1968 – im Smartphone von François Truffaut

„1968 – das Jahr, in dem alles begann“
Wie würde man die Ereignisse von 1968 auf einem Smartphone und seinen Apps verfolgen?
INA und Libération präsentieren das Mobiltelefon von François Truffaut.

1968 war das Jahr der „Geraubten Küsse“, aber auch des Kampfes um die Cinémathèque, des Abbruch des Festivals von Cannes und die Zeit der Heiratspläne von François Truffaut und der 16 Jahre jüngeren Claude Jade. Der achtminütige Kurzfilm „1968 raconté en version mobile – François Truffaut“ ist der zweite Beitrag einer Reihe von Mikhail Zygar, Karen Shainyan und Timur Bekmambetov, in Partnerschaft mit Libération und der INA. Die Erzählerstimme: Vincent Collet.
Hier Screenshots des Mobiltelefons von François Truffaut aus diesem Film.

daily-francois-truffaut-01-1968-claude-jade-cinematheque-francaise-henri-langlois

francois-truffaut-1968-claude-jade-cinematheque-francaise-baisers-voles-alfred-hitchcock-stanley-kubrick-catherine-deneuve-cannes-henri-langlois-jean-pierre-leaud-fevrier

francois-truffaut-02-1968-4-claude-jade-cinematheque-francaise-baisers-voles-henri-langlois-jean-pierre-leaud-marcel-jorre-marcelle-jorre-schneider

francois-truffaut-mai-juin-1968-claude-jade-cinematheque-festival-de-cannes-1968-baisers-voles-jean-luc-godard

Beteiligt sind Henri Langlois, Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, Jean-Luc Godard, die Eltern von Claude (Marcelle und Marcel Jorré), Charles de Gaulle, Julio Cortazar, Mick Jagger, Evgueni Evtouchenko, Paul Newman, Albert Duchenne, François Mitterrand, Petitionsunterzeichner von Alfred Hitchcock über Charles Chaplin bis Akira Kurosawa.

Link zum Kurzfilm  „1968 raconté en version mobile – François Truffaut“

 

Это 1968 год! молодой французский режиссер Франсуа Трюффо оказывается в эпицентре восстания кинозвезд. Клод Жад françois Truffaut, Claude Jade
weiterer Link zur russischen Version:
Это 1968 год!  Франсуа Трюффо

Henri Langlois : Victoire ! Tu es l’homme qui a sauvé la Cinémathèque ! Le festival de Cannes annulé en signe de solidarité. Oui, j’aime votre fille et je voudrais l’épouser. Le meilleur film de l’année 1968, il era acclamé par tout le monde, sauf par Godard. Claude Jade, Marcel Jorré, Marcelle Jorré Baisers volés, Révolte, Mai 1968, Mai 68, Cannes Festival. François Truffaut, Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, Mick Jagger, Evgueni Evtouchenko, Jean-Luc Godard, les parents de Claude, Henri Langlois, Charles de Gaulle, Julio Cortazar, Paul Newman, Albert Duchenne, François Mitterrand Voix off : Vincent Collet

Advertisements

Jean-Pierre Léaud-Retrospektive im Filmmuseum Düsseldorf

Mit 14 Filmen präsentiert das Filmmuseum Düsseldorf vom 4. bis zum 30. März die Reihe „Jean-Pierre Léaud – Der sanfte Rebell“.

Jean-Pierre Léaud - geboren 1944 in Paris als Sohn einer Schauspielerin und eines Drehbuchautors - konnte sich bereits als Kind beim Casting für Francois Truffauts ersten Spielfilm "Sie küssten und sie schlugen ihn" (1959) für die Titelrolle des Antoine Doinel durchsetzen. So begann eine der fruchtbarsten und wichtigsten Kooperationen in der Filmgeschichte. Zusammen mit der Schauspielerin Claude Jade, eine weitere Entdeckung Truffauts, waren sie als das Paar Antoine und Christine Zentrum einer ganzen Reihe von insgesamt zwanzig Jahren umspannenden Filmen. Ihre Figuren sind naiv und neunmalklug, doch während Christine mit der Zeit reifer wird, bleibt Antoine auch als Erwachsener ein Kind. Ein ewiger Jüngling, zart, bisweilen scheu und immer den Schalk im Nacken. Der Zyklus zeigt ihn als Kind, als Jugendlichen, schließlich als Ehemann und Familienvater. In Filmen wie "Geraubte Küsse" (1968), "Tisch und Bett" (1970) oder "Liebe auf der Flucht"(1979) hangelt er sich von Job zu Job oder verstrickt sich in chaotische Liebesgeschichten. Auf das von ihm fabrizierte Chaos reagiert er nur mit einem lakonischen Lächeln und einem lässigen Schulterzucken. Les 400 coups, Baisers voles, Domicile conjugal, L'Amour en fuite

Jeden Sonntag wird ein Film aus François Truffauts Antoine-Doinel-Zyklus gezeigt. Und somit laufen an drei Sonntagen, jeweils um 15 Uhr auch die Filme der Antoine-und-Christine-Saga. Am 11. März macht „Baisers volés“ (Geraubte Küsse) den Anfang, am 18. März läuft „Domicile conjugal“ (Tisch und Bett / Das Ehedomizil) und am 25. März „L’amour en fuite“ (Liebe auf der Flucht).

Der Focus schreibt:
„Mit insgesamt 14 Filmen widmet sich das Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4, dem vielseitigen und sechs Jahrzehnte umspannenden Werk von Jean-Pierre Léaud. Der Schauspieler und die Ikone des französischen Autorenkinos wurde zusammen mit François Truffaut und als dessen Alter Ego Antoine Doinel zum Aushängeschild der Nouvelle Vague. Léaud repräsentierte das Lebensgefühl der französischen Jugend in den 1950er- und 1960er-Jahren. Am Sonntag, 4. März, startet die Filmreihe im Filmmuseum um 15 Uhr. Bis zum 30. März können sich Interessierte die Filme zum Großteil im Original mit Untertitel anschauen.

Mit dem Antoine-Doinel-Zyklus zeigt das Filmmuseum die vier Langfilme und einen Kurzfilm Truffauts mit Léaud als chaotisch-charmanten und träumerischen Lebenskünstler. Weitere Filme von Aki Kaurismäki, Jerzy Skolimowski, Bernardo Bertolucci, Bertrand Bonello und Jean-Luc Godard sowie sein aktueller Film, „Der Tod von Ludwig IXV“ von Albert Serra, runden die Reihe ab.
Jean-Pierre Léaud – geboren 1944 in Paris als Sohn einer Schauspielerin und eines Drehbuchautors – konnte sich bereits als Kind beim Casting für Francois Truffauts ersten Spielfilm „Sie küssten und sie schlugen ihn“ (1959) für die Titelrolle des Antoine Doinel durchsetzen.

So begann eine der fruchtbarsten und wichtigsten Kooperationen in der Filmgeschichte. Zusammen mit der Schauspielerin Claude Jade, eine weitere Entdeckung Truffauts, waren sie als das Paar Antoine und Christine Zentrum einer ganzen Reihe von insgesamt zwanzig Jahren umspannenden Filmen. [ Anm.: natürlich sind es für Antoine und Christine etwa zehn Jahre ]

Ihre Figuren sind naiv und neunmalklug, doch während Christine mit der Zeit reifer wird, bleibt Antoine auch als Erwachsener ein Kind. Ein ewiger Jüngling, zart, bisweilen scheu und immer den Schalk im Nacken.

Der Zyklus zeigt ihn als Kind, als Jugendlichen, schließlich als Ehemann und Familienvater. In Filmen wie „Geraubte Küsse“ (1968), „Tisch und Bett“ (1970) oder „Liebe auf der Flucht“ (1979) hangelt er sich von Job zu Job oder verstrickt sich in chaotische Liebesgeschichten.  Auf das von ihm fabrizierte Chaos reagiert er nur mit einem lakonischen Lächeln und einem lässigen Schulterzucken.

Ab Mitte der 1960er-Jahre beginnt Léaud, sich von Antoine Doinel zu emanzipieren. Seine Figuren – so zum Beispiel in „Masculin, féminin“ (1966) oder „I hired a contract killer“ (1992) – werden abstrakter, sein schüchternes Wesen bleibt ihm jedoch erhalten. Erst Jahre später wendet er sich gänzlich anderen Rollen zu und dreht letztlich mit fast allen Größen des europäischen Kinos.

2016 erhält Jean-Pierre Léaud die Goldene Palme für sein Lebenswerk

Im Jahr 2000 erhielt er einen Ehren-César und 2016 wurde ihm die Goldene Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes als Ehrenpreis für sein Lebenswerk verliehen.“

Link zur gesamten Léaud-Werkschau im „Black Box“-Kino
Link zum ersten gemeinsamen Film Geraubte Küsse (Baisers volés)

Jean-Pierre Léaud Filmmuseum Düsseldorf Les 400 Coups, La mort de Louis XIV Le depart Ultimo Tango a Parigi Baisers voles I hired a contract killer domicile conjugal la nuit americaine le pornographe titof l'amour en fuite la viede boheme masculin feminin claude Jade Francois Truffaut Aki Kaurismäki Marlon Brando Jean Luc Godard Jerzy Skolimowski Der Start Geraubte Küsse die amerikanische Nacht der letzte tango in Paris vertrag mit meinem Killer Sie küssten und sie schlugen ihn Tisch und Bett das Ehedomizil claude Jade marie-france Pisier Dorothee Black Box Kino März 2018 Retrospektive Jean-Pierre Léaud Antoine Doinel Nouvelle Vague

Le Figurant

„Le Figurant“ von Didier Blonde erzählt von einem Komparsen, der im Februar 1968 am Set zu François Truffauts „Baisers volés“ dem Mädchen Judith begegnet. Vor dem Hintergrund der Demonstrationen an der Cinémathèque Française vor 50 Jahren dreht Truffaut seinen Film. Judith, auch sie ist Komparsin, taucht nie wieder am Set auf. Der Erzähler, ein Cinephiler, ist von ihr bewegt wie Doinel von Claude Jade. Und er beginnt mit der Suche nach ihr. Und auch 50 Jahre später ist er davon besessen, sie zu finden.

Hier ein Link zum legendären Film: „Baisers volés – Geraubte Küsse“

Daniel Ceccaldi 89

Claude Jade, Daniel Ceccaldi und Claire Duhamel in "Geraubte Küsse"

Claude Jade, Daniel Ceccaldi und Claire Duhamel in „Geraubte Küsse“

ceccaldi_claude jade daniel ceccaldi Domicile conjugalIn „Baisers volés“ und „Domicile conjugal“ war Daniel Ceccaldi (1927-2003) der Stiefvater von Christine Darbon-Doinel alias Claude Jade – und natürlich der Schwiegervater von Truffauts Alter ego Antoine Doinel.
Den Namen Darbon für Christines Eltern entlieh Truffaut dem Schauspieler François Darbon, der im Kurzfilm „Antoine et Colette“ den namenlosen Stiefvater von Antoines platonischem Schwarm Colette gespielt hatte. Die Darbons leben im 16. Arrondissement, in der avenue Édouard-Vaillant Nummer 44.
Ceccaldi_baisers_voles_Claude_Jade_Daniel_Ceccaldi_1968_filmClaude Jade über ihre Filmeltern: „François sagte, dass er Mädchen mit netten Eltern gern mochte. Aus diesem Grund sind Antoine Doinels Schwiegereltern so sympathisch.“
Daniel Ceccaldis Lucien Darbon könnte dem Universum Charles Dickens‘ entstammen, ein  gebildeter, schelmischer und  warmherziger Bonhomme, als Stiefvater und als Schwiegervater auch ein Komplize der Helden.

Claude Jade, Claire Duhamel, Jean-Pierre Léaud und Daniel Ceccaldi. Baisers volés. 1968.

Claude Jade, Claire Duhamel, Jean-Pierre Léaud und Daniel Ceccaldi. Baisers volés. 1968.

Jean-Pierre Leaud, Claude Jade, Daniel Ceccaldi, Claire Duhamel. Domicile conjugal. 1970

Jean-Pierre Leaud, Claude Jade, Daniel Ceccaldi, Claire Duhamel. Domicile conjugal. 1970

Ceccaldi_Dom_le canard malicieux daniel ceccaldi claude jadeEr ist warmherzig und in seiner Spielfreude köstlich, wenn er am Essenstisch erklärt, weshalb Christine auf keinen Fall die Marseillaise spielen dürfe. Er ist ein Feingeist, der eine Autowerkstatt besitzt und der in „Domicile conjugal“ seinem Enkel Alphonse eine gelbe Gummiente mitbringt. Kurz zuvor hat Christine herausgefunden, dass Antoine sie mit einer Japanerin betrogen hat. Lucien: „Diese Ente ist übrigens für Alphonse, die ist nicht für euch. Ich sage das, weil ich kürzlich einen interessanten Roman gelesen habe: ‚Die schelmische Ente‘. Es ist die Geschichte eines Richters, eines Mannes aus dem gehobenen Bürgertum, der sich unsterblich in eine Ente verliebt, eine Ente, die man seinem Sohn geschenkt hat.“ Christine: „Das kann Antoine nicht passieren; er hat für leblose Dinge nichts übrig. Er bevorzugt Menschen, obgleich er überhaupt nichts gegen die Farbe Gelb hat.“

Daniel Ceccaldi als Lucien Darbon in "Baisers volés" (oben) und "Domicile conjugal"

Daniel Ceccaldi als Lucien Darbon in „Baisers volés“ (oben) und „Domicile conjugal“

Ceccaldi_Banania_Baisers_voles_Claude_JadeSeinen schönsten Satz in „Domicile conjugal“ hat Ceccaldi in einer Szene im Bordell, in dem er seinem Schwiegersohn begegnet: „Wertvolle Menschen sind wie schöne Dinge. Sie verlassen selbst die guten Häuser mit Bedauern.“
Der Kritiker Bob Wade schreibt über Ceccaldis Lucien Darbon: „Claude Jade’s parents are memorably played by Daniel Ceccaldi and Claire Duhamel. Ceccaldi’s role may represent the most pleasant and neurosis-free father in any movie of the era. He overflows with Dickensian warmth and geniality.“

François Truffaut, Daniel Ceccaldi, Claude Jade, jean-Pierre Léaud

François Truffaut, Daniel Ceccaldi, Claude Jade, jean-Pierre Léaud

Daniel Ceccaldi1972 bittet Daniel Ceccaldi Claude Jade, in Shakespeares „Henry V“ seine kleine französische Prinzessin Catherine de Valois zu spielen, im von ihm inszenierten und gespielten Stück bei Sommerfestivals in Beauhency, Sarlat und Sisteron. Leider fällt dieses schöne Projekt ins Wasser, bei dem man einem berühmten Tochter-Vater-Paar der Filmgeschichte nach ihrer Vermählung auf der Bühne hätte applaudieren können.

Claude Jade schwärmt in ihrer Autobiographie „Baisers envolés“: „Daniel Ceccaldi, toujours disert, charmant et plein d’esprit.“ Heute wäre der Schauspieler 89 Jahre geworden.

Jean-Pierre Léaud, François Truffaut, Claude Jade, Daniel Ceccaldi und Claire Duhamel bei Dreharbeiten zu "Domicile conjugal", 1970

Jean-Pierre Léaud, François Truffaut, Claude Jade, Daniel Ceccaldi und Claire Duhamel bei Dreharbeiten zu „Domicile conjugal“ (Das Ehedomizil / Tisch und Bett, 1970)

Mehr über Daniel Ceccaldi in „Baisers volés“ hier: „Geraubte Küsse“

 

Palme d’or d’honneur 2016 für Jean-Pierre Leaud

Bei den 69. Filmfestspielen von Cannes wird der Schauspieler Jean-Pierre Léaud am 22. Mai 2016 die Ehrenpalme, die Palme d’or d’honneur, für sein Lebenswerk erhalten. Dies gab heute die Festivalleitung bekannt.

Jean-Pierre Léaud recevra la Palme d'or d'honneur au Festival de Cannes 2016; La Palme d'or d'honneur de la 69e édition du Festival de Cannes sera décernée au comédien Jean-Pierre Léaud, incarnation de la Nouvelle Vague et interprète fétiche de François Truffaut, Claude Jade sa partenaire dans trois films

In drei der wichtigsten Filme Jean-Pierre Léauds war Claude Jade zwischen 1968 und 1979 als Christine Darbon die Partnerin seines legendären Antoine Doinel: « Baisers volés », « Domicile conjugal » und « L’amour en fuite ».

Palme d'or d'honneur Cannes 2016 Jean-Pierre Léaud Claude Jade Antoine Doinel Domicile conjugal Francois Truffaut

… des mois d’avril

truffaut femmes claude jade1

apparence_1968_Claude_Jade_Baisers_voles_1♪ ♫ le vent qui frappe à ma porte…

Que reste-t-il de nos amours ?
Que reste-t-il de ces beaux jours ?
Une photo, vieille photo de ma jeunesse
Que reste-t-il des billets doux,
Des mois d’avril, des rendez-vous ?
Un souvenir qui me poursuit sans cesse
Bonheur fané, cheveux au vent
Baisers volés, rêves mouvants
Que reste-t-il de tout cela ?
Dites-le-moi
Un petit village, un vieux clocher
Un paysage si bien caché
Et dans un nuage, le cher visage
de mon passé

François Truffaut 84

Heute vor 84 Jahren wurde François Truffaut geboren.

Bonheur fané, cheveux au vent
Baisers volés, rêves mouvants,
Que reste-t-il de tout cela
Dites-le-moi
François Truffaut, Claude Jade, filmographie, films, Bausers volés, Domicile conjugal, L'amour en fuite, Nouvelle Vague, Images, tournage, fiancée

kiosque à journeaux
Christine (Claude Jade): J‘ aimerais ce magazine, s’il vous plaît.
le vendeur (voix François Truffaut): Oui.
Christine: Oh, dites-moi, il y a une jolie affichette, là.
C’est le danseur Noureev, est-ce que je la prendre ?
le vendeur: Ah oui, bien sûr.
Christine: Merci beaucoup.
le vendeur: Prenez-la vous-même.
Christine: Ah, elle est très belle… Formidable ! Je vous dois combien?
le vendeur : Deux francs juste.
Christine: Merci beaucoup, monsieur.
le vendeur: Merci, mademoiselle.
Christine: Non, pas mademoiselle, madame.

15 Oktober Jahrestag des Verschwindens zweier Musen der Nouvelle Vague

MARIE DUBOIS    DELPHINE SEYRIG

An einem 15. Oktober verschwanden zwei Musen der Nouvelle Vague: Delphine Seyrig starb vor 25 Jahren, wie Claude Jade im Alter von 58 Jahren; der Todestag von Marie Dubois jährt sich heute zum ersten Mal. Claude Jade lernte beide Schauspielerinnen 1968, beim Dreh zu „Geraubte Küsse“, kennen.

Marie Dubois

MARIE DUBOIS, die von Truffaut für die weibliche Hauptrolle der Lena in „Schießen Sie auf den Pianisten“ entdeckt wurde und als Thérèse in „Jules und Jim“ mit einer Zigarette eine Dampflokomotive imitierte, tauchte eines Tages am Set zu „Geraubte Küsse“ auf. Claude Jade: „Marie Dubois, ganz in Schwarz gekleidet, mit ihrem hübschen Gesicht und ihrem blonden Haar, war wie die Sonne und ich verschlang sie bewundernd mit meinen Augen.“

Serge Rousseau, Claude Jade, Marie Dubois, Jean-Pierre Léaud

Serge Rousseau während der Liebeserklärung in „Baisers volés“ und mit Ehefrau Marie Dubois

Marie Dubois hatte am Drehort ihren Mann besucht: Serge Rousseau, jenen Schauspieler, der als „der Unbekannte“ den ganzen Film über Claude Jade verfolgt und ihr am Ende – als Stellvertreter Doinels und Truffauts – seine endgültige Liebe erklärt. Zwei Jahre später reisten Claude Jade und Marie Dubois gemeinsam zum Festival von Karlovy Vary – als Botschafterinnen des Französischen Films. Ein Jahr später, 1971, repräsentieren Claude Jade und Marie Dubois erneut das französische Kino, diesmal in München zur Woche des Französischen Films. Wenn sie sich nicht im Ausland begegnen, trifft man Claude Jade und Marie Dubois in jenen Jahren auch bei einem Spielenachmittag, zuhause bei François Truffaut.

François Truffaut, Claude Jade, Marie Dubois

François Truffaut, Claude Jade und Marie Dubois

Claude Jade und Marie Dubois

François Truffaut, Claude Jade, Marie Dubois

François Truffaut, Claude Jade, Marie Dubois

Jacqueline Bisset, Nelly Benedetti, Catherine Deneuve, Bernadette Lafont, Claire Maurier, Delphine Seyrig, Brigitte Fossey, Claude Jade; Henri Serre, Serge Rousseau, Marie Dubois, Gérard Depardieu, Charles Aznavour, Jean-Claude Brialy, Jean-Pierre Léaud, Jean-Pierre Aumont, Henri Garcin

Jacqueline Bisset, Nelly Benedetti, Catherine Deneuve, Bernadette Lafont, Claire Maurier, Delphine Seyrig, Brigitte Fossey, Claude Jade; Henri Serre, Serge Rousseau, Marie Dubois, Gérard Depardieu, Charles Aznavour, Jean-Claude Brialy, Jean-Pierre Léaud, Jean-Pierre Aumont und Henri Garcin,  Cannes 1985

*  DELPHINE SEYRIG  *

Delphine Seyrig

DELPHINE SEYRIG war in der Nouvelle Vague die Muse Alain Resnais‘ in „Letztes Jahr in Marienbad“ und „Muriel oder Die Zeit der Wiederkehr“. Truffaut verehrt sie für diese Leistungen und sieht sie 1964 am Theater in Harold Pinters „Der Liebhaber“. Er lädt sie zum Essen ein und fühlt sich an Louise de Vilmorin erinnert: „ein makelloses Oval“ und „ein Teint, leuchtend, wie von innen erhellt“. Mit eben jenen Worten wird Antoine Doinel – vier Jahre später in „Baisers volés“ – Delphine Seyrigs Fabienne Tabard beschreiben.

Christine Darbon, Christine Darbon, Fabienne Tabard, Fabienne Tabard, Antoine Doinel. Delphine Seyrig, Claude Jade, Jean-Pierre Léaud

„Christine Darbon, Christine Darbon, Fabienne Tabard, Fabienne Tabard“

tabard claude jade delphine seyrig baisers volesMadame Tabard, dieser bewunderte Entwurf aus Geld und Hermelin, ist für Antoine der Grund, Christine vorerst zu verlassen: „Liebe setzt Bewunderung voraus und ich habe dich nie bewundert, nicht einmal als ich glaubte, ich liebe dich“. Doch Christine ergreift schließlich die Initiative und gewinnt Antoine zurück; Fabienne bleibt, was sie ist, die Frau des Dinosauriers Tabard.
„Am Ende funktioniert die Begegnung Antoines mit Fabienne Tabard nicht anders als andere beiläufige Chiffren von Liebe in diesem Film. Wie der Homosexuelle, der sich in einen Zauberkünstler verliebt hat, ist sie eine der Spielarten der Liebe, die Antoines Verhältnis zu Christine kontrastieren“ (Hanns Fischer, 1974).
Auch wenn Fabienne Tabard keine Chance gegen die erste weibliche Hauptfigur Christine Darbon hat, ist Delphine Seyrig in ihren Szenen eine „überirdische Erscheinung“. Fabienne lehnt dies kategorisch ab: „Ich bin keine überirdische Erscheinung, ich bin das genaue Gegenteil, ich bin eine Frau.“

Delphine Seyrig Claude Jade Martine Ferrière

Delphine Seyrig und Claude Jade in „Baisers volés“

Claude Jade, Delphine Seyrig und Catherine Deneuve in Cannes 1985

Claude Jade, Delphine Seyrig und Catherine Deneuve in Cannes 1985

Claude Jade (r.) und Delphine Seyrig (3.v.r.) in Cannes 1985

Claude Jade (r.) und Delphine Seyrig (3.v.r.) in Cannes 1985

JEAN-PIERRE CARGOL (L'enfant sauvage), JEANNE MOREAU (Jules et Jim), FREDERIQUE JAMET (petit rôle dans L'homme qui amait les femmes), FANNY ARDANT (La femme d'à côté), SYVIE GREZEL (L'argent poche), CHARLES DENNER (La mariée était en noir, Une belle fille..., L'homme qui aimait les femmes), MARCEL BERBERT (producteur), DANI (La nuit américaine, L'amour en fuite), JACQUELINE BISSET (La nuit américaine), HENRI SERRE (Jules et Jim), SERGE ROUSSEAU (La mariée..., Baisers volés), NELLY BENEDETTI (La peau douce), MARIE DUBOIS (Tirez sur le pianiste, Jules et Jim), ALEXANDRA STEWART (La nuit américaine), CATHERINE DENEUVE (La sirène du Mississippi, Le dernier métro), GERARD DEPARDIEU (La femme d'à côté), CHARLES AZNAVOUR (Tirez sur le pianiste), BERNARDETTE LAFONT (Les mistons, Une belle fille comme moi), CLAIRE MAURIER (Les 400 coups), JEAN-CLAUDE BRIALY (Une histoire d'eau, La mariée était en noir), JEAN-PIERRE LEAUD (les Doinel, Les deux anglaises, La nuit américaine), DELPHINE SEYRIG (Baisers volés), JEAN-PIERRE AUMONT (La nuit américaine), BRIGITTE FOSSEY (L'homme qui aimait les femmes), HENRI GARCIN (La femme d'à côté) et CLAUDE JADE (Baisers volés, Domicile conjugal, L'amour en fuite) - Cannes 1985 -Hommage a François Truffaut

Claude Jade mit Delphine Seyrig, Marie Dubois und anderen Truffaut-Schauspielern 1985 in Cannes

Bettgeschichten

Domicile conjugal Francois Truffaut Bed & Board Claude Jade Jean-Pierre LéaudDas berühmte Motiv des Filmplakats von François Truffauts „Domicile conjugal“, Claude Jade und Jean-Pierre Léaud lesend im Bett, inspirierte später weitere Filmemacher des europäischen Kinos:
In Ingmar Bergmans „Scener ur ett äktenskap“ (Szenen einer Ehe, 1973) sitzt Liv Ullman mit Brille lesend neben Erland Josephson im Bett. Und in der neuen Generation zitiert Jean-Christophe Honoré das im Bett lesende Paar in seinem Film „Dans Paris“ (2006) und erweist ihm auch 2008 in „Les chansons d’amour“ Referenz.
Das Ehebett in „Domicile conjugal“ ist bei weitem nicht das einzige, das Claude Jade in ihrer Karriere bespielt hat.
Hier eine Auswahl.

prunelle claude jade

LA PRUNELLE (1967)
Das erste Bett, das Claude Jade in ihrer Filmographie bezieht, ist die Pritsche in einem Schlafwagenabteil. Das Doppelstockbett teilt sie sich mit dem Star der TV-Serie „La Prunelle“, Armande Navarre.
Tantchen Prunelle und Nichte Rosette (hier bettfein im Nachthemd) verfolgen in der Episode „Prune et X 25“ einige Gauner im Zug.

LES OISEAUX RARES (1967)

Nach der Kissenschlacht: Bernadette Robert, Françoise Godde, Dominique Labourier, Claude Jade

Nach der Kissenschlacht: Bernadette Robert, Françoise Godde, Dominique Labourier, Claude Jade

Das Schlafzimmer der Zwillinge Juliette (Françoise Godde, rechts) und Martine (Dominique Labourier, im Hintergrund) ist zugleich Lagezentrum der Massonneau-Schwestern in der 60teiligen Serie.
Sylvie (Claude Jade) heckt aber auch im zweiten Schlafgemach, das sie sich mit Valérie (Bernadette Robert) teilt,  Pläne aus, die für Chaos sorgen.

Les oiseaux rares feuilleton

BAISERS VOLÉS (Geraubte Küsse, 1968)

Jean-Pierre Léaud und Claude Jade

Antoine (Jean-Pierre Léaud) und Christine (Claude Jade) im Ehebett von Christines Eltern

Vor der berühmten Verlobungsszene am Frühstückstisch – mit Zwiebacktrick, kleinen Zetteln und dem Flaschenöffner als Ring – steht in „Baisers volés“ die erste gemeinsame Nacht seiner Helden. Wenn Antoine Doinel und Christine Darbon in François Truffauts Filmzyklus das Bett teilen, fährt die Kamera über Teile eines zerlegten Fernsehapparats, als seien es abgelegte Kleider, gleitet die Treppen hinauf, schwenkt auf Christines leeres Bett und endet auf den Liebenden im Schlafzimmer der Eltern Christines. Truffaut streicht am Set zärtlich eine Strähne aus Claude Jades Gesicht – eine Geste, die sie später richtig zu deuten weiß: Antoine ist hier François‘ Stellvertreter und Truffaut selbst macht seiner Hauptdarstellerin wenig später einen Heiratsantrag (siehe „Baisers volés“).

SOUS LE SIGNE DE MONTE-CRISTO
(Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo, 1968)

Jacques Van Dooren, Iska Khan, Claude Jade, César Torres, Sous le signe de Monte-Cristo, Der Rächer aus dem Sarg, Gejagt wie Monte Christo, André Hunebelle

Gar nicht zärtlich wird Claude Jade in ihrem zweiten Kinofilm gebettet. Was auch immer die Schurken (Jacques Van Dooren, Iska Khan, César Torres) mit ihr vorhaben – keine Angst! Edmond Dantès, Bertuccio und Louis eilen herbei und setzen dem Treiben ein Ende. Mit dem Darsteller des Edmond, Paul Barge, wird Claude Jade in späteren Produktionen („La Mandragore“, „Cap des Pins“) das Bett teilen. Siehe auch: „Sous le signe de Monte-Cristo“

MAUREGARD (1969)

mauregard claude jade et annick Korrigan feuilleton Claude Jade Annick Korrigan, pigeon voyageur, Fiançailles, claude de givray balzac le lys dans la vallée

Balzac als Bettlektüre und Verlobung per Luftpost: Claude Jade und Annick Korrigan in „Mauregard“

Wie die Verlobung in ihrem Debüt bei Truffaut ist auch die in der Familiensaga „Mauregard“ unkonventionell. Geschrieben und inszeniert von „Baisers volés“-Co-Autor Claude de Givray, ist es eine Fernverlobung, ebenfalls zur Frühstückszeit, jedoch im Bett.
Der Verlobung mit Hilfe einer Brieftaube geht in dieser Bettszene eine gemeinsame Lektüre voran. War es in „Baisers volés“ Antoine Doinel, der Balzacs „Die Lilie im Tal“ las und damit dem Film eines seiner Motive gab, sind es nun die Waise Françoise (Claude Jade) und ihre adelige Freundin Hélène (Annick Korrigan), die sich gegenseitig aus Balzacs Roman vorlesen:

mauregard claude jade yeux orphans in the storm„Nie habe ich eine schönere Frau gesehen! Welche Hand und welcher Wuchs! Ihr Teint löscht die Lilie aus, und ihre Augen haben den Glanz eines Diamanten!“ zitiert Hélène eine Beschreibung der Arabelle und bezieht sie auf die von Claude Jade gespielte Françoise.
Bei ihrer Besetzung als Waise Françoise schwärmt Truffaut: „Mit deinen großen Augen könntest du allein die zwei Waisen spielen“ – gemeint sind die „Zwei Waisen im Sturm“, gespielt von Lilian und Dorothy Gish, denen er später seinen Film „Die Amerikanische Nacht“ widmete.

Zurück von den Schwärmereien Balzacs und Truffauts ans Bett in der Touraine: Hélène, die vor kurzem ihren standesgemäßen Verlobten und guten Freund Maxence de Mettray erfolgreich mit Françoise verkuppelt hat, will der Freundin zu ihrem Glück verhelfen.

mauregardAn jenem Sommermorgen im Jahre 1885 flattert der Antrag Maxences ans Fenster. Hélène improvisiert nach Lesen der Nachricht, nimmt ihren Ring ab und streift ihn Françoise über den Finger. Natürlich hätte sie einen Flaschenöffner, wie er in „Geraubte Küsse“ zur Verlobung Verwendung findet, nehmen können – doch der wurde erst acht Jahre später – 1893 – erfunden.

Am Drehort zu „Mauregard“ erscheint François Truffaut und macht Claude einen Antrag.

Parallel zu „Mauregard“ dreht sie 1969 in Hollywood einen Film, in dem sie statt der Rüschenkleider Kostüme von Pierre Balmain und Edith Head trägt: Alfred Hitchcocks „Topas“.

TOPAZ (Topas, 1969)

Nicole saß auf Michèles Bettrand – ein Bild längst vergessener Vertrautheit, das sie beide für unwiederbringlich gehalten hatten. „O Mama, Mama!“  „Scht … ich bin ja jetzt bei dir.“ „Papa versucht, es vor mir zu verheimlichen, aber ich weiß, ich werde François nie wiedersehen.“
(Leon Uris, „Topas“, Roman, 1967)

„Claude Jade scheint mir nach allem, was ich über den Roman ‚Topaz‘ weiß, für eine der Rollen sehr geeignet zu sein“, schreibt François Truffaut am 4. Juli 1968 an Alfred Hitchcock.
Die Bettszene zwischen Michèle und ihrer Mutter aus Uris‘ Bestseller erscheint so ähnlich im Film. Hitchcock aber hat wohl Mitleid mit Michèle:  Er lässt François Picard den Mordanschlag aus dem Roman überleben und in die Szene platzen.

topaz hitchcock claude jadeHitchcocks „Topas“, mit 4 Millionen Dollar sein bis dahin teuerster Film, hat Geld für teure Nachbauten – und nun mehr Drehtage für Michel Subor als François –  verschlungen ; da blieb wohl für ein Bett in dieser Szene wenige Minuten vor Filmende nichts übrig. So weint Michèle auf einer Schlafcouch – die Sparversion einer Bestseller-Bettszene. Ob „Topas“ vielleicht auch deshalb so floppte?

Sollte das Bett aus dem Roman der Rückbank einer Limousine ähneln? Hitchcock:

Sollte das Bett aus dem Roman der Rückbank einer Limousine ähneln? Hitchcock: „Claude Jade ist eine ruhige junge Dame, doch für ihr Benehmen auf dem Rücksitz eines Taxis würde ich keine Garantie übernehmen.“

LE TÉMOIN (Der Zeuge, BE/F 1969)

le_temoin_claude_jade_et_gerard_barray

Eine neue Liebe nach der Trennung von François Truffaut: Da dreht Claude Jade gleich nach ihrer Rückkehr aus Hollywood mit ihrem neuen Freund Jean-Claude Dauphin in Belgien einen romantischen Thriller und sie spielen zudem zwei Verlobte – und mit wem landet Claude Jade in „Le témoin“  im Bett? Mit Gérard Barray, Frauenschwarm sowie Mantel- und Degenheld der 60er. Doch statt eines edlen d’Artagnan gibt Barray hier einen zwielichtigen Museumsdirektor,  dem Claude Jade als Mordzeugin Cécile verfällt. Für ihn lässt sie sogar ihren Verlobten sausen. Wie es zu diesem Chaos kommen konnte? Vielleicht, weil Autorin und Regisseurin Anne Walter nicht einen einzigen Drehtag am Set zu „Le témoin – Der Zeuge“ erschien.

MON ONCLE BENJAMIN
(Mein Onkel Benjamin / Der Mann im roten Rock, 1969)

Jacques Brel Claude Jade Mon oncle Benjamin Forêt de Rambouillet en Vallée de Chevreuse

Claude Jade führt Jacques Brel zum Bett aus Gras auf einem Feld im Vallée de Chevreuse

foret rabouillet mon oncle benjaminSo wie Claude Jade erfolgreich eine Nacktszene ablehnt, verweigert ihre Manette dem Draufgänger Benjamin seit Beginn des Films das Bett. Im Finale ergreift sie die Initiative und wählt als Bett einen Schober auf einem Feld am Wald von Rabouillet. (siehe „Mon oncle Benjamin“)

DOMICILE CONJUGAL
(Tisch und Bett / Das Ehedomizil, 1970)

claude jade lit rudolf nureyev liliane perrin la route etraite domicile conjugal

Christine – unter einem Portrait Rudolf Nurejews – liest Liliane Perrins „La route étraite“

Allein sieben Szenen der vielen Alltagsminiaturen in François Truffauts „Domicile conjugal“, gedreht in seiner Wohnung und seinen Büroräumen, spielen im und am Bett.

Claude Jade und François Truffaut in der Klinik Belvédère de Boulogne

Claude Jade und François Truffaut in der Klinik Belvédère de Boulogne

domicile_Claude_Jade_bebe1Bereits ihr erster Drehtag ist eine Bettszene. Claude hat sich in Indien eine Gelbsucht eingefangen und muss das Bett hüten. Truffaut schreibt ihr: „Meine kleine Claude, nein, nein und nochmals nein, trotz deines gelben Teints werde ich dir nicht die Rolle der Japanerin geben!“ Die Drehpläne werden umgestellt und sie hat ihren ersten Drehtag in der Klinik Belvédère de Boulogne, in der auch Truffauts Töchter Eva und Laura geboren wurden: sie darf während der Arbeit liegen. Der Filmsohn, den Claude Jade behütet, ist in Wirklichkeit ein Mädchen. (siehe La fête des mères)

domicile_Claude_Jade_babyblues-film-truffautWenn Christine das Kind bekommen hat und Antoine in der Klinik an ihrem Bett sitzt, hat sie den Baby-Blues. Eben noch war sie ein junges Mädchen, aber sofort nach der Geburt sagt sie „Lass mich allein!“ Und er, der Mann, versteht das nicht: „Ich wollte dich an einem Abend wie diesem nicht allein lassen.“ – „Schließlich hab ich das Kind ja auch allein gekriegt.“
Claude Jade: „Diese Szene macht klar, weshalb François der Lieblingsregisseur der Frauen ist. Es ist wahr, dass sich seine Filme an die Frauen wenden. Er besaß durchaus eine feminine Seite. Verblüffend, wie einfühlsam er war.“

domicile_Claude_Jade_rires_Leaud„Wenn man Antoine und Christine im Bett beobachtet, benehmen sie sich nicht wie Mann und Frau, sie sind viel eher wie Bruder und Schwester“, beurteilt Claude Jade die Bettszenen in „Domicile conjugal“.

domdom_Claude Jade le Monde Jean Pierre Leaud

domicile_Claude_Jade_Leaud_seins1Wie Kinder, die Erwachsene spielen, sind sie, wenn Christine im Bett ihre Brüste betrachtet und schwört, wenn sie ein Kind bekäme, es auf keinen Fall zu stillen. Antoine, der feststellt, dass eine der Brüste größer als sie andere ist, will ihnen zu deren besserer Unterscheidung Namen geben.
Er schlägt zuerst Laurel und Hardy vor und nennt dann „diese hier Don Quijote und die kleine dicke da Sancho Panza“.

Christine weckt Antoine: Sechs Schafe, fünf Schafe, vier Schafe, drei Schafe, zwei Schafe, ein Schaf, null Schafe!

Christine weckt Antoine: Sechs Schafe, fünf Schafe, vier Schafe, drei Schafe, zwei Schafe, ein Schaf, null Schafe!

Antoine interessiert sich neuerdings für japanische Frauen.

Christine schwärmt für Rudolf Nurejew, Antoine interessiert sich neuerdings für japanische Frauen.

Claude Jade Jean-Pierre Léaud Domicile conjugal Nouvelle Vague Francois Truffaut cinema francais

Christine schwärmt für den (homosexuellen) Tänzer Rudolf Nurejew, Antoine interessiert sich seit der Begegnung mit Kyoko für japanische Frauen, da sie „keine andere Frau“ sondern „ein anderer Kontinent“ sei. Die einzige Szene im Ehebett, in der durch einen Fetisch Erotik entsteht, ist jene, in der Antoine Christine bittet, ihre nach dem Lesen abgelegte Brille wieder aufzusetzen.

claude jade lunettes domicile conjugal truffaut jean pierre leaud

domicile_Claude_Jade_Leaud_lit_separeEin vorläufiges Ende findet die Ehe, als Christine von Antoines Affaire mit der Japanerin erfährt. Als sie ihre Nachtwäsche in ihrem Geigenkasten versteckt, um im Hotel zu schlafen, rastet Antoine aus und reißt die Matratze vom Bett. Für ein Foto von Antoine am Nachttisch findet Christine rasch Ersatz: Sie zieht es aus dem Rahmen, zurück bleibt ein Portrait ihres Schwarms Rudolf Nurejew.

les contemporains de François Truffaut: Claude Jade, Jean-Pierre Léaud

les contemporains de François Truffaut: Claude Jade, Jean-Pierre Léaud

LE BATEAU SUR L’HERBE (1971)

„La Gonzesse est partie – Die Tussi ist weg“ schmiert Eléonore (Claude Jade) mit Lippenstift auf ihr Bettlaken, als sie vorläufig das Anwesen verlässt, auf dessen Wiese die zwei Freunde Olivier (John McEnery) und David (Jean-Pierre Cassel) ein Schiff bauen.  Und sie kehrt zurück mit einer Lüge…

John McEnery und Claude Jade in Gérard Brachs

Arglos am Bett der Geliebten (Claude Jade) seines Freundes: Olivier (John McEnery)

Für ihre erste negative Rolle erhält sie Kritikerlob: „Claude Jade, hier mal ganz anders, muss man gesehen haben … Erstaunliche Claude Jade !“, schreibt „Image et son“ und Variety meint: „Miss Jade bringt die richtige Mischung aus Konventionalismus und Eigeninteresse in ihre Rolle“. „La revue de deux mondes“ zeigt Verständnis für ihre Figur: „Die Rolle, die Claude Jade spielt, ist nicht grundsätzlich unsympathisch; zweifellos vereint sie in ihrem Spiel eine Koketterie und eine Perfidie, die ein junges Mädchen heimsucht, von allen Männern geliebt zu werden – und sei es vom besten Freund des Geliebten.“
Claude Jade stürzt sich mit Vergnügen ins Luderbett und in ihr neues Image, den Bruch mit der braven Heldin.
Als der Film ins Rennen um die Goldene Palme geht, schreibt Truffaut, dem dieses neue Rollenbild nicht behagt: „Ich bin froh (nur für dich) über die Teilnahme in Cannes“

Claude Jade und Jean-Pierre Cassel

Claude Jade und Jean-Pierre Cassel

LES FEUX DE LA CHANDELEUR (Kerzenlicht, 1972)

Ein Bild, dass Truffaut gefällt: Claude strahlend mit Bernard Le Coq am Bett von Annie Girardot

Ein Bild, dass Truffaut gefällt: Claude strahlend mit Bernard Le Coq am Bett von Annie Girardot

Bettenbeziehen mit Mama: Claude Jade und Annie Girardot

Bettenbeziehen mit unkonventioneller „Mamuchka“: Claude Jade und Annie Girardot

„Ich wünsche, dass ‚die Feuer der Lichtmess‘ erfolgreich werden (oder erfolgreich sein wird), vor allem für dich, um ,das Boot auf dem Gras‘ zu löschen und dich wieder als angenehm zu ersetzen in den Köpfen der Menschen; ich küsse Dich zärtlich, du bist wirklich meine dritte Tochter, dein françois“
Als Tochter einer Sufragette (Annie Girardot) ist sie wieder angenehm, mit kleinen Widerhaken. Laut filmdienst “sensibel inszeniert, psychologisch überzeugend ausgelotet und exzellent gespielt”, bietet das Drama reichlich Konflikte um die Betten einer Familie.

sanft und schön: Claude Jade

sanft und schön: Claude Jade

Und wie ein Jahr zuvor „Le Bateau“ ist 1972 Serge Korbers „Les feux de la Chandeleur“ Frankreichs offizieller Beitrag für das Festival von Cannes. Und zu Truffauts Freude ist diesmal nichts mehr mit intriganter Tussi :
In ihrem Bett liegt die gerade noch renitente Tochter Laura wach, verzaubert vom Kuss eines Freundes ihrer Mamouchka, einem Kuss auf die Wange. Der Zauber dieser Verwandlung wird verstärkt von einem der besten aller Filmkomponisten: Michel Legrand.

Trost für Laura bei Schwägerin Annie (Gabriella Boccardo)

Trost auf dem Bett für Laura (Claude Jade) bei Schwägerin Annie (Gabriella Boccardo)

Claude Jade und Bernard Le Coq als Geschwisterpaar in

Nichts mit Ausschlafen: Claude Jade und Bernard Le Coq als Geschwisterpaar in „Kerzenlicht“

LA MANDRAGORE (1972)

mandragore mandragola claude jade paul barge niccolo machiavelli

mandragore mandragola claude jade filmVergnügt genießt Claude Jade die zweite Zusammenarbeit mit Paul Barge aus “Sous le signe de Monte Cristo” in einem TV-Film nach Niccolò Machiavellis „La Mandragola“.
Da sie im Film das Original-Haarnetz von Elizabeth Taylor aus „Der Widerspenstigen Zähmung“ trägt (siehe „Gut behütet“), bedarf es auch hier einer List, das Herz der Heldin zu erobern.
In das Renaissance-Bett der verheirateten und kinderlosen Lucrezia findet der verliebte „Wunderheiler“ Callimaco mit angeklebter Nase und der Behauptung, nach dem selbstlosen Liebesakt am Gift eines Fruchtbarkeitstranks  zu sterben.

IL Y A LONGTEMPS QUE JE T’AIME (1972)

il y a longtemps que je t'aime a la claire fontaine claude jade jean barney

Sie begegnen sich in einem Antiquariat und ahnen, sich schon lange zu kennen. Im Bett stimmt Claude Jade in das von Jean Barney gesungene Lied „À la claire fontaine“ ein: „Il y a longtemps que je t’aime, jamais je ne t’oublierai“.
1995 sind Claude Jade und Jean Barney im Fernsehfilm „Porté disparu“ ein Ehepaar.

HOME SWEET HOME (Trautes Heim, 1973)

Streit um ein Bett: Claude Jade und Jane Meuris in

Streit um ein Bett im Altenheim: Claude Jade und Jane Meuris in „Home sweet Home“

home sweet home film claude jade 1973 benoit lamyEndlich wieder ein Imagewechsel für Claude Jade: das Kräftemessen um ein Bett etabliert Pflegerin Claire gleich zu Beginn als wirklich unsympathisches Fräulein. Sie beharrt auf Vorschriften, denn Flore hat es wider die Heimordnung gewagt, ihr Bett umzustellen. Der Streit um das Bett gipfelt später in einer Revolte (siehe „Home sweet Home“)

PRETRES INTERDITS (Der Abbé und die Liebe, 1973)

Germaine Delbat, Michèle Watrin, Robert Hossein und Claude Jade

Germaine Delbat, Michèle Watrin, Robert Hossein und Claude Jade

pretres interdits claude jade film 1973 cinema„Das reinste Gesicht des französischen Films“ (Combat, 1973) verführt einen Priester in dessen Bett ?
In der Kammer des Abbé wird nur Françoises Knie verarztet, doch sie verliebt sich auf den ersten Blick (s. rechts) in den katholischen Kommunisten, den ein echter Frauenschwarm spielt: Robert Hossein, Held der barocken „Angélique“-Filme.
Wenn sich das Paar schließlich liebt und ein Kind zeugt, wird das zölibatäre Bett nicht entweiht: sie wählen dafür den Waldboden.
(siehe „Prêtres interdits“)

MA MIE ROSE (Alle lieben Mami Rose, 1975)

mamie rose film claude jade claude giraudEin weiterer Frauenschwarm aus drei Filmen der „Angélique“-Reihe, mit dem sich Claude Jade das Bett teilt, ist Claude Giraud.
Claude und Claude spielen ein Ehepaar am Rande der Scheidung, das mit Hilfe der Grand-mère au pair ihres Sohnes wieder zueinander – und zurück ins Bett – findet.

mamie rose film claude jade gisele casadesusClaude Jade wünscht sich für das Älterwerden die Eleganz Gisèle Casadesus‘ (hier im Bett als Mamie Rose). Claude schwärmt: „Sie ist eine große Dame, eine reizvolle Person, gebildet und diskret, eine wunderbare Schauspielerin !“ Gisèle Casadesus wird in  „Schach dem Roboter“ Claudes Mutter spielen.

LE CHOIX (BE/F, 1975)

Claude Jade und Gilles Kohler in Jacques Fabers

Claude Jade und Gilles Kohler in Jacques Fabers „Le Choix“

le choix 1975 film franco belge claude jade gilles kohler jacques faber

claude jade gilles kohler film belge le choix 1975

Jean-Pierre (Gilles Kohler) und Anne (Claude Jade)

Claude Jade in einer Doppelrolle: Als lebenslustige Anne balgt sich sich in Brüssel mit ihrem Geliebten Jean-Pierre (Gilles Kohler) im Bett und ist dabei so freizügig, wie es sich Édouard Molinaro sechs Jahre zuvor für „Mein Onkel Benjamin“ erhofft hätte.
Als Jean-Pierre in Nizza mit  Juliette einem Ebenbild Annes begegnet, gleicht diese einem Traum.
Belgiens Beitrag für Karlovy Vary ist ein etwas symbolüberfrachtetes Drama, jedoch von Claude Jade in ihrer Doppelrolle wunderbar nuanciert gespielt.

le choix film claude jade gilles kohler jacques faber

Juliette (Claude Jade) und Jean-Pierre (Gilles Kohler)

LES ROBOTS PENSANTS / LE COLLECTIONNEUR DE CERVEAUX
(Schach dem Roboter, 1976)

Klappe am ersten Drehtag für Claude Jade; rechts mit Regisseur Michel Subiela

Klappe am ersten Drehtag für Claude Jade; rechts mit Regisseur Michel Subiela

collectionneur de cerveaux robots pensantsClaude Jade ist als erfolgreiche Pianistin Penny Vanderwood Heldin eines Horrorfilms nach einem Roman von Georges Langelaan („Die Fliege“).
Im Bett liest Penny in der Zeitung die Ankündigung zu einem einem Schachturnier gegen den Roboter eines gewissen Comte de Saint-Germain, der ihr kürzlich seine Aufwartung machte.

coll1Dort entdeckt sie, dass der Roboter genau so spielt wie ihr verstorbener Verlobter Robert. Als sich herausstellt, dass Roberts Sarg leer ist, will Penny das Geheimnis lösen und wagt sie sich in die Villa des Comte.
Bald schwebt Penny – vom Grafen unter Drogen gesetzt und auf ein Bett gefesselt – in höchster Gefahr.

Seine deutsche Erstausstrahlung hatte der Horrorklassiker in der Reihe „Das Gruselkabinett“.

LES ANNEAUX DE BICETRE (Zwischen Tod und Leben, 1976)

anneaux de bicetre michel bouquet claude jade

Die Verfilmung von Georges Simenons „Glocken von Bicêtre“ spielt ausschließlich in, auf und an einem Bett

Bicetre_anneaux de bicetre claude jade michel bouquet1976 muss Claude Jade ihre Rolle in Nelly Kaplans Erotikdrama „Néa“ absagen, denn ihre Taille hat sich zu sehr verändert: sie ist schwanger. Stattdessen spielt sie nun, parallel zu ihrer Nonne in „Kita no misaki“, die Krankenschwester Blanche in „Zwischen Tod und Leben“.
Ähnlich dem Habit ihrer Nonne ermöglicht ihr die kaschierende Schwesterntracht den Dreh mit einem beeindruckenden Partner: Michel Bouquet. Und bis auf einige Traumsequenzen spielt der Film – fast wie bei „Néa“ – in, auf und an einem Bett.

les anneaux de bicetreAls Blanche agiert Claude Jade am Bett ihres Patienten Maugras, der nach einer Hirnembolie halbseitig gelähmt ist.
Claude Jade lernt im Hospital Saint-Antoine die genauen Gesten einer Krankenschwester und liefert mit Michel Bouquet an einem Krankenbett des Hospitals Bicêtre ein ebenso präzises wie bewegendes Kammerspiel leiser Töne.

anneaux de bicetre film 1976 Georges Simenon Claude Jade Michel Bouquet

FOU COMME FRANÇOIS (1976/77)

Claude Jade mit Michel Creton in ihrem ersten Film nach Pierres Geburt

Claude Jade mit Michel Creton in ihrem ersten Film nach Pierres Geburt

Ende 1976, dank Gymnastik bei Star-Osteopath Pierre Pallardy ist Claude Jade nach der Geburt von Pierre im August wieder in Form, beginnt sie in Marseille mit den Dreharbeiten zu „Fou comme  François“ – als Luce ist sie die Mutter gleich zweier Kinder. Als Luces Mann François (Michel Creton) freiwillig die Arbeitslosigkeit wählt, belastet diese Entscheidung seine Ehe. Er durchbricht eine Wand und zieht sich zurück in sein erweitertes Zimmer mit Hängematte, sein neues Bett. Die Liebesszene in dem Schlafnetz ist auch eine Art Rückbildungsgymnastik.

In der Hängematte findet das Paar in der Krise wieder zueinander.

Rückbildungsgymnastik: In eher unbequemer Position entflieht das Paar kurzzeitig der Krise.

UNA SPIRALE DI NEBBIA (IT, 1977)

spirale di nebbia film 1977 claude jade roberto posse caresses bourgeoises eriprando visconti

spirale di nebbia visconti claude jadeIn großen Lettern prangt VISCONTI auf den Plakaten, darüber, deutlich kleiner, der Vorname Eriprando. Der Neffe eifert Onkel Luchino nach und seziert die italienische Bourgeoisie – auch in ihren Betten. Als unglücklich verheiratete Maria Teresa wird Claude Jade mit Cesare  (Roberto Posse) verkuppelt, doch als er an ihr Bett kommt, weist sie ihn zurück. Als der Film in Paris unter dem unpassenden Titel „Caresses Bouregoises“ läuft, ruft Claude es nicht gerade von den Dächern. François Truffaut sieht ihn dennoch. Der Macher der „Amerikanischen Nacht“ erklärt, er hätte die Nachtszenen bei Tag gedreht und nennt Viscontis Regie enttäuschend. Claude Jade stimmt ihm zu: „Man kann nicht immer Meisterwerke drehen, selbst bei einem Visconti.“

 LA PASSION DE CAMILLE ET LUCILE DESMOULINS (1978)

passion de camille et lucile desmoulins 1978 film bernard alane et claude jadeMit Bernard Alane, dem Hector aus „Mein Onkel Benjamin“, begibt sich Claude Jade erneut zurück ins 18. Jahrhundert.  Sie spielen das  Revolutionspaar vom Kennenlernen bis zum Schafott. In der einzigen Bettszene, die den Geschichtsbüchern nach im Spätherbst 1791 spielt, kann Lucile ihren Mann aufmuntern: Sie erwartet ein Kind.

VOLPONE (1978)

Jean Le Poulain (Volpone), Claude Jade (Colomba), Jacques Marin (Corvino) und Francis Huster (Mosca)

volpone claude jadeVon 1977 bis 1984 spielt Claude Jade in sechs Inszenierungen der Theaterlegende Jean Meyer.
1978 entsteht „Volpone“ fürs Fernsehen: Zentrum der Handlung ist das Bett des angeblich todkranken Volpone (Jean Le Poulain). Mit enormer Spielfreude agiert Claude als naive Colomba. Ebenfalls um das Bett erbschleichen Francis Huster, Jacques Marin, Geneviève Fontanel, Francis Lemaire und Meyer selbst als Corbaccio.

volpone piece tele claude jade jean le poulain jean meyer

L’AMOUR EN FUITE (Liebe auf der Flucht, 1979)

amour en fuite 1979 claude jade jean pierre leaud dani francois truffaut

amour en fuite jean pierre leaud claude jade francois truffaut

Jean-Pierre Léaud und Claude Jade

Im letzten Film von Truffauts Doinel-Zyklus bittet Christine Antoine, etwas netter zu ihrer Freundin Liliane (Dani) zu sein und ertappt die beiden im Bett. Antoines Entschuldigung:
Liliane habe sein Buch gelesen und – um es zu schonen – in Zeitungspapier eingebunden. Und das habe ihn dann so gerührt, dass er mit ihr schlafen musste.

L’ÎLE AUX TRENTE CERCUEILS (Die Insel der dreißig Tode, 1979)

ile aux trente cercueils 30 cercueils Claude Jade

ile aux 30 cerceuils claude jade chien aramis trente cercueilsNachdem sie bei ihrer Ankunft auf der „Insel der dreißig Särge“ Schreckliches erlebt hat und sich erstmals ausruht, wird Véronique (Claude Jade) nachts von seltsamen Geräuschen geweckt. Es ist nur der Hund Aramis, der mit ihr das Bett teilen will. Fortan trägt Claude Jade während des dreimonatigen Drehs Leckerlis bei sich – für Aramis, der im Roman Tout-Va-Bien heißt. Alles wird gut, Véronique.

NOUS NE L’AVONS PAS ASSEZ AIMÉE (1980)

Nous ne l avons pas assez aimee film claude jade eva darlan

Nous ne l avons pas assez aimee film claude jade 1980 luce amyDie sensibel erzählte Gesichte der schizophrenen Gisèle beginnt und endet mit einem Bett: Die nach vielen Jahren aus der Psychiatrie entlassene Gisèle versucht  den Neuanfang und zerbricht am Umgang der Gesellschaft mit ihrer Depression. Eine bewegende Leistung, quälend intensiv gespielt von Claude Jade, die zu jener Zeit bereits ein Jahr in Moskau lebte.  An ihrer Seite: Eva Darlan  als Gisèles Cousine Françoise.

nous ne l avons pas assez aimee 1980 claude jade eva darlan

LA GROTTE AUX LOUPS (1980)

grotte aux loups

grotte aux loups claude jade alain claessens bernard toublanc michelCousin und Cousine sind das in einem Doppelmord ermittelnde Paar nur in André Bessons Roman „Die Wolfshöhle“.  In der Übertragung des Sujets aus den 50ern in die 70er Jahre ist der Kuss zwischen René  und Solange gleichsam etwas unverfänglicher.

grotte-aux-loupsIn einem Bett aus Schnee hätte René (Alain Claessens) nach einem Mordanschlag fast geendet, hätte ihn Solange nicht dort gefunden.
Während der Dreharbeiten im Doubs im französischen Jura friert Claude Jade übrigens mehr als im  Moskauer Winter, in den sie nach Drehschluss zurückkehrt.

COMMISSAIRE MOULIN: L’AMIE D’ENFANCE
(Kommissar Moulin: Die Freundin aus der Kindheit, 1981)

commissaire moulin amie d enfance yves renier claude jade

Gästebett für eine Schulfreundin: Jean-Paul Moulin (Yves Rénier) und Isabelle Mencier (Claude Jade)

commissaire moulin serie feuilleton amie d enfance yves renier claude jadeAls Pendlerin zwischen zwei Welten weiß Claude Jade ihr Bett in Paris zu schätzen.
Als Kommissar Moulins „Freundin aus der Kindheit“ bezieht sie ebenfalls in Paris Quartier. Bevor  Moulin (Yves Rénier) und seine alte Freundin aus Nantes einem Doppelmörder eine Falle stellen, richten sie im Gäsetzimmer ein Klappbett her.
Doch die aparte Isabelle wechselt von dort recht bald ins Schlafgemach und in die Arme des berühmten TV-Kommissars.

yves renier et claude jade commissaire moulin amie d enfance 1981

TEHERAN 43  (Teheran 43, UdSSR/F/CH 1981)

teheran 43

teheran-43 claude jade armen dzhigarkhanyanIn ihrem ersten sowjetischen Film spielt Claude Jade eine junge Pariserin: Françoise hat sich in der Tür geirrt und macht es sich bequem auf dem Bett ihres wesentlich älteren Nachbarn Max Richard (Armen Dshigarchanian). Der Mann, der vor 37 Jahren ein Attentat auf Churchill, Stalin und Roosevelt verübte, ahnt nicht, dass Françoise sich nicht zufällig in der Tür geirrt hat. (siehe „Teheran 43“)

LENIN W PARISHE  (Lenin in Paris, UdSSR 1981)

Lenin in paris claude jade vladimir antonikUm die Filmzensur zu umgehen, findet Sergej Jutkewitsch für die Liebesgeschichte zwischen Lenin und Inès Armand einen Stellvertreter: Trofimow (Waldimir Antonik). Der hätte Inessa (Claude Jade) gern im statt am Bett, doch die Revolutionärin sieht keine Zukunft für eine dauerhafte Romanze. Das Paris des Jahres 1910 entstand übrigens in Moskauer Ateliers. (  „Lenin in Paris“)

RENDEZVOUS IN PARIS (Rendezvous in Paris, BRD/F 1982)

Evelyn (Claude Jade) und Kurt Droste (Harald Kuhlmann) im Berlin der 1930er Jahre

Ehebett: Evelyn (Claude Jade) und Kurt Droste (Harald Kuhlmann) im Berlin der 1930er Jahre

rendezvous in paris 1982 barry stokes claude jadeIm Bett neben Kurt sehnt sich Evelyn nach Paris, denn dorthin hat sie der Amerikaner Frank (Barry Stokes) eingeladen. Der will nur eine weitere Bettgespielin… Claude Jade blieb für diesen deutschen Film überwiegend hinter dem Eisernen Vorhang: Sie reiste von Moskau in die Tschechoslowakei, wo Gabi Kubachs „Rendezvous in Paris“ größtenteils entstand.

Barry Stokes, Claude Jade, Rendezvous in Paris

VOGLIA DI VOLARE (Wie im Flug, IT/F 1984)

Portraits von

Portraits von „Mamma“ Barbara über dem Bett von Serientochter Adreina

voglia vi volare claude jadevoglia di volare linda celaniErneut eine Deutsche spielt Claude Jade in der Miniserie „Voglia di volare“.
Adreina (Linda Celani) will ihre getrennten Eltern Davide (Gianni Morandi) und Barbara (Claude Jade) wieder versöhnen und unternimmt sogar einen Selbstmordversuch, damit Mamma Barbara an ihr Bett eilt.

voglia di volare gianni morandi claude jade serie 1984Nachdem sich Barbaras Neuer, US-General Steve, als Schläger entpuppt und ihr ein Veilchen verpasst hat, verlässt Barbara den Schuft, begegnet Davide bei der Beerdigung seines Vaters – und kehrt zurück ins Ehebett.
Das Ehebett von Diplomatengattin Claude Jade stand zur Zeit der Dreharbeiten – 1984 –  inzwischen in Zyperns Hauptstadt Nicosia.

TABLEAU D’HONNEUR (1992)

tableau d honneur claude jade

Claude Jade im Bett mit Marguerite Duras‘ „Der Liebhaber“

tableau d honneur claude jadeIm Bett hat Gabrielle Martin (Claude Jade) vorerst nur einen Liebhaber: den „L’Amant“ von Marguerite Duras (Foto oben). Ihrem Ehemann unterstellt sie beim Telefonat mit einer Freundin einen sexuellen Einfallsreichtum à la Walt Disney, nicht ahnend, dass der Gatte fremdgeht…
(siehe  „Tableau d’honneur“)

BONSOIR (1992)

„Je vous présente mon ami !“ – Michel Serrault und Claude Jade in Jean-Pierre Mockys „Bonsoir“

bonsoir claude jade michel serraultEine schöne Gegenbesetzung verdankt Claude Jade dem Regissseur Jean-Pierre Mocky. Damit sie nicht enterbt wird, quartiert die lesbische Caroline den obdachlosen Alex (Michel Serrault) in ihrem Bett ein und gibt ihn als ihren Liebhaber aus.
( „Bonsoir“)

CAP DES PINS (1998 bis 2000)

claude jade paul barge sous le signe de monte cristo la mandragore cap des pins 1968 1972 1998

30 Jahre nach ihrem ersten und 26 Jahre nach ihrem zweiten Film erneut ein Paar: Claude Jade, Paul Barge

cap des pins paul barge claude jadeIn „Sous le signe de Monte Cristo“ und in „La Mandragore“ fanden die von Claude Jade und Paul Barge gespielten Paare ihr Happy End. Im Abschluss dieser Chronik begegnen wir den beiden als zentralem Paar der Serie „Cap des Pins“ erneut, doch Gérard Chantreuil, Chef eines Kosmetikkonzerns, und seine Frau Anna führen keine glückliche Ehe.

cap-des-pins-claude-jade-paul-barge

legion d honneur claude jade chevalier 1998cap des pins anna chantreuil claude jade 19981998, das Jahr, in dem Claude Jade für ihre künstlerischen Verdienste zum Chevalier de la légion d’honneur ernannt wird (s. rechts), ist für ihre Anna in „Cap des Pins“ das Jahr der verletzten Frau. Der Macho geht fremd und nennt seine Frau selbst im Bett „Ma pauvre Anna“. Claude Jade über ihre Rolle als Mutter zweier erwachsener Kinder, die ständig von ihrem Mann gedemütigt wird:

„Ihr mütterliche Seite hat in mir eine tiefe Resonanz. Ich selbst habe einen großen Sohn von 22 Jahren, Pierre.  Ihre mangelnde Dynamik und ihre Unterwerfung ärgern mich jedoch. Eine Frau, die einmal aktiv und leidenschaftlich war, muss ihrer Erstarrung entkommen können.“

Mutter-Tochter-Gespräch auf dem Ehebett: Mélanie Maudran und Claude Jade

Mutter-Tochter-Gespräch auf dem Ehebett: Mélanie Maudran und Claude Jade

Ihre Anna hat in „Cap des Pins“ bis März 2000 281 Episoden lang Zeit, „mon pauvre Gérard“ zu sagen, sich gegenüber ihrem infamen Mann zu behaupten  und sich zu emanzipieren.
Im gleichen Jahr erhält Claude Jade selbst in Palm Beach den „New Wave Award“ für ihre „trendsetzende Rolle in der Filmwelt, die Generationen von Schauspielerinnen geprägt hat“.

cap_des_pins_feuilleton


Zum Schluss Mode verschiedener Epochen für das Schlafzimmer, präsentiert von Claude Jade.
zum Vergößern anklicken.

mode claude jade