1968 – im Smartphone von François Truffaut

„1968 – das Jahr, in dem alles begann“
Wie würde man die Ereignisse von 1968 auf einem Smartphone und seinen Apps verfolgen?
INA und Libération präsentieren das Mobiltelefon von François Truffaut.

1968 war das Jahr der „Geraubten Küsse“, aber auch des Kampfes um die Cinémathèque, des Abbruch des Festivals von Cannes und die Zeit der Heiratspläne von François Truffaut und der 16 Jahre jüngeren Claude Jade. Der achtminütige Kurzfilm „1968 raconté en version mobile – François Truffaut“ ist der zweite Beitrag einer Reihe von Mikhail Zygar, Karen Shainyan und Timur Bekmambetov, in Partnerschaft mit Libération und der INA. Die Erzählerstimme: Vincent Collet.
Hier Screenshots des Mobiltelefons von François Truffaut aus diesem Film.

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Beteiligt sind Henri Langlois, Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, Jean-Luc Godard, die Eltern von Claude (Marcelle und Marcel Jorré), Charles de Gaulle, Julio Cortazar, Mick Jagger, Evgueni Evtouchenko, Paul Newman, Albert Duchenne, François Mitterrand, Petitionsunterzeichner von Alfred Hitchcock über Charles Chaplin bis Akira Kurosawa.

Link zum Kurzfilm  „1968 raconté en version mobile – François Truffaut“

 

Это 1968 год! молодой французский режиссер Франсуа Трюффо оказывается в эпицентре восстания кинозвезд. Клод Жад françois Truffaut, Claude Jade
weiterer Link zur russischen Version:
Это 1968 год!  Франсуа Трюффо

Henri Langlois : Victoire ! Tu es l’homme qui a sauvé la Cinémathèque ! Le festival de Cannes annulé en signe de solidarité. Oui, j’aime votre fille et je voudrais l’épouser. Le meilleur film de l’année 1968, il era acclamé par tout le monde, sauf par Godard. Claude Jade, Marcel Jorré, Marcelle Jorré Baisers volés, Révolte, Mai 1968, Mai 68, Cannes Festival. François Truffaut, Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, Mick Jagger, Evgueni Evtouchenko, Jean-Luc Godard, les parents de Claude, Henri Langlois, Charles de Gaulle, Julio Cortazar, Paul Newman, Albert Duchenne, François Mitterrand Voix off : Vincent Collet

Jean-Pierre Léaud-Retrospektive im Filmmuseum Düsseldorf

Mit 14 Filmen präsentiert das Filmmuseum Düsseldorf vom 4. bis zum 30. März die Reihe „Jean-Pierre Léaud – Der sanfte Rebell“.

Jean-Pierre Léaud - geboren 1944 in Paris als Sohn einer Schauspielerin und eines Drehbuchautors - konnte sich bereits als Kind beim Casting für Francois Truffauts ersten Spielfilm "Sie küssten und sie schlugen ihn" (1959) für die Titelrolle des Antoine Doinel durchsetzen. So begann eine der fruchtbarsten und wichtigsten Kooperationen in der Filmgeschichte. Zusammen mit der Schauspielerin Claude Jade, eine weitere Entdeckung Truffauts, waren sie als das Paar Antoine und Christine Zentrum einer ganzen Reihe von insgesamt zwanzig Jahren umspannenden Filmen. Ihre Figuren sind naiv und neunmalklug, doch während Christine mit der Zeit reifer wird, bleibt Antoine auch als Erwachsener ein Kind. Ein ewiger Jüngling, zart, bisweilen scheu und immer den Schalk im Nacken. Der Zyklus zeigt ihn als Kind, als Jugendlichen, schließlich als Ehemann und Familienvater. In Filmen wie "Geraubte Küsse" (1968), "Tisch und Bett" (1970) oder "Liebe auf der Flucht"(1979) hangelt er sich von Job zu Job oder verstrickt sich in chaotische Liebesgeschichten. Auf das von ihm fabrizierte Chaos reagiert er nur mit einem lakonischen Lächeln und einem lässigen Schulterzucken. Les 400 coups, Baisers voles, Domicile conjugal, L'Amour en fuite

Jeden Sonntag wird ein Film aus François Truffauts Antoine-Doinel-Zyklus gezeigt. Und somit laufen an drei Sonntagen, jeweils um 15 Uhr auch die Filme der Antoine-und-Christine-Saga. Am 11. März macht „Baisers volés“ (Geraubte Küsse) den Anfang, am 18. März läuft „Domicile conjugal“ (Tisch und Bett / Das Ehedomizil) und am 25. März „L’amour en fuite“ (Liebe auf der Flucht).

Der Focus schreibt:
„Mit insgesamt 14 Filmen widmet sich das Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4, dem vielseitigen und sechs Jahrzehnte umspannenden Werk von Jean-Pierre Léaud. Der Schauspieler und die Ikone des französischen Autorenkinos wurde zusammen mit François Truffaut und als dessen Alter Ego Antoine Doinel zum Aushängeschild der Nouvelle Vague. Léaud repräsentierte das Lebensgefühl der französischen Jugend in den 1950er- und 1960er-Jahren. Am Sonntag, 4. März, startet die Filmreihe im Filmmuseum um 15 Uhr. Bis zum 30. März können sich Interessierte die Filme zum Großteil im Original mit Untertitel anschauen.

Mit dem Antoine-Doinel-Zyklus zeigt das Filmmuseum die vier Langfilme und einen Kurzfilm Truffauts mit Léaud als chaotisch-charmanten und träumerischen Lebenskünstler. Weitere Filme von Aki Kaurismäki, Jerzy Skolimowski, Bernardo Bertolucci, Bertrand Bonello und Jean-Luc Godard sowie sein aktueller Film, „Der Tod von Ludwig IXV“ von Albert Serra, runden die Reihe ab.
Jean-Pierre Léaud – geboren 1944 in Paris als Sohn einer Schauspielerin und eines Drehbuchautors – konnte sich bereits als Kind beim Casting für Francois Truffauts ersten Spielfilm „Sie küssten und sie schlugen ihn“ (1959) für die Titelrolle des Antoine Doinel durchsetzen.

So begann eine der fruchtbarsten und wichtigsten Kooperationen in der Filmgeschichte. Zusammen mit der Schauspielerin Claude Jade, eine weitere Entdeckung Truffauts, waren sie als das Paar Antoine und Christine Zentrum einer ganzen Reihe von insgesamt zwanzig Jahren umspannenden Filmen. [ Anm.: natürlich sind es für Antoine und Christine etwa zehn Jahre ]

Ihre Figuren sind naiv und neunmalklug, doch während Christine mit der Zeit reifer wird, bleibt Antoine auch als Erwachsener ein Kind. Ein ewiger Jüngling, zart, bisweilen scheu und immer den Schalk im Nacken.

Der Zyklus zeigt ihn als Kind, als Jugendlichen, schließlich als Ehemann und Familienvater. In Filmen wie „Geraubte Küsse“ (1968), „Tisch und Bett“ (1970) oder „Liebe auf der Flucht“ (1979) hangelt er sich von Job zu Job oder verstrickt sich in chaotische Liebesgeschichten.  Auf das von ihm fabrizierte Chaos reagiert er nur mit einem lakonischen Lächeln und einem lässigen Schulterzucken.

Ab Mitte der 1960er-Jahre beginnt Léaud, sich von Antoine Doinel zu emanzipieren. Seine Figuren – so zum Beispiel in „Masculin, féminin“ (1966) oder „I hired a contract killer“ (1992) – werden abstrakter, sein schüchternes Wesen bleibt ihm jedoch erhalten. Erst Jahre später wendet er sich gänzlich anderen Rollen zu und dreht letztlich mit fast allen Größen des europäischen Kinos.

2016 erhält Jean-Pierre Léaud die Goldene Palme für sein Lebenswerk

Im Jahr 2000 erhielt er einen Ehren-César und 2016 wurde ihm die Goldene Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes als Ehrenpreis für sein Lebenswerk verliehen.“

Link zur gesamten Léaud-Werkschau im „Black Box“-Kino
Link zum ersten gemeinsamen Film Geraubte Küsse (Baisers volés)

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Le Figurant

„Le Figurant“ von Didier Blonde erzählt von einem Komparsen, der im Februar 1968 am Set zu François Truffauts „Baisers volés“ dem Mädchen Judith begegnet. Vor dem Hintergrund der Demonstrationen an der Cinémathèque Française vor 50 Jahren dreht Truffaut seinen Film. Judith, auch sie ist Komparsin, taucht nie wieder am Set auf. Der Erzähler, ein Cinephiler, ist von ihr bewegt wie Doinel von Claude Jade. Und er beginnt mit der Suche nach ihr. Und auch 50 Jahre später ist er davon besessen, sie zu finden.

Hier ein Link zum legendären Film: „Baisers volés – Geraubte Küsse“

Francois Truffaut 86

François Truffaut wäre heute 86 geworden.

Am Théâtre Moderne entdeckte er Claude, mit „Geraubte Küsse“ begann die Arbeit…

dann wurde sie seine Verlobte, seine Muse und seine „dritte Tochter“

Cérémonie 26 octobre 1990 à Challans pour baptise le nouveau lycée François TRUFFAUT. Claude JADE, Madeleine MORGENSTERN, Suzanne SCHIFFMAN

Eine der Ehrungen, an denen Claude Jade teilnahm, war die Benennung des Lycée François Truffaut in Challans im Oktober 1990.
Gemeinsam mit Truffauts Witwe Madeleine Morgenstern und seiner engen Mitarbeiterin Suzanne Schiffman war sie am 26. Oktober 1990 bei der Taufe der Schule. In der Zueignung hieß es, er sei der „persönlichste Cineast seiner Generation“. Und während der Name enthüllt wurde, lief über Lautsprecher das Titellied aus „Baisers volés“, „Que reste-t-il de nos amours“.

Beste Freunde nach der Scheidung – Liebe auf der Flucht

Claude Jade: „Moi, je suis sa femme, enfin l’ancienne.“

Nach der Scheidung sind Antoine (Jean-Pierre Léaud) und Christine (Claude Jade) im letzten Film des Doinel-Zyklus beste Freunde. Doch von dieser Freundschaft fehlt in „Liebe auf der Flucht“ (Lamour en fuite) ein entscheidendes Kapitel. Im offiziellen Kino-Trailer war ein Ausschnitt aus dieser Episode zu sehen, darüber Claude Jades Stimme: „Moi, je suis sa femme, enfin l’ancienne“

Claude Jade und Jean-Pierre Léaud in „L’amour en fuite“

Die von François Truffaut für „L’amour en fuite“ gedrehten Szenen wurden mit Standfotos beworben, doch bis heute wurde dieses Material noch nicht veröffentlicht.

„en chargée de mission“: Colette im eigenen und Christine in Antoines Auftrag.

Im fertigen Film klingelt Christine plötzlich an der Wohnungstür von Sabine (Dorothée) und begegnet im Treppenhaus Colette (Marie-France Pisier). Später erklärt Christine, dass sie als eine Art Beauftragte Antoines zu Sabine wollte. Die Szene, die zu dieser Mission führte und die das frisch geschiedene Paar Antoine und Christine als beste Freunde zeigte, fehlt leider.

Antoine besucht nach der Scheidung seine Ex-Frau Christine

In der 1987 erschienen Auflage von „Les Aventures d’Antoine Doinel“ wird dieses Kapitel beschrieben:
Désemparé , Antoine va chercher refuge près de … Christine. Elle n’est plus sa femme, mais elle est demeurée sa meilleure amie. Christine refuse tout d’abord la mission de réconcilation dont Antoine veut la charger auprès de Sabine. Mais elle se laisse attendrir par la peine évidente et finit par accepter. Elle lui propose même de dormir cette nuit dans la chambre de son fils.

Verzweifelt sucht Antoine die Nähe von … Christine. Sie ist nicht länger seine Frau, aber sie ist seine beste Freundin geblieben. Christine lehnt zunächst die Versöhnungsmission ab, mit der Antoine sie zu Sabine schicken will. Aber sie lässt sich von seinem offensichtlichen Schmerz bewegen und akzeptiert es schließlich. Christine bietet ihm sogar an, diese Nacht im Zimmer seines Sohnes zu schlafen.

Claude Jade und Jean-Pierre Léaud – L’amour en fuite

Diese Szenen fehlen in François Truffauts „Liebe auf der Flucht“

Jean-Pierre Léaud und Claude Jade mit einem Bildnis Oskar Werners

Eine Sequenz aus der Szene gibt es im Kinotrailer, die Standfotos von Dominique Le Rigoleur zu dieser Episode finden sich auf Filmplakaten und auf DVDs, doch noch wurde sie nicht veröffentlicht.

Als Claire Chazal auf TF1 am 2. Dezember 2006 den Nachruf auf Claude Jade spricht, zeigt der Hintergrund ein Foto von Claude Jade aus eben jener Szene aus „L’amour en fuite“.

Claire Chazal spricht am 2. Dezember 2016 auf TF1 den Nachruf auf Claude Jade

Bleibt zu hoffen, dass sich die Verwalter und familiären Angehörigen des filmischen Erbes von François Truffaut in den Archiven von Les films du Carrosse nach diesem kostbaren Schatz fündig werden und es bald eine Veröffentlichung in einem Bonus-Material gibt.

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Claude Jade und Jean-Pierre Léaud in „Liebe auf der Flucht“. Standfotos: Dominique Le Rigoleur

 

Balthus, Beine, Brille und Brüste

Zur Zeit ist ein Balthus-Gemälde Gegenstand einer Zesur-Debatte: „Met Museum refuses to remove Balthus painting“. Man kann die Unterhose seiner pubertierenden „Thérèse rêvant“ sehen und das Bild, das wohl Besucher sexuell erregen könnte, soll entfernt werden, so fordern es Online-Petitionen.

Auch Truffaut, einem Mann der sich im Kino wie kaum ein Zweiter für das Recht der Kinder einsetzte („Les 400 Coups“, „L’enfant sauvage“, „L’argent de poche“), hatte einen Balthus in seiner Wohnung hängen und verwendete ihn. Nein, es war ein harmloser Balthus. „Thérèse rêvant“ missachtet in der Darstellung die Würde einer Pubertierenden und wirkt ähnlich grässlich wie die sexuell umgarnenden Posen von Natalie Portman vor Jean Reno in Luc Bessons „Léon“, zu dem Besson sich von seiner 15jährigen Geliebten Maïwenn inspiriert gefühlt haben will.

Die Debatte um solche Bilder sind nötig, haben ihre Berechtigung, hier nur eine Betrachtung zur Zensur bei Frauenbildern in Bezug auf Balthus bei Truffaut und Claude Jade bei Truffaut.

Balthus Metropolitan Museum Mee too Bed and Board Domicile conjugal Francois Truffaut Claude Jade Jean-Pierre Leaud

Christine a décroché un petit tableau du mur et le tend à Antoine:
Christine: „Tiens prends le petit Balthus.“
Antoine: „Ah, le petit Balthus, je te l’ai offert, il est à toi. Garde-le.“
Christine: „Si si emporte-le.“
Antoine: „Ecoute il est à toi, je te l’ai offert.“
Christine: „Ah bon.“
Christine raccroche le tableau.

***
Christine hangs a small painting off the wall and hands it to Antoine.
Christine: „Here, take this Balthus.“
Antoine: „I gave it to you. It’s yours.“
Christine: „You can have it back.“
Antoine: „Look, it’s yours! I gave it to you.“
Christine: „Oh, all right then.“
Christine hangs it back.
***
Christine hängt ein kleines Gemälde von der Wand und reicht es Antoine.
Christine: „Da, nimm deinen kleinen Balthus mit.“
Antoine: „Aber den Balthus hab ich dir geschenkt. Er gehört dir. Behalt ihn.“
Christine: „Ja, schon. Aber nimm ihn doch mit.“
Antoine: „Aber ich hab ihn dir geschenkt, also gehört er dir.“
Christine: „Na gut.“
Christine hängt ihn zurück.

„La peau douce“ (1963), „Domicile conjugal“ (1970)

Danach glaubt Antoine, Christine küssen zu dürfen, doch: „Nein, du küsst mich jetzt nicht“.
Den Gemälde-Dialog, damals ein Foujita, hatte François Truffaut bereits in einer Szene zwischen dem Ehepaar Lachenay in „Die süße Haut“ verwendet. Sicher, es ist ein harmloser Balthus, doch wenn sich nach einem Erfolg des Verbots im New Yorker Met eine Petition dessen Gesamtwerk vornehmen sollte?
Es wäre absurd, dass sich im Kino demnächst jemand daran stören könnte, dass Perseus eine Frau köpft und Medusas Haupt triumphierend in die Höhe hält; auch die Filmographien von Schmollmund Brigitte Bardot oder dem einstigen Nacktmodell Marilyn Monroe hätten eine Post-Zensur zu befürchten, was für ein Frauenbild ! Nicht so reaktionär wie in prüden Heimatfilmen, doch erregend sexistisch.
Vergessen wir dabei nicht, was Truffaut bei „Geraubte Küsse“ zum Namen von Claude Jades Rolle anmerkte: Christine, keine Martine! Wobei er sich auf das sexistische, frauenfeindliche Bild, dass die „Caroline Chérie“-Schmonzetten mit Martine Carol bezog. „Die Leute, die ihre Tochter Martine oder Caroline nennen, sind Idioten, die zwischen 1950 und 1955 die Martine-Carol-Vergiftung erlitten haben. Wie Brigitte danach und jetzt Sylvie usw. Also keine Martine“.
Und in jener Szene, die trotz Schnitten wie ein One-Take anmutet, bestimmt Christine, wann nicht geküsst wird (zweimal Nein) und wann doch (zur Begrüßung und aus dem Taxi).

                         Sexuell verdächtige Fetische: Beine, Brille, Brüste

Bei Claude Jade sollten Sie noch einmal einen Blick auf „Domicile conjugal“ werfen, den fetischisierten Blick auf Claude Jades Beine. Wir sehen zu Beginn ein Paar Frauenbeine, für Truffaut „die Zirkel, die den Erdball in allen Himmelsrichtungen ausmessen und ihm sein Gleichgewicht und seine Harmonie geben“.
Für andere Betrachter könnten sie sexuell erregend sein und die Schauspielerin als Sexualobjekt degradieren. Ihre Beine schreiten  an Pariser Ladenfassaden vorbei und werden begleitet von der Melodie einer Violine, die neben dem Einkaufsnetz im Geigenkasten mitschwebt. Und von einer stolzen Stimme, die verlangt, sie nicht als Mademoiselle, sondern als Madame anzureden. Für immer wird sie begleitet von verzauberten Blicken, deren Besitzer das Auge eines Filmemachers ist, des Filmemachers François Truffaut. Doch dann dienen sie dem von Yvon Lec gespielten Hilfspolizisten zur Erregung, diese Beine. Antoine greift nach ihnen, so oft Truffaut sich und seinem Alter ego eine Möglichkeit bietet.

Als in Berlin Caravaggios Amor entfernt werden sollte, weil es „zweifellos der Erregung des Betrachters“ diene, könnten dies auch die Beine Claude Jades, also der Erregung dienen.

Man könnte dagegen argumentieren, dass „Domicile conjugal“ doch ein Werk der Emanzipation sei, so wie es Co-Autor Claude de Givray 2001 erklärte. In der Szenenfolge, in der auch der kleine Balthus auftaucht, gelingt Truffaut ein Kunststück, das amerikanische Kino entscheidend zu beeinflussen.
Nach der Entdeckung des Seitensprungs stellt Christine Bedingungen.
Claude de Givray: „Seit dreißig Jahren hat das Kino versucht, dass Frauen sich emanzipieren. Und dann kommt 1970 Claude Jade. Sie lacht, nein, sie lächelt, wenn sie ihre Vorwürfe vorbringt und dabei ein Taxi ruft.
Sie erklärt den Männern: Ihr seid egoistisch, ihr seid scheinheilig, ihr lügt.  François war einer der ersten, die diese Art Frau als Hauptrolle geschaffen haben und die Figur von Claude Jade ist wunderbar. Denn in ihrer Rolle zeigt sie im Kino vielleicht das erste Mal ganz natürlich, dass Frauen Forderungen erheben.
Danach haben die Amerikaner es in den 70er Jahren auch gezeigt, Mazursky und Benton, der damals Truffaut sein Drehbuch schickte. Robert Benton und sein ‚Kramer vs Kramer‘ und Woody Allen haben  in ,Domicile conjugal’ ihr Vorbild.“ Wie auch die Arbeiten von Cassavetes und Gena Rowlands.
Doch wie wird heute in der Idiokratie des Internets der Einsatz erniedrigender Fetische in „Domicile conjugal“ bewertet? Etwa wenn Antoine Christine im Bett bittet, ihre Brille wieder aufzusetzen. Oder gar Christines Geste, sich für Antoine, der neuerdings auf Japanerinnen steht, als Geisha zu verkleiden und ihr dann eine Träne über die Maquillage rollt? Entwürdigend.

Noch ist niemand darauf gestoßen, dass Antoine Christines Brüsten entwürdigende Namen gibt: Laurel und Hardy. Und schlimmer noch: „Die hier nennen wir Don Quijote und die kleine dicke da Sancho Panza.“

#mitou,
signé Christine Doinel.

Foto der Filmfamilie François Truffaut

François Truffaut verriet Claude Jade bereits beim ersten Rendezvous während des Drehs zu „Baisers volés“, dass der einzige Wein, den er trinke, Champagner sei. Jeanne Moreau habe ihn „die Milch der großen Leute“ genannt. Am Montag starb Jeanne Moreau.
Bei den Filmfestspielen in Cannes 1985 rief Jeanne Moreau zu einem Familienfoto, von dem hier einige Aufnahmen zu sehen sind. Von links (Philippe Goldmann, „L’argent de poche“) und Jeanne Moreau („Jules et Jim“, „La mariée était en noir“) nach rechts (Claude Jade, „Baisers volés“, „Domicile conjugal“, „L’amour en fuite“):

PHILIPPE GOLDMANN (L'enfant sauvage), JEANNE MOREAU (Jules et Jim), FREDERIQUE JAMET (petit rôle dans L'homme qui amait les femmes), FANNY ARDANT (La femme d'à côté), SYVIE GREZEL (L'argent poche), CHARLES DENNER (La mariée était en noir, Une belle fille..., L'homme qui aimait les femmes), MARCEL BERBERT (producteur), DANI (La nuit américaine, L'amour en fuite), JACQUELINE BISSET (La nuit américaine), HENRI SERRE (Jules et Jim), SERGE ROUSSEAU (La mariée..., Baisers volés), NELLY BENEDETTI (La peau douce), MARIE DUBOIS (Tirez sur le pianiste, Jules et Jim), ALEXANDRA STEWART (La nuit américaine), CATHERINE DENEUVE (La sirène du Mississippi, Le dernier métro), GERARD DEPARDIEU (La femme d'à côté), CHARLES AZNAVOUR (Tirez sur le pianiste), BERNARDETTE LAFONT (Les mistons, Une belle fille comme moi), CLAIRE MAURIER (Les 400 coups), JEAN-CLAUDE BRIALY (Une histoire d'eau, La mariée était en noir), JEAN-PIERRE LEAUD (les Doinel, Les deux anglaises, La nuit américaine), DELPHINE SEYRIG (Baisers volés), JEAN-PIERRE AUMONT (La nuit américaine), BRIGITTE FOSSEY (L'homme qui aimait les femmes), HENRI GARCIN (La femme d'à côté) et CLAUDE JADE (Baisers volés, Domicile conjugal, L'amour en fuite) - Cannes 1985 -Hommage a François Truffaut

von links nach rechts: Philippe Goldmann, Jeanne Moreau, Frédérique Jamet, Fanny Ardant, Chantal Mercier, Charles Denner, Marcel Berbert (Produzent bei Les films du Carrosse), Dani, Jacqueline Bisset, Henri Serre, Serge Rousseau, Nelly Benedetti, Marie Dubois, Alexandra Stewart, Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Charles Aznavour, Bernadette Lafont, Claire Maurier, Jean-Claude Brialy, Jean-Pierre Léaud, Delphine Seyrig, Jean-Pierre Aumont, Brigitte Fossey, Henri Garcin, Claude Jade: Hommage à François Truffaut

Philippe GOLDMANN (L’argent de poche), Jeanne MOREAU (Jules et Jim, La mariée était en noir), Frédérique JAMET (L’homme qui amait les femmes), Chantal MERCIER (L’argent poche), Fanny ARDANT (La femme d’à côté, Vivement Dimanche), , Charles DENNER (La mariée était en noir, Une belle fille…, L’homme qui aimait les femmes), Marcel BERBERT (producteur), DANI (La nuit américaine, L’amour en fuite), Jacqueline BISSET (La nuit américaine), Henri SERRE (Jules et Jim), Serge ROUSSEAU (La mariée…, Baisers volés), Nelly BENEDETTI (La peau douce), Marie DUBOIS (Tirez sur le pianiste, Jules et Jim), Alexandra STEWART (La nuit américaine), Catherine DENEUVE (La sirène du Mississippi, Le dernier métro), Gérard DEPARDIEU (La femme d’à côté), Charles AZNAVOUR (Tirez sur le pianiste), Bernandette LAFONT (Les mistons, Une belle fille comme moi), Claire MAURIER (Les 400 coups), Jean-Claude BRIALY (Une histoire d’eau, La mariée était en noir), Jean-Pierre LEAUD (les Doinel, Les deux anglaises, La nuit américaine), Delphine SEYRIG (Baisers volés), Jean-Pierre AUMONT (La nuit américaine), Brigitte FOSSEY (L’homme qui aimait les femmes), HENRI GARCIN (La femme d’à côté) et Claude JADE (Baisers volés, Domicile conjugal, L’amour en fuite) – Cannes 1985 -Hommage a François Truffaut

von links nach rechts: Jean-Pierre Cargol, Jeanne Moreau, Frédérique Jamet, Fanny Ardant, Sylvie Grézel, Charles Denner, Marcel Berbert (Produzent bei Les films du Carrosse), Dani, Jacqueline Bisset, Henri Serre, Serge Rousseau, Nelly Benedetti, Marie Dubois, Alexandra Stewart, Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Charles Aznavour, Bernadette Lafont, Claire Maurier, Jean-Claude Brialy, Jean-Pierre Léaud, Delphine Seyrig, Jean-Pierre Aumont, Brigitte Fossey, Henri Garcin, Claude Jade: Hommage à François Truffaut

PHILIPPE GOLDMANN (L’argent poche), JEANNE MOREAU (Jules et Jim), CHANTAL MERCIER (L’argent poche), FREDERIQUE JAMET (petit rôle dans L’homme qui amait les femmes), FANNY ARDANT (La femme d’à côté), CHARLES DENNER (La mariée était en noir, Une belle fille…, L’homme qui aimait les femmes), MARCEL BERBERT (producteur), DANI (La nuit américaine, L’amour en fuite), JACQUELINE BISSET (La nuit américaine), HENRI SERRE (Jules et Jim), SERGE ROUSSEAU (La mariée…, Baisers volés), NELLY BENEDETTI (La peau douce), MARIE DUBOIS (Tirez sur le pianiste, Jules et Jim), ALEXANDRA STEWART (La nuit américaine), CATHERINE DENEUVE (La sirène du Mississippi, Le dernier métro), GERARD DEPARDIEU (La femme d’à côté), CHARLES AZNAVOUR (Tirez sur le pianiste), BERNARDETTE LAFONT (Les mistons, Une belle fille comme moi), CLAIRE MAURIER (Les 400 coups), JEAN-CLAUDE BRIALY (Une histoire d’eau, La mariée était en noir), JEAN-PIERRE LEAUD (les Doinel, Les deux anglaises, La nuit américaine), DELPHINE SEYRIG (Baisers volés), JEAN-PIERRE AUMONT (La nuit américaine), BRIGITTE FOSSEY (L’homme qui aimait les femmes), HENRI GARCIN (La femme d’à côté) et CLAUDE JADE (Baisers volés, Domicile conjugal, L’amour en fuite) – Cannes 1985 -Hommage a François Truffaut

Daniel Ceccaldi 89

Claude Jade, Daniel Ceccaldi und Claire Duhamel in "Geraubte Küsse"

Claude Jade, Daniel Ceccaldi und Claire Duhamel in „Geraubte Küsse“

ceccaldi_claude jade daniel ceccaldi Domicile conjugalIn „Baisers volés“ und „Domicile conjugal“ war Daniel Ceccaldi (1927-2003) der Stiefvater von Christine Darbon-Doinel alias Claude Jade – und natürlich der Schwiegervater von Truffauts Alter ego Antoine Doinel.
Den Namen Darbon für Christines Eltern entlieh Truffaut dem Schauspieler François Darbon, der im Kurzfilm „Antoine et Colette“ den namenlosen Stiefvater von Antoines platonischem Schwarm Colette gespielt hatte. Die Darbons leben im 16. Arrondissement, in der avenue Édouard-Vaillant Nummer 44.
Ceccaldi_baisers_voles_Claude_Jade_Daniel_Ceccaldi_1968_filmClaude Jade über ihre Filmeltern: „François sagte, dass er Mädchen mit netten Eltern gern mochte. Aus diesem Grund sind Antoine Doinels Schwiegereltern so sympathisch.“
Daniel Ceccaldis Lucien Darbon könnte dem Universum Charles Dickens‘ entstammen, ein  gebildeter, schelmischer und  warmherziger Bonhomme, als Stiefvater und als Schwiegervater auch ein Komplize der Helden.

Claude Jade, Claire Duhamel, Jean-Pierre Léaud und Daniel Ceccaldi. Baisers volés. 1968.

Claude Jade, Claire Duhamel, Jean-Pierre Léaud und Daniel Ceccaldi. Baisers volés. 1968.

Jean-Pierre Leaud, Claude Jade, Daniel Ceccaldi, Claire Duhamel. Domicile conjugal. 1970

Jean-Pierre Leaud, Claude Jade, Daniel Ceccaldi, Claire Duhamel. Domicile conjugal. 1970

Ceccaldi_Dom_le canard malicieux daniel ceccaldi claude jadeEr ist warmherzig und in seiner Spielfreude köstlich, wenn er am Essenstisch erklärt, weshalb Christine auf keinen Fall die Marseillaise spielen dürfe. Er ist ein Feingeist, der eine Autowerkstatt besitzt und der in „Domicile conjugal“ seinem Enkel Alphonse eine gelbe Gummiente mitbringt. Kurz zuvor hat Christine herausgefunden, dass Antoine sie mit einer Japanerin betrogen hat. Lucien: „Diese Ente ist übrigens für Alphonse, die ist nicht für euch. Ich sage das, weil ich kürzlich einen interessanten Roman gelesen habe: ‚Die schelmische Ente‘. Es ist die Geschichte eines Richters, eines Mannes aus dem gehobenen Bürgertum, der sich unsterblich in eine Ente verliebt, eine Ente, die man seinem Sohn geschenkt hat.“ Christine: „Das kann Antoine nicht passieren; er hat für leblose Dinge nichts übrig. Er bevorzugt Menschen, obgleich er überhaupt nichts gegen die Farbe Gelb hat.“

Ceccaldi_Banania_Baisers_voles_Claude_JadeSeinen schönsten Satz in „Domicile conjugal“ hat Ceccaldi in einer Szene im Bordell, in dem er seinem Schwiegersohn begegnet: „Wertvolle Menschen sind wie schöne Dinge. Sie verlassen selbst die guten Häuser mit Bedauern.“
Der Kritiker Bob Wade schreibt über Ceccaldis Lucien Darbon: „Claude Jade’s parents are memorably played by Daniel Ceccaldi and Claire Duhamel. Ceccaldi’s role may represent the most pleasant and neurosis-free father in any movie of the era. He overflows with Dickensian warmth and geniality.“

François Truffaut, Daniel Ceccaldi, Claude Jade, jean-Pierre Léaud

François Truffaut, Daniel Ceccaldi, Claude Jade, jean-Pierre Léaud

Daniel Ceccaldi1972 bittet Daniel Ceccaldi Claude Jade, in Shakespeares „Henry V“ seine kleine französische Prinzessin Catherine de Valois zu spielen, im von ihm inszenierten und gespielten Stück bei Sommerfestivals in Beauhency, Sarlat und Sisteron. Leider fällt dieses schöne Projekt ins Wasser, bei dem man einem berühmten Tochter-Vater-Paar der Filmgeschichte nach ihrer Vermählung auf der Bühne hätte applaudieren können.

Claude Jade schwärmt in ihrer Autobiographie „Baisers envolés“: „Daniel Ceccaldi, toujours disert, charmant et plein d’esprit.“ Heute wäre der Schauspieler 89 Jahre geworden.

Jean-Pierre Léaud, François Truffaut, Claude Jade, Daniel Ceccaldi und Claire Duhamel bei Dreharbeiten zu "Domicile conjugal", 1970

Jean-Pierre Léaud, François Truffaut, Claude Jade, Daniel Ceccaldi und Claire Duhamel bei Dreharbeiten zu „Domicile conjugal“ (Das Ehedomizil / Tisch und Bett, 1970)

Mehr über Daniel Ceccaldi in „Baisers volés“ hier: „Geraubte Küsse“

Genevieve Fontanel 80

volpone claude jade genevieve fontanel 1978In zwei Stücken begegnen sich Claude Jade und Geneviève Fontanel auf der Bühne: 1978 als unschuldige Colomba und als durchtriebene Kurtisane Canina im Venedig der Renaissance in „Volpone“ und 1988 als Gefangene Marie-Renée de Bonchamps und als Frau des Kerkermeisters zur Zeit der Französischen Revolution in „Regulus 93 ou la véritable histoire du citoyen Haudaudine“.

Genevieve fontanel vidoqGeneviève Fontanel, die seit ihrem 4. Lebensmonat in Marokko aufwuchs, kehrte als 18jährige nach Frankreich zurück, studierte an der rue Blanche und absolvierte das Conservatoire national supérieur d’art dramatique. 1958 erhielt sie den Prix de Comédie und wurde Mitglied an der Comédie Française.
Sie spielte am Theater unter der Regie ihres Mannes Jacques Destoop sowie unter Theatermachern, die auch Claude Jades Regisseure waren: Raymond Gérôme, Jacques Mauclair, André Barsacq und Jean Meyer.

Hatte sie ihm Fernsehen größere Rollen wie die der Annette neben Bernard Noël in der Serie „Vidoq“, erhielt sie im Kino trotz großen Charmes und Talents nur Nebenrollen: in den 1960er Jahren Kurzauftritte als Serviererin Marie-Jo in Henri Verneuils „Ein Affe im Winter“, als Marcel Dalios Freundin in Philippe de Brocas „Ich war eine männliche Sexbombe“ mit Jean-Pierre Cassel oder als Joffreys Geliebte Carmencita in „Angélique“.

Geneviève Fontanel mit Jean Gabin und mit Victor Lanoux in "L'affaire Dominici"

Geneviève Fontanel mit Jean Gabin und mit Victor Lanoux in „L’affaire Dominici“

1972 ist sie Victor Lanoux‘ Frau und Jean Gabins Schwiegertochter in „Die Affäre Dominici“. Die Yvette Dominici und ihre Dessous-Boutique-Besitzerin Hélène in François Truffauts „Der Mann, der die Frauen liebte“ sind ihre bekanntesten Rollen. In Truffauts Film war Geneviève Fontanel so herausragend, dass sie 1978 für den César als beste weibliche Nebendarstellerin nominiert wurde.

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Geneviève Fontanel in „L’homme qui aimait les femmes“ von François Truffaut

Zwischen Fontanels Hélène in diesem Film und Claude Jades drittem Einsatz als Christine Darbon-Doinel in Truffauts „Liebe auf der Flucht“ spielten beide gemeinsam in Jean Meyers Inszenierung von „Volpone“ am Théâtre Marigny. Das Stück ist zum Glück erhalten: es lief im Fernsehen in der Reihe „Au théâtre ce soir“ und ist inzwischen auf DVD erschienen.

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Jacques Marin, Claude Jade, Jean Meyer, Geneviève Fontanel, Francis Huster, Jean Le Poulain, Jean Péméja

Genevieve Fontanel Claude Jade Regulus 93 ou la veritable histoire du Citoyen Haudaudine Catherine Decours

„Regulus 93 ou la véritable histoire du Citoyen Haudaudine“ 1988 am Espace 44 in Nantes

fontanel_regulus93_Haudaudine_claude_jade_genevieve_Fontanel_1988Zwölf Jahre später ist Claude Jade die berühmte Marquise Marie-Renée de Bonchamps, die von Pierre Haudaudine (Bruno Pradal) vor der Hinrichtung gerettet wird. Im Gefängnis begegnet sie in Victoire, der Frau des Kerkermeisters, erneut Geneviève Fontanel.
Dass die Befreiung der Marquise durch Haudaudine in den Tagen der letzten Vorstellungen auch in die Befreiung Claude Jades von ihrem jahrelangen Stalker ist, erlebt auch Geneviève Fontanel, als am Theater in Nantes eine Bombendrohung eingeht und kurz darauf eine anonyme Meldung an einen Journalisten von Europe 1, dass Claude Jade und Bruno Pradal leblos in ihrem Hotelzimmer aufgefunden worden seien… Darüber demnächst mehr in diesem Blog.

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Heute gilt es, Geneviève Fontanel zu gratulieren: Herzlichen Glückwunsch zum 80.

Wenn Christine bei Hélène vorbeigeschaut hätte…