Philippe Ogouz 1939 – 2019

„Trop c’est trop“ Claude Jade. Nicole Jamet. Chantal Goya, Georges Beller, Didier Kaminka, Philippe Ogouz

Es war Claude Jades Cousin Guy Jorré, der Philippe Ogouz seine erste Fernseh-Hauptrolle gab: In Jorrés Miniserie „Rouletabille“ nach dem Roman von Gaston Leroux spielte er 1966 die Titelrolle. Bekannt war er in Frankreich auch als die französische Stimme von Patrick Duffys Bobby Ewing in „Dallas“ und er sprach die Titelrolle in der Zeichentrickserie „Captain Future“ (Capitaine Flam). Philippe Ogouz starb am 26. Juli 2019.
Ogouz, der Kurse bei bei Harry Baur nahm, studierte 1957 Schauspiel an der Rue Blanche. Seine Stimme war bereits seit Ende der 50er populär, als er im Radio Titelrollen in „Poil de carotte“ und „Zig et Puce“ sprach.
Hatten sich Claude Jade und Philippe Ogouz bei Guy Jorré um einen Film verpasst, Claude hatte damals die kleine Rolle der Mlle Lily in „Le crime de la rue de Chantilly“, spielten sie 1975 gemeinsam in „Trop c’est trop“. Es war Philippe Ogouz‘ einzige Kino-Hauptrolle.  Drei am gleichen Tag geborene Freunde (Philippe Ogouz, Georges Beller und Didier Kaminka) verfallen auf der Suche nach einer Kindheitsfreundin drei reizenden Ludern (Claude Jade, Chantal Goya, Nicole Jamet). Um der inzwischen toten Freundin zu folgen, entkommen die Männer den drei Schönen am Ende durch Suizid und treffen im Finale Luzifer (Darry Cowl).

Der anarchische Spaß von Didier Kaminka, in dem Pierre Richard, Bernard Menez und Les Charlots Gastauftritte haben, ist bis heute noch nicht auf DVD veröffentlicht. Im Kino folgten Nebenrollen in Denis Amars „Asphalte“, Gérard Jugnots „Scout toujours“ und Didier Kaminkas „Vater werden ist doch schwer“.  Später war Philippe Ogouz – wie auch Claude Jade – Gaststar in den Krimireihen „Julie Lescaut“ und „Une femme d’honneur“. Er war oft die Stimme von Patrick Duffy, Dustin Hoffman, Michael Sarrazin, John Travolta, Harvey Keitel und Martin Sheen sowie – neben „Captain Future“ nicht zu vergessen – Tintin in „Tintin et le temple du soleil“ (Tim und Struppi im Sonnentempel).

"Trop c'est trop" Georges Beller, Didier Kaminka, Philippe Ogouz, Claude Jade, Chantal Goya, Nicole Jamet

„Trop c’est trop“ Georges Beller, Didier Kaminka, Philippe Ogouz, Claude Jade, Chantal Goya, Nicole Jamet

Philippe Ogouz, 20. November 1939 – 26. Juli 2019

 

Chantal Goya Trop c’est trop 74

Claude Jade, Nicole Jamet und Chantal Goya in "Trop c'est trop"

Claude Jade, Nicole Jamet und Chantal Goya in Didier Kaminkas „Trop c’est trop“

goya chantal chante„Vous êtes Chantal Goya? C’est exactement que je veux!“ Auf der Café-Terrasse des Théâtre des Champs Elysées spricht Jean-Luc Godard die mit den Hit „C’est bien Bernard“ populäre Sängerin Chantal Goya an; von einem Tag auf den anderen wird sie 1965 für „Masculin féminin“ an der Seite von Jean-Pierre Léaud engagiert. Ohne Drehbuch und Text wird improvisiert und Goya singt „Tu m’as trop menti“. Goya zu Godard: „Es gibt zwei Dinge, die ich nicht tun werde: mich ausziehen und einen Jungen küssen.“ Chantal Goya hat ein sehr braves Image, singt harmlose Kinderlieder und in ihrer kurzen Filmographie ist sie ebenfalls züchtig. Sie dreht einen deutschen Lausbubenfilm mit Hansi Kraus „Wenn Ludwig ins Manöver zieht“), für Jean-Daniel Pollet „Liebe macht lustig, Liebe tut weh“ und tritt neben Michel Serrault als dessen Tochter in Pierre Tchernias „Les Gaspards“ auf.

Chantal Goya (Carole), Claude Jade (Patricia), Nicole Jamet (Nicole)

Chantal Goya (Carole), Claude Jade (Patricia), Nicole Jamet (Nicole) in „Trop c’est trop“

Ein kurzer Imagewandel ist 1975 Didier Kaminkas Komödie „Trop c’est trop“ (Zuviel ist zuviel): Claude Jade, Chantal Goya und Nicole Jamet sind drei unersättliche Luder. Sie verführen das Freundestrio Didier Kaminka, Georges Beller und Philippe Ogouz und wollen die drei nicht mehr gehen lassen. Doch die Jungs entziehen sich den drei Minettes  durch Selbstmord und landen in der Hölle.  Nicole Jamet war im Fernsehen bisher Heldin in Romanadaptionen („Les Misérables“, 1972, „Lucien Leuwen“, 1973) und die Dritte im Bunde räumt ebenfalls – erneut – mit ihrem liebenswerten Image auf: Claude Jade.
Harakirieske Absurdität und knarrende Ironie zeichnen „Trop c’est trop“ aus, doch das Image im Korsett der braven Mädchen bleibt.

Claude Jade, Nicole Jamet, Chantal Goya, Georges Beller, Didier Kaminka, Philippe Ogouz

Claude Jade, Nicole Jamet, Chantal Goya, Georges Beller, Didier Kaminka, Philippe Ogouz

Claude Jade, Nicole Jamet, Chantal Goya, Georges Beller, Didier Kaminka, Philippe Ogouz film "Trop c'est trop"Daran ändert auch die Lobeshymne bei „Télé 7 jours“ nicht. Unter dem Titel „Jeunes premières en liberté“ feiert Irène Dervize den Freiheitszug der drei: „Es waren drei wunderschöne, charmante, berühmte junge Frauen, dazu verdammt, im Kino wie im Fernsehen junge Modelle zu sein. Und sie hatten davon genug: Claude Jade, Chantal Goya und Nicole Jamet wollen nicht mehr die romantischen Frauen sein. Glücklicherweise hat der Ehemann von Nicole, Didier Kaminka, genügend Fantasie. Und er verzaubert mit seinem Konzept seine drei Schauspielerinnen zu den verrückten Heldinnen einer burlesken Komödie.“

Chantal Goya, Nicole Jamet und Claude Jade

Chantal Goya, Nicole Jamet und Claude Jade

Chantal Goya wird heute 74. Joyeux Anniversaire.