Palme d’or d’honneur 2016 für Jean-Pierre Leaud

Bei den 69. Filmfestspielen von Cannes wird der Schauspieler Jean-Pierre Léaud am 22. Mai 2016 die Ehrenpalme, die Palme d’or d’honneur, für sein Lebenswerk erhalten. Dies gab heute die Festivalleitung bekannt.

Jean-Pierre Léaud recevra la Palme d'or d'honneur au Festival de Cannes 2016; La Palme d'or d'honneur de la 69e édition du Festival de Cannes sera décernée au comédien Jean-Pierre Léaud, incarnation de la Nouvelle Vague et interprète fétiche de François Truffaut, Claude Jade sa partenaire dans trois films

In drei der wichtigsten Filme Jean-Pierre Léauds war Claude Jade zwischen 1968 und 1979 als Christine Darbon die Partnerin seines legendären Antoine Doinel: « Baisers volés », « Domicile conjugal » und « L’amour en fuite ».

Palme d'or d'honneur Cannes 2016 Jean-Pierre Léaud Claude Jade Antoine Doinel Domicile conjugal Francois Truffaut

… des mois d’avril

truffaut femmes claude jade1

apparence_1968_Claude_Jade_Baisers_voles_1♪ ♫ le vent qui frappe à ma porte…

Que reste-t-il de nos amours ?
Que reste-t-il de ces beaux jours ?
Une photo, vieille photo de ma jeunesse
Que reste-t-il des billets doux,
Des mois d’avril, des rendez-vous ?
Un souvenir qui me poursuit sans cesse
Bonheur fané, cheveux au vent
Baisers volés, rêves mouvants
Que reste-t-il de tout cela ?
Dites-le-moi
Un petit village, un vieux clocher
Un paysage si bien caché
Et dans un nuage, le cher visage
de mon passé

Claude Jades Lehrer André Héraud gestorben

André Héraud, Claude Jades Schauspiellehrer am Konservatorium von Dijon, ist am Karfreitag im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Schauspieler lebte für das Konservatorium und seine Comédie de Bourgogne.

André Héraud und Claude Jade 1964 in "Die Schule der Frauen"

André Héraud und Claude Jade 1964 in „Die Schule der Frauen“

ecole_des_femmes_moliere_claude_jade_jorre_1964Ihre erste Begegnung mit Héraud hat Claude Anfang 1963. Hatte sie als Zehnjährige für Gérard Philipe als Erzähler von Prokofjews „Peter und der Wolf“ geschwärmt, lauschte sie nun der Rezitation André Hérauds des musikalischen Märchens bei den Jeunesses Musicales am Konservatorium von Dijon.
Bei den Aufführungen unter der Leitung des Komponisten und Konservatoriumsdirektors André Ameller  folgte sie der schönen tiefen Stimme Hérauds auch in Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“, zu der er den Teufel sprach.

Im September 1963 bewirbt sich die vierzehnjährige Claude am Conservatoire d’Art Dramatique. Bei der Aufnahmeprüfung sehen André Héraud und die Kommission darüber hinweg, dass Claude noch um einige Wochen zu jung ist. Héraud hat ihr zwei Aufgaben für das Vorsprechen gegeben: Mit Paul Verlaines „Après trois ans“ und Jean de La Fontaines Fabel „Le Coq et le renard“ beginnt vor einer Jury von sechs Personen ihr Marsch in den Fußstapfen der Theater- und Kinolegende Edwige Feuillère, die 1928 an eben jenem Konservatorium den Prix de comédie erhielt. Mit Verlaines Wehmutsgedicht und der Fabel um den Hahn, der den betrügerischen Friedensboten Fuchs betrügt, wird sie angenommen und beginnt am 15. September gut behütet die Ausbildung.

Jacques Frantz

Jacques Frantz

Mit ihr aufgenommen wird auch der ein halbes Jahr ältere Jacques Poix, der später unter dem Namen Jacques Frantz bekannt wird: neben seinen Theater- und Filmrollen, im Kino unter anderem bei Gérard Oury (“La Carapate”), de Broca (“Tendre Poulet”) und Yves Robert (“Le jumeau”) vor allem als die französische Stimme Robert De Niros. Wenn Jacques Frantz daneben auch häufig Mel Gibson, Steve Martin oder Nick Nolte spricht, schwingt auch die Präzision seines Lehrers André Héraud mit. Weitere Schüler Hérauds sind ebenfalls Synchronsprecher – Bernard Lanneau für Kevin Costner, Dennis Quaid, Alec Baldwin und Michael Keaton und Damien Witecka für Leonardo DiCaprio.

André Hérauds Schüler: Claude Jade, Marlène Jobert, Jacques Frantz, Bernard Lanneau

Vier Schüler André Hérauds: Claude Jade, Marlène Jobert, Jacques Frantz, Bernard Lanneau

Hérauds bekannteste Schülerin neben Claude Jade, die rothaarige Marlène Jobert, hat das Konservatorium zwei Jahre zuvor in Richtung Paris verlassen, als der Schauspiellehrer an die kleine Claude herantritt und ihr die Agnès in Molières „Schule der Frauen“ anbietet. Sie bekommt die Chance, bei der Comédie de Bourgogne und somit am Theater von Dijon zu spielen: vierzig Vorstellungen in drei Monaten.

ecole-des-femmes-claude-jadeDie Proben beginnen kurz vor Weihnachten 1963. André Héraud selbst spielt Agnès’ Vormund Arnolphe, der neunzehnjährige Michel Huvet, der später Journalist wird und Claude immer wieder begegnen wird, gibt ihren Liebhaber Horace.

Claude, im gleichen Alter wie die Rolle, beginnt ihre Karriere als „unbefangen Naive“ mit der berühmten Eröffnungsszene, in der Agnès ihrem Vormund Arnolphe auf die Frage nach Neuigkeiten brav antwortet „Die kleine Katze ist tot“ und dann offenherzig von der ersten Begegnung mit Horace schwärmt: „Ich saß auf dem Balkon bei meiner Näherei, da kam ein junger Mann vorbei…“.
Neben Héraud und Michel Huvet spielen Jacky Ponthier als Chrsyalde, Jacques Raviot als Alain, Catherine Lemaire als Georgette, Jean-Paul Robinchon als Oronte und Jean Creux  als Notar.

ecole_andre Heraud claude jade 1964Am 27. Mai 1964 spielt sie die Agnès am Théâtre de Dijon.
Das Herzrasen bei der Ankündigung „Mesdames, Messieurs, das Stück beginnt in zehn Minuten“ begeistert die Debütantin; auch, dass ihr viel beschäftigter Cousin und Pate Guy Jorré, der als Fernsehregisseur arbeitet, aus Paris anreist, um dieses wichtige Ereignis mitzuerleben. Zwei Tage später erscheint in den „Dépêches“ eine Kritik von Bernard Laissus: „Eine exzellente Entdeckung: Claude Jorré.“
Sie geht mit dem Stück auf Tournee durch das gesamte Departement Côte-d’Or : Châtillon-sur-Seine, Montbard, Genlis, Saint-Jean-de-Losne und Laumes.

Claude Jade (Agnès) und Michel Huvet (Horace) in "Die Schule der Frauen"

Claude Jade, als sie noch Claude Jorré hieß, mit Michel Huvet (Horace) in „Die Schule der Frauen“

Zum Abschluss des Konservatoriums empfiehlt Héraud der jungen Claude Giraudoux’ „Ondine“ und Marivaux’ „Le Dénouement imprévu“. Sie findet vor allem an Marivaux’ Mlle Argante Gefallen, dem Mädchen, das Verrücktheit simuliert, um der vom Vater arrangierten Eheschließung zu entgehen. Sie erhält den ersten Preis, den „Prix de Comédie“. André Héraud, dem die Kurse Dussane-Chaduc in Paris kennt, empfiehlt sie an Béatrix Dussane. Auf nach Paris!

Mai 1964 an der Comédie de Bourgogne in Dijon: André Héraud (Arnolphe) und Claude Jade (Agnès) mit Catherine Lemaire (Georgette) und Jacques Raviot (Alain) in "Die Schule der Frauen"

Mai 1964 an der Comédie de Bourgogne in Dijon: André Héraud als Arnolphe und Claude Jorré als Agnès – hier mit Catherine Lemaire als Georgette und Jacques Raviot als Alain – in „Die Schule der Frauen“

Héraud, der Claude mit Marivaux und Molière vertraut machte und ihren Ton mitprägte, verfolgt einige Zeit die Karriere seiner erfolgreichen Schülerin. 1967 machen seine zwei berühmten Zöglinge gleichzeitig Karriere an Pariser Bühnen: Marlène Jobert mit Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“ und Claude Jade mit Pirandellos „Heinrich IV“. Héraud sieht Claude in der Rolle der Frida in der Premiere; einen Tag, nachdem François Truffaut in der Generalprobe saß – und André Hérauds Schülerin für „Baisers volés“ entdeckt hatte.

Einige ehemalige Schüler André Hérauds: Jocelyne Chartuss, Emmanuel Collin-Walzyck, Marguerite Colon, Annie Didion, Jacques Frantz, Jean-Claude Frissung, Marie-Laure Fuet. Michel Huvet. Claude Jade, Marlène Jobert, Sylvie Lanaud, Bernard Lanneau, Catherine Lemaire, Nadine Morlier, Jacky Ponthier, Rose Raguel, Jacques Raviot, Jean-Paul Robichon, Damien Witecka …

Ecolefemm1_michel huvet_andre heraudLink: Michel Huvet, der Horace in „Schule der Frauen“, wurde Journalist und schrieb bereits 1969 für „le Bien Public“ einen Artikel über Claude Jade und ihre Arbeit zu „Mein Onkel Benjamin“. Er hatte 1964 den Prix de comédie erhalten und blieb bis 1986 Mitglied der Comédie de Bourgogne.
Hier ein Link zu Michel Huvets Nachruf auf André Héraud:
http://michelhuvetdixit.blogspot.de/2016/03/andre-heraud-in-memoriam.html

Truffaut et les femmes

François Truffaut, Claude Jade, Françoise Dorléac, Catherine Deneuve, Jeanne Moreau, Fanny Ardant, Madeleine Morgenstern, Elizabeth Gouslan

François Truffaut, Madeleine Morgenstern Truffaut, Eva Truffaut, Laura Truffaut, Claude Jade, Moët & ChandonSoeben ist bei Editions Grasset das Buch „Truffaut et les femmes“ erschienen.
Autorin Elizabeth Gouslan hatte zuvor Biographien Grace Kellys, Ava Gardners und Jean-Paul Gaultiers veröffentlicht.
Gouslan gelang ein „reizvoller poetischer Spaziergang in den Farben der Nostalgie“ (Obs) in der Beschreibung der Beziehungen François Truffauts – zu Ehefrau Madeleine, zu Jeanne Moreau, Françoise Dorléac, Claude Jade, Catherine Deneuve und Fanny Ardant.
In einer Art Filmbiographie folgt Gouslan elegant und mit zärtlicher Ironie den Spuren Truffauts, beschreibt balzacien die Frauen seines Lebens und sucht Orte in Paris auf, die einstige Stationen der berühmten Lieben sind, etwa den Eingang 35 rue de Passy, zu dem Claude Jade per Rohrpostbrief zum ersten Rendez-vous jenseits der Arbeit zu „Baisers volés“ eingeladen wurde.

Truffaut et les femmes, Elizabeth Gouslan, Editions Grasset, François Truffaut, Claude Jade

Pressestimmen:
„Truffaut, le silencieux, l’érudit, le secret vole de femme en femme, de film en film, comme dans un jeu de l’oie… 1,2,3 Jeanne Moreau énigmatique… 4,5,6 Framboise Dorléac, soleil sur écran noir… 7,8,9 Claude Jade séparation juste avant le ma-ri-ag-e, comme dirait Adamo… 10, 11, 12 Catherine Deneuve s’en va et direction la dépression, passez votre tour monsieur Truffaut… “ (Pleine vie, Jeanne Thiriet, mars 2016)
http://www.pleinevie.fr/article/truffaut-et-les-femmes-le-delicieux-jeu-de-pistes-amoureux-signe-elizabeth-gouslan-14011
http://www.grasset.fr/truffaut-et-les-femmes-delisabeth-gouslan-la-presse-en-parle

Die frappierende Ähnlichkeit Claude Jades mit den Schwestern Françoise Dorléac und Catherine Deneuve wurde in diesem Blog bereits im Beitrag „Sous le signe de Monte-Cristo“  betrachtet – Filmwissenschaftler Thomas Knauf hatte Claude Jade Dorléacs Rolle in „Abenteuer in Rio“ zugeschrieben – außerdem bereitete Claude Jade auf dem Filmfestival von Cannes 1970 einer älteren Dame eine kleine Enttäuschung, als sie ein Autogramm mit „Claude Jade“ signierte: „Und ich dachte, Sie wären Catherine Deneuve.“

François Truffaut, Claude Jade, Françoise Dorléac, Catherine Deneuve, Elizabeth Gouslan

François Truffaut, Claude Jade, Françoise Dorléac, Catherine Deneuve

Le divorce giscardien – 90e anniversaire de Valery

90e anniversaire de Valéry Giscard d’Estaing, né le 2 février 1926.

En France, le divorce par consentement mutuel a été instauré par la Loi du 11 juillet 1975, par le président de l’époque, Valéry Giscard d’Estaing. Mais…. écoutez.

Claude Jade et Jean-Pierre Léaud dans „L’amour en fuite“ de François Truffaut

75. Geburtstag Anna Karina

Heute wird Anna Karina 75.

Anna Karina Geisha Claude Jade Geisha Godard Truffaut Nouvelle Vague Muses

Anna Karina in „Pierrot le fou“, Claude Jade in „Domicile conjugal“

Hatte François Truffaut seine Muse Claude Jade am Theater entdeckt, so sah Jean-Luc Godard Anna Karina erstmals in einem Werbespot für Palmolive. Hanne Karin Blarke Bayer wollte wie Claude auch schon früh Schauspielerin werden, doch während Claude bereits mit 15 das Konservatorium besuchen durfte, hätte die 17jährige Dänin bis zu ihrem 21. Lebensjahr darauf warten müssen, an einer Schauspielschule angenommen zu werden.

Ein dänischer Kurzfilm, in dem sie auftritt, läuft in Cannes – und Hanne Karin bleibt in Frankreich, wo sie sich mit dem Traum von Film und Theater als Model durchschlägt. Coco Chanel soll ausgerufen haben: „Schauspielerin? Nicht mit diesem Namen!“ Aus Hanne Karin Blarke Bayer wird Anna Karina – und bald darauf die Frau und Muse Godards.
Fast acht Jahre später wird aus der acht Jahre jüngeren Claude Marcelle Jorré – auf Anraten ihrer Tante, von der sie „Coco“ genannt wird – Claude Jade.

Anna Karina et Jean-Claude Brialy

oben: Karina, Brialy; unten: Jade. Léaud

Beide Schauspielerinnen sind privat und beruflich Wegbegleiterinnen der Begründer der Nouvelle Vague. Während Claude Jade Truffaut auf seinem Weg vom Bahnbrecher des formalen Experiments zum romantischen Erzähler begleitet, entwickeln sich die Arbeiten von Karina und Godard gegenteilig.

Anna Karina und Claude Jade 1987 in

Anna Karina und Claude Jade 1987 in „mardi cinema“

In Pierre Tchernias „Mardi cinema“ stellt Claude Jade 1987 „L’homme qui n’était pas là“ vor und Anna Karina „Dernier été à Tanger“. In der TV-Sendung treffen die Musen der führenden Köpfe der Nouvelle Vague zusammen: Die beiden stellen ihr Filmwissen unter Beweis, in dem sie abgedeckten Gesichtern die passenden Namen zuweisen. So verfeindet Truffaut und Godard seit ihrem endgültigen Bruch 1973 bis zuletzt waren, so verspielt und einander zugeneigt begegnen sich Anna Karina und Claude Jade.

Im gegnerischen Team weisen Julien Guiomar und Anthony Delon den verdeckten Gesichtern diverser Filmpartner Anna Karinas und Claude Jades die jeweiligen Namen zu. Zwischenrufe aus dem Publikum lassen erkennen, dass weder „Mon oncle Benjamin“ noch „Le Pion“ und schon gar nicht „Baisers volés“ vergessen sind, ebenso wenig „Pierrot le fou“ oder „Une femme est une femme“ . Doch den meisten Kinogängern der ausgehenden 80er Jahren sind Anna Karina und Claude Jade – wenn überhaupt – Begriffe einer anderen Epoche.

anna karina claude jade 1987

Anna Karinas letzter Aufsehen erregender Filmauftritt ist 2002 ein Cameo in Jonathan Demmes furchtbarem „Charade“-Remake „The Truth about Charlie“ – es sollte eine Hommage an ihre Glanzzeit werden.

Wünschen wir ihr zum 75., dass sie weiterhin inspiriert und – vielleicht – würdevoll wiederentdeckt wird.

Manette

Jacques Brel und Claude Jade in

Jacques Brel und Claude Jade in „Mon oncle Benjamin“

claude jade manette„Zu den großen Vorzügen des Films gehört die Bekanntschaft mit der schönen und hochbegabten Claude Jade“, schreibt Filmkritikerin Renate Holland-Moritz zum deutschen Kinostart von „Mein Onkel Benjamin“.
Als Claude Jade 1969 die Rolle der Arabelle in Édouard Molinaros „Mon oncle Benjamin“ angeboten bekommt, lehnt sie diese ab und wählt eine Rolle, die sie spannender findet, die der Gastwirtstochter Manette. Und als sie laut Drehbuch eine Nacktszene spielen soll, verweigert sie diese – und setzt sich erneut durch.

divine manette claude jade

Als Manette spielt Claude Jade an der Seite von Jacques Brel eine ihrer schönsten Rollen.

Ausführlicher Link: „Mein Onkel Benjamin – Mon oncle Benjamin“

Francois Truffauts 30. Todestag – Retrospektiven in Paris und Berlin

Francois Truffaut Cinematheque francaise 2014 evenement exposition retrospective 2014 Claude Jade

„Ich habe begonnen, die andere Seite des Spiegels zu betreten; nicht im Sinne von Alice im Wunderland – vielmehr im Sinne des Orphée in den Filmen von Cocteau… Madame la Mort reichte mir die Hand“, schreibt François Truffaut  in einem seiner letzten Briefe an Claude Jade. Als sie, die 1984 in Zypern lebt, ihn in Paris besucht, ist er abgemagert, doch sein Blick ist intensiv und strahlend. Er verabschiedet sich nach dem Essen: „Du siehst, meine kleine Claude, ich muss jetzt Siesta halten wie die kleinen Kinder.“ An ihrem Geburtstag am 8. Oktober 1984 erhält sie zum ersten Mal in 16 Jahren keinen Brief von ihrem Freund. An einem Sonntag im Oktober stirbt François Truffaut.
Zu seinem 30. Todestag  am 21. Oktober präsentiert die Cinémathèque Française ab heute auf einer Fläche von 600 m² eine Truffaut-Ausstellung, die bis zum 25. Januar 2015 bestehen bleibt.
Vom 8. Oktober bis zum 30. November zeigt die Cinémathèque Française zudem eine Retrospektive seines Gesamtwerks. Je drei Mal laufen auch seine Arbeiten mit Claude Jade, die heute vor 66 Jahren geboren wurde: „Baisers volés“, „Domicile conjugal“ und „L’amour en fuite“.

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Claude Jade, hier mit François Truffaut, hätte heute ihren 66. Geburtstag gefeiert.

Im Berliner Lichtblick-Kino, das vor einem Jahr eine kleine Hommage an Claude Jade im Programm hatte, werden zum 30. Todestag Truffauts 16 seiner Filme gezeigt. Neben „Geraubte Küsse“ und „Liebe auf der Flucht“ wird nach längerer Zeit auch wieder „Tisch und Bett“ (Das Ehedomizil) zu sehen sein. Wer nicht nach Paris kann, geht also einfach ins Lichtblick.

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Hier die Termine zu den drei Truffaut-Filmen mit Claude Jade in Paris und Berlin.

Baisers volés, Domicile conjugal, L'amour en fuite, Francois Truffaut, cycle Antoine Doinel, Claude Jade, Jean-Pierre LéaudPARIS – Cinémathèque Française,
51 rue de Bercy, 75012 Paris

BAISERS VOLÉS
Jeudi 9 Octobre 2014 – 14h30
Mercredi 22 Octobre 2014 – 16h15
Lundi 10 Novembre 2014 – 19h00

DOMICILE CONJUGAL
Samedi 11 Octobre 2014 – 19h00
Jeudi 23 Octobre 2014 – 16h30
Jeudi 13 Novembre 2014 – 19h00

L’AMOUR EN FUITE
Dimanche 12 Octobre 2014 – 19h00
Vendredi 24 Octobre 2014 – 16h00
Jeudi 13 Novembre 2014 – 21h45

Francois Truffaut, Claude Jade, Baisers volés, Cinematheque francaiseBERLIN
Lichtblick-Kino,
Kastanienallee 77, 10435 Berlin

BAISERS VOLÉS (Geraubte Küsse, OmU)
Samstag 18. Oktober 2014 – 18:30
Sonntag 26. Oktober 2014 – 22:00

DOMICILE CONJUGAL (Tisch und Bett, OmU)
Samstag 18. Oktober 2014 – 22:00

L’AMOUR EN FUITE (Liebe auf der Flucht, OmU)
Sonntag 19. Oktober 2014 – 22:00

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Zum 66. Geburtstag ein Link zu Claude Jade in François Truffauts  „Baisers volés“

Das reinste Gesicht des Französischen Films: Pretres interdits

Claude Jade in "Der Abbé und die Liebe" (Prêtres interdits)

Claude Jade in „Der Abbé und die Liebe“ (Prêtres interdits)

 „Ich bin wieder einmal diejenige, die Zwietracht säht“, freut sich Claude Jade 1973 über einen Aspekt ihrer Rolle als Françoise in Denys de La Patellières Melodram „Prêtres interdits“ (Der Abbé und die Liebe).

Claude Jade säht Zwietracht unter Robert Hossein und Claude Piéplu

Claude Jade säht Zwietracht unter Robert Hossein und Claude Piéplu

Robert_Hossein_Claude_Jade_cinema_Pretres_interditsFrançois Truffaut wünscht sich, dass das Bild ihrer negativen Rolle in „Le bateau sur l’herbe“ gelöscht wird und das Zölibats- und Résistance-Drama fügt der Galerie reiner Heldinnen das Portrait der Sainte Jade hinzu. Denn etwas Zwietracht sei der aufrechten Françoise gegönnt in ihrer Liebe zu einem katholischen Priester („Robert Hossein, ce n’est pas mal, hein?!“). Claude Jade bleibt vorerst gefangen in ihrem Rollenprofil: „Um für die Liebe des suspendierten Priesters nicht das Gesicht der Sünde zu haben, wurde das reinste Gesicht des Französischen Kinos gewählt, nämlich das von Claude Jade“ (Combat, 20.11.1973).

Mehr zu dem Film, der Königin Margot zum Weinen brächte und den der katholische Filmdienst ein „boulevardmäßig vereinfachendes Melodram mit belehrendem Unterton“ nennt, unter diesem Link: PRETRES INTERDITS.

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Claude Jade und Robert Hossein in „Der Abbé und die Liebe“ (Prêtres interdits)