Henri Guybet in „Les aventures de Rabbi Jacob“, „Pas de problème“ und „Le Pion“
1968 gründet Henri Guybet mit Coluche, Romain Bouteille, Patrick Dewaere und Miou-Miou das Café de la gare. Mit der Rolle des jüdischen Chauffeurs Salomon in „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ wird er 1973 im Kino bekannt und festigt seine Karriere mit „Pas de problème“.
In „Le Pion“ (Ein Pauker zum Verlieben) spielte er 1978 seine einzige Hauptrolle, die zudem auch seine einzige romantische ist. Von der verwitweten Mutter eines Schülers ermutigt, seinen Roman zu veröffentlichen, wird der belächelte Aushilfslehrer unter Pseudonym zur Berühmtheit. Und am Ende landet Bertrand (Guybet) in den Armen der ebenso schüchternen Dominique (Claude Jade).
10e Anniversaire de décès de Claude JADE
(8 octobre 1948 – 1 décembre 2006)
„Claude Jade était l’incarnation de l’élégance, de la simplicité et du charme à la française.“ (Renaud Donnedieu de Vabres, ministre de la Culture)
La petite fiancée du cinéma français tournait avec Truffaut, Hitchcock, Sergueï Ioutkhevitch … „C’est finalement pas mal pour une jeune provinciale qui ne rêvait que de théâtre !“
Gérard Barray mit Michèle Girardon, Antonella Lualdi, Hildegard Knef, Prudence Harrington, Anna Gael, Claudine Auger, Valérie Lagrange, Genevieve Casile, Anna Karina, Perrette Pradier, Claude Jade, Michèle Grellier, Geneviève Grad, Mylène Demongeot, Alexandra Stewart, Joanna Pettet, Sylva Koscina
Gérard Barray war in den 60er Jahren Frauenliebling in etlichen Mantel- und Degen-Filmen. Seine Rollen: d’Artagnan, Robert Surcouf, Jean de Pardaillan und Scaramouche. Selten als Schuft besetzt, zeigen ihn auch die vier Actionkrimis, die er dreht, ebenfalls als Helden. 1969 bricht er mit „Der Zeuge“ erstmals mit seinem Image: als Museumsdirektor mit dunklem Geheimnis zieht er eine junge Mordzeugin (Claude Jade) in seinen Bann. Cinémonde verspricht: „Mit Gérard Barray und Claude Jade hat Anne Walter in ihrem ersten Film ein Paar vereint, das man nicht so schnell vergessen wird“.
Die dem französischen Publikum gelieferte Vorabkritik erfüllt sich leider nicht: „Le témoin“ läuft zwar in belgischen Kinos, in der DDR wird der Film 1973 als „Der Zeuge“ ausgestrahlt, doch in Frankreich wird er erst zehn Jahre später gezeigt, im Fernsehen. Und die Autorin und Regisseurin Anne Walter erscheint aus gesundheitlichen Gründen nicht am Set.
Mehr über „Le témoin“ mit Gérard Barray und Claude Jade hier: DER ZEUGE
„Les films avancent comme des trains, tu comprends ? Comme des trains dans la nuit. Les gens comme toi, comme moi, tu le sais bien, on est faits pour être heureux dans le travail, dans notre travail de cinéma.“ (François TRUFFAUT, décédé le 21 octobre 1984)
Claude JADE et François TRUFFAUT en 1974, entre les tournages de leurs films „Domicile conjugal“ et „L’Amour en fuite“
Guillaume de Tonquédec, seit „Le prénom“ ein Star im französischen Unterhaltungsfilm, spielte vor 25 Jahren in seiner ersten Kinohauptrolle Claude Jades Sohn.
In „Tableau d’honneur“ verteidigt Claude als Gabrielle ihren Filmsohn Jules gegen ihren autoritären Ehemann (Philippe Khorsand), hat eine Affaire mit Jules‘ Sportlehrer (Patrick Guillemin) und als Maman ordentlich betrunken ist, küsst sie Jules auf dem Schulhof. Der Film, in dem sich Claude Jade schüchtern wie ein Teenager Kondome kauft, während ihr Filmsohn mit Papas Geliebter ins Bett steigt, war auch Karrierestart für zwei weitere Jungstars: Éric Elmosnino und Guillaume Gallienne.
Guillaume de Tonquédec wird von 1986 bis 1989 am Konservatorium von Filmpartnern Claude Jades unterrichtet, Michel Bouquet und Daniel Mesguich.
Anschließend ist er in Inszenierungen von Jacques Weber am Théâtre des Célestins in Lyon zu erleben, wo Claude Jade von 1975 bis 1984 in sechs Stücken gespielt hatte.
Später spielt Guillaume de Tonquédec erneut neben Claude Jade: in der Serie „Cap des Pins“.
Guillaume de Tonquédec mit Claude Jade und Philippe Khorsand in „Tableau d’honneur“
Am Théâtre Édouard VII, wo Claude 1967 ihre Ausbildung erhielt, spielt Guillaume de Tonquédec 2010 in Alexandre de La Patellières „Le prémom“ (Der Vorname). Der Sohn von Denys de La Patellière, in dessen letztem Film „Der Abbé und die Liebe“ Claude die Hauptrolle gespielt hatte, landet mit dem Stück einen großen Erfolg; es wird für sechs Molières nominiert, darunter auch Guillaume de Tonquédec. Für seinen Claude in der Verfilmung des Stücks erhält Guillaume de Tonquédec 2013 den César.
Heute wird Guillaume de Tonquédec 50. Herzlichen Glückwunsch.
Baisers volés de Maman: Claude Jade und Guillaume de Tonquédec in „Tableau d’honneur“
Claude Jade und Michel Auclair in „Lise et Laura“ (1982)
In zwei Filmen spielte Claude Jade mit Michel Auclair (1922-1988). Michel Auclair, der vor 94 Jahren in Koblenz geboren wurde, gelang im Nachkriegskino die Balance zwischen dubiosen Intriganten (Ludovic in Jean Cocteaus „La Belle et la Bête“), zweifelnden Charakteren (Des Grieux in Henri Georges-Clouzots „Manon“) und romantischen Liebhabern (Michel in Erich Engels „Unter den tausend Laternen“). In ihrem zweiten Film „Sous le signe de Monte Cristo“ begegnet Claude Jade 1968 erstmals Michel Auclair: Als Linda stellt sie seinem Schurken de Villefort eine raffinierte Falle, die der modernisierten Dumas-Verfilmung den deutschen Kinotitel gab: „Der Rächer aus dem Sarg“.
Linda (Claude Jade) enthüllt Gérard de Villefort (Michel Auclair) Edmond Dantès‘ wahre Identität.
De Villefort kondoliert Linda, als „Der Rächer aus dem Sarg“ aufersteht. Michel Auclair, Claude Jade, Paul Barge, Raymond Pellegrin und Paul Le Person in André Hunebelles „Sous le signe de Monte Cristo“
Für die 19jährige Claude war die Zusammenarbeit mit den großen Schauspielveteranen Pierre Brasseur, Michel Auclair und Raymond Pellegrin eine willkommene Anfangszeit.
1982 spielte sie dann in Henri Helmans „Lise et Laura“ die Doppelrolle der von der Gestapo ermordeten Lise und der jungen Laura, die Jahrzehnte später Lises einstigem Verlobten Frederic (Michel Auclair) begegnet.
Claude Jade: „Ich hatte Michel, diesen subtilen Schauspieler, seit meinen Anfängen nicht wiedergesehen und ich schätzte erneut und noch mehr die Qualität seines Spiels“.
Claude Jade und Michel Auclair in Henri Helmans „Lise et Laura“
Claude Jade und Gérard Brach bei der Arbeit zu „Le bateau sur l’herbe“
Heute vor zehn Jahren starb einer der bedeutendsten Autoren des französischen und internationalen Qualitätskinos: Gérard Brach. Ob Thriller, Satire, Epos, Melodram – Brach beherrschte alle Genres.
Er schrieb vor allem für seinen engen Freund Roman Polański die Drehbücher zu „Ekel“, „Cul-de-sac – Wenn Katelbach kommt“, „Tanz der Vampire“, „Was?“, „Tess“, „Der Mieter“, „Frantic“, Piraten“ und „Bitter Moon“.
Brach schrieb zudem für Annaud („Der Name der Rose“), Berri („Jean de Florette“), Ferreri („Affentraum“), Antonioni („Identifikation einer Frau“), Kontschalowski, de Broca …
John Mc Enery, Jean-Pierre Cassel, Gérard Brach und Claude Jade bei einer Pressekonferenz in Cannes 1971
Als Regisseur drehte er nur zwei Filme, „La Maison“ mit Michel Simon und Patti D’Arbanville und „Le bateau sur l’herbe“ mit Jean-Pierre Cassel, Claude Jade und John McEnery. Gérard Brach gab Claude Jade ihre erste Gegenbesetzung als unbedarftes egoistisches Mädchen, das die Freundschaft zweier Männer zerstört. Es war ein sehr intimer Film, der Frankreich bei den Filmfestspielen in Cannes vertrat, aber nur ein Kritikererfolg wurde. Claude Jade trägt als Eléonore immer einen Wäschesack bei sich. Als sie einige Jahre später für die französische Fassung von „What?“, einen von Brach geschriebenen Polański-Film, Sydne Rome synchronisierte, fiel ihr auf, dass auch deren Figur den gleichen Wäschesack wie Eléonore trug. Da Brach sein Privatleben zu schützen verstand, bleibt es sein Geheimnis, ob der Wäschesack das Provisorische an seinen Beziehungen zu Frauen symbolisiert oder ein Accessoire ist, von dem sich seine Frauenfiguren nicht trennen.
Darry Cowl, der heute 91 geworden wäre, drehte 1981 mit Claude Jade die Komödie „Le bahut va craquer“.
Darry Cowl trat nach der Schauspielschule in Pariser Cabarets auf, wo er 1955 für das Kino entdeckt wurde.
Ein Jahr später war er Brigitte Bardots Bruder im Lustspiel „En effeuillant la marguerite“ (Das Gänseblümchen wird entblättert), ein Museumswärter, der sein Schwesterchen zu einem Striptease-Wettbewerb begleitet.
1957 wurde Darry Cowl mit der Hauptrolle in der Humoreske „Le Triporteur“ (Anton, der Querschläger), die sich über den Fußballrummel lustig macht, schlagartig berühmt.
Darry Cowl spielte fast ausnahmslos in Komödien. Neben gelungenen Filmen wie „Radieschen von unten“ entstanden auch schlichte Militärklamotten wie „Oh lala, die kleinen Blonden sind da“ und „Das Schlitzohr der ersten Kompanie“. 2001 mit dem Ehren-César für sein Lebenswerk ausgezeichnet, erhielt er 2004 den César für die beste Nebenrolle als neugierige Madame Foin in Alain Resnais‘ Filmmusical „Pas sur la bouche“. Darry Cowl starb am 14. Februar 2006. Die von seiner Witwe und François Rollin betreute Gesellschaft „Vive Darry“ verleiht jährlich einen nach ihm benannten Schauspielpreis, den prix Darry Cowl.
In Michel Nervals „Le bahut va craquer“ sorgt der Verweis einer schwangeren Schülerin (Fanny Bastien) für einen Aufstand. Die unnachgiebige Philosophielehrerin (Claude Jade), der beflissene Mathelehrer (Darry Cowl) und der cholerische Direktor (Michel Galabru) werden von revoltierenden Schülern eingesperrt. Und die Geiseln zoffen sich auch untereinander, bis der Arrest Wirkung zeigt.
Darry Cowl und Claude Jade hatten bereits 1975 in der Komödie „Trop c’est trop“ gespielt, allerdings nicht in gemeinsamen Szenen: Erst als die von Claude Jade und ihren beiden Gefährtinnen bedrängten Junggesellen gemeinsam Selbstmord begangen haben, landen sie bei Darry Cowl – hier als wuschelköpfiger Luzifer höchstpersönlich.
„Le bahut va craquer“ fiel für Claude Jade in die Zeit ihrer Moskauer Jahre. Regisseur Michel Nerval hatte bereits sein Debüt „Les Borsalini“ mit Darry Cowl gedreht und ihn erneut engagiert. Claude Jade verkörpere für ihn bisher die zarte junge Frau aus dem 16. Arrondissement und er habe ihr eine Gegenbesetzung geben wollen.
Claude Jade, Michel Galabru und Darry Cowl in „Le bahut va craquer“
„Es ist für mich das erste Mal, dass ich einem absoluten Komikerfilm spiele“, erklärt Claude Jade im April 1981 in „Jeudi Cinema“ Gastgeber Pierre Tchernia und freut sich über ihre neue Erfahrung, mit den im Komikerfach etablierten Kollegen Michel Galabru und Darry Cowl gearbeitet zu haben: „Und das ist ein gewaltiger Unterschied nach einem Film wie ,Lenin in Paris‘.“ Und zudem eine gute Unterrichtsstunde, wie der kurze Ausschnitt mit Darry Cowl, Claude Jade und Michel Galabru zeigt.