Bernard Fresson 85

les baisers volés aux feux de la chandeleur: Claude Jade, Bernard Fresson

les baisers volés aux feux de la chandeleur: Claude Jade, Bernard Fresson

fressonfresson claude jade bernard fresson„Ich habe keine Lust auf diesen Marc Chandois oder Champois“, nörgelt die renitente Laura, als sie Marc Champenois vorgestellt werden soll, dem Parteifreund ihrer Mutter. Sie haben keinen guten Start, der Provinzlehrer Marc Champenois (Bernard Fresson) und die Medizinstudentin Laura Boursault (Claude Jade), die aus Paris ins winterliche Jura zu ihrer Mutter (Annie Girardot) angereist ist.
Doch schon bald wird aus ihnen, die leidenschaftlich über Politik diskutieren, ein Paar. Ihre Liebe ermutigt Mamouchka, Lauras Vater (Jean Rochefort) zurückzuerobern…

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Mamouchka (Annie Girardot) stellt Laura (Claude Jade) Marc (Bernard Fresson) vor.

Bernard Fresson, Gabriella Boccardo, Bernard Le Coq und Claude Jade

Bernard Fresson, Gabriella Boccardo, Bernard Le Coq und Claude Jade

Claude Jade und Bernard Fresson in "les feux de la Chandeleur" (Kerzenlicht)

Claude Jade und Bernard Fresson in „les feux de la Chandeleur“ (Kerzenlicht)

fresson_bernard claude jade 1972Für „Les feux de la Chandeleur“ lässt Claude Jade 1972 ihre neue Liebe, Bernard Coste, im warmen Rio de Janeiro zurück, um mit zwei anderen Bernards, Bernard Le Coq und Bernard Fresson, im kalten Jura zu drehen. Ein Teil der Besetzung hat seine Familie dabei; Girardot ihre neunjährige Tochter Guilia, der Regisseur Serge Korber seine Frau Marie-Claire und einen Sohn in Giulias Alter und Jean Rochefort wird von seiner polnischen Frau und seinen Kindern begleitet. Girardots Ehemann Renato Salvatori, der für einige Tage aus Rom anreist, lässt sich nicht anmerken, dass Annie und Bernard Fresson seit einiger Zeit eine Affaire haben.

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Während sich im Film Laura und Marc verloben, kommt Bernard Coste im Februar nach Frankreich. Er und Claude feiern in Dijon ihre Verlobung, nur Claudes Eltern sind anwesend. Als Claude Jade und Bernard Fresson sich in Cannes als Filmverlobte präsentieren, ist „Les feux de la Chandeleur“ Frankreichs offizieller Beitrag im Wettbewerb, geht jedoch leer aus. Immerhin lobt das deutsche Filmlexikon: „Ein sensibel inszeniertes Ehedrama, psychologisch überzeugend ausgelotet und exzellent gespielt.“ Wiederentdeckt werden kann der Film, der in Deutschland zuletzt 1976 im DDR-Fernsehen als „Kerzenlicht“ lief, inzwischen auf DVD, die vor einigen Jahren in Frankreich in der Reihe „Les Classiques Français“ erschien.

Bernard Fresson, Bernard Le Coq, Gabriella Boccardo, Annie Girardot, Claude Jade

„Les feux de la Chandeleur“ war 1972 Frankreichs offizieller Beitrag in Cannes

Bernard Fresson, Gabriella Boccardo, Jean Rochefort, Claude Jade

Bernard Fresson, Gabriella Boccardo, Jean Rochefort, Claude Jade

Heute wäre Bernard Fresson, der am 20. Oktober 2002 in Orsay starb, 85 Jahre geworden.

Claude Jade, Bernard Fresson

 

Pierre Vernier 85

vernier pierre beau2Das Dictionnaire du cinéma lobt Pierre Vernier mit der Kurzbeschreibung „Le type d’acteur sûr et de qualité“.
Heute wird er 85.
Pierre Vernier debütierte 1950 in Yves Roberts Inszenierung von „Poof“ am Théâtre Edouard VII; 17 Jahre bevor Claude Jade dort als Schülerin Jean-Laurent Cochets auftrat.
Vernier wurde noch im selben Jahr von Chabrol für das Kino entdeckt, drehte seitdem mit Molinaro, Lelouch, Granier-Deferre, La Patellière und Ozon, doch berühmt wurde der hochgewachsene Mann mit dem liebevollen Blick aus großen Augen 1963 durch die TV-Serie „Rocambole“.

Claude Jade und Pierre Vernier in „Eugénie Grandet“ (1994)

vernier pierre claude jade eugenie grandet soir3aDas Fernsehen bot ihm auch 2009 einen seiner besten Erfolge: für die Darstellung des Charles de Gaulle in „Adieu de Gaulle, adieu“ erhält Vernier auf dem Festival von Luchon den Preis als bester Schauspieler. Im Kino nur selten in Hauptrollen zu sehen, etwa neben Jean Gabin und Liselotte Pulver in „Le jardinier d’Argenteuil“, sind es exzellente Nebenrollen, die ihn auszeichnen, so in Alain Resnais‘ „Stavisky“ und in Joseph Loseys „Mr Klein“.
Eine exzellente Ensemblerolle ist auch sein Monsieur des Grassins, den er in Jean-Daniel Verhaeghes „Eugénie Grandet“ spielt. Als Bankier von Saumur unterstützt er die Manöver seiner Frau Lucienne (Claude Jade), den gemeinsamen Sohn mit der Tochter des reichen Geizhalses Grandet (Jean Carmet in seiner letzten Rolle) zu verheiraten.

vernier pierre claude jade olivier delor eugenie grandet 1993

vernier pierre alexandra london claude jade olivier delor

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Pierre Vernier und Claude Jade geben eine köstliche Interpretation des Paares aus Balzacs berühmtem Roman. Zwar gönnt ihnen die Laufzeit des Films nicht die weiteren Intrigen, die Balzac dem Paar Des Grassins in seiner „Menschlichen Komödie“ zuschrieb, doch die Ränke der beiden sind in dem mehrfach ausgezeichneten Film ein schauspielerischer Genuss.

vernier balzac eugenie grandet claude jade pierre vernier

Bon Anniversaire, Pierre Vernier.

vernier rocambole pierre vernier

10. Todestag des Schauspielers Claude Pieplu

pieplu_claude portraitHeute vor zehn Jahren starb der französische Schauspieler Claude Piéplu.

Berühmt wurde er vor allem mit seiner Stimme: er sprach im Fernsehen die Abenteuer der Shadoks.
Seine Durchschnittsfranzosen im Film haben zumeist etwas Beunruhigendes an sich; es sei denn man entledigt sich ihrer, wie es Michel Piccoli und Stéphane Audran in Claude Chabrols „Blutige Hochzeit“ mit seinem Kleinstadtbürgermeister tun.
In Erinnerung bleiben neben seinen Auftritten als Oberst in Luis Buñuels „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“  und als Kommissar in „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ auch zwei Filme mit Claude Jade.

pieplu claude claude jade pretres interdits 1973

Mit Claude Jade drehte er „Prêtres interdits“ (Der Abbé und die Liebe) und „Le Pion“ (Ein Pauker zum Verlieben). Sein Abbé Ancély in Denys de La Patellières „Prêtres interdits“ ist 1973 eine seiner besten Filmrollen: er versucht, Claude Jade ihre Liebe zum Priester Robert Hossein auszureden und kehrt dann ebenfalls der Kirche den Rücken.

pieplu claude claude jade pretres interdits 1973 film

Der abbé und die liebe, ein pauker zum Verlieben, claude jade, claude pieplu

zwei Filme mit Claude Jade und Claude Piéplu: „Prêtres interdits“ und „Le Pion“

Bei der Trauerfeier zu Ehren Piéplus in der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption nannte Claude Jade ihn einen „Bildhauer der Worte“.

Edouard Molinaro 88

Jacques Brel, Claude Jade und Doudou Molinaro

Jacques Brel, Claude Jade und Édouard „Doudou“ Molinaro (1928-2013)

Vor 88 Jahren wurde Édouard Molinaro geboren. Für einen seiner schönsten Filme engagierte er vor genau 45 Jahren die Neuentdeckung des Kinos, die „kleine Verlobte des französischen Films“. Doch Claude Jade lehnte die Rolle der Arabelle in „Mein Onkel Benjamin“ ab; die aus dem Kloster heimgekehrte Arzttochter erschien ihr zu brav. Sie insistierte auf die Rolle der Manette, für die Molinaro eine neue Lollobrigida im Sinne von „Fanfan la tulipe“ vor Augen hatte. Trotz oder mittels dieser Diktion wurde Manette eine ihrer besten Rollen.

Claude Jade und Édouard Molinaro

Lyne Chardonnet, Édouard Molinaro, Claude Jade, Mon oncle Benjamin, Mein Onkel Benjamin

Lyne Chardonnet übernahm für Édouard Molinaro die von Claude Jade abgelehnte Rolle der Arabelle

les décolletés de Lyne et Claude

les décolletés de Lyne et Claude

Doch am Set verweigerte Claude Nacktszenen. „Claude Jade war schüchtern, sehr sehr schüchtern“, erinnerte sich Molinaro noch 2013, als er kurz vor seinem Tod die Blu-ray des Films kommentierte: „Aber es passte letztendlich zu ihrer Rolle der Verweigerin“. Claude behielt Recht, denn die Nacktheit wäre unmotiviert gewesen und sie behielt das Handtuch, das bei einer Umarmung zu Boden gleiten sollte, fest verknotet über ihrem Busen. In einer weiteren Szene trägt Claude Jade eine fast transparente Bluse. Hector de Pont-Cassé und dessen Freund Guillaume starren auf Manettes Dekolleté. Für ein Insert auf eine unter der Bluse durchscheinende Brustwarze besteht Claude Jade auf ein Double – und Molinaro engagiert ein Mannequin.

Édouard Molinaro, Claude Jade, Mon oncle Benjamin, Mein Onkel Benjamin

Édouard Molinaro und Claude Jade am Set zu „Mon oncle Benjamin“ (Mein Onkel Benjamin, 1969)

Nach dem großen Erfolg von „Mon oncle Benjamin“ wollte Molinaro erneut mit Claude Jade drehen, doch die Rolle in „Les aveux les plus doux“ lehnte sie ab, da es wieder eine Nacktszene gab. Claude Jade zu jener Zeit: „Es ist mir bereits passiert, dass ich interessante Rollen ablehnte, weil es da Szenen dieser gewissen Art gab. Ich denke, dass es Mädchen gibt, die das nicht geniert. Dann nimmt man halt sie.“

Claude Jade, Édouard Molinaro, Lyne Chardonnet und Jacques Brel

Claude Jade, Édouard Molinaro, Lyne Chardonnet und Jacques Brel

Viel zu jung starben die Darsteller Jean-Pierre Lamy (1945-1970), Lyne Chardonnet (1943-1980), Jacques Brel (1929-1978) und Claude Jade (1948-2006), Schauspieler eines Films, der nach wie vor eine Ode an das Leben ist.

Link zu Mein Onkel Benjamin

Palme d’or d’honneur 2016 für Jean-Pierre Leaud

Bei den 69. Filmfestspielen von Cannes wird der Schauspieler Jean-Pierre Léaud am 22. Mai 2016 die Ehrenpalme, die Palme d’or d’honneur, für sein Lebenswerk erhalten. Dies gab heute die Festivalleitung bekannt.

Jean-Pierre Léaud recevra la Palme d'or d'honneur au Festival de Cannes 2016; La Palme d'or d'honneur de la 69e édition du Festival de Cannes sera décernée au comédien Jean-Pierre Léaud, incarnation de la Nouvelle Vague et interprète fétiche de François Truffaut, Claude Jade sa partenaire dans trois films

In drei der wichtigsten Filme Jean-Pierre Léauds war Claude Jade zwischen 1968 und 1979 als Christine Darbon die Partnerin seines legendären Antoine Doinel: « Baisers volés », « Domicile conjugal » und « L’amour en fuite ».

Palme d'or d'honneur Cannes 2016 Jean-Pierre Léaud Claude Jade Antoine Doinel Domicile conjugal Francois Truffaut

… des mois d’avril

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apparence_1968_Claude_Jade_Baisers_voles_1♪ ♫ le vent qui frappe à ma porte…

Que reste-t-il de nos amours ?
Que reste-t-il de ces beaux jours ?
Une photo, vieille photo de ma jeunesse
Que reste-t-il des billets doux,
Des mois d’avril, des rendez-vous ?
Un souvenir qui me poursuit sans cesse
Bonheur fané, cheveux au vent
Baisers volés, rêves mouvants
Que reste-t-il de tout cela ?
Dites-le-moi
Un petit village, un vieux clocher
Un paysage si bien caché
Et dans un nuage, le cher visage
de mon passé

Claude Jades Lehrer André Héraud gestorben

André Héraud, Claude Jades Schauspiellehrer am Konservatorium von Dijon, ist am Karfreitag im Alter von 88 Jahren gestorben. Der Schauspieler lebte für das Konservatorium und seine Comédie de Bourgogne.

André Héraud und Claude Jade 1964 in "Die Schule der Frauen"

André Héraud und Claude Jade 1964 in „Die Schule der Frauen“

ecole_des_femmes_moliere_claude_jade_jorre_1964Ihre erste Begegnung mit Héraud hat Claude Anfang 1963. Hatte sie als Zehnjährige für Gérard Philipe als Erzähler von Prokofjews „Peter und der Wolf“ geschwärmt, lauschte sie nun der Rezitation André Hérauds des musikalischen Märchens bei den Jeunesses Musicales am Konservatorium von Dijon.
Bei den Aufführungen unter der Leitung des Komponisten und Konservatoriumsdirektors André Ameller  folgte sie der schönen tiefen Stimme Hérauds auch in Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“, zu der er den Teufel sprach.

Im September 1963 bewirbt sich die vierzehnjährige Claude am Conservatoire d’Art Dramatique. Bei der Aufnahmeprüfung sehen André Héraud und die Kommission darüber hinweg, dass Claude noch um einige Wochen zu jung ist. Héraud hat ihr zwei Aufgaben für das Vorsprechen gegeben: Mit Paul Verlaines „Après trois ans“ und Jean de La Fontaines Fabel „Le Coq et le renard“ beginnt vor einer Jury von sechs Personen ihr Marsch in den Fußstapfen der Theater- und Kinolegende Edwige Feuillère, die 1928 an eben jenem Konservatorium den Prix de comédie erhielt. Mit Verlaines Wehmutsgedicht und der Fabel um den Hahn, der den betrügerischen Friedensboten Fuchs betrügt, wird sie angenommen und beginnt am 15. September gut behütet die Ausbildung.

Jacques Frantz

Jacques Frantz

Mit ihr aufgenommen wird auch der ein halbes Jahr ältere Jacques Poix, der später unter dem Namen Jacques Frantz bekannt wird: neben seinen Theater- und Filmrollen, im Kino unter anderem bei Gérard Oury (“La Carapate”), de Broca (“Tendre Poulet”) und Yves Robert (“Le jumeau”) vor allem als die französische Stimme Robert De Niros. Wenn Jacques Frantz daneben auch häufig Mel Gibson, Steve Martin oder Nick Nolte spricht, schwingt auch die Präzision seines Lehrers André Héraud mit. Weitere Schüler Hérauds sind ebenfalls Synchronsprecher – Bernard Lanneau für Kevin Costner, Dennis Quaid, Alec Baldwin und Michael Keaton und Damien Witecka für Leonardo DiCaprio.

André Hérauds Schüler: Claude Jade, Marlène Jobert, Jacques Frantz, Bernard Lanneau

Vier Schüler André Hérauds: Claude Jade, Marlène Jobert, Jacques Frantz, Bernard Lanneau

Hérauds bekannteste Schülerin neben Claude Jade, die rothaarige Marlène Jobert, hat das Konservatorium zwei Jahre zuvor in Richtung Paris verlassen, als der Schauspiellehrer an die kleine Claude herantritt und ihr die Agnès in Molières „Schule der Frauen“ anbietet. Sie bekommt die Chance, bei der Comédie de Bourgogne und somit am Theater von Dijon zu spielen: vierzig Vorstellungen in drei Monaten.

ecole-des-femmes-claude-jadeDie Proben beginnen kurz vor Weihnachten 1963. André Héraud selbst spielt Agnès’ Vormund Arnolphe, der neunzehnjährige Michel Huvet, der später Journalist wird und Claude immer wieder begegnen wird, gibt ihren Liebhaber Horace.

Claude, im gleichen Alter wie die Rolle, beginnt ihre Karriere als „unbefangen Naive“ mit der berühmten Eröffnungsszene, in der Agnès ihrem Vormund Arnolphe auf die Frage nach Neuigkeiten brav antwortet „Die kleine Katze ist tot“ und dann offenherzig von der ersten Begegnung mit Horace schwärmt: „Ich saß auf dem Balkon bei meiner Näherei, da kam ein junger Mann vorbei…“.
Neben Héraud und Michel Huvet spielen Jacky Ponthier als Chrsyalde, Jacques Raviot als Alain, Catherine Lemaire als Georgette, Jean-Paul Robinchon als Oronte und Jean Creux  als Notar.

ecole_andre Heraud claude jade 1964Am 27. Mai 1964 spielt sie die Agnès am Théâtre de Dijon.
Das Herzrasen bei der Ankündigung „Mesdames, Messieurs, das Stück beginnt in zehn Minuten“ begeistert die Debütantin; auch, dass ihr viel beschäftigter Cousin und Pate Guy Jorré, der als Fernsehregisseur arbeitet, aus Paris anreist, um dieses wichtige Ereignis mitzuerleben. Zwei Tage später erscheint in den „Dépêches“ eine Kritik von Bernard Laissus: „Eine exzellente Entdeckung: Claude Jorré.“
Sie geht mit dem Stück auf Tournee durch das gesamte Departement Côte-d’Or : Châtillon-sur-Seine, Montbard, Genlis, Saint-Jean-de-Losne und Laumes.

Claude Jade (Agnès) und Michel Huvet (Horace) in "Die Schule der Frauen"

Claude Jade, als sie noch Claude Jorré hieß, mit Michel Huvet (Horace) in „Die Schule der Frauen“

Zum Abschluss des Konservatoriums empfiehlt Héraud der jungen Claude Giraudoux’ „Ondine“ und Marivaux’ „Le Dénouement imprévu“. Sie findet vor allem an Marivaux’ Mlle Argante Gefallen, dem Mädchen, das Verrücktheit simuliert, um der vom Vater arrangierten Eheschließung zu entgehen. Sie erhält den ersten Preis, den „Prix de Comédie“. André Héraud, dem die Kurse Dussane-Chaduc in Paris kennt, empfiehlt sie an Béatrix Dussane. Auf nach Paris!

Mai 1964 an der Comédie de Bourgogne in Dijon: André Héraud (Arnolphe) und Claude Jade (Agnès) mit Catherine Lemaire (Georgette) und Jacques Raviot (Alain) in "Die Schule der Frauen"

Mai 1964 an der Comédie de Bourgogne in Dijon: André Héraud als Arnolphe und Claude Jorré als Agnès – hier mit Catherine Lemaire als Georgette und Jacques Raviot als Alain – in „Die Schule der Frauen“

Héraud, der Claude mit Marivaux und Molière vertraut machte und ihren Ton mitprägte, verfolgt einige Zeit die Karriere seiner erfolgreichen Schülerin. 1967 machen seine zwei berühmten Zöglinge gleichzeitig Karriere an Pariser Bühnen: Marlène Jobert mit Peter Shaffers „Komödie im Dunkeln“ und Claude Jade mit Pirandellos „Heinrich IV“. Héraud sieht Claude in der Rolle der Frida in der Premiere; einen Tag, nachdem François Truffaut in der Generalprobe saß – und André Hérauds Schülerin für „Baisers volés“ entdeckt hatte.

Einige ehemalige Schüler André Hérauds: Jocelyne Chartuss, Emmanuel Collin-Walzyck, Marguerite Colon, Annie Didion, Jacques Frantz, Jean-Claude Frissung, Marie-Laure Fuet. Michel Huvet. Claude Jade, Marlène Jobert, Sylvie Lanaud, Bernard Lanneau, Catherine Lemaire, Nadine Morlier, Jacky Ponthier, Rose Raguel, Jacques Raviot, Jean-Paul Robichon, Damien Witecka …

Ecolefemm1_michel huvet_andre heraudLink: Michel Huvet, der Horace in „Schule der Frauen“, wurde Journalist und schrieb bereits 1969 für „le Bien Public“ einen Artikel über Claude Jade und ihre Arbeit zu „Mein Onkel Benjamin“. Er hatte 1964 den Prix de comédie erhalten und blieb bis 1986 Mitglied der Comédie de Bourgogne.
Hier ein Link zu Michel Huvets Nachruf auf André Héraud:
http://michelhuvetdixit.blogspot.de/2016/03/andre-heraud-in-memoriam.html

Truffaut et les femmes

François Truffaut, Claude Jade, Françoise Dorléac, Catherine Deneuve, Jeanne Moreau, Fanny Ardant, Madeleine Morgenstern, Elizabeth Gouslan

François Truffaut, Madeleine Morgenstern Truffaut, Eva Truffaut, Laura Truffaut, Claude Jade, Moët & ChandonSoeben ist bei Editions Grasset das Buch „Truffaut et les femmes“ erschienen.
Autorin Elizabeth Gouslan hatte zuvor Biographien Grace Kellys, Ava Gardners und Jean-Paul Gaultiers veröffentlicht.
Gouslan gelang ein „reizvoller poetischer Spaziergang in den Farben der Nostalgie“ (Obs) in der Beschreibung der Beziehungen François Truffauts – zu Ehefrau Madeleine, zu Jeanne Moreau, Françoise Dorléac, Claude Jade, Catherine Deneuve und Fanny Ardant.
In einer Art Filmbiographie folgt Gouslan elegant und mit zärtlicher Ironie den Spuren Truffauts, beschreibt balzacien die Frauen seines Lebens und sucht Orte in Paris auf, die einstige Stationen der berühmten Lieben sind, etwa den Eingang 35 rue de Passy, zu dem Claude Jade per Rohrpostbrief zum ersten Rendez-vous jenseits der Arbeit zu „Baisers volés“ eingeladen wurde.

Truffaut et les femmes, Elizabeth Gouslan, Editions Grasset, François Truffaut, Claude Jade

Pressestimmen:
„Truffaut, le silencieux, l’érudit, le secret vole de femme en femme, de film en film, comme dans un jeu de l’oie… 1,2,3 Jeanne Moreau énigmatique… 4,5,6 Framboise Dorléac, soleil sur écran noir… 7,8,9 Claude Jade séparation juste avant le ma-ri-ag-e, comme dirait Adamo… 10, 11, 12 Catherine Deneuve s’en va et direction la dépression, passez votre tour monsieur Truffaut… “ (Pleine vie, Jeanne Thiriet, mars 2016)
http://www.pleinevie.fr/article/truffaut-et-les-femmes-le-delicieux-jeu-de-pistes-amoureux-signe-elizabeth-gouslan-14011
http://www.grasset.fr/truffaut-et-les-femmes-delisabeth-gouslan-la-presse-en-parle

Die frappierende Ähnlichkeit Claude Jades mit den Schwestern Françoise Dorléac und Catherine Deneuve wurde in diesem Blog bereits im Beitrag „Sous le signe de Monte-Cristo“  betrachtet – Filmwissenschaftler Thomas Knauf hatte Claude Jade Dorléacs Rolle in „Abenteuer in Rio“ zugeschrieben – außerdem bereitete Claude Jade auf dem Filmfestival von Cannes 1970 einer älteren Dame eine kleine Enttäuschung, als sie ein Autogramm mit „Claude Jade“ signierte: „Und ich dachte, Sie wären Catherine Deneuve.“

François Truffaut, Claude Jade, Françoise Dorléac, Catherine Deneuve, Elizabeth Gouslan

François Truffaut, Claude Jade, Françoise Dorléac, Catherine Deneuve

Maxence Mailfort 67

Maxence Mailfort feiert heute seinen 67. Geburtstag.

Claude Jade und Maxence Mailfort, Ulysse est revenu

Claude Jade und Maxence Mailfort

Neben einigen TV-Rollen wie „Friedrich II“ und Filmrollen wie Herman Melvilles „Bartleby“ in der Adaption von Maurice Ronet wird Maxence Mailfort 1972 durch eine Schlüsselrolle in Luis Buñuels „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ bekannt. Er spielt den jungen Leutnant, der den Hauptfiguren seinen Traum erzählt, in dem er Toten begegnet. Buñuel lässt Mailfort durch eine Stadt irren, die klar als Theaterkulisse zu erkennen ist.

charme discret de la Bourgeoisie  Claude Pieplu, Maxence Mailfort, Milena Vukotic und Stéphane Audran

Claude Pieplu, Maxence Mailfort, Milena Vukotic und Stéphane Audran

Maxence Mailfort irrt durch Buñuels "le charme discret de la Bourgeoisie"

Maxence Mailfort irrt durch Buñuels „le charme discret de la Bourgeoisie“

Nicht minder surreal sind Sujet und Schauplätze des Films, den Maxence Mailfort 1978 mit Claude Jade dreht. In Jean Dewevers „Ulysse est revenu“ begibt sich eine junge Journalistin (Claude Jade) auf die Suche nach dem verschwundenen Schauspieler Maxence Mailfort, der Odysseus spielen soll.

Claude Jade und Maxence Mailfort in "Ulysse est revenu"

Claude Jade und Maxence Mailfort in „Ulysse est revenu“

Als sie Odysseus‘ Sohn Telemach befragt, findet dieser die Besetzung des antiken Helden mit dem eher zarten Mailfort absurd. Für ihn könne Odysseus nur von einem Mann mit der Physis Charlton Hestons gespielt werden. „Ja ja, Tarzan, Superman“, verspottet sie diesen Stereotyp. Im weiteren Verlauf wird die Journalistin zu Athene, zu einer Schäferin, einer Dienerin und zu einem Schäfer, bis sie Odysseus heimführen kann – in Gestalt Maxence Mailforts.

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