Film Restored: „Home sweet Home“ restauriert auf Berliner Filmerbe-Festival

Claude Jade in „Home sweet Home“ (Trautes Heim) von Benoît Lamy

2025 wurde Benoît Lamys „Home sweet Home“ restauriert. Am 25. Oktober wird der Film in Berlin im Rahmen des Filmerbe-Festivals FILM RESTORED aufgeführt. 
Veranstaltungsort der Berliner Kinemathek ist das Sinema Transtopia.
In Berlin wird der Film auf Französisch mit englischen Untertiteln gezeigt, die Einführung übernimmt Bruno Mestdagh, seit 1987 bei der Cinémathèque royale de Belgique – Cinematek  und derzeit als Koordinator der digitalen Filmsammlung. 


Link zur Vorstellung im Sinema Transtopia für die Deutsche Kinemathek 25.10.2025

 


„Home sweet Home“ schildert die Revolte in einem Brüsseler Altersheim. Vier Jahre nach dem Pariser Mai schickt der 27jährige Lamy die Alten auf die Barrikaden. Das Erstlingswerk zeigt in Verbindung von Sozialkritik und Komödie den Kampf für die Freiheit und das Recht auf Würde. Nach der Revolte wird die Despotin (Ann Petersen) fortgeschickt und das alte System wird durch ein demokratisches ersetzt. Michel Baudours Kamera bleibt immer nah an den Figuren, an jedem einzelnen Detail der Gesichter, jeder Falte, an jedem Lächeln.

Jacques Perrin und Claude Jade in „Home sweet Home“


Koproduzent Jacques Perrin, der neben Claude Jade als Pflegerin Claire den Sozialhelfer Jacques spielt: „Es gibt keine schwierigen Themen. Wenn wir es schaffen, für sie die richtige Form zu finden, werden alle Filme für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt sein“.
„Home sweet Home“ erhielt insgesamt 14 internationale Auszeichnungen.




Bereits am 10. Juni zeigte die Cinematek in Bruxelles den von A Season of Classic Films (ACE) mit Unterstützung von Creative Europe MEDIA, NextGenerationEU und der Fédération Wallonie-Bruxelles restaurierten Klassiker. Zuletzt war der Film, der in Deutschland als „Trautes Heim“ auch im Fernsehen lief, auf dem Hamburger Filmfest 2007 zu sehen. Bereits am 10. Juni zeigte die Cinematek in Bruxelles den restaurierterten Klassiker. 

Auszug aus dem Katalog Celebrating film heritage across Europe 2025

 

„Casă, dulce casă“ (Home Sweet Home)

 

 

Mehr zu „Home Sweet Home“, einem der bekanntesten belgischen Filme, der damals 14 internationale Auszeichnungen erhielt:
HOME SWEET HOME – Trautes Heim

 

 

9. Oktober – Abschiede von Jacques Brel, Jean Rochefort, Daniel Duval und Pierre Vernier

Vier Schauspieler, die in ihren reichen Karrieren auch Filmpartner von Claude Jade waren, verließen uns an einem 9. Oktober – jeder der vier einen Tag nach Claude Jades Geburtstag.


Claude Jade mit Pierre Vernier († 9.10.2024), Jean Rochefort († 9.10.2017), Daniel Duval († 9.10. 2013) und Jacques Brel († 9.10.1978)


Am 8. Oktober 1978 hat Claude Jade ein Essen für die gesamte Crew von L’île aux 30 cercueils (Die Insel der 30 Tode) organisiert und feiert ausgelassen in der Bretagne ihren 30. Geburtstag. Am Morgen nach der Feier kommt die schmerzhafte Nachricht vom Tod Jacques Brels, ihrem Partner aus „Mon oncle Benjamin“. Der Film von Édouard Molinaro, dessen Frau während der Dreharbeiten bei einem Flugzeugabsturz stirbt, ist eine Ode an das Leben, gerade auch im Bewusstsein, dass das Leben zu kurz ist.



Quatre acteurs, qui ont également été les partenaires de Claude Jade au cours de leur riche carrière cinématographique, nous ont quittés un 9 octobre, chacun d’entre eux un jour après l’anniversaire de Claude Jade. Pierre Vernier († 9 octobre 2024), Jean Rochefort († 9 octobre 2017), Daniel Duval († 9 octobre 2013) et Jacques Brel († 9 octobre 1978).
Le 8 octobre 1978, Claude Jade organise un repas pour toute l’équipe de L’île aux 30 cercueils et célèbre son 30e anniversaire dans la joie en Bretagne. Le lendemain matin, elle apprend la triste nouvelle du décès de Jacques Brel, son partenaire dans Mon oncle Benjamin. Le film d’Édouard Molinaro, dont la femme meurt dans un accident d’avion pendant le tournage, est une ode à la vie, notamment parce qu’il nous rappelle que la vie est trop courte.


Claude Jade, Jacques Brel, „Mon oncle Benjamin“




Daniel Duval (1944-2013), rechts mit Claude Jade in Julien Donadas "A San Remo" (2004)



Am 9. Oktober 2013 stirbt Daniel Duval. In Julien Donadas Kurzfilm „A San Remo“ war Claude Jade 2004 als Michèle die Ehefrau von Daniel Duval, der als Schauspieler durch „Va voir Maman, Papa travaille“ (Sei still Jérôme, Mama arbeitet) 1979 bekannt wurde. Als Regisseur hatte Duval bereits 1976 den Regiepreis in Moskau für „L’Ombre des châteaux“ erhalten. Zu seinen bekanntesten Regiearbeiten zählt „La Dérobade“ (Die Aussteigerin) mit Miou-Miou und Duval selbst als deren Zuhälter. Nach „A San Remo“ besetzte Julien Donada, der eine Dokumentation über Claude Jade plante, Duval erneut für „Beau Rivage“. 


 


Jean Rochefort, Claude Jade


Am 9. Oktober 2017 stirbt Jean Rochefort, der mit 41 Jahren als Filmvater von Claude Jade in „Les feux de la Chandeleur“ (Kerzenlicht, 1972) nicht nur seine erste Hauptrolle hatte sondern auch seinen Moustache etablierte (siehe Jean Rochefort gestorben).


Jean Rochefort, Claude Jade. Les feux de la chandeleur (1972)



Pierre Vernier, Claude Jade "Eugénie Grandet"
Am 9. Oktober 2024 verschwindet Pierre Vernier. In „Eugénie Grandet“ unterstützt er als Bankier des Grassins die Manöver seiner Frau Lucienne (Claude Jade), den gemeinsamen Sohn mit der Tochter des reichen Geizhalses Grandet (Jean Carmet) zu verheiraten. Pierre Vernier und Claude Jade geben eine köstliche Interpretation des Paares aus Balzacs berühmtem Roman. Pierre Vernier, der im Kino nur selten Hauptrollen hatte, so neben Jean Gabin und Lieselotte Pulver in „Le jardinier d’Argenteuil“ wurde vor allem durch die Fernsehserie „Rocambole“ berühmt.  Das Fernsehen bot ihm auch 2009 einen seiner besten Erfolge: für die Darstellung des Charles de Gaulle in „Adieu de Gaulle, adieu“ erhält Vernier auf dem Festival von Luchon den Preis als bester Schauspieler. 


Pierre Vernier, Alexandra London, Olivier Delor, Claude Jade

Claude Jade 77. Geburtstag

Claude Jade als Manette in „Mein Onkel Benjamin“

 

Aujourd’hui, Claude Jade aurait eu 77 ans. Encore un jour d’octobre dont Truffaut disait : « haque année, lorsque revient le mois d’octobre, un petit réchauffement se produit en moi dans la région du cœur: Ah, octobre, cela va être le birthday de Claude. »

Il y a un an, à l’occasion de son anniversaire, Arte en France et en Allemagne a diffusé les films de Truffaut avec Doinel dans sa médiathèque.

Outre les trois films de Truffaut, la FILMOGRAPHIE de Claude Jade compte 77 autres titres, dont on se souvient à l’occasion de son 77e anniversaire.

 

Heute wäre Claude Jade 77 geworden. Wieder ein Oktobertag, über den Truffaut sagte: „Jedes Jahr, wenn der Oktober wiederkehrt, entsteht in mir in der Herzgegend eine kleine Erwärmung: Ah, Oktober, das wird Claudes Geburtstag sein.“

Vor einem Jahr hatte Arte in Frankreich und Deutschland an ihrem Geburtstag Truffauts Doinel-Filme in der Mediathek.

Neben den drei Truffaut-Filmen hat die FILMOGRAPHIE von Claude Jade 77 weitere Titel, an die an ihrem 77. Geburtstag erinnert wird.

Die drei Truffaut-Filme „Baisers volés“ (Geraubte Küsse), „Domicile conjugal“ (Tisch und Bett) und „L’amour en fuite“ (Liebe auf der Flucht) machten sie berühmt, sicherten Claude Jade die Unsterblichkeit in der Filmgeschichte.

Dans ses trois films de François Truffaut, Claude Jade « n’a rien d’une oie blanche : elle peut se montrer cassante et ironique, elle sait ce qu’elle veut, se faire désirer et mentir. » (Jean-Baptiste Morain, Les Inrockuptibles)
In ihren drei Filmen von François Truffaut ist Claude Jade „keineswegs eine Unschuld vom Lande: Sie kann schroff und ironisch sein, sie weiß, was sie will, sich begehrenswert machen und lügen.“ (Jean-Baptiste Morain, Les Inrockuptibles)

Neben Filmen spielte Claude Jade auch in Serien („L’île aux trente cercueils“, 1979; „Cap des Pins“, 1998-2000)

Enzyklopädien und Filmlexika bewahren ihre Leistung, konzentrieren sich als Filmführer allerdings nur auf die Kinofilme und nicht auf die ambitionierten Fernsehklassiker wie Avertys „Ein Sommernachtstraum“ (1969) oder Serien wie „Die Insel der dreißig Tode“ (1979) und „Cap des Pins“ (1998-2000).

Les encyclopédies et les lexiques cinématographiques conservent leur utilité, mais en tant que guides cinématographiques, ils se concentrent uniquement sur les films de cinéma et non sur les classiques ambitieux de la télévision tels que  Le songe d’une nuit d’été (1969) d’Avertys ou des séries telles que L’île aux trente cercueils (1979) et «Cap des Pins» (1998-2000).

Das 1983 von Joachim Reichow im Henschelverlag herausgegebene Buch „Film in Frankreich“ porträtiert in 190 kurzen Bio-Filmografien französischer Filmkünstler neben Regisseuren, Kameramännern, Komponisten, Autoren und Schauspielern 27 bedeutende Schauspielerinnen des Französischen Kinos, Claude Jade ist eine von ihnen.

Publié en 1983 par Joachim Reichow aux éditions Henschel, le livre « Film in Frankreich »présente 190 courtes biographies et filmographies d’artistes français du cinéma, parmi lesquels des réalisateurs, des cameramen, des compositeurs, des auteurs et des acteurs, ainsi que 27 actrices importantes du cinéma français, dont Claude Jade. 

Claude Jade 1981, fotografiert von Günter Linke

Film in Frankreich 1982

Film in Frankreich, Henschelverlag 1982

Das große Personenlexikon des Films, Kay Weniger

Cinema-Starlikon von Hans-Werner Asmus und das Dictionnaire du cinéma mondial von Jean Tulard

Lexikon Filmschauspieler International, Henschelverlag, DDR 1983

Doch wenn in den Filmlexika immer wieder darauf verwiesen wird, dass die anderen Rollen etwas hinter der Wichtigkeit ihrer Filme mit François Truffaut verblassen, möchten wir heute daran erinnern, dass Claude Jade auch eine Karriere neben ihrer Christine Darbon Doinel hatte.

Mais si les encyclopédies cinématographiques soulignent régulièrement que ses autres rôles sont quelque peu éclipsés par l’importance de ses films avec François Truffaut, nous tenons aujourd’hui à rappeler que Claude Jade a également eu une carrière au-delà de son personnage de Christine Darbon Doinel.

hier die wichtigsten Spielfilme:

     Baisers volés (Geraubte Küsse)

Sous le signe de Monte-Cristo (Der Rächer aus dem Sarg)
voir:
Pierre Brasseur
Michel Auclair
Paul Le Person

Topaz (L’Étau) Topaz

 

Le témoin (Der Zeuge)
voir: Gérard Barray

Mon oncle Benjamin (Mein Onkel Benjamin)

Domicile conjugal (Tisch und Bett / Das Ehedomizil)

Le bateau sur l’herbe
voir:
John McEnery
Jean-Pierre Cassel
Gérard Brach

Les feux de la Chandeleur (Kerzenlicht)

Home sweet home (La fête à Jules) Trautes Heim
voir:
Jacques Perrin
Ann Petersen

La ragazza di via Condotti (Meurtres à Rome)

Number One
voir:
Number one restauriert
Venantino Venantini

Prêtres interdits (Der Abbé und die Liebe)
voir:
Robert Hossein
Claude Piéplu

Le malin plaisir Bernard Toublanc-Michel Jacques Weber claude Jade Anny Duperey Bernard t. Michel

Le malin plaisir
voir:
Jacques Weber
Nicoletta Machiavelli


Trop c’est trop
voir:
Chantal Goya
Philippe Ogouz


Le Choix

Kita No Misaki  ( 北の岬 – Le Cap du Nord )
voir:
Kita no misaki
Vor 40 Jahren wurde Claude Jade Maman

Una spirale di nebbia (Caresses bourgeoises)
voir:
Marc Porel
Eriprando Visconti

Le Pion (Ein Pauker zum Verlieben)
voir:
Henri Guybet
Claude Piéplu


L’amour en fuite (Liebe auf der Flucht)

Téhéran 43 / Тегеран-43 (Teheran 43 – Killer sind immer unterwegs)
voir:
Teheran 43 in Karatschi
Armen Dschigarchanjan

Lenin Paris (Lénine à Paris) Ленин в Париже
voir:
Fête des mères

Le bahut va craquer


L’honneur d’un capitaine

rendez-vous a paris rendezvous in paris gabi kubach claude jade barry stokes harald kuhlmann vicki baum chateau de verre

Rendez-vous à Paris
siehe Rendezvous in Paris
Rendezvous in Paris 2020 im Zeughauskino

Une petite fille dans les tournesols
voir:
DVD INA Une petite fille dans les tournesols …

L’homme qui n’était pas là
voir:
Der Stalker


Tableau d’honneur
voir: Guillaume de Tonquédec
Philippe Khorsand
Fête des mères

Bonsoir

Le Radeau de la Méduse 

 

Dabei begann ihre Karriere 1964 am Theater

80 Titel zählt die Filmographie für Kino und Fernsehen.

Denn auch das Fernsehen machte Claude Jade berühmt:

 

Claude Jade, Ile aux rente cercueils, Insel der 30 Tode, Insel der dreißig Särge

Dabei vergessen wir auch nicht, dass auch die Serie „L’île aux trente cercueils“ (Die Insel der 30 Tode) ihr Image als sanfte Heldin, die über sich hinauswächst, prägte. Die Reinheit des Gesichts und die Unschuld des Blicks der Muse von François Truffaut werden eine scheinbar rein sanftmütige Figur entstehen lassen, die sich im Laufe der Wendungen als besonders hartnäckig erweisen wird. Sie will das Geheimnis der Insel kennenlernen, selbst wenn sie dabei ihr Leben verlieren sollte.
Ab heute ist die Miniserie „L’île aux trente cercueils / Die Insel der 30 Tode“ in der Filmographie. 

Claude Jade in „Die Insel der 30 Tode“ (L’île aux trente cercueils / Die Insel der dreißig Särge)

 

hier küsst sich Claude Jade auch über Truffauts filmisches Universum hinaus.