 bis 1957 Mitglied der Comédie-Française, konzentriert sich Michel Galabru anschließend auf das Kino, wo er erstmals als Vater des Verräters in „Krieg der Knöpfe“ auffällt. Als Louis de Funès‘ Vorgesetzer in „Der Gendarm von Saint Tropez“  wird Galabru 1964 schlagartig berühmt und ist seitdem in mehr oder weniger komischen Lustspielen zu sehen. 1977 erregt er erstmals Aufsehen in einer ernsten Rolle und erhält für seine Leistung in „Der Richter und der Mörder“ den César. Im folgenden Jahr spielt er neben Henri Guybet und Claude Jade in Christian Gions charmanter Komödie „Le Pion“ (Ein Pauker zum Verlieben).

Le Pion, film de Christian Gion 1978, avec Henri Gubyet, Claude Jade, Claude Pieplu, Maureen Kerwin, Michel Gallabru et Cllaude Dauphin, Ein Pauker zum Verlieben, Constantin Film

Vielfilmer Galabru hat allerdings nur einen Gastauftritt als Schulinspektor, schließlich spielt er im selben Jahr in acht weiteren Kinofilmen. Der Schauspieler dreht 250 Filme, zumeist alberne Komödien, und erweist sich dabei sehr oft als wenig wählerisch. Er gibt zu, dass sie hauptsächlich reiner Broterwerb seien. Auch wenn sich viele gute Filme darunter befinden, “Wahl der Waffen” etwa, „Uranus“ oder “Ein mörderischer Sommer,” ist der zweite Film, den er 1981 mit Claude Jade dreht, mit Sicherheit kein Meisterwerk.

Bahut va craquer_claude_jade_michel_Galabru_Darry_Cowl_Dany_CarrelIn Michel Nervals „Le bahut va craquer“ spielt Claude Jade eine autoritäre Philosophielehrerin, die gemeinsam mit Direktor (Michel Galabru) und Mathelehrer (Darry Cowl) von revoltierenden Schülern eingesperrt wird. Anlass für den Aufstand ist die Entscheidung des Direktors, ein schwangeres Mädchen von der Schule zu verweisen. In der Sendung „Jeudi cinéma“, in der sie nach einem vielversprechenden Ausschnitt, einem fabelhaften Disput zwischen ihr, Michel Galabru und Darry Cowl, von Nervals Film berichtet, glänzen die Augen des weiteren Gastes, Patrick Dewaere. Doch die Umsetzung des sozialpolitisch verheißungsvollen Themas lässt im Resultat zu wünschen übrig.

„Es ist für mich das erste Mal, dass ich einem absoluten Komikerfilm spiele“, freut sich Claude Jade über ihre neue Erfahrung, mit den im Komikerfach etablierten Kollegen Michel Galabru und Darry Cowl gearbeitet zu haben: „Und das ist ein gewaltiger Unterschied nach einem Film wie ,Lenin in Paris‘.“

Michel Galabru Darry Cowl Claude Jade Le bahut va craquer film de Michel Nerval