François Truffaut 84

Heute vor 84 Jahren wurde François Truffaut geboren.

Bonheur fané, cheveux au vent
Baisers volés, rêves mouvants,
Que reste-t-il de tout cela
Dites-le-moi
François Truffaut, Claude Jade, filmographie, films, Bausers volés, Domicile conjugal, L'amour en fuite, Nouvelle Vague, Images, tournage, fiancée

kiosque à journeaux
Christine (Claude Jade): J‘ aimerais ce magazine, s’il vous plaît.
le vendeur (voix François Truffaut): Oui.
Christine: Oh, dites-moi, il y a une jolie affichette, là.
C’est le danseur Noureev, est-ce que je la prendre ?
le vendeur: Ah oui, bien sûr.
Christine: Merci beaucoup.
le vendeur: Prenez-la vous-même.
Christine: Ah, elle est très belle… Formidable ! Je vous dois combien?
le vendeur : Deux francs juste.
Christine: Merci beaucoup, monsieur.
le vendeur: Merci, mademoiselle.
Christine: Non, pas mademoiselle, madame.

Le divorce giscardien – 90e anniversaire de Valery

90e anniversaire de Valéry Giscard d’Estaing, né le 2 février 1926.

En France, le divorce par consentement mutuel a été instauré par la Loi du 11 juillet 1975, par le président de l’époque, Valéry Giscard d’Estaing. Mais…. écoutez.

Claude Jade et Jean-Pierre Léaud dans „L’amour en fuite“ de François Truffaut

Émile Schneider – 143. Geburtstag

Heute jährt sich der Geburtstag des Malers Émile Schneider, Claude Jades Großvater, zum 143. Mal.

Emile Schneider, peintre illustre Alsace Strasbourg Claude Jade musee Haguenau

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Émile Schneider, der Vater von Claudes Mutter Marcelle, wurde am 20. Januar 1874 in Illkirchen-Graffenstaden geboren, studierte bei Léon Hornecker, an der Kunsthochschule von Strasbourg und sieben Jahre an der Akademie der Schönen Künste in München.
Émile Schneider, eine der führenden Persönlichkeiten der „Elsässer Schule“, ist vor allem durch ein Album mit zwanzig Lithographien unter dem Titel „Menschen bei uns und anderswo“ bekannt und engagiert sich in der „Revue alsacienne illustrée“, die sich der deutschen Vorherrschaft verweigert.
Seine impressionistischen Bilder sind geprägt von einem intimen Charakter, sie reflektieren eine warme, familiäre Atmosphäre, widmen sich dem öffentlichen Leben mit Theaterausflügen und Konzerten.

Emile Schneider

Émile Schneider gründet die Künstlergruppe Saint Nicolas und wird später Professor und zeitweise auch Direktor der Kunsthochschule von Strasbourg.

emile schneider fahrplan

Émile Schneider (peintre)Er lernt Marguerite Berst kennen, eine Schülerin der Pianistin Blanche Selva. Marguerite, die gerade den ersten Preis des Musik-Konservatoriums in Brüssel erhalten hat, musiziert viel mit Émile. Marguerite ist unkonventionell und reist vorerst allein nach Südafrika, wo sie als Au pair englischen Kindern Klavierunterricht gibt. Sie verbringt dort drei Jahre und berichtet Émile amüsiert, dass die Hausangestellten ihre Zahnpasta essen und ihr Eau de Cologne trinken.
Nach der Afrikareise heiraten sie. 1909 wird Sohn Guy geboren, vier Jahre später bekommt er eine Schwester. Sie soll Cécile genannt werden, doch in Strasbourg wird in jenen Jahren die deutsche Version des Namens verlangt. Dem Klang einer Tzétzilia ziehen die Schneiders einen melodiöseren Namen vor: Marcelle. Die kleine Marcelle sitzt in ihrer Kindheit auf dem Schoß von Albert Schweitzer, wenn dieser mit ihren Eltern Kammermusik betreibt. Weitere Gäste der musischen Schneiders sind der Geiger Marcel Raynal und der Pianist Alfred Cortot.
Als Marcelle noch keine 16 Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter. Von der Trauer gebrochen, gibt ihr Vater seinen Vorsitz der Künstler des Elsass auf. Marcelle Schneider wird später Englischlehrerin, heiratet den Englischlehrer Marcel Jorré und verlässt als Madame Jorré im Oktober 1948 die Klinik von Dijon, um die kleine Claude mitzubringen in die rue de la Toison-d’Or, in der die Bilder von Émile Schneider das Elsass in der Bourgogne sind: Émiles Gemälde über einer Kindheit, die sich als „gut behütet“ beschreiben lässt.

Émile Schneiders Tochter Marcelle mit Ehemann Marcel Jorré und den Töchtern Claude (links) und Annie

Émile Schneiders Tochter Marcelle mit Ehemann Marcel Jorré und den Töchtern Claude (links) und Annie

Claude Jade, Jean-Pierre Léaud, L'amour en fuite, Francois TruffautIn Malereikursen eifert Claude als Kind dem Großvater nach. Mit  den kreisrunden Nasen nimmt sie eher den Stil von Hergé auf; „freilich ohne dessen Talent“, wie Claude Jade später amüsiert gesteht.

Einer malenden Claude Jade begegnen die Kinogänger lediglich in François Truffauts letztem Doinel-Film „Liebe auf der Flucht“ (Foto links mit Jean-Pierre Léaud), in dem sie als Christine Doinel Illustratorin wird.

Émile Schneiders Enkelin Claude Jade malend im Truffaut-Film "Liebe auf der Flucht"

Émile Schneiders Enkelin Claude Jade malend im Truffaut-Film „Liebe auf der Flucht“

1988 kann Claude Jade wegen der Aufführungen von "Regulus 93" die Strasbourger Ausstellung nicht besuchen. Claude Jade, Bruno Pradal "Regulus 93" nantes, piece de Catherine Decours

Wegen des Theaterstücks „Regulus 93“ kann Claude 1988 die Strasbourger Ausstellung nicht besuchen.

1988, Claude Jade spielt in Nantes mit Bruno Pradal in der Uraufführung des Stückes „Regulus 93“, präsentiert Strasbourg eine Ausstellung der Werke von Émile Schneider; es ist die erste seit einem halben Jahrhundert. Claude Jade kann sie wegen ihrer eigenen Vorstellungen nicht besuchen.

Claude Jade mit Pia Wendling vom Museum Haguenau 1999 in der Sendung "Tempo"

Claude Jade mit Pia Wendling vom Museum Haguenau 1999 in der Sendung „Tempo“

Im Mai 1999 folgt in Haguenau erneut eine große Émile-Schneider-Ausstellung: Claude Jade berichtet am 29. Mai 1999 auf France3 in Christian Hahns „Tempo“ über die Kunst ihres Großvaters und wie sehr es sie bewegt, jene Bilder, mit denen sie aufwuchs, in einer so superben Ausstellung sehen zu können.

Claude Jade, Émile Schneider, Exposition à Haguenau

Marc Porel

Claude Jade, Marc Porel, Roberto Posse, Carole Chauvet in „Una spirale di nebbia“

Marc Porel wäre heute 67 geworden. Eine seiner besten Rollen hatte er 1977 an der Seite Claude Jades in Eriprando Viscontis „Una spirale di nebbia“.
Von Jean-Claude Brialy entdeckt, debütiert der schöne Sohn des Schauspielerpaares Jacqueline Porel und Gérard Landry in Costa-Gavras‘ „Ein Mann zuviel“. Er spielt neben Jean Gabin („Der Clan der Sizilianer“, „La Horse“) und erhält 1970 zwei Hauptrollen: als Gilles in Jacques Derays Sagan-Verfilmung „Un peu de soleil dans l’eau froide“ und als Jean in Édouard Molinaros „Les aveux les plus doux“. Seine Partnerin sollte bereits damals Claude Jade sein, die zuvor mit Molinaro „Mon oncle Benjamin“ gedreht hatte. Doch sie lehnte wegen einer Nacktszene ab und Caroline Cellier spielte die Frau an Porels Seite.

Caroline Cellier spielt die Rolle an Porels Seite, die Claude Jade zuvor abgelehnt hatte.

Marc Porel spielte neben Jean Gabin in „La Horse“ und „Der Clan der Sizilianer“, in dem auch Alain Delon mit von der Partie war. Dem vielversprechenden Start folgten Actionfilme wie „Big Guns“, erneut an der Seite Alain Delons, oder kleinere Rollen wie die des ermordeten Rocky in Lautners „Die Straße nach Salina“.
Neben seinen Kinorollen war er seit „L’Eventail de Séville“ (1968) auch im Fernsehen aktiv, so in der Titelrolle der Miniserie „Il Marsigliese“ (1975) und in Bologninis Miniserie „Die Kartause von Parma“ (1982).

Visconti-Star Marc Porel, Sexsymbol in den 1970ern.

Porel dreht in der Folgezeit vor allem in Italien und wird von Luchino Visconti für zwei seiner letzten Filme besetzt: in „Ludwig II“ spielt er Richard Hornig, den Liebhaber des von Helmut Berger gespielten Königs und in „Die Unschuld“ den Liebhaber Laura Antonellis.

Marc Porel als Richard Hornig in Luchino Viscontis „Ludwig“

Marc Porel als Filippo d’Arborio in Luchino Viscontis „Die Unschuld“

Una spirale di nebbia

Claude Jade, Marc Porel „Una spirale di nebbia“

Fabrizio (Marc Porel), Maria Teresa (Claude Jade), Marcello (Duilio Del Prete), Valeria (Carole Chauvet)

Una spirale di nebbia, Eriprando Visconti, Claude Jade, Marc Porel, Carole Chauvet, Duilio Del Prete, Martine Brochard, Flavio Bucci, Stefano Satta Flores, Eleonora Giorgi

Una spirale di nebbia, Eriprando Visconti, Claude Jade, Marc Porel, Carole Chauvet, Roberto Posse

Waren dies noch Nebenrollen, so macht Eriprando Visconti, der Neffe des Meisterregisseurs, ihn zum Star seiner Verfilmung von Michele Priscos „Una spirale di nebbia“. Porel spielt den jungen Fabrizio, der des Mordes an seiner Frau (Carole Chauvet) verdächtigt wird. Einzig seine unglücklich verheiratete Cousine Maria Teresa (Claude Jade) hält zu ihm und versucht, seine Unschuld zu beweisen.

Claude Jade und Marc Porel in „Una spirale di nebbia“

Sieben Jahre nach Claudes Absage für „Les aveux les plus doux“ zeigen sich nun beide nackt; Claude Jade hat ihre einstigen Ansichten bereits mit „Le malin plaisir“ (siehe Jacques Weber) revidiert. Dass in Viscontis Film die Männer Marc Porel, Duilio del Prete und Stefano Satta Flores alles zeigen, entspricht der Entwicklung im frankoitalienischen Kino der 70er Jahre, deren Freiheit in den 80er Jahren bigotter Prüderie weicht. Die Nacktheit in „Spirale di nebbia“ ist nicht selbstzweckhaft und voyeuristisch: sie ist natürlich, bleibt vor allem Zubehör zum Leben und lässt Verletzlichkeit zu.

Marc Porel in "Non si sevizia un paperino" (Don't torture a duckling - Quäle nie ein kind zum Scherz)

Marc Porel in „Non si sevizia un paperino“ (Don’t torture a duckling – Quäle nie ein Kind zum Scherz)

Marc Porel, der auch in einigen Gialli auftrat, so in Lucio Fulcis „Non si sevizia un paperino“ und „Sette note in nero“ , wurde von einem exzessiven Leben verbrannt, und er nahm Drogen. Marc Porels Zerbrechlichkeit und Sensibilität schien immer durch seine Darstellung. Einige seiner Weggefährten stürzten ab mit den Drogen und fingen sich wieder auf, wie die Sängerin und Schauspielerin Dani. Für Marc Porel kam keine Hilfe im Kampf gegen die Drogen und er starb im Alter von nur 34 Jahren in Marokko an einer Meningitis infolge des Drogenkonsums. Er war zweifellos eine der großen Hoffnungen des Französischen Kinos.

Bernard Alane

Bernard Alane feiert Weihnachten 2015 seinen 67. Geburtstag.

Jacques Brel, Claude Jade, Bernard Alane, Mon oncle Benjamin

Jacques Brel, Claude Jade, Bernard Alane „Mon oncle Benjamin“

alane_bernard_hibernatus_filmAls Hector de Pont-Cassé verhilft er Manette in „Mon oncle Benjamin“ zu ihrem Glück; in „La passion de Camille et Lucile Desmoulins“ sind Claude Jade und Bernard Alane das berühmte Liebespaar der Französischen Revolution.
Kurz vor „Mon oncle Benjamin“ hatte Bernard Alane für Molinaro den nach 65 Jahren aufgetauten Titelhelden in „Hibernatus“ (Der Winterschläfer) gepielt. Das Louis-de-Funès-Vehikel hatte zwei Monate vor „Mon oncle Benjamin“ Premiere.

Claude Jade und Bernard Alane in "Mein Onkel Benjamin" Mon oncle Benjamin

Claude Jade und Bernard Alane in „Mein Onkel Benjamin“

Als Édouard Molinaro Claude Jade für „Mon oncle Benjamin“ besetzen will, insistiert sie darauf, statt der ihr angebotenen Rolle der Arabelle die der Manette zu spielen. Gemeinsam mit Bernard Alane als Spielpartner überzeugt sie Molinaro bei den Probeaufnahmen.

Bernard Alane, Claude Jade, Jacques Brel, Jean-Louis Tristan

Bernard Alane, Claude Jade, Jacques Brel, Jean-Louis Tristan

Claude Jade, Bernard Alane, La Passion de Camille et Lucile Desmoulins, Les Amours Sous la Revolution Jean-Paul CarrereNeben Molinaros Filmen „Hibernatus“ und „Mon oncle Benjamin“ hat Bernard Alane seine bekannteste Rolle im Fernsehen: als Journalist Vincent ist er 1975 Held der Serie „Les Compagnos d’Eleusis“ (Die Eingeweihten von Eleusis).
1978 sind Claude Jade und Bernard Alane erneut Partner: als Lucile und Camille Desmoulins in „La passion de Camille et Lucile Desmoulins“.

Claude Jade, Bernard Alane, Françoise Christophe, Jean Martinelli

Claude Jade, Bernard Alane, La Passion de Camille et Lucile Desmoulins, Les Amours Sous la Revolution Jean-Paul Carrere

Claude Jade und Bernard Alane in „La Passion de Camille et Lucile Desmoulins“

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mehr über Claude Jade und Bernard Alane hier: „Mon oncle Benjamin“

 

Pierre Brasseur 110

Pierre Brasseur, Claude Jade, Paul Le Person und Paul Barge

Heute wäre er 110 geworden, Pierre Brasseur, legendär vor allem als Frédérick Lemaître in „Les enfants du paradis“.
1968 spielten das „monstre sacré“ und die von ihm „la môme“ genannte Claude Jade in André Hunebelles „Sous le signe de Monte Cristo“.

Pierre Brasseur mit Renée Saint-Cyr, Arletty, Michèle Morgan und Jean Gabin, Madeleine Robinson, Danielle Darrieux, Dany Carrel, Catherine Deneuve, erneut mit Michèle Morgan und mit Claude Jade.

Die Begegnungen, die sie in dem Abenteuerfilm hat, wiederholen sich bei Paul Barge für einen weiteren Film und die Serie „Cap des Pins“, bei Michel Auclair mit „Lise et Laura“, bei Anny Duperey mit „Le malin plaisir“ und bei Paul Le Person am Theater in „Un chateau au Portugal“. Die einmalige Zusammenarbeit mit der Legende Pierre Brasseur ist für Claude Jade, damals 19, ein großes Geschenk.

Als der von Pierre Brasseur gespielte Faria für seinen Schützling Linda (Claude Jade) mit dem Saufen aufhört, denkt Brasseur selbst nicht im Geringsten daran. Er behauptete zwar, seinen Bordeaux mit Wasser zu strecken, aber im Laufe der Pausen in der Studiobar, aus denen er übrigens kein Geheimnis machte, goss er immer weniger Wasser in seinen Wein…

Pierre Brasseur nennt die 19jährige Claude Jade „la môme“, die Göre, und gibt ihr voller Zuneigung Ratschläge.  Paul Barge erinnert sich später, dass Brasseur seine Aufmerksamkeit vor allem seiner jungen Kollegin widmete. Mit Pierre Brasseur, dem Star der 30er und 40er Jahre in Marcel Carnés Meisterwerken „Hafen im Nebel“ und „Kinder des Olymp“, begegnet sie einem „monstre sacré“. Tatsächlich lohnen sich in dem Abenteuerfilm jene Szenen, in denen Claude Jade mit Brasseur auftritt. Bis zu seinem Filmtod übernimmt dieser die Rolle eines Ersatzvaters, der Linda in die Geheimnisse alter indianischer Riten einweist und sie einführt „in die Reize des Vergangenen“, als spräche ein Meister mit seiner Schülerin.


André Hunebelle, ein zuvorkommender und charmanter Herr, muss Claude in ihren Szenen mit Pierre Brasseur immer wieder ermahnen: „Claude, Sie sind nicht an Ihrem Platz!“ Tatsächlich steht sie brav auf der ihr zugewiesenen Markierung. Doch Pierre Brasseur hat sich in der Pause zwischen der ersten Stellprobe am Vormittag und nach einem erneuten heimlichen Schluck Wein etwas Neues einfallen lassen und nimmt immer wieder andere Positionen ein. Claude Jade wagt es nicht, die Markierung zu verlassen und verfolgt von dort die sehr persönliche Improvisation ihres legendären Partners. Logisch, dass sie plötzlich zu weit entfernt von Brasseur steht. Und ihren Partner bewundert.

Bereits sein Vater und sein Großvater hatten als Schauspieler den Künstlernamen Brasseur gewählt. Den übernahm auch der 1905 geborene – und der Legende nach in einer Theaterloge gezeugte – Pierre-Albert Espinasse. Bereits mit 15, eine Gemeinsamkeit mit Claude Jade, spielte er Theaterrollen. Er schrieb Theaterstücke sowie einige Chansons für Édith Piaf. Mit der Rolle des dreisten Lucien in Marcel Carnés „Hafen im Nebel“ wurde er 1938 berühmt. Sein größter Erfolg ist der Schauspieler Fréderick Lemaître in Carnés „Kinder des Olymp“ (1945). In späteren Jahren als durchtriebener Schurke („Augen ohne Gesicht“), abartiger Despot („Karthago in Flammen“) oder skurriler Kauz („Leben im Schloss“) besetzt, hatte Pierre Brasseur seine letzte Rolle 1972 in „Die schönste Soirée meines Lebens“.
Sein Sohn Claude Espinasse arbeitet seit den 50er Jahren ebenfalls erfolgreich als Schauspieler. Er nennt sich Claude Brasseur.

Bon anniversaire.

Pierre Brasseur Claude Jade Sous le signe de Monte Cristo Gejagt wie Monte Christo Der Rächer aus dem Sarg Andre Hunebelle Paul Barge Paul Le Person

Mehr zu „Sous le signe de Monte Cristo“ mit Claude Jade und Pierre Brasseur hier: Gejagt wie Monte Christo

Nicoletta Machiavelli

In „Le malin plaisir“ ist Nicoletta Machiavelli 1975 neben Claude Jade, Anny Duperey, Mary Marquet und Cécile Vassort Teil eines mörderischen Quintetts . Jacques Weber kommt ihnen auf die Schliche.

Le malin plaisir Jacques Weber Claude Jade Anny Duperey Nicoletta Machiavelli Mary Marquet Cécile VassortDie italienische Schauspielerin Nicoletta Machiavelli ist am 15. November im Alter von 71 Jahren gestorben.
Berühmt wird sie 1966 mit Luigi Zampas „Eine Frage der Ehre“: Ein sich versteckt haltender Mann schwängert seine Frau und als die Öffentlichkeit nun glaubt, sie sei fremdgegangen, muss er sie töten, um seine Ehre wiederherzustellen. Nicoletta Machiavelli nimmt in ihren folgenden Filmen selbst die Waffe zur Hand; in Spaghetti-Western wird sie zum Star des Genres: mit Burt Reynolds in Sergio Corbuccis „Navajo Joe“ oder in „Giarrettiera Colt“als eine der wenigen zentralen Westernheldinnen. Quentin Tarantino gibt ihr zu Ehren seiner Hauptfigur in „Kill Bill“ das Pseudonym Arlene Machiavelli.

Nicoletta Machiavelli "Navajo Joe" “Giarrettiera Colt” Spaghetti Western

Star des Spaghetti Western: Nicoletta Machiavelli

Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck

Trenck-Mehrteiler (1972)

In Carlo Lizzanis „Eine Flut von Dollars“ überlebt ihre Heldin Mary Ann nur in der amerikanischen Version „The Hills Run Red“, in der italienischen muss sie wie in „Eine Frage der Ehre“ sterben. Ein Los, das sich ihre Rollen oft teilen: Als Alain Delons Ehefrau in „Tony Arzenta“ stirbt sie bereits zu Beginn des Films.
Zum Ausgleich schlüpft Nicoletta Machiavelli für „Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck“ gemeinsam mit Matthias Habich in preußische Gewänder – und geht als Amalie ins Kloster.
Doch 1975 wird sie abermals gefährlich – als eine der Hauptdarstellerinnen in Bernard Toublanc-Michels „Le malin plaisir“.

1975 spielte sie neben Claude Jade eine der fünf mordverdächtigen Frauen im Thriller „Le malin plaisir“. In der Villa Fontbonne zeigen sie nach dem Unfalltod des Schriftstellers Philippe Malaiseau keine Spur von Trauer: Anny Duperey ist in ihrer zweiten Zusammenarbeit mit Claude Jade nach „Gejagt wie Monte Christo“ die Witwe Malaiseaus, Claude Jade spielt die Sekretärin Julie, Mary Marquet die Mutter, Cécile Vassort eine Cousine und Nicoletta Machiavelli als Melisa die mysteriöse italienische Freundin des Toten. Als der junge Autor Marc (Jacques Weber) nach Fontbonne kommt, um Malaiseaus letztes Werk fortzusetzen, wird er zum Liebhaber und Spielball der Frauen. Bald keimt in ihm ein schrecklicher Verdacht.

Le malin plaisir Jacques Weber Claude Jade Anny Duperey Nicoletta Machiavelli Mary Marquet Cécile Vassort

le malin plaisir jacques weber claude jade anny duperey nicoletta machiavelli Mary marquet cecile vassort bernard toublanc michelDa Marc mit den vier jungen Frauen schläft, gerät der Film freizügig. Claude Jade, die noch vier Jahre zuvor Nacktszenen abgelehnt hatte (s. „Mein Onkel Benjamin“), wird von ihrem Ehemann Bernard Coste darin bestärkt, die Julie zu spielen. Denn eine verführerische Mörderin ist genau der Imagewandel, mit dem sie ihren braven Heldinnen entfliehen will. Für Nicoletta Machiavelli sind unbekleidete Auftritte seit “Storie scellerate” (Decamerone – Abenteuer des Wollust) keine Neuheit.
Ungewohnt ist allerdings die Unterbringung der Stars: Drehort für die südfranzösische Villa, in dem die fünf Frauen ihr Netz um den jungen Autor spinnen, ist das Château d’Arpaillargues bei Uzès. Und die Schauspieler beziehen jene Zimmer, die im Film von ihren Figuren bewohnt werden.
Für Nicoletta Machiavelli war die Melisa 1975 ihre zweite Hauptrolle im französischen Kino. Im Jahr darauf spielte sie neben Jean Gabin und Jean-Claude Brialy in „Zwei scheinheilige Brüder“, trat in „Jenseits von Gut und Böse“ auf und zog sich 1977 bis auf ein kurzes Comeback vom Film zurück. Der Titel: „La fuite en avant“. Sie wollte als Schülerin des Neo-Sannyas-Begründers Osho nur noch ihr Privatleben und lebte seitdem in der Nähe Bolognas.
1985 ging sie in die USA, wo sie privaten Sprachunterricht und Kochkurse gab. Nach schwerer Krankheit ist sie am vergangenen Sonntag in Seattle gestorben.

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Dora Doll gestorben

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Dora Doll (in gelber Regenjacke) als Claude Jades Schwiegermama in „Cap des Pins“

Dora Doll, Dorothée-Hermina Feinberg, actrice, actress, schauspielerin, Touchez pas au Grisbi, Quai des Orfevres, French Can Can, Cap des Pins 1922 2015. Dora DollDora Doll ist gestern  im Alter von 93 Jahren gestorben. Als Dorothéa Hermina Feinberg 1922 in Berlin geboren, wächst die Tochter eines russischstämmigen Bankiers in Paris auf. Nach neun Jahren winziger Filmauftritte fällt sie 1947 als Freundin des Schrotthändlers Paulo (Robert Dalban)  in Clouzots „Unter falschem Verdacht“ auf und wird 1953 Jean Gabins kleine Freundin Lola in Jacques Beckers „Wenn es Nacht wird in Paris“ bekannt. Sie dreht  in der Folgezeit mit Jean Renoir („French Cancan“) Henri Verneuil („Lautlos wie die Nacht“) und  Claude Chabrol („Violette Nozière“).

Dora Doll, Arletty, Nicole Courcel, Suzanne Flon, Marcel Carné, Claude Jade, Yves Robert 1987

Dora Doll, Arletty, Nicole Courcel, Suzanne Flon, Marcel Carné, Claude Jade, Yves Robert 1987 in Courbevoie. Unter Carné hatte Doll 1938 in „Hôtel du Nord“ als Komparsin ihren ersten Filmauftritt.

Dora Doll actriice actress schauspielerin

„Fernand cow-boy“ (1956)

Ihre prägnanten Nebenrollen sind zumeist die „Huren mit Herz“, lebenslustige leichte Mädchen mit herbem Charme. Eine ihrer seltenen Hauptrollen hat sie 1956 als Mae Mariane in Guy Lefrancs „Fernand cow-boy“.
Am Theater spielt sie hingegen oft große Rollen, als Katharina in „Der Widerspenstigen Zähmung“, als „Madame Sans-Gêne“ und an der Seite von Jean-Pierre Aumont als Clarisse in „Il y a longtemps que je t’aime“. Dora Doll bewahrt sich in diesem „fichu métier“ das Lachen, auch als „Figaro“ 2011 über die verarmte Dora Doll von einem Leben in Elend berichtet. Sie erhielt keine Rente und hatte Sozialversicherungsnachweise nicht einreichen können. Im April 2011 werden ihr die Erlöse einer Soirée gespendet, damit sie einige Schulden begleichen kann.

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Paul Barge, Claude Jade, Dora Doll, Raphaël Baudoin, Mélanie Maudran in „Cap des Pins“

Eine Zeit der Sicherheit und eine große Popularität bringt ihr die erste französische Soap Opera „Cap des Pins“, in der sie von 1998 bis 2000 die Schwiegermutter von Claude Jade spielt. Als Agathe ist Dora Doll die Mutter des skrupellosen Konzerchefs Gérard Chantreuil (Paul Barge), die sich mit ihrer gedemütigten Schwiegertochter Anna gegen den Sohn verbündet.  Für Claude Jade war die Zeit mit Dora Doll „trotz eines ein wenig angespannten Beginns eine immense Freude, sie kennzulernen und mit ihr zu spielen“. Und da die Presse Claude Jade in Anspielung auf „Dallas“ „die französische Sue Ellen“ nannte, war Dora Doll für zwei Jahre ein wenig die französische „Miss Ellie“. Etwas bodenständiger als bei ihrem amerikanisches Vorbild wurden von Dora Dolls Agathe Chantreuil die Sorgen der jüngeren Generation nach einem schwiegermütterlichen Schulterklopfen weggelacht.

Marcelline Collard, Jay Benedict, Claude Jade, Dora Doll, Paul Barge. vorn: Manuela Dalle, Raphaël Baudoin, Mélanie Maudran. "Cap des Pins"

Die Stars der ersten französischen Daily Soap. hinten: Marcelline Collard, Jay Benedict, Claude Jade, Dora Doll, Paul Barge. vorn: Manuela Dalle, Raphaël Baudoin, Mélanie Maudran. „Cap des Pins“(1998-2000)

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