Gabriel Gascon 1927 – 2018

Gabriel Gascon, Claude Jade und Paul Barge in „Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo“

Vor 50 Jahren war er in „Sous le signe de Monte Cristo“ Claude Jades Filmvater; nun  ist der kanadische Schauspieler Gabriel Gascon im Alter von 91 Jahren am 30. Mai in seiner Geburststadt Montréal gestorben. Gabriel Gascon wurde in seiner Heimat vor allem mit der kanadischen Fernsehserie „Les belles histoires des pays d’en-haut“ bekannt, in der er von 1956 bis 1965 den Alexis Labranche spielte.

Paul Barge, Claude Jade, Pierre Brasseur und Gabriel Gascon in „Sous le signe de Monte-Cristo“

Wie in Claude Jades Kindheit wurde auch sein Wunsch, Schauspieler zu werden, von den Eltern unterstützt. Über seinen älteren Bruder Jean Gascon kam Gabriel an das Théâtre du Nouveau monde, wo er mit seinem Bruder unter anderem in Molières „Arzt wider Willen“ spielte (links im Bild mit Monique Joly).

Doch bald wird im Québec zu klein. Er geht nach seinem Ausstieg aus der TV-Serie nach Frankreich.
Dort spielt er 1968 den Filmvater von Claude Jade in André Hunebelles „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Der Rächer aus dem Sarg / Gejagt wie Monte Christo).

Louis (Gabriel Gascon) und seine Tochter Linda (Claude Jade) werden von Bertuccio (Paul Le Person) und Edmond Dantès (Paul Barge) gerettet.

Geld zählen vor der großen Schatzsuche. rechts im Bild: Gabriel Gascon

Claude Jade und Gabriel Gascon in „Sous le signe de Monte-Cristo“ (1968)

Gabriel Gascon vor 50 Jahren in den Armen Claude Jades

Das familiäre Idyll der Männer um Claude Jade als Linda – Paul Barge, Pierre Brasseur und Paul Le Person –  währt nicht lange. Seine Rolle als Lindas Vater Louis endet im ersten Drittel des Films: Bei der Befreiung seiner Filmtochter aus den Händen von Verbrechern kommt er ums Leben. Zuvor nimmt er Edmond Dantès (Paul Barge) das Versprechen ab, Linda niemals zu verlassen.

Gabriel Gascon auf dem italienischen Filmplakat zu „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Montecristo ’70)

Nach einigen weiteren Filmen, so in René Allios „Les Camisards“ und Alain Corneaus „Lohn der Giganten“, kehrt Gabriel Gascon in den 80er Jahren nach Kanada zurück. Seinen letzten Film dreht er 2012 mit „Mars et Avril“; in jenem Jahr dreht seine Nichte Sylvie Groulx die intime Doku über ihren Onkel, „La passion selon Gabriel“.

Advertisements

Michel Auclair 94

Claude Jade und Michel Auclair in „Lise et Laura“ (1982)

auclair-michel-auclair

In zwei Filmen spielte Claude Jade mit Michel Auclair (1922-1988). Michel Auclair, der vor 94 Jahren in Koblenz geboren wurde, gelang im Nachkriegskino die Balance zwischen dubiosen Intriganten (Ludovic in Jean Cocteaus „La Belle et la Bête“), zweifelnden Charakteren (Des Grieux in Henri Georges-Clouzots „Manon“) und romantischen Liebhabern (Michel in Erich Engels „Unter den tausend Laternen“). In ihrem zweiten Film „Sous le signe de Monte Cristo“ begegnet Claude Jade 1968 erstmals Michel Auclair: Als Linda stellt sie seinem Schurken de Villefort eine raffinierte Falle, die der modernisierten Dumas-Verfilmung den deutschen Kinotitel gab: „Der Rächer aus dem Sarg“.

Linda (Claude Jade) enthüllt vor de Villefort (Michel Auclair) Edmond Dantès' wahre Identität.

Linda (Claude Jade) enthüllt Gérard de Villefort (Michel Auclair) Edmond Dantès‘ wahre Identität.

De Villefort kondoliert Linda, als "Der Rächer aus dem Sarg" aufersteht. Michel Auclair, Claude Jade, Paul Barge, Raymond Pellegrin und Paul Le Person in "Sous le signe de Monte Cristo"

De Villefort kondoliert Linda, als „Der Rächer aus dem Sarg“ aufersteht. Michel Auclair, Claude Jade, Paul Barge, Raymond Pellegrin und Paul Le Person in André Hunebelles „Sous le signe de Monte Cristo“

sous-le-signe-de-monte-cristo-a01aFür die 19jährige Claude war die Zusammenarbeit mit den großen Schauspielveteranen Pierre Brasseur, Michel Auclair und Raymond Pellegrin eine willkommene Anfangszeit.
1982 spielte sie dann in Henri Helmans „Lise et Laura“ die Doppelrolle der von der Gestapo ermordeten Lise und der jungen Laura, die Jahrzehnte später Lises einstigem Verlobten Frederic (Michel Auclair) begegnet.
Claude Jade: „Ich hatte Michel, diesen subtilen Schauspieler, seit meinen Anfängen nicht wiedergesehen und ich schätzte erneut und noch mehr die Qualität seines Spiels“.

Claude Jade und Michel Auclair in Henri Helmans "Lise et Laura"

Claude Jade und Michel Auclair in Henri Helmans „Lise et Laura“

auclair-michel-affiches-filmgraphie

 

 

Im Zeichen von Monte Christo

titre_Sous_le_signe_de_Monte_Cristo_Claude_Jade_Paul_Barge_Pierre_Brasseur_Paul_le_Person

image_promotion_Claude_Jade_Sous_le_signe_de_Monte-Cristo_1968Pierre Brasseur nennt sie „la môme“, die Göre. Mit dem „monstre sacré“ aus Carnés „Die Kinder des Olymp“ dreht Claude Jade im Sommer 1968 zwischen „Geraubte Küsse“ und „Topas“ ihren einzigen Abenteuerfilm: André Hunebelles „Sous le signe de Monte-Cristo“ (Der Rächer aus dem Sarg – Gejagt wie Monte Christo).
Der klassische Stoff wurde vom Macher der „Fantomas“-Komödien aus der Mitte des 19. Jahrhunderts in die Gegenwart verlegt.   Hier nimmt Edmond Dantès (Paul Barge) Rache an Nazi-Kollaborateuren. Und Claude Jade unterstützt den Helden dabei, wenn André Hunebelle sie in Szenen mit Brasseur nicht gerade ermahnen muss: „Claude, Sie sind nicht an Ihrem Platz!“
Ein ausführlicher Artikel unter diesem Link:
SOUS LE SIGNE DE MONTE-CRISTO