Darry Cowl 91

bahut-va-craquer-affiche-1981-claude-jade-michel-galabru-darry-cowl-dany-carrelDarry Cowl, der heute 91 geworden wäre, drehte 1981 mit Claude Jade die Komödie „Le bahut va craquer“.
Darry Cowl trat nach der Schauspielschule in Pariser Cabarets auf, wo er 1955 für das Kino entdeckt wurde.
Ein Jahr später war er Brigitte Bardots Bruder im Lustspiel „En effeuillant la marguerite“ (Das Gänseblümchen wird entblättert), ein Museumswärter, der sein Schwesterchen zu einem Striptease-Wettbewerb begleitet.
1957 wurde Darry Cowl mit der Hauptrolle in der Humoreske „Le Triporteur“ (Anton, der Querschläger), die sich über den Fußballrummel lustig macht, schlagartig berühmt.

cowl triporteur

Darry Cowl spielte fast ausnahmslos in Komödien. Neben gelungenen Filmen wie „Radieschen von unten“  entstanden auch schlichte Militärklamotten wie „Oh lala, die kleinen Blonden sind da“ und  „Das Schlitzohr der ersten Kompanie“. 2001 mit dem Ehren-César für sein Lebenswerk ausgezeichnet, erhielt er 2004 den César für die beste Nebenrolle als neugierige Madame Foin in Alain Resnais‘ Filmmusical „Pas sur la bouche“. Darry Cowl starb am 14. Februar 2006. Die von seiner Witwe und François Rollin betreute Gesellschaft „Vive Darry“ verleiht jährlich einen nach ihm benannten Schauspielpreis, den prix Darry Cowl.

bahut va craquer 1981 darry cowl claude jade

bahut va craquer claude jade darry cowl fanny bastien meunierIn Michel Nervals „Le bahut va craquer“ sorgt der Verweis einer schwangeren Schülerin (Fanny Bastien) für einen Aufstand. Die unnachgiebige Philosophielehrerin (Claude Jade), der beflissene Mathelehrer (Darry Cowl) und der cholerische Direktor (Michel Galabru) werden von revoltierenden Schülern eingesperrt. Und die Geiseln zoffen sich auch untereinander, bis der Arrest Wirkung zeigt.
Darry Cowl und Claude Jade hatten bereits 1975 in der Komödie „Trop c’est trop“ gespielt, allerdings nicht in gemeinsamen Szenen: Erst als die von Claude Jade und ihren beiden Gefährtinnen bedrängten Junggesellen gemeinsam Selbstmord begangen haben, landen sie bei Darry Cowl – hier als wuschelköpfiger Luzifer höchstpersönlich.

galabru_michel_Claude_Jade_Darry_Cowl_bahut va craquer„Le bahut va craquer“ fiel für Claude Jade in die Zeit ihrer Moskauer Jahre. Regisseur Michel Nerval hatte bereits sein Debüt „Les Borsalini“ mit Darry Cowl gedreht und ihn erneut engagiert. Claude Jade verkörpere für ihn bisher die zarte junge Frau aus dem 16. Arrondissement und er habe ihr eine Gegenbesetzung geben wollen.

Claude Jade, Michel Galabru und Darry Cowl in "Le bahut va craquer"

Claude Jade, Michel Galabru und Darry Cowl in „Le bahut va craquer“

„Es ist für mich das erste Mal, dass ich einem absoluten Komikerfilm spiele“, erklärt Claude Jade im April 1981 in „Jeudi Cinema“ Gastgeber Pierre Tchernia und freut sich über ihre neue Erfahrung, mit den im Komikerfach etablierten Kollegen Michel Galabru und Darry Cowl gearbeitet zu haben: „Und das ist ein gewaltiger Unterschied nach einem Film wie ,Lenin in Paris‘.“ Und zudem eine gute Unterrichtsstunde, wie der kurze Ausschnitt mit Darry Cowl, Claude Jade und Michel Galabru zeigt.

 

 

Vor 40 Jahren wurde Claude Jade Maman

pierre claude jade pierre coste 1 mois et demiClaude Jades Schwangerschaft war sehr kurios.
Da sie in Japan in Kei Kumais „Kita No Misaki“ eine Nonne spielte, durfte die dortige Presse Mitte der 70er Jahre nicht wissen, dass sie verheiratet war. Claude lernte fleißig japanisch und folgte den Anweisungen von Toho Film. So reiste Ehemann Bernard Coste als angeblicher Sekretär des ledigen Filmstars nach Tokio. Doch dann wurde die ledige Schauspielerin auch noch schwanger. Kein allzu großes Problem mit der Nonnentracht, doch zur Premiere durfte sie nicht erscheinen; das hätte einen Skandal bedeutet, da die Presse sie ja ledig glaubte.
In einer Pause zwischen den Dreharbeiten in Japan und Singapur entstand ein Horrorfilm.

kita no misaki cap du nordAls couragierte Heldin des Horrorfilms „Le collectionneur de cerveaux“ (Schach dem Roboter) durfte sie immerhin auch etwas liegen, festgeschnallt auf das Bett eines irren Mörders (siehe „Bettgeschichten“).
Als Nelly Kaplan ihr eine Rolle neben Sami Frey in „Néa“ anbot, musste Claude Jade ablehnen, denn sie hätte zwar die ersten Szenen drehen können, doch später wäre ihr Taillenumfang zu sichtbar geworden, in etwa vergleichbar mit dem Dilemma der Stacey in François Truffauts „La nuit américaine“.
Die Kleidung der Krankenschwester Claire, die Michel Bouquet in „Les anneaux de Bicêtre“ (Zwischen Tod und Leben) ins Leben zurückholte, ließ das Arbeiten als Schauspielerin wiederum zu.

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Und am 21. August 1976 folgte für Claude Jade, die da bereits einige Mutterrollen gespielt hatte, ihre schönste Rolle in
LE PETIT PIERRE: „Lorsque l’enfant paraît“
dans le rôle du nourrisson: Pierre (prêt à crier, à 14 h25), dans le rôle de la mère: Claude (prêt à pouponner, à 17 heures), dans le rôle du père: Bernard (prêt à tourner de l’oeil, à 14 h 30).
„Le film de cinéma-vérité est sûrement le plus important de ma vie“
(Claude Jade, Baisers envolés, 2004)

Pierre Coste in den Armen seiner Maman Claude Jade

Pierre Coste in den Armen seiner Maman Claude Jade

Claude Jade und Annick Beauchamps mit ihren Bébés Pierre und Charlotte

Claude Jade und Annick Beauchamps mit ihren Bébés Pierre und Charlotte

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Jacques Perrin (links) und Claude Jade in „Home sweet Home“

home_sweet_home_poster_la_fete_a_jules_claude_jade_Jacques_perrin„Es gibt keine schwierigen Themen im Film. Wenn wir es schaffen, für sie die richtige Form zu finden, werden alle Filme für ein großes Publikum bestimmt sein.“ Jacques Perrin spielte nicht nur mit Claude Jade in Benoît Lamys fulminantem Debütfilm „Home Sweet Home“ das junge Paar unter größtenteils mit Laien besetzten Altersheimbewohnern; er war auch Koproduzent des vielleicht nur im Arbeitstitel schwierig erscheinenden Themas: „Traité de savoir-vivre à l’usage des vieilles générations“.
Wer wollte 1973 schon einen Film über alte Menschen produzieren; nicht sexy genug, Leute ins Kino zu locken? Jacqueline Pierreux und Jacques Perrin machten sich stark.

Claude Jade und Jacques Perrin in "Home Sweet Home" (Trautes Heim)

Claude Jade und Jacques Perrin in „Home Sweet Home“ (Trautes Heim)

affiche_Poster_Home_sweet_Home_affiche_bombe_benoit_lamy_claude_Jade_Jacques_Perrin„Alte Leute inszenieren eine Revolution. Ein Unterhaltung und Sozialkritik geschickt verbindendes Erstlingswerk, ebenso ironisch und heiter im Stil wie originell im Stoff“, lobt das Filmlexikon den Film, der 14 Preise weltweit einheimste.
Produzent wurde Perrin vier Jahre zuvor. Er war bereits ein Star, hatte Auszeichnungen erhalten und war abonniert auf den schönen Unschuldigen. 1969 spielte Jacques Perrin in Costa-Gavras‘ bahnbrechendem Politthriller „Z“ den couragierten Journalisten. Costa-Gavras brauchte einen Produzenten für den brisanten Stoff und Perrin gründete die Firma Reggane. Der Rest ist Filmgeschichte.

Perrin in seiner Lieblingsrolle: als Maxence Françoise Dorléac in "les demoiselles de Rochefort"

Jacques Perrin in seiner Lieblingsrolle: als Maxence mit Françoise Dorléac in „Les demoiselles de Rochefort“

"Z" - Regisseur Costa-Gavras mit Star und Produzent Jacques Perrin

„Z“ – Regisseur Costa-Gavras mit seinem Schauspieler und Produzenten Jacques Perrin

Fortan produzierte er politisch linke Filme wie „La guerre d’Algérie“ und suchte auch seine Rollen in diesem Genre: In „Der unsichtbare Aufstand“ und „Sondertribunal“ war er sowohl Schauspieler als auch Produzent.

Claude Jade kämpft 1982 als Anwältin um „die Ehre eines Kapitäns“ (Jacques Perrin)

L'honneur d'un capitaine, film 1982, Pierre Schoendoerffer, Jacques Perrin, Nicole Garcia, Charles Denner, Georges Wildon, Claude Jade, Robert Etcheverry, Georges Marchal, Jean-Francois Poron, Christophe Malavoy, Patrick Chauvel, Hubert Gignoux, Jean Vigny, Guerre, Algerie, film de procés,So führte ein weiterer politischer Film erneut Jacques Perrin und Claude Jade zusammen: Pierre Schoendoerffers „L’honneur d’un capitaine“ . Als Anwältin Valouin kämpft sie mit einer Witwe (Nicole Garcia) gegen die Verleumdung eines 25 Jahre zuvor im Algerienkrieg gefallenen Hauptmanns (Perrin). Sie hatten dem Sujet entsprechend keine gemeinsamen Szenen mehr.
2005 ließen sich Claude Jade und Jacques Perrin für die DVD-Veröffentlichung des Meilensteins des belgischen Kinos interviewen. „Home sweet Home“ bleibt es wundervolles Manifest für die Freiheit und die Revolte.

Jacques Perrin und Claude Jade im preisgekrönten "Home Sweet Home"

Jacques Perrin und Claude Jade im preisgekrönten „Home Sweet Home“

Claude Jade und Jacques Perrin 2005 in Interviews zu "Home sweet Home"

Claude Jade und Jacques Perrin 2005 in Interviews zu „Home sweet Home“

Claude Jade und Jacques Perrin in "Home sweet Home"

Claude Jade und Jacques Perrin in „Home sweet Home“

Mehr zu Jacques Perrin, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, und zu Claude Jade in Benoît Lamys „Trautes Heim“ finden Sie hier:
„Home Sweet Home – Trautes Heim“

Topas heute auf 3sat – noch immer kein Director’s Cut in Deutschland

topaz_alfred_hitchcock_poster_frederick_stafford_dany_robin_claude_jade_karin_dorTestpublikum ist eine der dümmsten Erfindungen des Filmindustrie. Ein paar Leute entscheiden, dass der Regisseur sein Werk umschneiden muss. „Casablanca“ zum Beispiel fiel vor einer solchen Horde durch.
In Fall von Hitchcocks „Topas“ war es das Ende, bei dem sich die Gegenspieler André Devereaux und Jacques Granville im Stade Charléty duellieren – und Granville von einem Heckenschützen niedergestreckt wurde. Das Publikum verstand nicht und senkte den Daumen. Hitchcock drehte nun eine Version, in der Granville nach Moskau abreist. Auch dieses Ende kam nicht an und so wurde aus bereits vorhandenem Material Granvilles Selbstmord zurechtgeschnibbelt: Eigentlich ist es der Rücken einer anderen Figur, die in Granvilles Haus verschwindet.

Heute abend auf 3sat: die alte deutsche Kinofassung von "Topas"

Heute abend auf 3sat: die alte deutsche Kinofassung von „Topas“

Und so endet diese von Universal auferlegte Version: Nach dem Schließen der Tür arretiert das Bild und wir hören einen Schuss. Seit dem 1. Januar 1970 läuft der Film „Topas“ in Deutschland in der von Hitchcock nicht gewollten Version. Seit 17 Jahren läuft in einigen Programmkinos der Director’s Cut, 17 Minuten länger als die alte deutsche Kinoversion. Und ebenso lange gibt es die längere und von Hitchcock favorisierte Fassung auf Video – inzwischen längst auch auf DVD, allerdings nicht in einer deutschen Version.

diese Sequenz fehlt heute: Tamara (Tina Hedström) hält Ausschau nach Verfolgern

diese Sequenz fehlt heute: Tamara (Tina Hedström) hält Ausschau nach Verfolgern

delete_3_head_Tamara_TopazHitchcocks Fassung wird der Adaption des ausufernden Romans gerechter als das, was wir heute abend auf 3sat sehen – oder auf der deutschen DVD von Universal.
Die 17 zusätzlichen Minuten zeigen ein komplexeres Bild der Figuren und lassen den Film weniger verworren wirken. So wird die Familie des russischen Überläufers von ihren amerikanischen Rettern unter Druck gesetzt.

Nur im Director's Cut: die Erpressung der Kuzenovs

Nur im Director’s Cut: die Erpressung der Kuzenovs

Drei Modellköpfe von Boris Kuzenov, seiner Frau Olga und Tochter Tamara als Verkörperungen des amerikanischen Traums werden vom Ex-KGB-Mann auf den Boden geworfen, Tamara weint um die zerstörte Hoffnung, ein All-American-Girl zu werden und CIA-Mann Nordstrom droht den dreien, sie vor der nächsten russischen Botschaft auszusetzen.

Ann Doran ("Rebel without a cause") ist im Director's Cut mit von der Partie

Ann Doran („Rebel without a cause“) ist im Director’s Cut mit von der Partie

Den Kuzenovs zugewiesen wird auch eine Betreuerin: Mrs. Forsyth wird von Ann Doran gespielt, James Deans Mutter in „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. Auch sie wird heute abend nicht auf 3sat mit dabei sein. Und ebenso fehlt die Szene, in der Mike Nordstrom (John Forsythe) fragt, weshalb eine tödliche Waffe im Salon der Devereaux‘ an der Wand hängt. Nicole Devereaux (Dany Robin) erklärt, dass es ihre sei und sie damit in der Résistance gekämpft hätte. So zerstört sich in der kurzen Sequenz die Imago vom blonden Püppchen, das den Kalten Krieg verdammt – und der Verweis auf ihre Vergangenheit in der Résistance ist nicht unerheblich für den Fortgang der Geschichte des Ehebruchs von Nicole.

Nicole war in der Résistance. Vom Kalten Krieg hält sie nichts.

Nicole war in der Résistance. Vom Kalten Krieg hält sie nichts.

delete_5_Michele_Claude_Jade_Airport_La_Guardia_Topaz_Hitchcock_Topas_Michel_SuborHitchcock absolviert seinen Kurzauftritt in einem Rollstuhl, aus dem er überraschend aufsteht, bei der Ankunft von Devereaux‘ Tochter Michèle (Claude Jade) und deren Mann François Picard (Michel Subor) am New Yorker Flughafen La Guardia.
Keine Sorge heute abend: Die Ankunft des Paares und das Plaudern sind geblieben, doch einige Dialoge fehlen.

Im Director’s Cut freut Michèle (Claude Jade) sich auf die wilden Kubaner.

Im Director’s Cut freut Michèle (Claude Jade) sich auf die wilden Kubaner.

Die feine Ironie der Szene schließt sich – nur bei Hitchcocks Version – mit Michèles Schwärmerei für ihren Mann (François: „With a wife like this, one can afford to be modest“) und für die Delegierten der UNO: „… especially the Africans with their marvellous robes. And the Cubans. O I like the Cubans. They are so wild.“ Wie wild, verrät der Film wenig später. Der deutsche Fernsehzuschauer verpasst dieses clin d’œil.

delete_6_juanita_laughingDie von Karin Dor gespielte Juanita ist wie ihr Liebhaber Rico Parra eine tragische Figur des Films. Doch diese Frau, die in einer riesigen Villa mit patentem Personal unter der politischen Situation auf Kuba leidet, darf im Director’s Cut schadenfroh lachen. Sie freut sich, Parra ein Schnippchen zu schlagen. In der deutschen Fassung ist sie wenig gut gelaunt.

Die schadenfroh lachende Karin Dor fehlt in der deutschen Version.

Die schadenfroh lachende Karin Dor fehlt in der deutschen Version.

Auf einer Autofahrt vom Flughafen Orly nach Paris berichtet André (Frederick Stafford) von seinen Problemen, doch Michèle wirft ihm vor, Nicole betrogen zu haben. Dem Zuschauer entgeht nicht nur eine der für Hitchcock typischen künstlichen Rückprojektionen sondern auch die Borniertheit des Antihelden. Natürlich, so André zu Michèle, würde er, der gerade noch in Juanitas Armen lag, mit ihrer Mutter reden. Sie habe außerdem ihn verlassen.

Markenzeichen für Hitchcock: seine Rückprojektionen

Markenzeichen für Hitchcock: seine Rückprojektionen

Was Sie sonst noch verpassen? Ein Gespräch zwischen Claude Jade und Frederick Stafford über den Reichtum Jacques Granvilles (Michel Piccoli) vor dessen Haus. Michèle (Claude Jade): „Er hat dieses Haus hier, dann eines an der Côte d’Azur und eines in der Schweiz.“ André: „Jacques hat immer schon ein Auge für gute Dinge“.

Frederick Stafford, Claude Jade und Michel Subor in "Topas"

Frederick Stafford, Claude Jade und Michel Subor in „Topas“

Die elegante Villa des Jacques Granville

Die elegante Villa des Jacques Granville

Frederick Stafford, Claude Jade, Dany Robin und Michel Piccoli

Frederick Stafford, Claude Jade, Dany Robin und Michel Piccoli

Auf der Party von Jacques Granville versucht Michèle, ihre Eltern zu versöhnen und André hat die Hoffnung, mit Jacques (Michel Piccoli) und Claude Martin (John van Dreelen) Topas zu enttarnen. Wir erfahren nur in der englischen Version, dass André, Nicole und Jacques einst gemeinsam in der Résistance kämpften – und dass Jacques in Nicole verliebt war. Nicht unerheblich, fand Regisseur Hitchcock.

Der Cocktail bei Granville fehlt heute abend auf 3sat.

Der Cocktail bei Granville fehlt heute abend auf 3sat.

Dies waren die Szenen, die den Filmgenuss der deutschen Version ein wenig ergänzen.
Zum Abschluss noch die Enden, die von Hitchcock favorisiert wurden.
Die Abreise des Schurken nach Moskau:

Ab nach Moskau: Winkewinke von Michel Piccoli

Ab nach Moskau: Winkewinke von Michel Piccoli

Und das Duell, von dem neben dem Testpublikum auch Andrés Angehörige vorab nicht begeistert sind.

A Duel ? How idiotic !

A Duel ? How idiotic !

Und nun ein Spoiler, sollte das Ende doch einmal in einer deutschen Fassung zu sehen sein.

So endet "Topas", ginge es nach Wunsch des Regisseurs Alfred Hitchcock

So endet „Topas“, ginge es nach Wunsch des Regisseurs Alfred Hitchcock

Dennoch viel Vergnügen – mit kleinen Abstrichen – mit Alfred Hitchcocks „Topas“
Mehr über den Film hier im Blog unter:  Alfred Hitchcock – Topaz

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Jean-Pierre Mocky 83

mockyJean-Pierre Mocky, der Anarchist unter den französischen Regiegrößen, wird heute 83.
Als Schauspieler wird er in den 50er Jahren mit Antonionis „Die Besiegten“ und Franjus „Mit dem Kopf gegen die Wände“ bekannt. 1959 debütiert er mit „Les dragueurs“ als Regisseur. Nach verrückten Komödien sind seine wichtigsten Arbeiten kurz nach dem Pariser Mai 68 das Portrait einer Gruppe von Linksterroristen („Solo“) und die Abrechnung mit korrupten Politikern („Der Albatros“). Satirische Komödien prägen in den Folgejahren sein Œuvre: in „Tod dem Schiedsrichter“ wollen Fußballfans den Unparteiischen lynchen, mit „Das Wunder des Papu“ macht er sich über Wunderheilung lustig.

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In der Farce „Bonsoir“ ist sein Stammschauspieler Michel Serrault ein obdachlos gewordener Schneider. Jean-Pierre Mocky besetzt Claude Jade als heimliche Lesbierin, die ihn bei sich aufnimmt. „Die Rolle ist großartig, um ein Bild zu brechen, das man von mir hat“, freut sich Claude Jade über ihre Caroline in Mockys Film. Mehr über den Film hier: Bonsoir

giphy Bonsoir claude jade michel serrault jean pierre mocky

Herzlichen Glückwunsch zum 83.

 

Einfaches Abendessen

Vergessen einzukaufen? Baby schläft bereits?
Dann ran an die Babynahrung.
Y a plus rien à manger ?
J’ai juste trouve ça, c’est les pots d’Alphonse.
Mmmm ! ça, ça doit être très bon, y’a qu’à manger ça !
Ben oui, mais s’il se réveille.
Qui ça ? Alphonse ? Tu sais très bien que quand Alphonse est endormi, il ne se réveille plus jamais…
Bon d’accord

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Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, „Domicile conjugal“ (1970, François Truffaut)

200 ans Meduse

200. Jahrestag des Schiffbruchs der Medusa. Am 2. Juli 1816 lief die Fregatte auf der Banc d’Arguin auf Grund.
Der Schiffbruch inspirierte Théodore Géricault zu seinem berühmten Gemälde „Das Floß der Medusa“ und den Regisseur Iradj Azimi zu seinem Film „Le radeau de la Méduse“, in dem Claude Jade die Frau des Gouverneurs, Reine Schmaltz, spielte.

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Mehr zum Film hier: Le Radeau de la Méduse

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Genevieve Fontanel 80

volpone claude jade genevieve fontanel 1978In zwei Stücken begegnen sich Claude Jade und Geneviève Fontanel auf der Bühne: 1978 als unschuldige Colomba und als durchtriebene Kurtisane Canina im Venedig der Renaissance in „Volpone“ und 1988 als Gefangene Marie-Renée de Bonchamps und als Frau des Kerkermeisters zur Zeit der Französischen Revolution in „Regulus 93 ou la véritable histoire du citoyen Haudaudine“.

Genevieve fontanel vidoqGeneviève Fontanel, die seit ihrem 4. Lebensmonat in Marokko aufwuchs, kehrte als 18jährige nach Frankreich zurück, studierte an der rue Blanche und absolvierte das Conservatoire national supérieur d’art dramatique. 1958 erhielt sie den Prix de Comédie und wurde Mitglied an der Comédie Française.
Sie spielte am Theater unter der Regie ihres Mannes Jacques Destoop sowie unter Theatermachern, die auch Claude Jades Regisseure waren: Raymond Gérôme, Jacques Mauclair, André Barsacq und Jean Meyer.

Hatte sie ihm Fernsehen größere Rollen wie die der Annette neben Bernard Noël in der Serie „Vidoq“, erhielt sie im Kino trotz großen Charmes und Talents nur Nebenrollen: in den 1960er Jahren Kurzauftritte als Serviererin Marie-Jo in Henri Verneuils „Ein Affe im Winter“, als Marcel Dalios Freundin in Philippe de Brocas „Ich war eine männliche Sexbombe“ mit Jean-Pierre Cassel oder als Joffreys Geliebte Carmencita in „Angélique“.

Geneviève Fontanel mit Jean Gabin und mit Victor Lanoux in "L'affaire Dominici"

Geneviève Fontanel mit Jean Gabin und mit Victor Lanoux in „L’affaire Dominici“

1972 ist sie Victor Lanoux‘ Frau und Jean Gabins Schwiegertochter in „Die Affäre Dominici“. Die Yvette Dominici und ihre Dessous-Boutique-Besitzerin Hélène in François Truffauts „Der Mann, der die Frauen liebte“ sind ihre bekanntesten Rollen. In Truffauts Film war Geneviève Fontanel so herausragend, dass sie 1978 für den César als beste weibliche Nebendarstellerin nominiert wurde.

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Geneviève Fontanel in „L’homme qui aimait les femmes“ von François Truffaut

Zwischen Fontanels Hélène in diesem Film und Claude Jades drittem Einsatz als Christine Darbon-Doinel in Truffauts „Liebe auf der Flucht“ spielten beide gemeinsam in Jean Meyers Inszenierung von „Volpone“ am Théâtre Marigny. Das Stück ist zum Glück erhalten: es lief im Fernsehen in der Reihe „Au théâtre ce soir“ und ist inzwischen auf DVD erschienen.

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Volpone

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Jacques Marin, Claude Jade, Jean Meyer, Geneviève Fontanel, Francis Huster, Jean Le Poulain, Jean Péméja

Genevieve Fontanel Claude Jade Regulus 93 ou la veritable histoire du Citoyen Haudaudine Catherine Decours

„Regulus 93 ou la véritable histoire du Citoyen Haudaudine“ 1988 am Espace 44 in Nantes

fontanel_regulus93_Haudaudine_claude_jade_genevieve_Fontanel_1988Zwölf Jahre später ist Claude Jade die berühmte Marquise Marie-Renée de Bonchamps, die von Pierre Haudaudine (Bruno Pradal) vor der Hinrichtung gerettet wird. Im Gefängnis begegnet sie in Victoire, der Frau des Kerkermeisters, erneut Geneviève Fontanel.
Dass die Befreiung der Marquise durch Haudaudine in den Tagen der letzten Vorstellungen auch in die Befreiung Claude Jades von ihrem jahrelangen Stalker ist, erlebt auch Geneviève Fontanel, als am Theater in Nantes eine Bombendrohung eingeht und kurz darauf eine anonyme Meldung an einen Journalisten von Europe 1, dass Claude Jade und Bruno Pradal leblos in ihrem Hotelzimmer aufgefunden worden seien… Darüber demnächst mehr in diesem Blog.

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Heute gilt es, Geneviève Fontanel zu gratulieren: Herzlichen Glückwunsch zum 80.

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Gisèle Casadesus und Claude Jade in "Ma mie Rose" (Alle lieben Mami Rose)

Gisèle Casadesus und Claude Jade in „Ma mie Rose“ (Alle lieben Mami Rose)

La tete en friche Gisele Casadesus Gerard depardieuErst 2010 habe ein Regisseur ihr Potential für eine Hauptrolle entdeckt, lärmt die deutsche „Welt“, als die 95jährige Gisèle Casadesus neben Gérard Depardieu in „La tête en friche“ (Das Labyrinth der Wörter) spielt. Was natürlich völliger Quatsch ist, denn bereits 1975 spielte Gisèle Casadesus die erste Hauptrolle in „Ma Mie Rose“ (Alle lieben Mami Rose).
ma_gisele_casadesus_jeuneMit zwanzig Jahren erhielt Gisèle Casadesus am Konservatorium den Prix de comédie und wurde 1939 das 400. Mitglied an der Comédie-Française.
Neben dem Theater spielte sie nach ihrem Filmdebut 1943 – mit einer Hauptrolle in Marcel L’Herbiers „L’Aventurier“ – größere Rollen im Kino der 30er und 40er Jahre.

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ma_gisele casadesus claude jade 1975Nebenrollen folgten in den 1970er Jahren: in André Cayattes „Verdict“ als Jean Gabins Ehefrau, die von Sophia Loren entführt wird, in Roger Vadims „Une femme fidèle“ als Jon Finchs Filmtante und als Louis Velles Schwiegermutter in „Un mari, c’est un mari“. Eine Nebenrolle spielt sie auch 1976 als Claude Jades Filmmutter in „Le collectionneur de cerveaux“ (Schach dem Roboter).

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Fast ein Jahr zuvor drehten Claude Jade und Gisèle Casadesus gemeinsam „Ma Mie Rose“ (Alle lieben Mami Rose). Das Ehepaar Agathe (Claude Jade) und Régis (Claude Giraud) steht kurz vor der Scheidung. Für einen Urlaub mit ihrem sehr verhaltensgestörten Sohn Benoît (Eric Najsztat) engagiert Agathe eine „Grand-mère au pair“. Mary Poppins kam mit einem Koffer; Rose (Gisèle Casadesus) erscheint mit Vogel Caruso in einem Käfig und dem Fisch Nina in einer Plastetüte. Und sie verändert das Leben der drei.

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Claude Jade wünschte sich für das Älterwerden die Eleganz der Gisèle Casadesus: „Sie ist eine große Dame, eine reizvolle Person, gebildet und diskret, eine wunderbare Schauspielerin !“

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Gisèle Casadesus wird heute 102 Jahre alt.

 „Ma Mie Rose“ de Pierre Goutas, Avec Gisèle Casadesus, Claude Jade, Claude Giraud

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Links im Blog zu „Ma Mie Rose“: fête des mères und Bettgeschichten